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Verkehrsplan von Garmisch-Partenkirchen während der Winterspiele 1936

Verkehrsplan von Garmisch-Partenkirchen während der Winterspiele 1936, Quelle: BArch, RS 18/95, Image 0139

Ende der Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele 1936 und Abschlusssitzung des Organisationskomitees

Am 20. Januar 1936 endeten die Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen, das Organisationskomitee hielt seine abschließende Besprechung. Zu den umfangreichen Vorbereitungsmaßnahmen hatten unter anderem der Bau mehrerer Sportstätten sowie ein detaillierter Verkehrsplan gehört, der die Stadt während der Spiele entlasten sollte.

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Garmisch und Partenkirchen

Im Jahr 1931 hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) entschieden, dass die Olympischen Spiele 1936 im Deutschen Reich stattfinden sollten. Damals wurden Winter- und Sommerspiele noch im selben Jahr ausgetragen und gemeinsam an ein einziges Ausrichterland vergeben. Als Austragungsort der Winterspiele entschied man sich für die beiden ursprünglich getrennten Gemeinden Garmisch und Partenkirchen in Oberbayern. Im Januar 1935 wurden sie eigens für die Spiele zusammengeschlossen.

Nachdem Garmisch und Partenkirchen den Zuschlag für die Winterspiele erhalten hatten, dankten die beiden Gemeinden Adolf Hitler in einem Telegramm.

  • Telegramm der Gemeinden Garmisch und Partenkirchen an Adolf Hitler
    Telegramm der Gemeinden Garmisch und Partenkirchen an Adolf Hitler
  • Telegramm der Gemeinden Garmisch und Partenkirchen an Adolf Hitler
    Rückseite des Telegramms der Gemeinden Garmisch und Partenkirchen an Adolf Hitler. Auf ihr ist das Gemälde „Alpspitze“ des Partenkirchener Malers Carl Reiser abgebildet. Es zeigt den gleichnamigen Berg im Wettersteingebirge nahe Garmisch-Partenkirchen.

In der neuen Gemeinde Garmisch-Partenkirchen wurden zahlreiche Sportstätten neu errichtet oder modernisiert. Dazu gehörten beispielsweise eine Skisprungschanze, eine Skipiste und ein Eiskunstlaufstadion. Die Bobbahn wurde von einem amerikanischen Ingenieur umgebaut. Die Nationalsozialisten erhofften sich durch das bayerische Alpenpanorama und die modernen Sportstätten eine ideale Bühne für ihre Propaganda.

Zeichnung der Schauplätze der Olympischen Spielen in Garmisch-Partenkirchen im Programmheft, herausgegeben vom Organisationskomitee
Zeichnung mit den Schauplätzen der Olympischen Spiele in Garmisch-Partenkirchen im Programmheft, herausgegeben vom OrganisationskomiteeQuelle: BArch, RS 18/95, Image 0067
  • Zeichnung der Skisprungschanze aus einem Programmheft zu den Olympischen Spielen, herausgegeben vom Organisationskomitee
    Zeichnung der Skisprungschanze aus einem Programmheft zu den Olympischen Spielen, herausgegeben vom Organisationskomitee
  • Zeichnung des Kunsteis-Stadions aus einem Programmheft zu den Olympischen Spielen, herausgegeben vom Organisationskomitee
    Zeichnung des Kunsteis-Stadions aus einem Programmheft zu den Olympischen Spielen, herausgegeben vom Organisationskomitee
  • Zeichnung der Bobbahn aus einem Programmheft zu den Olympischen Spielen, herausgegeben vom Organisationskomitee
    Zeichnung der Bobbahn aus einem Programmheft zu den Olympischen Spielen, herausgegeben vom Organisationskomitee

Ein Verkehrsplan für 500.000 Gäste

Ein komplexer Verkehrsplan sollte den öffentlichen Nahverkehr in der Kleinstadt Garmisch-Partenkirchen mit ihren knapp 16.000 Einwohnerinnen und Einwohnern regeln. Dies war auch notwendig: Am Ende kamen rund 500.000 Gäste aus dem In- und Ausland zu den Winterspielen – ein neuer Rekord. Vier Jahre zuvor, bei den Winterspielen in Lake Placid in den USA, waren es nur 78.000 Zuschauerinnen und Zuschauer gewesen.

