Die Online-Edition „Töne der Repression“ erschließt historische Gerichtsprozesse der DDR erstmals nach und nach systematisch als Audioquellen. Prozesse aus mehreren Jahrzehnten bieten die Grundlage für einen unmittelbaren Einblick in Verhandlungen, Sprechweisen und Interaktionsdynamiken vor Gericht.
Audiomitschnitte aus Gerichtsverfahren sind in Deutschland eine Ausnahme. In der Bundesrepublik war es bis 2018 rechtlich untersagt, Tonaufnahmen in Verhandlungen anzufertigen. Entsprechend selten sind vergleichbare Quellenbestände. Der im Stasi-Unterlagen-Archiv überlieferte Bestand stellt daher auch im gesamtdeutschen Kontext eine Besonderheit dar.
Die Edition verbindet die digitalisierten Tonaufnahmen mit Transkripten, Beweismitteln aus den Prozessen sowie der wissenschaftlichen Kommentierung und Kontextualisierung. Herzstück ist ein erweiterter Audioplayer, der eine gezielte Navigation, durchsuchbare Inhalte sowie die Analyse von Sprechweisen und Verfahrensabläufen ermöglicht.
Für die Entwicklung dieser Form der Audio-Edition existieren keine etablierten Vorbilder. „Töne der Repression“ schafft daher eine neue digitale Editionsplattform, die sowohl für die Forschung als auch für eine interessierte Öffentlichkeit neue Zugänge zu Quellen politischer Justiz eröffnet.
Ab dem 17.06.2026 wird die Edition online erreichbar sein.
