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Hauptabteilung IX (Untersuchungsorgan)

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Stand: Dezember 2021
Umfang: 790 lfm
Laufzeit: (1919 - 1949) 1950 - 1990
Erschließungsstand: 100 %

Aufgabenstellung

- Wahrnehmung der Befugnisse eines staatlichen Untersuchungsorgans gemäß § 98 StPO DDR
- Zuständigkeit des MfS erstreckte sich auf politische Ermittlungsverfahren wegen „Verbrechen gegen die DDR und deren Souveränität, den Frieden, die Menschlichkeit und die Menschenrechte“, „politischer Untergrundtätigkeit“, „Angriffen gegen die Staatsgrenze“ und wegen „Verlassens der DDR
- Untersuchung von Katastrophen (Unfälle in der Luftfahrt und im Schienenverkehr, Havarien in der Schifffahrt und Volkswirtschaft, Brände etc.)
- Ermittlung bei Straftaten, in die Mitglieder der „Partei- und Staatsführung“ bzw. Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes und deren Familienangehörige involviert waren
- Ermittlung von „Tötungsdelikten und Selbstmorden mit öffentlicher Wirkung
- Ermittlung bei Straftaten von GSSD-Angehörigen außerhalb der Sperrgebiete und von Militärstraftaten von Angehörigen der NVA und der Grenztruppen
- Klärung von Verdachtshinweisen bei Nazi- und Kriegsverbrechen
- Zusammenarbeit mit den Untersuchungsorganen innerhalb der DDR und den sozialistischen Ländern insbesondere im Zusammenhang mit „ungesetzlichen Verbindungsaufnahmen“ und Versuchen des „ungesetzlichen Verlassens der DDR
- Arbeit mit „Zelleninformatoren“

Enthält u. a.

- Internationale Rechtsfragen
- Rechtstheorie und -praxis in der DDR
- Materialsammlung zu Personen, Organisationen in der DDR, der Bundesrepublik Deutschland und anderen Staaten sowie internationalen Organisationen
- Oppositionsbewegung in der DDR
- Links- und rechtsextreme Gruppen in der DDR und deren Verbindung in die Bundesrepublik Deutschland
- Medienberichterstattungen und Publikationen zu nachrichtendienstlichen Themen
- Ermittlungs- und Strafverfahren
- Verdacht auf Schädigung der Volkswirtschaft durch westliche Unternehmen
- Vorkommnisse an der innerdeutschen Grenze und den Transitstrecke“
- Ausländer-, Konsular- und Rechtsangelegenheiten
- Freikauf von Häftlingen aus dem „Strafvollzug“ der DDR.

Informationen über die Bearbeitung des Teilbestandes

Die Überlieferung der Unterlagen war äußerst ungeordnet. Neben Schriftgut sind umfangreiche Karteien, topographische Karten, Fotografien sowie Film- und Tonaufzeichnungen vorhanden.

Findmittel (intern - Stasi-Unterlagen-Archiv):
- personenbezogene MfS-Karteien
- Datenbank „Elektronisches Personenregister“ (EPR)
- Datenbank „Sachaktenerschließung“ (SAE)
- Datenbank zu Mitarbeitern der HV A, zu HIM und OibE (HHO)

Besonderheiten

- Die Zentralen Materialablagen (ZMA) dienten der Informationssammlung und -verarbeitung in den einzelnen operativen Diensteinheiten. Überwiegend wurden sie personenbezogen geführt. Als Findmittel wurde die sogenannte Vorverdichtungs-, Such- und Hinweiskartei (VSH) angelegt.
- Die ZMA der HA IX umfaßt ca. 95 lfm Schriftgut und 15.700 Mikrofiches. Vorrangig handelt es sich um personenbezogene Informationen zu Rechtsanwälten und Beschuldigten aber auch um sachthematische Unterlagen wie Analysen der Straftaten und Tagesmeldungen zu selbigen. Die VSH-Kartei (BStU MfS HA IX 22583) umfasst.66.000 Karteikarten. Die darin enthaltenen personenbezogenen Angaben sind in das Elektronische Personenregister (EPR) aufgenommen worden. Damit sind personenbezogene Recherchen sowohl über die VSH-Kartei als auch das EPR möglich.
- Grundlage der Recherche zu den sachbezogenen ZMA-Dossiers bildet die Kartei „Ermittlungen (BStU MfS HA IX 22873).
- Zu den Unterlagen der HA IX gehören die registrierten Vorgänge und Ablagen der HA IX/11 (sogenanntes NS-Archiv) hierzu vgl. Bestandsinformation der HA IX/11.
- Es sind 104 Säcke mit vorvernichteten Unterlagen überliefert.

Teilbestände