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Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Soldatentruppe beim Appell, die Gewehre lehnen an der linken Schulter. Ein uniformierter Mann mit Uniformmantel, Lederhandschuhen und Schiffchenmütze geht entlang der Soldatenreihe.

Ausbildung von Offiziersanwärtern der Infanterie durch die Legion Condor in Ávila, Anfang 1939, Quelle: BArch, Bild 183-E20569-21 / o. Ang.

Das deutsche militärische Engagement im Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939

Dieser Rechercheleitfaden erklärt Ihnen, wie Sie in den Beständen der Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs Informationen zum deutschen militärischen Engagement im Spanischen Bürgerkrieg finden können.

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Einführende Informationen

Am 17. Juli 1936 putschten in Spanien konservative Generale gegen die demokratisch gewählte linke Regierung. Der von den Truppen in Spanisch-Marokko ausgehende Aufstand fand zwar auch Unterstützung in Spanien. Es gab jedoch zunächst keine Möglichkeit, die Truppen in Marokko nach Spanien überzusetzen. Denn die Flotte stand im Wesentlichen auf Seiten der Republik und den Putschisten standen keine Lufttransportkapazitäten zur Verfügung.

Über persönliche Kontakte gelang es den Putschisten, am 25./26. Juli 1936 bei Adolf Hitler die Bereitschaft zur Unterstützung zu erreichen. Zunächst ging es dabei darum, schnell Lufttransportraum zur Verfügung gestellt zu bekommen. Zur Führung und Koordinierung der deutschen Maßnahmen wurde der Sonderstab W im Reichskriegsministerium (ab 1938 im Oberkommando der Wehrmacht) eingerichtet. Bereits am 31. Juli 1936 verließ ein ziviler Dampfer mit zerlegten Flugzeugen und zugehörigem fliegenden und Bodenpersonal an Bord Deutschland und traf am 6. August 1936 in Spanien ein.

Die mit diesen Flugzeugen und Besatzungen – die offiziell in keiner Beziehung zu Deutschland standen – ermöglichte Truppenverlegung aus Marokko nach Spanien ermöglichte dem bereits fast gescheiterten Putsch einen Vormarsch. Nach Abschluss der Transportleistungen wurden die Flugzeuge auf Kampfeinsätze, insbesondere als Bomber, umgerüstet. Vereinzelt griffen deutsche Flugzeuge im Herbst 1936 offenbar von sich aus auf Seiten der Putschisten in das Geschehen ein.

Bei den Putschisten setzte sich im September 1936 schließlich General Francisco Franco als Anführer durch. Während sich nun auf Seiten der legitimen Regierung die Sowjetunion mit Material-, Waffen- und Personallieferungen engagierte, erhöhten auch Italien und Deutschland ihre materielle und personelle Unterstützung für die Putschisten. Deutschland erhöhte den Personal- und Geräteumfang in Spanien bis auf ca. 5.000 Mann. Es formierte die in Spanien befindliche Truppe als differenzierten Luftwaffenverband verschiedener Waffengattungen mit der Bezeichnung „Legion Condor“. Zusätzlich kam aus Deutschland auch eine Panzereinheit in Spanien an – eine Panzergruppe mit mehreren Kompanien und der Bezeichnung „Gruppe Imker“. Der zugehörige Stab firmierte als „Gruppe Drohne“.

Aus deutscher Sicht ging es vordergründig um die Unterstützung der nationalistischen Putschisten gegen die linke, von der Sowjetunion unterstützte, als „bolschewistisch“ angesehene Regierung – als Teil eines als fundamental dargestellten Kampfes nationaler Kräfte gegen den Bolschwismus.

Daneben standen für Deutschland jedoch von Anfang an vor allem auch sehr weitreichende handfeste wirtschaftliche Interessen. Die deutsche Verhandlungsführung in diesem Bereich war dabei äußerst fordernd: Sie nutzte die militärische Abhängigkeit der Putschisten von der deutschen Unterstützung phasenweise als Druckmittel, um die deutschen Forderungen durchzusetzen.

Der Einsatz der Legion Condor war innerhalb kürzester Zeit ein intensiver und hart geführter Kampfeinsatz. Dieser wurde von der Luftwaffenführung sehr bewusst auch zur Erprobung neuer Waffen und Einsatzgrundsätze genutzt, teilweise über die rein militärischen Notwendigkeiten hinaus. Dabei kam es auch zu Kriegsverbrechen: Der bekannteste Fall ist die Zerstörung des baskischen Ortes Gernika/Guernica durch einen Luftangriff der Legion Condor am 26. April 1937.

Da die grundsätzliche links-rechts-Frontstellung geeignet war, über Spanien hinaus auf Europa auszugreifen, trat im April 1937 in London ein internationaler Nichteinmischungsausschuss zusammen. Dieser führte am 19. April 1937 eine internationale Seeüberwachung der spanischen Küsten ein, um ein Waffenembargo gegen Spanien durchzusetzen. Auch Deutschland übernahm einen Küstenabschnitt zur Überwachung. Es entsandte mehrere Schiffe und Boote unter dem Befehlshaber der Spanienstreitkräfte ins Mittelmeer, obwohl Deutschland zugleich bereits seit 1936 über verdeckte Kanäle Waffenlieferant der Putschisten war – deutsche Unternehmen unterstützt durch die deutsche Regierung.

