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Mehrere Menschen stehen oder sitzen um einen Tisch herum. Eine Frau, die am Tisch steht, spricht in ein Mikrofon.

Pressekonferenz des „Initiativausschusses für die Wiederzulassung der KPD“ im Bonner „Bürgerverein“ (v. l. n. r. am Tisch: Karl Schabrod, Herbert Mies, Grete Thiele, Manfred Kapluck, Max Schäfer (alle KPD)), 14. Februar 1968, Quelle: BArch, B 145 Bild-M1706-05 / Munker, Georg

Die Gründung der Deutschen Kommunistischen Partei 1968

Am 25. September 1968 wurde die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) gegründet. Sie trat de facto die Nachfolge der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) an.

  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen
    Information von Niebergall an Reimann und Mohn über die Haltung der Bundesregierung zur Legalisierung der KPD (Seite 1), 12. Mai 1968
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen
    Information von Niebergall an Reimann und Mohn über die Haltung der Bundesregierung zur Legalisierung der KPD (Seite 2), 12. Mai 1968
  • Ganzseitiges, mit Absätzen strukturiertes Dokument in Maschinenschrift
    Gedächtnisprotokoll einer Aussprache von SED- und KPD-Vertretern zur Perspektive im Kampf um die Legalisierung der KPD in der Bundesrepublik (Seite 1), 5. Juli 1968 
  • Ganzseitiges, mit Absätzen strukturiertes Dokument in Maschinenschrift
    Gedächtnisprotokoll einer Aussprache von SED- und KPD-Vertretern zur Perspektive im Kampf um die Legalisierung der KPD in der Bundesrepublik (Seite 2), 5. Juli 1968 
  • Ganzseitiges, mit Absätzen strukturiertes Dokument in Maschinenschrift
    Gedächtnisprotokoll einer Aussprache von SED- und KPD-Vertretern zur Perspektive im Kampf um die Legalisierung der KPD in der Bundesrepublik (Seite 3), 5. Juli 1968 
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit nummerierten Absätzen und händisch unterstrichenen Passagen
    Notiz über Beratungen zwischen Vertretern der KPD und der Bundesregierung zu Möglichkeiten der Legalisierung der KPD (Seite 1), 10. Juli 1968
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit nummerierten Absätzen und einer händisch unterstrichenen Passage
    Notiz über Beratungen zwischen Vertretern der KPD und der Bundesregierung zu Möglichkeiten der Legalisierung der KPD (Seite 2), 10. Juli 1968
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen
    Aufzeichnungen über die Beratung der Führungen von KPdSU und KPD über die Perspektiven der Legalisierung der KPD (Seite 1), 11. Juli 1968
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen
    Aufzeichnungen über die Beratung der Führungen von KPdSU und KPD über die Perspektiven der Legalisierung der KPD (Seite 4), 11. Juli 1968
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen
    Aufzeichnungen über die Beratung der Führungen von KPdSU und KPD über die Perspektiven der Legalisierung der KPD (Seite 5), 11. Juli 1968
  • Maschinentextliches Schreiben mit einem handschriftlichen Vermerk am oberen Rand
    Information Dr. Middelhaufe an Grete Thiele zur Haltung der Bundesregierung zur Veröffentlichung des Entwurfes eines Programms der KPD, 29. Juli 1968
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen und einer händisch am linken Rand markierten Passage
    Informationen zur Gründungsversammlung der Deutschen Kommunistischen Partei (Seite 4), ca. Juli/August 1968
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit nummerierter und unterstrichener Überschrift sowie strukturierten Absätzen
    Informationen zur Gründungsversammlung der Deutschen Kommunistischen Partei (Seite 5), ca. Juli/August 1968
  • Maschinengeschriebenes Protokoll mit mittiger Aufzählung von Namen und Orten in Listenform sowie einer händisch durchgestrichenen Passage
    Gründungsprotokoll der DKP (Seite 1), 25. September 1968
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit einem handschriftlichen Vermerk am unteren Rand
    Gründungsprotokoll der DKP (Seite 2), 25. September 1968
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen, händisch unterstrichenen Passagen und Unterschrift
    Information von Max Spangenberg (Arbeitsbüro KPD des ZK der SED) an Willi Mohn (Seite 1), 4. Oktober 1968
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen und einem handschriftlichen Namen am oberen Rand
    Information von Max Spangenberg (Arbeitsbüro KPD des ZK der SED) über Probleme im Zusammenhang mit der Konstituierung der DKP (Seite 2), 4. Oktober 1968
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen und zwei unterstrichenen Wörtern
    Information von Max Spangenberg (Arbeitsbüro KPD des ZK der SED) über Probleme im Zusammenhang mit der Konstituierung der DKP (Seite 3), 4. Oktober 1968
  • Maschinengeschriebene Liste mit Stichpunkten, einem sich wiederholenden und händisch in Rot unterstrichenen Namen sowie einem handschriftlichen Vermerk am oberen Rand
    Protokollauszug mit Zuständigkeiten für die Vorbereitung von Vorlagen für eine DKP-Sitzung (Seite 1), 14. November 1968
  • Maschinengeschriebene Liste mit Stichpunkten sowie einem sich wiederholenden und händisch in Rot unterstrichenen Namen
    Protokollauszug mit Zuständigkeiten für die Vorbereitung von Vorlagen für eine DKP-Sitzung (Seite 2), 14. November 1968
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit Angabe von Bundesländern und Zahlen in tabellarischer Form
    Bericht über die Entwicklung der Mitgliederzahlen der DKP (Seite 1), 27. November 1968
  • Maschinengeschriebener Text mit strukturieren Absätzen
    Bericht über die Entwicklung der Mitgliederzahlen der DKP (Seite 4), 27. November 1968

