Die Darstellung folgt im wesentlichen Hermann Cron, Geschichte des Deutschen Heeres im Weltkriege 1914-1918, Berlin 1937.
Wie schon in Friedenszeiten wurden zunächst auch im Ersten Weltkrieg die einzelnen Armeen zentral geführt, im Krieg durch die Oberste Heeresleitung (OHL). Eine mehrere Armeen zusammenfassende Kommandobehörde hatte es bisher nicht gegeben. Doch nun umfaßten die Heere der Kriegsgegner mehrere Millionen Mann, das deutsche Westheer bestand aus etwa 1,8 Millionen Soldaten. Diese gewaltigen Truppenansammlungen sollten auf relativ begrenztem Gebiet vorgehen und hier erwies sich die Führung aller einzelnen Armeen durch die OHL direkt schnell als unpraktikabel und es wurden entsprechend Auswege gesucht.
Zunächst wurden benachbarte Armeen einander unterstellt, was sich jedoch als ineffektiv erwies. Da sich die Armeen bald darauf im Stellungskrieg festfuhren, wurden zunächst keine weiteren geeigneteren Wege gesucht. Erst mit der Einrichtung flexibler Reserven, die jeweils mehreren Armeen zugeordnet waren, änderte sich dies und das Westheer wurde behelfsmäßig in „Gruppen“ eingeteilt, die mehrere Armeen umfassten und unter dem Oberbefehl des jeweils ältesten Armee-Oberbefehlshabers standen. Auch diese Variante wurde bald wieder aufgegeben, zum Teil später in Einzelfällen jedoch wieder angewandt.
Die erste als solche bezeichnete „Heeresgruppe“ wurde am 22. April 1915 gebildet – die „Heeresgruppe Mackensen“. In diesem Fall handelte es sich noch um eine sogenannte behelfsmäßige Heeresgruppe, deren Oberkommando identisch war mit dem Oberkommando der 11. Armee – oder anders gesprochen: das Armeeoberkommando (AOK) 11 bekam seinerseits Armeen unterstellt und fungierte daher gleichzeitig als Heeresgruppenkommando, oder: dem Heeresgruppenkommando Mackensen unterstand die 11. Armee direkt.
Das erste eigenständige Heeresgruppenkommando wurde am 1. August 1915 gebildet – für die „Heeresgruppe Deutscher Kronprinz“. Dieses sogenannte etatmäßige Heeresgruppenkommando bestand also nur für sich und führte die unterstellten Armeen über deren Armeeoberkommandos.
In der Folge existierten je nach Anforderung und Personallage häufig behelfsmäßige und etatmäßige Heeresgruppenkommandos nebeneinander. Eine Sonderform war die „Heeresgruppe Hindenburg“, deren Oberkommando mit dem Oberbefehlshaber Ost (Oberost) verbunden war.
Die Heeresgruppen waren in der Regel nach ihrem Oberbefehlshaber benannt und wechselten daher mit dem Oberbefehlshaber auch ihren Namen.

Kaiser Wilhelm II. besucht Soldaten an der Westfront, 1915, Quelle: BArch, Bild 146-2014-0018 / o.Ang.
Die deutschen Heeresgruppen im Ersten Weltkrieg
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Es bestanden folgende Heeresgruppen (in der Reihenfolge ihrer Entstehung):
- Heeresgruppe Mackensen (1915-1918)
- Heeresgruppe Deutscher Kronprinz / B (1915-1918/19)
- Heeresgruppe Hindenburg (1915-1916)
- Heeresgruppe Prinz Leopold von Bayern / Woyrsch (1915-1918)
- Heeresgruppe Linsingen (1915-1918)
- Heeresgruppe Gallwitz / Kronprinz Rupprecht von Bayern / A (1916-1918/19)
- Heeresgruppe Eichhorn / Eichhorn-Kiew / Eichhorn / Kiew (1916-1919)
- Heeresgruppe Below / Scholtz (1916-1918)
- Heeresgruppe Herzog Albrecht von Württemberg / D (1917-1918/19)
- Heeresgruppe F / Yildirim (1917-1918)
- Heeresgruppe Gallwitz / C (1918/19)
- Heeresgruppe Riga (1918)
- Heeresgruppe Boehn (1918)