Auch die deutschen Schiffe waren bald in Kampfhandlungen involviert. Am 27. Mai 1937 wurde das Panzerschiff „Deutschland“ von republikanischen Flugzeugen bombardiert, wobei es zu Todesopfern kam. Als Vergeltung bombardierte das Panzerschiff „Admiral Scheer“ am 31. Mai 1937 die Hafenstadt Almeria.

Die immer weiter ausgreifenden und durch Massaker und Kriegsverbrechen begleiteten Kämpfe führten schließlich zur Durchsetzung der Putschisten. Am 1. April 1939 erklärte Franco seinen Sieg und errichtete ein letztlich faschistisches System unter gewaltsamer Unterdrückung politisch gegensätzlicher Positionen.

Die Legion Condor, in der über regelmäßigen Personalaustausch ca. 19.000 Mann gedient hatten, kehrte per Schiff nach Deutschland zurück. Am 31. Mai 1939 kamen die Männer, die viele Kriegserfahrungen gesammelt hatten, in Hamburg an. Am 6. Juni 1939 wurde die Legion Condor – und mit ihr das nationalsozialistische Regime – mit einer großen Parade in Berlin gefeiert. Die jahrelange Leugnung eines deutschen militärischen Engagements im Spanischen Bürgerkrieg war kurz zuvor aufgehoben worden. Ab diesem Moment begann die bewusste und propagandistisch auf allen Ebenen stattfindende Glorifizierung der Legion Condor und ihrer Soldaten. Sie wirkte bis in die 1990er Jahre hinein, als die Bundesregierung der Legion Condor eine Traditionswürdigkeit für die Bundeswehr grundsätzlich absprach.

Recherchestrategien

Es gibt grundsätzlich zwei Recherchestrategien:

  1. Zum einen empfiehlt es sich immer, ausgehend von den Zuständigkeiten für eine bestimmte Aufgabe oder Handlung auszugehen und die schriftliche Überlieferung dieser Dienststellen, Verbände, Einheiten oder auch Personen zu suchen. Im Falle des Spanischen Bürgerkriegs bedeutet das die Suche nach der schriftlichen Überlieferung der Legion Condor und der Spanienstreitkräfte der Kriegsmarine sowie den Nachlässen verantwortlicher Offiziere. Das wiederum bedeutet, in invenio in die Gesamtgliederung des im Bundesarchiv verwahrten Archivguts einzusteigen und sich dort im Bereich Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871–1945) und dort im Themenfeld Militär durchzuklicken bis zu Reichswehr und Wehrmacht 1919 bis 1945/1946. Dort geht es einerseits über Luftwaffe und Legion Condor zum Bestand RL 35 (Legion Condor); oder andererseits über Reichsmarine und Kriegsmarine und Befehlshaber zum Bestand RM 50 (Befehlshaber im Flottenbereich der Kriegsmarine). Dort klickt man sich in der sich links unten öffnenden Klassifikation des Bestandes durch bis zum Punkt 1.3.1 Befehlshaber der Spanienstreitkräfte.
  2. Zum andern empfiehlt es sich zusätzlich, über eine Recherche mit Suchbegriffen in invenio vorzugehen. Hierzu können in der „Erweiterten Suche“ Bereiche, in denen gesucht werden soll (z. B. komplett „Reichswehr und Wehrmacht“) markiert werden. Für eine Recherche zum Spanischen Bürgerkrieg ist eine Suche mit den Begriffen „Span*“ und „Condor“ sinnvoll, oder auch relevanter Orte (z. B. „Guernica“ oder „Gernika“). An dieser Stelle ist auch eine Suche mit den Namen von Offizieren möglich, um private Unterlagen zu ermitteln. Alternativ kann gezielt in den alphabetisch sortierten gesammelten Nachlässen gesucht werden oder im Sammelbestand MSG 2 (Sachthematische und biographische Sammlung zur deutschen Militärgeschichte 1849–1945) und hier unter 2 Neue personenbezogene Klassifikation zum Zeitraum 1849–1949.

Quellen im Bundesarchiv

Amtliche Unterlagen

Zentral für die amtliche militärische Überlieferung zum Spanischen Bürgerkrieg sind die Bestände RL 35 (Legion Condor) und RM 50 (Befehlshaber im Flottenbereich der Kriegsmarine) mit den darin enthaltenen Unterlagen des Befehlshabers der Spanienstreitkräfte.

Das Archiv der Legion Condor innerhalb des Luftarchivs wurde bei Kriegsende befehlsgemäß in Berlin vernichtet. Es sind nur noch Reste überliefert. Die Unterlagen der Spanienstreitkräfte der Kriegsmarine, des Befehlshabers wie auch der einzelnen Schiffe und Boote sind demgegenüber besser überliefert, wenn auch nicht vollständig.

