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Zentrale Koordinierungsgruppe Flucht / Übersiedlung (ZKG)

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Stand: Dezember 2021
Umfang: 471 lfm
Laufzeit: (1944 - 1949) 1950 - 1989
Erschließungsstand: 99,9 %

Aufgabenstellung

- zentrale Koordinierung der Maßnahmen gegen die Antragsteller auf ständige Ausreise aus der DDR (Übersiedlungsersuchende)
- zentrale Koordinierung der Vorbeugung, Verhinderung und Aufklärung von Fluchten (Ungesetzliches Verlassen gemäß § 213 StGB DDR) und Fluchthilfe („Staatsfeindlicher Menschenhandel“ gemäß § 105 StGB DDR)
- Ermittlung und Zerschlagung von Fluchthilfeorganisationen einschließlich der Einschleusung von IM in diesen Gruppen
- Beobachtung und Überwachung von „Feindorganisationen“ in Berlin (West) und in der Bundesrepublik Deutschland sowie besonders aktiven Einzelpersonen, die in Verbindung mit ungesetzlichem Grenzübertritt und Übersiedlungen gebracht wurden
- Koordinierung des Zusammenarbeit der Sicherheitsdienste der sozialistischen Staaten und der in sozialistischen Ländern eingesetzten MfS-Operativgruppen zur Verhinderung „spektakulärer Vorkommnisse des ungesetzlichen Verlassens der DDR“ sowie Rückführung von Personen
- Führung von Inoffiziellen Mitarbeitern, Einsatz von Hauptamtlichen Inoffiziellen Mitarbeitern und Arbeit mit Offizieren im besonderen Einsatz.

Enthält u. a.

- Entscheidungen über die Übersiedlungsersuchen inklusive personenbezogener Unterlagen der Antragsteller
- Ermittlungen zu Fluchten, Fluchtversuchen und Verdachtsfällen
- Familienzusammenführung, „Häftlingsfreikäufe“ und Agentenaustausch. - „Feindorganisationen“ (z. B. Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, Amnesty International und AG 13. August)
- „Feindobjekte“ (z. B. Zentrale Aufnahmestelle Gießen, Durchgangswohnheim Berlin-Marienfelde) und "Fluchthilfeorganisationen“
- Zwangsadoptionen in der DDR
- Grenzdurchbrüche mit Hilfe von Fahrzeugen, Ballons u. a. - Grundstücksverkäufe von Antragstellern auf ständige Ausreise.

Informationen über die Bearbeitung des Teilbestandes

Die Überlieferung des Schriftgutes erfolgte vor allem in ungeordneter Lose-Blatt-Ablagen. Überliefert wurden außerdem topographische Unterlagen, Fotos sowie Tonaufzeichnungen.

Findmittel (intern - Stasi-Unterlagen-Archiv):
- personenbezogene MfS-Karteien
- Schlagwortkartei
- Datenbank „Elektronisches Personenregister“ (EPR)
- Datenbank „Sachaktenerschließung“ (SAE)
- Datenbank zu Mitarbeitern der HV A, zu HIM und OibE (HHO)

Besonderheiten

- Die Zentralen Materialablagen (ZMA) dienten der Informationssammlung und -verarbeitung in den einzelnen operativen Diensteinheiten. Überwiegend bestehen sie aus personenbezogenen Unterlagen. Als Findmittel wurde die sogenannte Vorverdichtungs-, Such- und Hinweiskartei (VSH) angelegt.
- Die ZMA der ZKG umfaßt vorrangig personenbezogene Dossiers zu Antragstellern auf Übersiedlung in die Bundesrepublik, zu Flüchtlingen, zu Fluchthilfeorganisationen und zum Freikauf von Gefangenen. Sie konnte während der Erschließung nicht rekonstruiert werden. Die einzelnen ZMA Dossiers wurden daher über das Sachaktenerschließungsprogramm (SAE) sachthematisch erschlossen und – wenn ermittelbar – die alte ZMA-Signatur aufgenommen.
- Die VSH-Kartei der ZKG (BArch, MfS, ZKG 18107) umfasst 451.111 Karteikarten. Mittels einer Konkordanz kann geprüft werden, ob das einschlägige ZMA-Dossier tatsächlich überliefert ist.
- Es sind 109 Säcke mit zerrissenen Unterlagen überliefert.