Heeresgruppe Mackensen
Am 22. April 1915 wurde das Armeeoberkommando 11 neben seiner bisherigen Funktion zusätzlich zum Heeresgruppen-kommando erhoben. Der Oberbefehlshaber der 11. Armee wurde damit auch zum Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe, die seinen Namen trug – die „Heeresgruppe Mackensen“.
Die neugeschaffene Heeresgruppe war im Osten eingesetzt. Mackensen gelang zunächst der Durchbruch von Gorlice-Tarnow und in der Folge ein siegreicher Vorstoß durch Galizien und schließlich nach Polen. Sein Chef des Stabes war bis Juni 1916 Generalmajor Hans von Seeckt, Chef der Heeresleitung in der Weimarer Republik 1920-26, dann kurzzeitig Generalmajor Tappen und ab Dezember 1916 Oberst Hell.
Am 8. September 1915 wurde die 11. Armee aufgelöst. Das bisherige AOK 11 (das ja gleichzeitig Heeresgruppenkommando gewesen war) verlegte nach Ungarn und bildete dort am 18. September 1915 ein etatmäßiges Heeresgruppenkommando, nach wie vor unter Mackensen.
Mackensen zog mit dieser Heeresgruppe gegen Serbien und eroberte dieses, drang dabei bis an die griechische Grenze vor und richtete sich in Mazedonien zur Verteidigung ein. Am 30. Juli 1916 begab sich Mackensen mit seinem Stab nach Bulgarien. Die bisherigen Verbände der Heeresgruppe traten unter die bulgarische Oberste Heeresleitung. In Bulgarien traten unter das Heeresgruppenkommando neue Verbände, sowohl deutsche als auch bulgarische. Mit diesen Truppen setzte sich Mackensen im Januar 1917 in der rumänischen Dobrudscha fest und hielt die Donaulinie. Schließlich überquerte er selbst die Donau, zog gegen Bukarest und eroberte dieses. Es gelang ihm, Rumänien im Dezember 1917 zum Waffenstillstand und in der Folge im Juli 1918 zum Frieden zu zwingen.
Seit dem 12. Januar 1917 war dem Heeresgruppenkommando bereits die „Militärverwaltung Rumänien“ angegliedert und schließlich erfolgte am 1. Juli 1918 die Umbenennung in „Oberkommando des Besatzungsheeres“ – in Kurzform „Oberkommando Mackensen“
Standorte des Hauptquartiers:
Neu Sandec (22.4.1915), Jaslo (9.5.1915), Jaroslau (27.5. 1915), Rawa Ruska (30.6. 1915), Lublin (8.8. 1915), Biala (28.8. 1915)
Temesvar (18.9.1915), Semendria (30.10.1915), Kragujevac (13.11.1915), Nisch (19.12.1915), Üsküb (8.2.1916)
Tirnovo (nach dem 27.8.1916), Bukarest (18.12.1916), Hermannstadt (10.11.1918)
August von Mackensen
- 6.12.1849 Haus Leipnitz bei Trossin (Sachsen) – 8.11.1945 Burghorn (Niedersachsen)
- 27.1.1899 erblicher Adel
- 1900 Generalmajor
- 1903 Generalleutnant
- 1908 General der Kavallerie
- 1.11.1914 Oberbefehlshaber 9. Armee
- 17.12.1914 Generaloberst
- 16.4.1915 Oberbefehlshaber 11. Armee
- 22.6.1915 Generalfeldmarschall
- 14.9.1915 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Mackensen
- 15.6.1918 Oberbefehlshaber in Rumänien

Einnahme von Bukarest
Das Bild zeigt Mackensen bei der Abnahme einer Parade österreichisch-ungarischer Truppen in Bukarest.
Die Einnahme der Stadt und Festung Bukarest gelang am 6. Dezember 1916.


