Wie wurden die Menschen in der DDR überwacht und ausspioniert? Wie funktionierte der Überwachungsapparat und wie war er aufgebaut? Welchen Anteil hatte das Ministerium für Staatssicherheit an politischen Prozessen? Welche Fluchten über die Grenze verhinderte die Geheimpolizei? Wo waren die Lager, in denen oppositionelle Bürgerinnen und Bürger eingesperrt werden sollten? Antworten darauf bietet das Informations- und Dokumentationszentrum des Landes Thüringen im Gebäude des Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archivs Erfurt.
Die Ausstellung „Sicherungsbereich DDR“ zeichnet die geschichtliche Entwicklung des Staatssicherheitsdienstes nach und dokumentiert einige seiner regionalen Aufgaben im ehemaligen Bezirk Erfurt. Dazu zählten insbesondere die Sicherung der Staatsgrenze zur Bundesrepublik und die Überwachung der Transitstrecke zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin.
Geschichte des Staatssicherheitsdienstes
Die historischen Wurzeln des Ministeriums für Staatssicherheit (MfSMinisterium für StaatssicherheitDas Ministerium für Staatssicherheit (umgangssprachlich oft kurz "Stasi") war politische...), wie der offizielle Name lautete, reichen bis in die Zeit vor Gründung der DDR. So existierten bereits Vorläufer-Organisationen mit geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, als am 8. Februar 1950 das MfSMinisterium für StaatssicherheitDas Ministerium für Staatssicherheit (umgangssprachlich oft kurz "Stasi") war politische... per Gesetz ins Leben gerufen wurde. Im Laufe der Jahre breitete sich die Stasi flächendeckend im Bezirk Erfurt aus. Das Ministerium unterhielt schließlich in jedem Kreis eine eigene Dienststelle. Die Mitarbeiterzahlen stiegen dabei kontinuierlich. Zum Zeitpunkt der Auflösung des MfS im Februar 1990 arbeiteten in der BezirksverwaltungBezirksverwaltungIm Zusammenhang mit der Verwaltungsreform der DDR vom Sommer 1952 wurden die fünf... Erfurt 2915 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die 8672 inoffizielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steuerten.
Transitüberwachung
1972 trat das deutsch-deutsche Transitabkommen in Kraft, das Reisen von Westdeutschland nach Westberlin erleichtern sollte. Ein Verlassen der vorgegebenen Transitstrecken, meist Autobahnen, war den Reisenden verboten, ebenso das Mitnehmen von Personen, die nicht im Transit reisten. In der Folge wurden die Autobahn-Rastplätze im Bezirk Erfurt schnell zu Orten, an denen sich DDR-Bürgerinnen und -Bürger mit ihren Freunden und Verwandten aus dem Westen trafen. Für die Stasi war dies ein gewichtiger Grund, die Transitstrecken besonders intensiv zu überwachen und zu kontrollieren.
Grenzsicherung
Die Überwachung der Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik begann bereits im Hinterland, in der sogenannten 5-Kilometer-Sperrzone. In den hier liegenden Grenzorten kontrollierte die Stasi das Leben. Dazu arbeitete sie eng mit Kräften der TransportpolizeiTransportpolizeiDie Gründung der Transportpolizei (Trapo) in der DDR ging auf eine Anordnung des Alliierten..., der Volkspolizei und politisch zuverlässigen Personen aus der Zivilbevölkerung, den sogenannten Grenzhelferinnen und -helfern, zusammen. Für die Untersuchung von Fluchtversuchen und geglückten Republikfluchten war das MfS jedoch allein zuständig. Die Ausstellung zeigt verschiedene Grenzabschnitte, deren Sicherung und Überwachung.





