
Werbung der Herzog-Film GmbH für „Die Sünderin“ mit Hildegard Knef als Hauptdarstellerin, 1951, Quelle: BArch, B 102/444923
„Die Sünderin“ – Der Skandalfilm
Der Skandal um den Spielfilm „Die Sünderin“ – mit Hildegard Knef in der Hauptrolle – dominierte im Jahr 1951 die öffentliche Diskussion um Kunst, Moral und die Rolle der Kirchen in der Gesellschaft.
Der Spielfilm „Die Sünderin“ löste im Jahr 1951 den ersten Skandal der jungen Bundesrepublik aus, der über Monate die öffentliche Diskussion um Kunst, Moral und die Rolle der Kirchen in der Gesellschaft dominierte. Nicht eine optische Sensation von wenigen Sekunden, sondern die Themen des Films – Inzest, Promiskuität, Prostitution, Wilde Ehe, Sterbehilfe und Selbstmord – brachen mit den Tabus der sich formierenden Adenauergesellschaft und provozierten ebenso Protest wie Zustimmung.
Trotz regionaler Aufführungsverbote sahen innerhalb weniger Monate 7 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer den Film. Für Hildegard Knef wurde „Die Sünderin“ zum Schicksalsfilm, begründete ihren schauspielerischen Durchbruch ebenso wie ihren öffentlichen Bekanntheitsgrad und lebenslanges Vorurteil.
Maßgeblichen Einfluss auf den öffentlichen Protest hatte das Bekanntwerden einer staatlichen Ausfallbürgschaft, mit der auch der Film „Die Sünderin“ gegen finanzielle Verluste abgesichert worden war. Bürgschaftsaktion, öffentliche Resonanz und der Versuch, den Skandal politisch zu bewältigen, machen „Die Sünderin“ zum Film mit der breitesten Aktenüberlieferung im Bundesarchiv. Einige exemplarische Dokumente zeigt diese Galerie.
Dr. Elke-Ursel Hammer