Heeresgruppe Deutscher Kronprinz / B
Am 1. August 1915 wurde ein weiteres Heeresgruppenkommando gebildet, diesmal an der Westfront – zur Führung der „Heeresgruppe Deutscher Kronprinz“ unter Kronprinz Wilhelm von Preußen.
Zunächst wurde zur Bildung des Heeresgruppenkommandos lediglich das AOK 5 vergrößert, doch erwies sich die Führung von Heeresgruppe und einer Armee in einem Stab als unpraktikabel. Daher wurde zunächst die 5. Armee in zwei „Angriffsgruppen“ unter eigenen Führern geteilt. Mit Befehl vom 27. November 1916 wurde schließlich endgültig ein selbständiges Heeresgruppenkommando gebildet. Kronprinz Wilhelm blieb bis Kriegsende Oberbefehlshaber dieser an der Westfront eingesetzten Heeresgruppe, sein Chef des Stabes war zunächst Generalleutnant Freiherr Walther von Lüttwitz - nach dem Krieg im Zuge des Kapp-Lüttwitz-Putsches im März 1920 bekannt geworden -, später Oberst Graf Friedrich von der Schulenberg.
Mit dem ab dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 beginnenden Rückmarsch lautete die Bezeichnung „Heeresgruppe B“.

Standorte des Hauptquartiers:
Stenay (Aug. 1915), Mezières (6.3.1917), Waulsort bei Givet (5.11.1918), Bielsalm (10.11.1918)
Kronprinz Wilhelm von Preußen
- 6.5.1882 Potsdam – 20.7.1951 Hechingen
- 1.8.1914 Generalleutnant; Oberbefehlshaber 5. Armee
- 1.8.1915 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Deutscher Kronprinz (bis 11.11.1918)
- 27.1.1917 General der Infanterie

Heeresgruppe Hindenburg
Am 5. August 1915 wurde im Bereich des Oberbefehlshabers Ost (Oberost) eine Heeresgruppe eingerichtet, die von diesem selbst geführt wurde. Oberost war seit dem 1. November 1914 Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, sein Chef des Stabes war Generalleutnant Erich Ludendorff. Der Verband hieß entsprechend „Heeresgruppe Hindenburg“.
Die Heeresgruppe Hindenburg war relativ schwach ausgestattet und hatte keinen Anteil an den erfolgreichen Offensiven an der Ostfront. Sie wurde am 30. Juli 1916 wieder aufgelöst.
In der Folge erhielt allerdings Hindenburg als Oberst zusätzliche Verbände und erheblich erweiterte räumliche Kompetenzen.
Standorte des Hauptquartiers: Lötzen (22.2.1915), Kowno (20.10.1915)
Paul von Beneckendorff und von Hindenburg
- 2.10.1847 Posen – 2.8.1934 Gut Neudeck in Westpreußen
- 1897 Generalmajor
- 1900 Generalleutnant
- 1905 General der Infanterie
- 23.8.1914 Oberbefehlshaber 8. Armee
- 17.9.1914 Oberbefehlshaber 9. Armee
- 26.8.1914 Generaloberst
- 1.11.1914 Oberbefehlshaber Ost
- 27.11.1914 Generalfeldmarschall
- 28.8.1916 Chef des Generalstabes des Feldheeres (Oberste Heeresleitung) (bis 3.7.1919)
- 26.4.1925 Reichspräsident

