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Farbiges Filmplakat mit aufgedrucktem Filmtitel in grüner Schrift und Abbildung einer blondhaarigen Frau, bekleidet mit einem aufreizendem trägerlosen Kleid, in lasziver Pose

Werbung der Herzog-Film GmbH für „Die Sünderin“ mit Hildegard Knef als Hauptdarstellerin, 1951, Quelle: BArch, B 102/444923

„Die Sünderin“ – Der Skandalfilm

Der Skandal um den Spielfilm „Die Sünderin“ – mit Hildegard Knef in der Hauptrolle – dominierte im Jahr 1951 die öffentliche Diskussion um Kunst, Moral und die Rolle der Kirchen in der Gesellschaft.

  • Farbiges Filmplakat mit aufgedrucktem Filmtitel in grüner Schrift und Abbildung einer blondhaarigen Frau, bekleidet mit einem aufreizendem trägerlosen Kleid, in lasziver Pose
    Werbung der Herzog-Film GmbH für „Die Sünderin“ mit Hildegard Knef als Hauptdarstellerin, 1951
  • Maschinengeschriebener Text auf farbigem offiziellem Kopfbogen mit Firmenlogo
    Pressemitteilung der Produktionsgesellschaft Junge Film-Union, 12. August 1950
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit nummerierten Absätzen
    Vertrag der Jungen Film-Union mit Hauptdarstellerin Hildegard Knef, 26. Juli 1950
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit Absätzen
    Antrag der Jungen Film-Union auf Devisengenehmigung durch das Bundesministerium für Wirtschaft, August 1950
  • Maschinengeschriebenes Dokument zwei händisch unterstrichenen Stellen und mit numerisch und alphabetisch gekennzeichneten Abschnitten
    Stellungnahme des Interministeriellen Bürgschaftsausschusses (Seite 1), 17. Oktober 1950
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit Absätzen und handschriftlichen Klammervermerken hinter den Namen der Beiratsmitglieder
    Stellungnahme des Beirats des Bürgschaftsausschusses (Seite 1), Oktober 1950
  • Offizielles Schreiben mit Maschinentext, behördlichen Stempeln und Vermerken sowie händischen Unterstreichungen
    Schreiben des Ministerialrats Keim an das Mitglied des Deutschen Bundestags Vogel (Seite 1), 17. Januar 1951
  • Maschinengeschriebener Text mit nummerierten Absätzen und einem handschriftlich ergänzten Satz
    Interner Bericht des Bundesministeriums des Innern an Bundesminister Lehr (Seite 1), 24. Januar 1951
  • Dokument mit Maschinentext und handschriftlichen behördlichen Vermerken
    Schreiben des katholischen Vertreters in der FSK, Anton Kochs, an Richard Muckermann, Mitglied des Deutschen Bundestags (Seite 1), 7. Februar 1951
  • Halbseitig mit Maschinentext geschriebenes Dokument
    Verfügung des Koblenzer Polizeidirektors, 9. Februar 1951
  • Maschinentext auf offiziellem Briefpapier mit behördlichem Stempel und handschriftlichen Vermerken
    Schreiben der Evangelischen Gemeinde Koblenz an Bundeskanzler Adenauer (Seite 1), 12. Februar 1951
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit händisch markierten und unterstrichenen Textpassagen
    Hirtenbrief des Kölner Erzbischofs Joseph Frings, 28. Februar 1951
  • Offizielles Briefpapier mit Firmenlogo, Maschinentext sowie handschriftlichen Behördenvermerken
    Schreiben der Jungen Film-Union an das Bundesministerium für Wirtschaft (Seite 1), 11. Oktober 1951
  • Mit Schreibmaschine sowie mit handschriftlichen Vermerken ausgefüllte Briefvorlage
    Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft an das Bundesministerium des Innern, Juli 1951
  • Dokument mit Schreibmaschinentext und händischer Unterstreichung des Filmtitels
    Bericht des Bundesministeriums des Innern an Bundesminister Lehr, 31. Januar 1955
  • An den Rändern beschädigter Akteneinband mit handschriftlich ausgefülltem Formular auf dem Deckel
    Akteneinband des Bundesverwaltungsgerichts zum „Sünderin“-Verfahren, 1955

Der Spielfilm „Die Sünderin“ löste im Jahr 1951 den ersten Skandal der jungen Bundesrepublik aus, der über Monate die öffentliche Diskussion um Kunst, Moral und die Rolle der Kirchen in der Gesellschaft dominierte. Nicht eine optische Sensation von wenigen Sekunden, sondern die Themen des Films – Inzest, Promiskuität, Prostitution, Wilde Ehe, Sterbehilfe und Selbstmord – brachen mit den Tabus der sich formierenden Adenauergesellschaft und provozierten ebenso Protest wie Zustimmung.

Trotz regionaler Aufführungsverbote sahen innerhalb weniger Monate 7 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer den Film. Für Hildegard Knef wurde „Die Sünderin“ zum Schicksalsfilm, begründete ihren schauspielerischen Durchbruch ebenso wie ihren öffentlichen Bekanntheitsgrad und lebenslanges Vorurteil.

Maßgeblichen Einfluss auf den öffentlichen Protest hatte das Bekanntwerden einer staatlichen Ausfallbürgschaft, mit der auch der Film „Die Sünderin“ gegen finanzielle Verluste abgesichert worden war. Bürgschaftsaktion, öffentliche Resonanz und der Versuch, den Skandal politisch zu bewältigen, machen „Die Sünderin“ zum Film mit der breitesten Aktenüberlieferung im Bundesarchiv. Einige exemplarische Dokumente zeigt diese Galerie.

Dr. Elke-Ursel Hammer