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Archivbestand 5 (Geheime Ablage)

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Stand: Dezember 2021
Umfang: 363 lfm
Laufzeit: 1955 - 1989
Erschließungsstand: 95 %

Allgemeine Informationen

Auf der Grundlage der Richtlinie MfS GVS 90/54 vom 12. Dezember 1953 kam es innerhalb des Zentralarchivs der Abt. XII zur Bildung eines neuen Archivbestandes mit der Bezeichnung „Besondere Ablage“, in der Folge als Geheime Ablage bezeichnet[1]. Die Geheime Ablage wurde als Archivbestand 5 nur im Zentralarchiv des Ministeriums für Staatssicherheit geführt und in einer separat verschließbaren Hebelschubanlage aufbewahrt. Die Nutzung der Unterlagen war ausschließlich der ablegenden Diensteinheit, der Abt. XII, und den Leitern der vorgangsführenden Diensteinheiten vorbehalten.

In den Jahren 1955 - 1989 kamen 2685 Vorgänge mit 12.966 Bänden zur Ablage, die aus der Sicht des MfS einer besonderen Geheimhaltung unterlagen. Das waren vor allem Vorgänge zu den eigenen Mitarbeitern, aber auch zu Mitgliedern der „Partei- und Staatsführung“. Die Mehrzahl der Vorgänge wurde zu hauptamtlichen und inoffiziellen Mitarbeitern des MfS sowie ihren Angehörigen und Bekannten angelegt. Aber auch zu Mitarbeitern, Funktionären und Personen des öffentlichen Lebens aus dem Partei- und Staatsapparat, der Deutschen Volkspolizei, der Nationalen Volksarmee und der Zollverwaltung sind Vorgänge nachweisbar[2].

Die Vorgangsarten selbst entsprachen denen der Operativen Hauptablage (vgl. MfS-Archivbestand 1 der Abteilung XII). Akten abgebende Stellen waren vor allem die Hauptabteilung (HA) IX/5 (Ermittlungsverfahren gegen MfS-Angehörige), die HA II/1 (Innere Sicherheit des MfS) und die HA I (NVA, Grenztruppen).

Enthält u. a.

- Ermittlungs-, Untersuchungs-, Fahndungs- und Objektvorgänge (z. B. Manöver „Oktobersturm“) zu Fahnenflucht, Geheimnisverrat, Spionageverdacht, Straftaten der allgemeinen Kriminalität
- Verfolgung von NS- und Kriegsverbrechen
- Untersuchung von Suiziden und Straftaten, in die Angehörige des MfS involviert waren
- Unterlagen über Partei- und Staatsfunktionäre und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in der DDR.

Informationen über die Bearbeitung des Archivbestandes

2010 wurde mit der sachthematischen Erschließung begonnen. Die Unterlagen des „Archivbestandes 5“ sind auch über die sogenannten Zentralen Karteien (F 16/ F 22) des MfS personenbezogen nutzbar.

Findmittel (intern - Stasi-Unterlagen-Archiv):
- personenbezogene MfS-Karteien
- Archivregistrierbücher der Abteilung XII
- Datenbank „Sachaktenerschließung“ (SAE)
- Datenbank „Elektronisches Personenregister“ (EPR)

Anmerkungen:
[1] Vgl. Roland Lucht, Das Archiv der Stasi, Begriffe. Göttingen, 2015, S. 116.

[2] Jedlitschka, Karsten: Staatsgeheimnisse von zentraler Bedeutung. Die „Geheime Ablage“ der Abteilung XII. In: Das Gedächtnis der Staatssicherheit. Die Kartei- und Archivabteilung des MfS. Hrsg. Jedlitschka, Karsten, Springer Philipp. Göttingen 2015. S.157.