Heeresgruppe Prinz Leopold von Bayern / Woyrsch
Ebenfalls am 5. August 1915 wurde das AOK 9 zum Heeresgruppenkommando erhoben – nach seinem Oberbefehlshaber als „Heeresgruppe Prinz Leopold von Bayern“.
Die neue Heeresgruppe bestand lediglich aus zwei Verbänden: Neben der 9. Armee unterstand dem Oberbefehlshaber nur noch die Armee-Abteilung Woyrsch. Sie entstand nach der Einnahme Warschaus am 5. August 1915 (durch die 9. Armee unter dem Befehl Prinz Leopolds) und setzte die begonnene Offensive weiter fort.
Im Juli 1916 wurde die 9. Armee aufgelöst, doch die Heeresgruppe blieb bestehen. Sie wechselte jedoch am 29. August 1916 die Bezeichnung, als Prinz Leopold Hindenburg als Oberbefehlshaber Ost nachfolgte und ihm seinerseits als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Generaloberst von Woyrsch folgte. Dieser verfügte nun für die nunmehrige „Heeresgruppe Woyrsch“ über ein etatmäßiges Heeresgruppenkommando. Als Chef des Stabes diente Oberst Heye, in der Weimarer Republik 1926-30 Chef der Heeresleitung. Die Heeresgruppe blieb weitgehend stationär und wurde nach dem Waffenstillstand von Brest-Litowsk am 15. Dezember 1917 aufgelöst.

Standorte des Hauptquartiers:
Warschau (5.8.1915), Siedlce (15.8.1915), Siemiatycze (23.8.1915), Bialowicz (7.9.1915), Slonim (22.9.1915)
Prinz Leopold von Bayern
- 9.2.1846 München – 28.9.1930 München
- 1875 Generalmajor
- 1881 Generalleutnant
- 1887 General der Kavallerie
- 1896 Generaloberst
- 1905 Generalfeldmarschall (bayer.)
- 16.4.1915 Oberbefehlshaber 9. Armee
- 5.8.1915 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Prinz Leopold von Bayern
- 1.8.1916 Generalfeldmarschall (preuß.)
- 29.8.1916 Oberbefehlshaber Ost
Remus von Woyrsch
- 4.2.1847 Pilsnitz in Schlesien – 6.8.1920 Pilsnitz in Schlesien
- 1897 Generalmajor
- 1901 Generalleutnant
- 1905 General der Infanterie
- 1.8.1914 Kommandierender General des Landwehr-Korps
- 3.12.1914 Generaloberst
- 14.12.1914 Oberbefehlshaber Armee-Abteilung Woyrsch
- 29.8.1916 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Woyrsch
- 31.12.1917 Generalfeldmarschall
Generaloberst von Woyrsch folgte am 29. August 1916 Prinz Leopold von Bayern in der Führung von dessen bisheriger Heeresgruppe.

Heeresgruppe Linsingen
Am 8. September 1915 wurde das Oberkommando der Bugarmee unter Führung von General der Infanterie Alexander von Linsingen beauftragt, die Truppen der bisherigen Heeresgruppe Mackensen, deren Heeresgruppenkommando nach Ungarn verlegt worden war, zu führen. Ab dem 20. September 1915 lautete die Bezeichnung „Heeresgruppe Linsingen“.
Die wesentlichen Schritte dieser Heeresgruppe waren die Beendigung der Offensive in Polen, das Aufhalten der Brussilow-Offensive 1916 und im März 1918 ein tiefer Vorstoß nach Russland hinein bis Kiew. Am 31. März 1918 wurde die Heeresgruppe ebenso wie das Oberkommando der Bugarmee aufgelöst.
Standorte des Hauptquartiers:
Jablon (8.9.1915), Kowel (15.6.1916), Cholm (25.10.1916), Kiew (21.3.1918)
Alexander von Linsingen
- 10.2.1850 Hildesheim – 5.6.1935 Hannover
- 1901 Generalmajor
- 1905 Generalleutnant
- 1909 General der Infanterie
- 1.1.1915 Oberbefehlshaber Südarmee
- 6.7.1915 Oberbefehlshaber Bugarmee
- 16.9.1915 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Linsingen
- 20.2.1916 Rang als Generaloberst
- 7.4.1918 Generaloberst
- 1.7.1918 Oberbefehlshaber in den Marken und Gouverneur von Berlin (bis 17.11.1918)
Heeresgruppe Gallwitz / Kronprinz Rupprecht von Bayern / A
Während der Somme-Schlacht im Juli 1916 wurde die 2. Armee geteilt in eine neue 1. und eine neue 2. Armee. Das AOK 2 wurde gleichzeitig am 19. Juli 1916 zum Heeresgruppenkommando erhoben und diesem die 1. Armee unterstellt. Nach ihrem Oberbefehlshaber hieß sie „Heeresgruppe Gallwitz“.
Am 28. August 1916 wurde jedoch ein etatmäßiges neues Heeresgruppenkommando gebildet und diesem die 1. und 2. Armee, zusammen mit zwei weiteren Armeen, unterstellt. Nach dem Oberbefehlshaber wurde der Verband als „Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht von Bayern“ benannt. Chef des Stabes war Generalleutnant von Kuhl. Die Heeresgruppe bestand bis Kriegsende und änderte lediglich auf dem Rückmarsch nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 die Bezeichnung in „Heeresgruppe A“.