  • Verkehrsplan von Garmisch-Partenkirchen während der Winterspiele 1936
    Verkehrsplan von Garmisch-Partenkirchen während der Winterspiele 1936

Auch im Stadtbild von Garmisch-Partenkirchen sollten die Spiele präsent sein. Dafür wurden Plakatwände entworfen. Diese waren „in gefälliger Form“ anzufertigen und die auf ihnen werbenden Firmen mussten sich dem einheitlichen Farbbild unterwerfen. Die Plakatwände waren 4,90 Meter breit und bestanden vorrangig aus Blau- und Grautönen. Neben den Olympischen Ringen war auch das offizielle Werbeplakat der Olympischen Winterspiele (entworfen vom Münchener Künstler Ludwig Hohlwein) prominent auf der Plakatwand platziert.

Entwurf einer Plakatwand der IV. Olympischen Winterspiele.
Entwurf einer Plakatwand für die Olympischen Winterspiele 1936Quelle: BArch, R 8076/428

Letzte Vorbereitungen

Am 20. Januar 1936 traf sich das Organisationskomitee zu einer abschließenden Besprechung im Olympiahaus des Skistadions in Garmisch-Partenkirchen. In dieser Abschlusssitzung standen noch einmal finale Organisationsfragen zu Themen wie Presse, Polizei und Verkehr, aber auch zur Verpflegung und Unterbringung der Sportlerinnen, Sportler und Gäste auf der Tagesordnung.

  • Einladung mit Agenda zur abschließenden Besprechung für die Organisation der Winterspiele am 20. Januar 1936
    Einladung mit Agenda zur abschließenden Besprechung für die Organisation der Winterspiele am 20. Januar 1936

Auch eine Ausgabe der „Deulig Ton-Woche“ thematisierte die letzten Vorbereitungen in den Tagen vor Beginn der Spiele. Der Filmbericht zeigt, wie die Langlaufstrecke zur letzten Prüfung abgefahren wird und wie Eisblöcke zersägt und an der Bobbahn aufgeschichtet werden. Die „Deulig Ton-Woche“ war seit 1927 eine Produktion der Ufa. Sie können sich den Bericht im Digitalen Lesesaal des Bundesarchivs ansehen.

Das Olympiajahr 1936: Eine Chronologie

1936 blickte die Welt nach Deutschland: Vom 6. bis 16. Februar war Garmisch-Partenkirchen Austragungsort der Olympischen Winterspiele; die Sommerspiele richtete die Reichshauptstadt Berlin vom 1. bis 16. August aus. Das nationalsozialistische Regime erkannte die Möglichkeiten, die das Großereignis für seine Propaganda bot: Der deutsche NS-Staat konnte sich auf der Weltbühne als friedliebende Nation präsentieren – obwohl er Jüdinnen, Juden und Andersdenkende verfolgte, die ersten Konzentrationslager errichtete und heimlich für einen Krieg aufrüstete.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Chronologie zum Olympiajahr 1936. Darin finden Sie zahlreiche Beiträge zum Verlauf der Olympischen Winter- und Sommerspiele 1936 sowie zu weiteren Ereignissen des Jahres 1936 mit einer Auswahl an Archivgut aus dem Bundesarchiv.

  • Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen in Anwesenheit von Adolf Hitler
    Themenseite

    Olympia 1936 im nationalsozialistischen Deutschland

    1936 fanden die Olympischen Winter- und Sommerspiele in Deutschland statt – und damit das größte Sportereignis der Welt. Die Nationalsozialisten nutzten es für ihre Propaganda. Zum 90. Jahrestag der Spiele präsentiert das Bundesarchiv Archivalien aus dem Olympiajahr 1936.