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Besucherinnen und Besucher betrachten Ausstellungstische und -vitrinen in der Ausstellung „Geschichte in Geschichten“.

Historische Dokumente und Objekte in den Vitrinen in der Dauerausstellung, Quelle: Bundesarchiv / Körner

Geschichte in Geschichten

Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Bundesarchivs anhand von ausgewählten historischen Dokumenten. Der Blick gilt der Geschichte des Bundesarchivs, den Archivbeständen und damit den vielfältigen historischen Quellen.

 

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Über die Ausstellung

Eine Urkunde von Kaiser Karl V., die 1848 von der Nationalversammlung verabschiedeten „Grundrechte des deutschen Volkes“, aber auch der „Kommissarbefehl“ mit dem die Führung der deutschen Wehrmacht die sofortige Ermordung in Kriegsgefangenschaft geratener „politischer Kommissare“ der Roten Armee befahl – im Zentrum der Ausstellung stehen die historischen Quellen.

Hier findet sich der Rohstoff, aus dem Geschichte rekonstruiert wird und mit dessen Hilfe Antworten auf Fragen nach historischen Entwicklungen gefunden werden. Die Wege und Umstände, unter denen Archivgut ins Bundesarchiv gelangt oder verloren gegangen ist, sind mit dem Verlauf der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts aufs Engste verknüpft. Verluste aufgrund zweier Weltkriege und Zeugnisse des Nationalsozialismus sowie der SED-Diktatur gehören dazu. Es ist eine wechselhafte und gebrochene Archivtradition. Sie führt über den demokratischen Neubeginn in der Bundesrepublik, die Teilung Deutschlands und die Wiedervereinigung in die Gegenwart.

Halb geöffnete Dokument mit großem Wachssiegel
Urkunde von Kaiser Karl V. mit Siegel (Faksimile)Quelle: Bundesarchiv / Stange
Braune Schrift auf dem Rand eines vergilbten Seite Papier
Unterschrift auf der Urkunde von Kaiser Karl V. (Faksimile)Quelle: Bundesarchiv / Stange
Besucherinnen und Besucher betrachten eine Vitrine in der Dauerausstellung „Geschichte in Geschichten“.
Gäste in der Dauerausstellung „Geschichte in Geschichten“Quelle: Bundesarchiv / Körner

Die Frontseiten der Vitrinen reflektieren daher die wesentlichen Prinzipien des Bundesarchivs im demokratischen Rechtsstaat: dauerhafte Sicherung des Archivgutes, Transparenz des Regierungshandelns, professionelles Engagement im Dienste von Wissenschaftsfreiheit und Zugang – und zugleich Wahrung der Schutzrechte Betroffener.

Die Vitrinen, die Archivregalen nachempfunden sind, geben außerdem Einblick in die Aufgaben des Bundesarchivs: die Erhaltung von Archivgut – ob Papier, Foto oder Film – die Sicherung digitaler Daten sowie die Bereitstellung wissenschaftlicher Editionen sowie die Vernetzung des Bundesarchivs mit Kooperationspartnern.

Die Liegenschaft in Lichterfelde hat für das Bundesarchiv im Raum Berlin zentrale Bedeutung für die sichere Aufbewahrung und Benutzung von Archivgut. Sie ist zugleich selbst ein historischer Ort, dessen Geschichte anhand von Bildern nachvollziehbar wird.

Die Wechselvitrine

Die Wechselvitrine der Ausstellung wird mehrmals im Jahr mit neuem Inhalt bestückt. Zur Zeit sind hier Dokumente zur Geschichte der Bundeswehr zu sehen.

Die Bundeswehr wurde 1955 gegründet – nur zehn Jahre nach der totalen Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands im Zweiten Weltkrieg. Kurz danach begann auch der Aufbau der Nationalen Volksarmee in der DDR. Die Wiederbewaffnung führte zu heftigen Diskussionen in der Bundesrepublik. Aber auch die weitere Entwicklung der Bundeswehr war von gesellschaftlichen Debatten begleitet. Ob es dabei um den Einsatz der Bundeswehr im Inneren, die atomare Aufrüstung, den Dienst von Frauen an der Waffe, Auslandseinsätze oder die „Armee der Einheit“ nach 1990 ging – zu all diesen Themen und den damit zusammenhängenden öffentlichen Diskussionen finden sich Dokumente im Militärarchiv des Bundesarchivs. Einige davon sind in dieser Vitrine als Faksimiles ausgestellt.