Standorte des Hauptquartiers:
St. Quentin (19.7.1916), Cambrai (28.8.1916), Mons (15.3.1917), Tournai (24.4.1918), Mons (2.9.1918), Brüssel (17.10.1918)
Max von Gallwitz
- 2.5.1852 Breslau – 18.4.1937 Neapel
- 1902 Generalmajor
- 1906 Generalleutnant
- 1911 General der Artillerie
- 1913 erblicher Adel
- 2.8.1914 Kommandierender General Garde-Reserve-Korps
- 9.2./22.3.1915 Führer/Oberbefehlshaber Armee-Gruppe Gallwitz
- 7.8.1915 Oberbefehlshaber 12. Armee
- 30.9.1915 Oberbefehlshaber 11. Armee
- 30.3.1916 Führer Angriffsgruppe Verdun
- 19.7.1916 Oberbefehlshaber 2. Armee / Heeresgruppe Gallwitz
- 18.12.1916 Oberbefehlshaber 5. Armee
- 1.1.1918 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Gallwitz (bis 6.12.1918) (auf dem Rückmarsch zusätzlich Führung der Heeresgruppe D)
Am 19. Juli 1916 wurde das neugebildete AOK 2 zum Heeresgruppenkommando erhoben und diesem die ebenfalls neugebildete 1. Armee unterstellt. Nach ihrem Oberbefehlshaber hieß der Verband „Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht von Bayern“. Die bisherige Heeresgruppe Gallwitz ging in ihm auf.
Kronprinz Rupprecht von Bayern
- 18.5.1869 München – 2.8.1955 Schloss Leutstetten bei Starnberg
- 1900 Generalmajor
- 1903 Generalleutnant
- 1906 General der Infanterie
- 1913 Generaloberst
- 1.8.1914 Oberbefehlshaber 6. Armee
- 23.7.1916 Generalfeldmarschall
- 28.8.1916 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht von Bayern (bis 18.2.1919)

Heeresgruppe Eichhorn / Eichhorn-Kiew / Eichhorn / Kiew
Am 30. Juli 1916 wurde das AOK 10 zum Heeresgruppenkommando erhoben und mit der Leitung der Verbände der bisherigen Heeresgruppe Hindenburg betraut. Die Bezeichnung lautete nach ihrem Oberbefehlshaber „Heeresgruppe Eichhorn“ mit Sitz in Wilna.
Am 5. März 1918 wurde das bis dahin behelfsmäßige Heeres-gruppenkommando etatisiert und vom AOK 10 getrennt. Die Heeresgruppe Eichhorn wurde daraufhin am 31. März 1918 aufgelöst, die Abwicklung der Truppen erfolgte im April 1918 durch das AOK 8, das hierfür zum Heeresgruppenkommando einer „Heeresgruppe Riga“ erhoben wurde.
Das Heeresgruppenkommando Eichhorn hingegen übernahm in Kiew die Verbände des aufgelösten Heeresgruppenkommandos der Heeresgruppe Linsingen und bildete so die „Heeresgruppe Eichhorn-Kiew“. Ab 30. April 1918 lautete die Bezeichnung wieder nur noch „Heeresgruppe Eichhorn“. Nach der Ermordung des Oberbefehlshabers am 30. Juli 1918 in Kiew änderte sich die Bezeichnung am 13. August 1918 in „Heeresgruppe Kiew“. Neuer Oberbefehlshaber war Generaloberst Graf von Kirchbach.
Die Heeresgruppe lag bis zuletzt in Russland, das Hauptquartier zog erst am 3. Februar 1919 aus Brest-Litowsk ab.

