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Archivbestand 1 (Operative Hauptablage)

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Stand: Dezember 2021
Umfang: 9.938 lfm
Laufzeit: 1950 - 1989
Erschließungsstand: 5 %

Allgemeine Informationen

Die aktenabgebenden Stellen waren die Hauptabteilungen (HA) und selbständigen Abteilungen des MfS, in deren Verantwortung die registrierpflichtigen
- Operativen Vorgänge (OV)
- Untersuchungsvorgänge (UV)
- Operative Personenkontrollen (OPK)
- Vorgänge zur Werbung bzw. zum Führen inoffizieller und gesellschaftlicher Mitarbeiter (IM bzw. GMS)
angelegt und bearbeitet wurden.

Des weiteren die Diensteinheiten des MfS, in denen das nichtregistrierpflichtige operative Material
- zu ehemals in Sicherungsvorgängen (SiVo) oder in der Kerbloch-Kartei (KK) erfassten Personen
- zu Anträgen auf Wiederaufnahme bzw. Übersiedlung in die DDR
bearbeitet wurden.

Dazu kommen noch die archivierten registrierten Unterlagen der Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit Berlin, die bis Ende 1983 im Zentralarchiv des MfS abgelegt wurden.

Enthält u. a.

- Spionagevorgänge
- Tätigkeit für sogenannte "Feindorganisationen", Umwelt-, Friedens-, Jugend- und Bürgerrechtsbewegungen sowie Widerstands- und Protestaktionen in der DDR
- Verfolgung der Zeugen Jehova
- "Wirtschaftsverbrechen", "Schädlingstätigkeit" und Straftaten der allgemeinen Kriminalität
- Sicherheitsüberprüfungen
- Fahnenflucht und andere Militärstraftaten sowie Vorkommnisse in den sogenannten "bewaffneten Organen" der DDR
- Werbung und Führung von IM bzw. GMS sowie von Zelleninformanten (ZI) in den Haftanstalten
- Überwachung von Ausländern sowie von Botschaften (einschließlich Missionsschutz), Diplomaten und Korrespondenten in der DDR
- Einsatz von Offizieren im besonderen Einsatz (OibE)
- Aufklärung und Verhinderung von Grenzdurchbrüchen, Republikflucht und Ausschleusung von Bürgern der DDR, auch in Zusammenhang mit den Sicherheitsdiensten der damaligen sozialistischen Länder
- Aufnahmeersuchen von Bürgern der Bundesrepublik Deutschland und Ausländern zur Übersiedlung in die DDR
- Arbeit im und nach dem "Operationsgebiet" (Bundesrepublik Deutschland, westliches Ausland)

Informationen über die Bearbeitung des Archivbestandes

Anhand einer Konzeption für die Erschließung der MfS-Archivbestände wurde mit der thematischen Verzeichnung der Operativen Hauptablage begonnen. Alle Unterlagen des Archivbestandes 1 und der sogenannte "91er Reihe" sind über die sogenannten zentralen Karteien (F 16/F 22) des MfS personenbezogen nutzbar.

Findmittel (intern - Stasi-Unterlagen-Archiv):
- personenbezogene MfS-Karteien
- Datenbank "Elektronisches Personenregister" (EPR)
- Datenbank "Sachaktenerschließung" (SAE)

Besonderheiten

In die "Operative Hauptablage" sind auch die Vorgänge einbezogen worden, deren Bearbeitung zum Zeitpunkt der Auflösung des MfS noch nicht abgeschlossen und die Archivierung daher nicht vorgenommen war. Diese Vorgänge sind in Analogie zur "Operativen Hauptablage" in einer sogenannten "91er Reihe" des Stasi-Unterlagen-Archivs zusammengefasst worden. Der Umfang dieser "91er Reihe" beträgt zurzeit ca. 764 lfm und ist in der o. g. Umfangsangabe nicht enthalten.