Stand: Dezember 2021
Umfang: 89 lfm
Laufzeit: 1960 - 1989
Erschließungsstand: 0,5 %
Allgemeine Informationen
Das Arbeitsgebiet I der Kriminalpolizei wurde als Struktureinheit des Ministeriums des Innern (MdI) 1959 aus den Operativ-Abteilungen bzw. Operativ-Gruppen im MdI gebildet. Seit 1964 gab es die Bezeichnung "Arbeitsgebiet I" der Kriminalpolizei (nachfolgend K I).Aufgaben der K I waren vor allem:
- Verhindern schwerer Straftaten
- Schutz des sozialistischen Eigentums in der Volkswirtschaft
- Personenkontrolle mit spezifischen Mitteln und Methoden bei besonders gefährlichen Rechtsbrechern
- "Bearbeitung" des organisierten Verbrechens, aber auch von Religionsgemeinschaften
- Verhinderung von Ausbrüchen und Meutereien in Strafvollzugeinrichtungen
Die K I arbeitete mit Inoffiziellen Mitarbeitern, den IMK (Inoffizieller Kriminalpolizeilicher Mitarbeiter) und den IMKR (Inoffizieller Kriminalpolizeilicher Mitarbeiter aus Kreisen der Rechtsbrecher). Weiter gab es in der K I des MdI die selbständige Dienststelle I/U (Observationsgruppe). Deren Mitarbeiter arbeiteten in geheimen Objekten, mit legendierten Personaldokumenten und in einem legendierten Arbeitsverhältnis.
Im MfS war die Hauptabteilung VII, in den Bezirken die Abteilung VII für die abwehrmäßige Sicherung (Linie VII/1 des MfS) verantwortlich. Wie auch für die Koordinierung und das Zusammenwirken mit dem MdI und der Deutschen Volkspolizei (Linie VII/9).
Enthält u. a.
- Straftaten in Kombinaten und Betrieben- Werbung und Überprüfung von IMK, IMKR und Inhabern geheimer "Treffquartiere"
- Observierung von Personen und Gaststätten
- Aufklärung von Tötungsverbrechen
- Observierung von Angehörigen der Deutschen Reichsbahn
- Überwachung von Strafgefangenen und ehemaligen Häftlingen sowie von "Asozialen"
Informationen über die Bearbeitung des Archivbestandes
Bei der Erarbeitung einer Konzeption für die Erschließung der MfS-Archivbestände wurden einige Akten erschlossen. Alle Unterlagen des "Archivbestandes 9" sind über die sog. zentrale Kartei F 16 personenbezogen nutzbar.Findmittel (intern - Stasi-Unterlagen-Archiv):
- personenbezogene MfS-Karteien
- Datenbank "Sachaktenerschließung" (SAE)
Besonderheiten
Nach der Richtlinie 004/79 des MdI durfte die Gewinnung von IMK und IMKR nur nach Abstimmung und vorheriger Überprüfung durch das MfS vorgenommen werden. Erfolgte danach die Werbung von IMK/IMKR durch die K I, wurden die Akten in der zuständigen Diensteinheit aufbewahrt. Die Akten wurden in der Abteilung XII des MfS durch die Hinweiserfassung "OG" (Operativgruppe) zentral nachgewiesen. Abschließend archiviert als AOG der Operativgruppe (Archivierter Vorgang der Operativgruppe K I) abgelegt.Mit den Festlegungen der Richtlinie 004/87 des MdI wurde auch die Erfassung beim MfS neu geregelt. Die Hinweiserfassungen auf die neue Bezeichnung "KAG II" geändert, und als AKAG I der Kriminalpolizei (Archivierter Vorgang der Arbeitsrichtung I der Kriminalpolizei) abgelegt.