Standorte des Hauptquartiers:
Wilna (30.7.1916)
[Riga (April 1918)]
Kiew (5.3.1918), Brest-Litowsk (20.1.-3.2.1919), Stettin (Febr. 1919)
Hermann von Eichhorn
- 13.2.1848 Breslau – 30.7.1918 Kiew
- 1897 Generalmajor
- 1901 Generalleutnant
- 1905 General der Infanterie
- 1913 Generaloberst
- 28.1.1915 Oberbefehlshaber 10. Armee
- 30.7.1916 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Eichhorn
- 18.12.1917 Generalfeldmarschall
- 5.3.1918 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Eichhorn-Kiew
Generaloberst Graf von Kirchbach folgte Generalfeldmarschall Hermann von Eichhorn nach dessen Ermordung am 30. Juli 1918 als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Kiew.
Günther Graf von Kirchbach
- 9.8.1850 Erfurt – 6.11.1925 Blankenburg / Harz
- 1899 Generalmajor
- 1903 Generalleutnant
- 1907 General der Infanterie
- 2.8.1914 Kommandierender General X. Reserve-Korps
- 7.9.1914 Präsident Reichskriegsgericht (wie bereits 1911-14)
- 23.9.1916 Führer Landwehr-Korps
- 22.4.1917 Oberbefehlshaber Armee-Abteilung D
- 12.12.1917 Oberbefehlshaber 8. Armee
- 27.1.1918 Generaloberst
- 31.7.1918 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Kiew (bis 3.2.1919)

Heeresgruppe Below / Scholtz
In Absprache mit der bulgarischen Obersten Heeresleitung wurde am 11. Oktober 1916 ein Heeresgruppenkommando zur Führung sowohl der deutschen als auch der bulgarischen Armeen in Mazedonien geschaffen. Hierzu wurde das AOK 8 zum Heeresgruppenkommando erhoben, die Bezeichnung der Heeresgruppe lautete nach dem Oberbefehlshaber „Heeresgruppe Below“, Chef des Stabes war Generalleutnant von Böckmann.
Am 21. April 1917 verließ Below die Heeresgruppe. Ihm folgte am 23. April als Oberbefehlshaber General der Artillerie Scholtz. Neuer Chef des Stabes wurde am 15. August 1917 Oberstleutnant Graf von Schwerin.
Scholtz konnte die hauptsächlich von bulgarischen Truppen gebildete Front bis Mitte September 1918 halten und zog sich dann zurück. Mit Ausscheiden Bulgariens durch den Sonderwaffenstillstand mit den Alliierten war die Heeresgruppe Anfang Oktober 1918 praktisch aufgelöst. Ab 6. Oktober 1918 bezeichnete sich das bisherige Heeresgruppenkommando daher nur noch als „Oberkommando Scholtz“ und unterstellte sich dem Besatzungsheer in Rumänien.
Am 23. April 1917 folgte General der Artillerie Scholtz dem bisherigen Heeresgruppen-Oberbefehlshaber Below in dessen Funktion. Der Verband lief seitdem unter der Bezeichnung „Heeresgruppe Scholtz“.
Standorte des Hauptquartiers:
Üsküb (11.10.1916), Leskovac (24.9.1918), Nisch (27.9.1918), Jagodina (28.9.1918), Belgrad (8.10.1918), Bukarest (10.10.1918)
Otto von Below
- 18.1.1857 Danzig – 16.3.1944 Besenhausen bei Göttingen
- 1909 Generalmajor
- 1912 Generalleutnant
- 1.8.1914 Kommandierender General I. Reserve-Korps
- 30.8.1914 General der Infanterie
- 8.11.1914 Oberbefehlshaber 8. Armee
- 6.5.1915 Oberbefehlshaber Njemen-Armee
- 11.10.1916 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Below
- 23.4.1917 Oberbefehlshaber 6. Armee
- 9.9.1917 Oberbefehlshaber 14. Armee
- 1.2.1918 Oberbefehlshaber 17. Armee
- 12.10.1918 Oberbefehlshaber 1. Armee
- 28.12.1918 Kommandierender General XVII. Armee-Korps und Oberbefehlshaber Heimatschutz West (bis 27.6.1919)
Friedrich von Scholtz
- 24.3.1851 Flensburg – 30.4.1927 Ballenstedt
- 1905 Generalmajor
- 1908 Generalleutnant
- 1912 General der Artillerie
- 1913 erblicher Adel
- 26.5.1915 Oberbefehlshaber 8. Armee
- 8.10.1915 Oberbefehlshaber Armee-Abteilung Scholtz
- 2.1.1917 Oberbefehlshaber 8. Armee
- 22.4.1917 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Scholtz (bis 24.1.1919)
- Herzog Albrecht von Württemberg
- 23.12.1865 Wien – 29.10.1939 Schloss Altshausen
- 1898 Generalmajor
- 1901 Generalleutnant
- 1906 General der Kavallerie
- 1913 Generaloberst
- 1.8.1914 Oberbefehlshaber 4. Armee
- 1.8.1916 Generalfeldmarschall
- 28.8.1916 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Herzog Albrecht von Württemberg (bis 23.12.1918)


