Einführende Informationen
Die beim Reichsschatzmeister der NSDAP zentral geführte Mitgliederkartei umfasste sowohl die Zentralkartei als auch die Gaukartei. Sie sind im Bundesarchiv in den Beständen R 9361-VIII KARTEI und R 9361-IX KARTEI (ehemals Sammlung BDC/„Berlin Document Center“) überliefert. Die NSDAP-Mitgliederkartei diente als zentrales Hilfsmittel der Partei- und Mitgliederverwaltung der NSDAP.
Die Zentralkarteikarten waren ursprünglich alphabetisch nach Nach- und Vornamen geordnet, während die Gaukartei bzw. Ortsgruppenkartei nach territorialen Kriterien sortiert war: Gau, Kreis, Ortsgruppe und innerhalb der Ortsgruppe nach Personen. Gegen Kriegsende war die NSDAP-Mitgliederkartei zur Vernichtung vorgesehen und wurde hierzu in eine Papiermühle bei München verbracht. Dort wurde sie jedoch nicht vernichtet, sondern überdauerte die letzten Kriegstage.
Nach dem Krieg gelangte die NSDAP-Mitgliederkartei in das von den USA neu gegründete Berlin Document Center (BDC). Dort wurde sie zusammen mit anderen personenbezogenen Unterlagen als Grundlage für Entnazifizierungsverfahren herangezogen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BDC brachten die beiden Einzelkarteien zudem in eine neue Ordnung: jeweils alphabetisch und phonetisch sortiert nach Nachnamen.
Zudem wurden die Karteikarten kontinuierlich weiterbearbeitet: Die neuen Vermerke verwiesen auf weitere Karteisysteme sowie Unterlagen in anderen Beständen des Bundesarchivs und fügten die NSDAP-Mitgliederkartei mit anderen Karteien zusammen. Bei der Entschlüsselung der Karteikarten ist es daher notwendig zu unterscheiden zwischen:
- zeitgenössischen Auftragungen, vorgenommen von den Dienststellen der NSDAP
- Auftragungen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BDC nach 1946
Bei der Benutzung sind die Karteikarten wie folgt zu zitieren:
- Zentralkartei: R 9361 VIII-KARTEI/[Signatur]
- Gaukartei: R 9361 IX-KARTEI/[Signatur]




