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Ludwigsburg

Dienststelle des Bundesarchivs in Ludwigsburg mit Schorndorfer Torhaus im Vordergrund

Seit 2000 ist eine Außenstelle der Abteilung B des Bundesarchivs in Ludwigsburg tätig und stellt dort die Unterlagen der "Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen" zur Nutzung bereit.

Das am Dienstort Ludwigsburg verwahrte Archivgut bietet einen nahezu vollständigen Überblick über die an bundesdeutschen Staatsanwaltschaften und Gerichten seit 1958 anhängig gewesenen NS-Verfahren. Neben ihrer justizgeschichtlichen Bedeutung sind die Unterlagen auch ein aussagekräftiger Quellenbestand für die historische Erforschung der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik sowie einzelner, auf bestimmte Personen, Orte und Institutionen oder Einheiten bezogener Verbrechen. Sammlungen von amtlichem Schriftgut aus der NS-Zeit sowie Anklage- und Urteilsschriften und darüber hinaus Hunderttausende Aussageprotokolle von Beschuldigten, Zeugen und Opfern bieten der Forschung vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

Detaillierte Karteisysteme ermöglichen die Recherche nach Personen (700.000), nach Ortsangaben (26.000) und nach der Zugehörigkeit zu zivilen, parteiamtlichen, polizeilichen, militärischen und anderen Einrichtungen und Einheiten (4.200) bis auf die Ebene einzelner Dokumente. Eine Übersicht über Ermittlungsverfahren enthält mehr als 100.000 Beschuldigte in NS-Verfahren sowie Angaben zu Tatvorwürfen, Tatorten und der Beteiligung verdächtigter Institutionen oder Einheiten.

Der Benutzersaal bietet Platz für sechs Benutzer.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Dienst- bzw. Archivgebäude in einem ehemaligen Frauengefängnis mit Anbau befindet sich das 1760 als Wacht- und Zollhaus erbaute Schorndorfer Torhaus. Hier präsentiert das Bundesarchiv seit September 2004 eine Dauerausstellung über die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen in Deutschland.

Für Schüler und Lehrer bietet die Außenstelle als außerschulischer Lernort zudem ein spezielles pädagogisch-didaktisches Angebot an.