Heeresgruppe Herzog Albrecht von Württemberg / D
Am 7. März 1917 wurde an der verhältnismäßig ruhigen Südwestfront ein Heeresgruppenkommando für die Truppen in Lothringen und im Elsaß gebildet – für die „Heeresgruppe Herzog Albrecht von Württemberg“, benannt nach ihrem Oberbefehlshaber.
Die Heeresgruppe blieb rein stationär und bestand bis Kriegsende. Sie wechselte lediglich auf dem Rückmarsch ab dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 die Bezeichnung in „Heeresgruppe D“. Herzog Albrecht war der vorgesehene Thronfolger des württembergischen Königs Wilhelm II., der am 30. November 1918 abdankte.
Standort des Hauptquartiers:
Straßburg (7.3.1917)
Heeresgruppe F / Yildirim
Am 27. Juni 1917 wurde ein Heeresgruppenkommando unter General der Infanterie von Falkenhayn zur Führung der neuen „Heeresgruppe F“ gebildet.
Diese Heeresgruppe sollte im wesentlichen aus türkischen Verbänden bestehen und Bagdad zurückerobern. Die Heeresgruppe wurde schließlich am 20. Juli 1917 in Konstantinopel als „Heeresgruppe Yildirim“ (türkisch für „Blitz“) errichtet.
Ein Vorgehen im Irak war jedoch nicht möglich. Falkenhayn übernahm stattdessen mit seinem Heeresgruppenkommando die Leitung der Kämpfe in Palästina. Sein Chef des Stabes war Oberst von Dommes.
Am 1. März 1918 folgte Falkenhayn als Oberbefehlshaber der bisherige Chef der deutschen Militärmission und „Sieger von Gallipoli“ General der Kavallerie Otto Liman von Sanders mit seinem Chef des Stabes Oberst Kiazim Bey. Liman konnte sich noch bis Mitte September 1918 in Palästina halten und zog sich dann zurück. Mit dem Abzug des deutschen Heeresgruppenkommandos aus dem osmanischen Heer am 30. Oktober 1918 übergab Liman gleichzeitig den Oberbefehl über die Heeresgruppe an Mustafa Kemal Pascha.