Vitrine mit offenem Deckel und Dokumenten
Dokumente zur Geschichte der Bundeswehr in der WechselvitrineQuelle: Bundesarchiv
Grauer Dokumentenvordruck mit handschriftlicher Meldung
Das Faksimile des Dokuments ist derzeit in der Wechselvitrine ausgestelltQuelle: BArch, BW 2/28194, S. 424
 

Im Rahmen ihres ersten bewaffneten Auslandseinsatz beteiligte sich die Bundeswehr an der UN-Mission UNOSOM II, um das von Bürgerkrieg und Hungersnot geplagte Somalia zu stabilisieren. Die Bundeswehr übernahm vorwiegend logistische Aufgaben. Dennoch war der Einsatz keineswegs ohne Risiken: Am 10. August 1993 meldete der deutsche Unterstützungsverband einen versuchten Einbruch in einen Krankenwagen, der zu einem auf dem Weg nach Mogadischu befindlichen Konvoi gehörte. Der Begleitschutz des Konvois gab einen Warnschuss ab und trieb die Einbrecher so in die Flucht.

Mehr Informationen zur Geschichte der Bundeswehr

„Die Menschen, die den Ernst-Posner-Bau errichtet haben“

Zwei Reihen mit je fünf quadratischen farbigen glänzenden Bildern in einem Flur mit blauem Teppich und großer Fensterfront.
Fotoausstellung zur Errichtung des Ernst-Posner-BausQuelle: Bundesarchiv

Von 2007 bis 2009 wurde das neue Magazingebäude des Bundesarchivs in Lichterfelde errichtet. Der Fotograf Andreas Meichsner dokumentierte während dieser Zeit die beteiligten Arbeiterinnen und Arbeiter in zahlreichen Porträts.

Der Neubau erweitert das Lichterfelder Gelände um ein repräsentatives Magazingebäude für 110 laufende Kilometer Archivgut mit öffentlicher Nutzung. Es trägt den Namen des preußischen Staatsarchivrats Ernst Posner, der im Dritten Reich wegen seiner jüdischen Herkunft verfolg wurde. Der Entwurf zum Gebäude stammt vom Architekten Stephan Braunfels.

Die Geschichte des Standortes

Die Liegenschaft des Bundesarchivs in Berlin-Lichterfelde blickt auf eine lange Geschichte zurück: Von 1873 bis 1878 wurde hier die Preußische Hauptkadettenanstalt errichtet. 
Nach der durch den Versailler Vertrag erzwungenen Auflösung der Hauptkadettenanstalt wurden die Gebäude zum zivilen Gymnasium, bis Ende April 1933 die Leibstandarte SS Adolf Hitler die Kaserne übernahm.
Im Juli 1945 nutzten amerikanische Besatzungssoldaten die nun "Andrews Barracks" genannte Liegenschaft mit ihren im Krieg weitgehend zerstörten Bauten und errichteten Mannschaftsunterkünfte, in denen seit 1995 Benutzungsbereich, Werkstätten und Büros des Bundesarchivs untergebracht sind. 

Ein Teil der Dauerausstellung beschäftigt sich mit dieser bewegten Vergangenheit.

Kontakt und Öffnungszeiten

Benutzungszentrum Berlin-Lichterfelde

Finckensteinallee 63
12205 Berlin

Mo.–Mi.: 9:00–17:00 Uhr
Do.: 9:00–19:00 Uhr
Fr.: 9:00–16:00 Uhr

An Feiertagen geschlossen.

Referat Ausstellungen, Kooperationen

Referatsleiterin

Dr. Juliane Haubold-Stolle

Telefon: 030 18 665-6845
E-Mail: Juliane.Haubold-Stolle@bundesarchiv.de