Hinzu kommen die den Spanischen Bürgerkrieg betreffenden Unterlagen der vorgesetzten Stäbe und Kommandobehörden, so in RH 2 (OKH / Generalstab des Heeres), RM 20 (OKM / Marinekommandoamt der Reichsmarine und Kriegsmarine) oder in RW 10 (Sonderstäbe des OKW) die Unterlagen des Sonderstabs W (Wilberg).

Von den Panzereinheiten der Legion Condor („Gruppe Imker“, bzw. „Gruppe Drohne“) sind keine Unterlagen überliefert. Ihre Tätigkeit bildet sich allerdings in vereinzelten Akten übergeordneter Dienststellen und in privaten Unterlagen ab.

Und schließlich ist die wissenschaftliche Aufarbeitung nach dem Einsatz zu nennen, noch durch die Wehrmacht: in RL 2-IV (Generalstab der Luftwaffe / Kriegswissenschaftliche Abteilung) oder die Auswertung der „Luftübung Rügen“ in RL 30 (Sonderstäbe der Luftwaffe).

Dem schließen sich die nach dem Zweiten Weltkrieg im Auftrag der US-Armee von deutschen Offizieren verfassten Ausarbeitungen zu deutschen Streitkräften an, die im Spanischen Bürgerkrieg eingesetzt waren. Von diesen befinden sich Durchschriften im Bestand ZA 3 (Operational History (German) Section der Historical Division der US-Army / Studiengruppe Luftwaffe).

Die Bestände im Einzelnen:

Auch erwähnenswert ist das Sonderheft „Wir kämpften in Spanien!“ der Auslandszeitschrift „Die Wehrmacht“ vom Mai 1939. Darin wird eine propagandistisch ausgestaltete deutsche Sicht präsentiert: RW 2/278, Image 0137–0182.

Private Unterlagen

Ergänzung findet die staatliche Überlieferung durch Unterlagen privater Herkunft, die schriftlichen Nachlässe von Angehörigen der Legion Condor und der Spanienstreitkräfte der Kriegsmarine. Zu nennen sind hier:

Hinzu kommt:

MSG 2 (Sachthematische und biographische Sammlung zur deutschen Militärgeschichte 1849–1945), darin:

  • Aberle, Theodor Wilhelm (Angehöriger der Legion Condor): MSG 2/3301
  • Berg, Herbert (Angehöriger der Legion Condor): MSG 2/7751–77539186
  • Herzog, Gustav (Angehöriger der Legion Condor): MSG 2/7756
  • Kokott, Heinz (Generalmajor; Angehöriger der Panzereinheiten der Legion Condor): MSG 2/543
  • Lohse, Karl (Major; Angehöriger der Legion Condor): MSG 2/2174
  • Reeken, Heinz v. (Angehöriger der Legion Condor): MSG 2/11989
  • Reuther, Helmut: (Angehöriger der Legion Condor): MSG 2/3002
  • Siehlow, Joachim (Angehöriger der Panzereinheiten der Legion Condor): MSG 2/3711, 3764, 3832, 3854, 13716
  • Weeber, Hermann (Angehöriger der Legion Condor): MSG 2/3831
  • Wolf, Herbert (Besatzungsmitglied der „Admiral Scheer“): MSG 2/3852
  • Tagebuchaufzeichnungen über den Einsatz der Torpedoboote „Albatros“, „Leopard“, „Luchs“ und „Seeadler“: MSG 2/2585
  • Unterlagen unbekannter Angehöriger der Legion Condor: MSG 2/77477787, 196989661

Unterlagen zum Spanischen Bürgerkrieg einsehen

Das Bundesarchiv hat die Aufgabe, Archivgut konservatorisch zu sichern, inhaltlich zu erschließen und zugänglich zu machen. Wir unterstützen Sie gerne bei Ihren Recherchen und ermöglichen Ihnen die selbstständige Benutzung des Archivguts. Mit der Datenbank invenio können Sie in unseren Beständen recherchieren. Hier finden Sie ausführliche Hilfen zur Benutzung von invenio. Digitalisierte Akten können Sie online über invenio einsehen oder als Scans herunterladen.

Online einsehen

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Die digitalisierten Unterlagen sind in invenio einsehbar (Links zu den einzelnen Beständen siehe oben)

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  1. Besuch vor Ort in unserem Lesesaal
  2. Beauftragung eines privaten Recherchedienstes
  3. Bestellung von Digitalisaten

Weiterführende Literatur (Auswahl)

  • Beevor, Antony: Der Spanische Bürgerkrieg, München 2006.
  • Maier, Klaus A.: Guernica, 26.4.1937. Die deutsche Intervention in Spanien und der „Fall Guernica“, Freiburg i. Br. 1975.
  • Schüler-Springorum, Stefanie: Krieg und Fliegen. Die Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg, Paderborn 2010.

Ansprechpartner

Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv

Wiesentalstraße 10
79115 Freiburg

Telefon: 030 18 665-1149
E-Mail: militaerarchiv@bundesarchiv.de

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Dr. Thomas Menzel
Stand: Juli 2026

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