Die Überwachung des Amateurfunks hatte für das Ministerium für StaatssicherheitMinisterium für StaatssicherheitDas Ministerium für Staatssicherheit (umgangssprachlich oft kurz "Stasi") war politische... von Beginn an eine hohe Priorität. Denn das MfSMinisterium für StaatssicherheitDas Ministerium für Staatssicherheit (umgangssprachlich oft kurz "Stasi") war politische... war davon überzeugt, dass die westdeutsche Regierung die ostdeutschen Funkamateure zur Übermittlung von Spionagematerial und DDR-feindlichen Informationen instrumentalisierte. Im Februar 1953 legte die DDR mit der »Verordnung über den Amateurfunk« erste Richtlinien fest und führte ein Genehmigungsverfahren ein. Für die DDR-Funkamateure galt fortan, dass sie nur noch mit offizieller Genehmigung senden und empfangen durften.
Um den innerdeutschen Kontakt zwischen den Funkamateuren sowie den Kontakt der westdeutschen Funker in andere sozialistische Staaten flächendeckend überwachen zu können, eröffnete das MfS 1973 den Zentralen Operativen Vorgang (ZOVZentraler Operativer VorgangVorgangsart zur zentralisierten operativen "Bearbeitung" von "Vorkommnissen und Personen" mit einer...) „Frequenz“. Alle Fälle, bei denen die Stasi von einer feindlichen „Ausnutzung des Amateurfunks […] gegen die DDR und andere sozialistischer Staaten“ ausging, wurden in diesem Überwachungsvorgang zusammengefasst (BArch, MfS, AOP 7153/82, Bd. 1, Bl. 26).
In einem TeilvorgangTeilvorgangOperativer Vorgang als Teil eines Zentralen Operativen Vorganges (ZOV). dieses ZOVZentraler Operativer VorgangVorgangsart zur zentralisierten operativen "Bearbeitung" von "Vorkommnissen und Personen" mit einer... wurde auch Ludwig Barßel (Anm. d. Red.: Name geändert), ein Pfarrer aus Niedersachsen überwacht. Er war Mitglied der „Conveniats-Runde“, einer Gruppe von Amateurfunkern aus verschiedenen Ländern, die insbesondere durch Barßels Reisen nach Polen und seine Kontakte zu polnischen Funkamateuren ins Visier der Stasi geriet. Die Stasi befürchtete, dass Barßel mithilfe von polnischen Funkamateuren „revolutionäres“ Gedankengut nicht nur weiterverbreiten, sondern in der Bundesrepublik massive Unterstützung finden und damit unmittelbar auch eine Gefahr für die DDR werden könnte. Die Stasi betrieb jahrzehntelang einen immensen Aufwand und überwachte Barßel bis 1989 intensiv. Dennoch gelang es dem MfSMinisterium für StaatssicherheitDas Ministerium für Staatssicherheit (umgangssprachlich oft kurz "Stasi") war politische... nicht, den Pfarrer zu belasten.