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die von den Nationalsozialisten 1933 verbotene Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) durch die alliierten Besatzungsmächte in den vier Besatzungszonen Deutschlands 1945 wieder zugelassen. In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde sie 1946 mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) vereinigt. Im Zuge der sich abzeichnenden Spaltung Deutschlands trennte die SED sich 1948 organisatorisch formal von der KPD in den westlichen Besatzungszonen.

Mit Beginn des „Wirtschaftswunders“ in der Bundesrepublik Deutschland schnitt das kommunistische Gesellschaftsmodell im Systemvergleich zunehmend schlechter ab. Die durch die „Stalinisierung“ bereits geschwächte KPD verlor ihre ehemals recht starke Basis. Ebenso maßgeblich für die zunehmende gesellschaftliche Isolierung war der tradierte gesellschaftlich breit verankerte „Antikommunismus“, der sich im Zuge des „Kalten Krieges“ verschärfte. Seit Beginn der 1950er Jahre begrenzten zudem zum Teil drastische staatliche Maßnahmen gegen die der Sympathie für kommunistische Auffassungen überführte oder verdächtigte Personen, Gruppen und Organisationen den Handlungsrahmen massiv. Im August 1956 fällte das Bundesverfassungsgericht das politisch und juristisch umstrittene KPD-Verbotsurteil. Die Kommunisten arbeiteten danach illegal weiter.

In den 1960er Jahren verstärkten sich die Bemühungen für eine erneute Legalisierung der KPD. Zuspruch und Interesse, auch von Nichtkommunisten, nahmen aus unterschiedlichen Gründen in dem Maße zu, in dem sich die Außerparlamentarische Opposition (APO) entwickelte. Eine wesentliche Voraussetzung für konkrete Schritte bildete die im Juni 1968 vom Bundestag beschlossene Änderung des politischen Strafrechtes und die Generalamnestie für die bis zum 1. Juli 1968 begangenen politischen Straftaten. Am 4. Juli 1968 sprachen die Vertreter der KPD Grete Thiele und Max Schäfer mit Bundesjustizminister Gustav Heinemann und Staatssekretär Horst Ehmke über die Modalitäten für die Zulassung der legalen Tätigkeit einer kommunistischen Partei in der BRD.

In Auswertung dieses Informations- und Meinungsaustausches wurde nach Absprache mit den Parteiführungen der SED und der KPdSU am 25. September 1968 die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) konstituiert. De facto (nicht de jure) trat sie die Nachfolge der KPD an. Die Funktionäre der SED und der KPD, welche die KPD komplett als illegale Partei „in Reserve“ weiterbestehen lassen wollten, konnten sich nicht durchsetzen. Daher wurden der Apparat und die Mitglieder der KPD ab der Jahreswende 1968/1969 in die DKP überführt.

Detailliertere Informationen zu den Bemühungen zur Wiederzulassung der KPD sowie zur daraus resultierenden Gründung der DKP und deren Aufbauphase finden Interessenten v. a. in den Beständen BY 1 (Kommunistische Partei Deutschlands) und DY 30 (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands; ZK der SED; Arbeitsbüro KPD).

Dr. Andreas Horn