Standorte des Hauptquartiers:
Konstantinopel (20.7.1917), Aleppo (11.9.1917), Jerusalem (5.11.1917), Nazareth (14.12.1917), Damaskus (22.9.1918), Baalbek (27.9.1918), Aleppo (6.10.1918), Adana (23.10.1918)
Erich von Falkenhayn
- 11.11.1861 Burg Belchau in Westpreußen – 8.4.1922 Schloss Lindstedt bei Potsdam
- 1912 Generalmajor
- 1913 Generalleutnant und Preußischer Kriegsminister (bis 20.1.1915)
- 3.11.1914 zusätzlich Chef des Generalstabes des Feldheeres (Oberste Heeresleitung) (bis 28.8.1916)
- 20.1.1915 General der Infanterie
- 6.9.1916 Oberbefehlshaber 9. Armee
- 27.6.1917 Oberbefehlshaber Heeresgruppe F
- 20.7.1917 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Yildirim
- 4.3.1918 Oberbefehlshaber 10. Armee
- Otto Liman von Sanders
- 18.2.1855 Stolp in Pommern – 22.8.1929 München
- 1908 Generalmajor
- 1911 Generalleutnant
- 1913 erblicher Adel
- 1913 Leiter der deutschen Militärmission im Osmanischen Reich
- 1914 General der Kavallerie
- 3.8.1914 Oberbefehlshaber der osmanischen 1. Armee
- 6.12.1914 Oberbefehlshaber der osmanischen 2. Armee
- 25.3.1915 Oberbefehlshaber der osmanischen 5. Armee
- 24.2.1918 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Yildirim
General der Kavallerie Otto Liman von Sanders folgte am 1. März 1918 Falkenhayn als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Yildirim.
Heeresgruppe Gallwitz / C
Da im Vorfeld der beabsichtigten großen Offensive an der Westfront („Unternehmen Michael“) drei zusätzliche Armeen herangeführt wurden, wurde am 1. Februar 1918 eine neue Heeresgruppe um Verdun gebildet. Zunächst wurde hierfür das AOK 5 zum Heeresgruppenkommando erhoben. Die Heeresgruppe hieß nach ihrem Oberbefehlshaber „Heeresgruppe Gallwitz“. Dieses Heeresgruppenkommando wurde jedoch am 1. Oktober 1918 etatisiert. Chefs des Stabes waren nacheinander Oberstleutnant von Pawelsz, Oberstleutnant Keller und Generalleutnant von Sauberzweig. Auf dem mit dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 beginnenden Rückmarsch lautete die Bezeichnung „Heeresgruppe C“. Gallwitz führte die Heeresgruppe noch bis zum 5. Dezember 1918, gleichzeitig führte er auch die Heeresgruppe D.
Standorte des Hauptquartiers:
Montmédy (1.2.1918), Longuyon (6.10.1918)
Heeresgruppe Boehn
Am 12. August 1918 wurde während der Kämpfe um die Somme die letzte Heeresgruppe gebildet. Nach ihrem Oberbefehlshaber hieß sie „Heeresgruppe Boehn“.
Chef des Stabes war Generalmajor von Loßberg. Im Zuge der Rückverlegung des Westheeres wurde die Heeresgruppe bereits am 8. Oktober 1918 wieder aufgelöst.
Standorte des Hauptquartiers:
Le Cateau (6.8.1918), Avesnes (20.9.1918)
Max von Boehn
- 16.8.1850 Bromberg – 18.2.1921 Schloss Sommerfeld
- 1901 Generalmajor
- 1905 Generalleutnant
- 1909 General der Infanterie
- 1.8.1914 Kommandierender General IX. Reserve-Korps
- 4.2.1917 Oberbefehlshaber Armee-Abteilung C
- 11.3.1917 Oberbefehlshaber 7. Armee
- 22.3.1918 Generaloberst
- 6.8.1918 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Boehn
- 29.10.1918 Oberbefehlshaber 7. Armee









