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Ein Mann und eine Frau stehen hintereinander vor dem Schaufenster eines Buchladens. Die Frau hat hochgesteckte Haare und wendet ihren Kopf dem hinter ihr stehenden Mann zu. Dieser trägt ein Jacket und eine Krawatte.

Szene aus dem 1966 verbotenen Film „Jahrgang 45“ von Jürgen Böttcher, Quelle: DEFA-Stiftung/Graef, Roland

Vortrag

Realer Sozialismus statt Sozialistischer Realismus?

Gegenwartsfilme der DEFA und die Zensurpolitik in der DDR

Zeit

10. September 2026, 18:00 - 21:00 Uhr

Ort

Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde
Finckensteinallee 63
12205 Berlin
Telefon: 030 187770-0
E-Mail: berlin@bundesarchiv.de

Veranstalter

Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde
Finckensteinallee 63
12205 Berlin
Telefon: 030 187770-0
E-Mail: berlin@bundesarchiv.de

Mitveranstalter

Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung e.V.
Finckensteinallee 63
12205 Berlin

Johannes-Sassenbach-Gesellschaft e.V.
Finckensteinallee 63
12205 Berlin

Eintrittspreise

Der Eintritt ist frei.

Die DEFA hatte erhebliche Probleme mit der Darstellung der sozialistischen Gegenwart. Der Zwiespalt zwischen den Erwartungen der Partei (Sozialistischer Realismus) und dem Erfahrungshorizont des Publikums (realer Sozialismus) stellte die Filmemacher vor große Herausforderungen. Wie realistisch ließ sich der Alltag darstellen, ohne die Gefahr eines Verbots zu riskieren? Welche Handlungsspielräume existierten bei der Umsetzung gesellschaftskritischer Themen?

Der Vortrag von Dr. Andreas Kötzing (Hannah-Arendt-Institut, Dresden) beleuchtet dieses Spannungsfeld anhand verschiedener Filmbeispiele. Im Fokus stehen dabei die Verbotsfilme von 1965/66 aber auch spätere Fallbeispiele. Ergänzende Materialien des Bundesarchivs liegen zur Einsicht aus.

Im Anschluss wird in Kooperation mit der Abteilung Audiovisuelle Medien der DEFA-Spielfilm „Jahrgang 45“ (Regie: Jürgen Böttcher, 1966, 97 min) gezeigt. Mit ungewöhnlichen filmischen Mitteln erzählt der Film von den Beziehungsproblemen eines jungen Ehepaars in der DDR der 1960er-Jahre. Vor dem Hintergrund des XI. Plenums des ZK der SED und nach scharfer Kritik der für die Freigabe zuständigen Hauptverwaltung Film im Ministerium für Kultur blieb der Film 1966 als Rohfassung in den Magazinen. Erst 1990 wurde er fertiggestellt und feierte am 11. Oktober 1990 im Berliner Kino Babylon seine Uraufführung.

Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe „Kunst und Kultur in der DDR", die von der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv veranstaltet wird. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.bundesarchiv.de/sapmo-vortragsreihe/

Bereits um 16:45 Uhr findet eine öffentliche Führung durch das Bundesarchiv statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt ist im Foyer des Benutzungszentrums am Info-Tresen.

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