Die Reaktion Berlins folgte bald: Am 25. Juli 1936 entschied Adolf Hitler persönlich, den Aufstand zu unterstützen, obwohl das Auswärtige Amt sich zunächst dagegen aussprach und den Konflikt als innerspanische Angelegenheit behandelte. Bereits vier Tage später flogen erste deutsche Transportflugzeuge in einer verdeckten Operation nach Spanisch-Marokko. Italienische Bomber und deutsche Jagdflugzeuge folgten am darauffolgenden Tag – genug, um eine Luftbrücke einzurichten und die in Afrika stationierten Soldaten auf das spanische Festland zu bringen (Unternehmen „Feuerzauber“).
„… in treuer Kameradschaft zu Nationalspanien!“ Das Deutsche Reich und die Unterstützung der Putschisten
Die Entscheidung Hitlers, Franco zu unterstützen, basierte auf ideologischen, (militär-)strategischen und wirtschaftlichen Überlegungen: Ideologisch galten die republikanischen Kräfte als bolschewistische Bedrohung. Ein Sieg der Volksfront in Spanien erschien Berlin wie ein weiteres Vordringen des sowjetischen Einflusses nach Westeuropa. Strategisch bot die Unterstützung des Aufstands gegen die Republik der Wehrmacht die Möglichkeit, unter realen Kampfbedingungen zu üben.
Hinzu kamen wirtschaftliche Interessen: Spanien verfügte über bedeutende Vorkommen strategisch wichtiger Rohstoffe (z. B. Erze), die für die deutsche Rüstungsindustrie von großer Bedeutung waren. Franco sicherte Deutschland gegen Waffenlieferungen und finanzielle Kredite weitreichende Abbaurechte zu. Das Deutsche Reich entwickelte sich so im Verlauf des Krieges zum wichtigsten Handelspartner Spaniens. Die spanischen Rohstoffexporte liefen über die zunächst zu Tarnzwecken für Waffenlieferungen gegründeten Gesellschaften HISMA und ROWAK. Diese wickelten den Waren- und Zahlungsverkehr zwischen beiden Ländern ab.
Neben der Legion Condor entsandte das Deutsche Reich auch Einheiten der Kriegsmarine. Sie sicherten u. a. Seetransporte nach Spanien ab, beteiligten sich aber auch an der Seeblockade republikanischer Häfen und an Seeschlachten.
Die militärische Unterstützung des Deutschen Reiches für Franco war mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden. Die Gesamtkosten der deutschen Intervention werden auf über 480 Millionen Reichsmark geschätzt. Die deutschen Lieferungen von Flugzeugen, Panzern, Artillerie, Munition und sonstigem Kriegsmaterial wurden zunächst als Kredite gewährt, die Franco nach Kriegsende zurückzahlen sollte. Ein Teil wurde mit spanischen Rohstofflieferungen verrechnet.
Parallel zur militärischen Intervention nutzte das nationalsozialistische Deutschland die Geschehnisse in Spanien auch zu propagandistischen Zwecken: Die deutsche Presse und der Rundfunk inszenierten den Bürgerkrieg als einen Kampf gegen den „Weltbolschewismus" und die kommunistische Weltrevolution. Die Unterstützung Francos stellten sie als defensive Maßnahme zum Schutz der europäischen Zivilisation dar.
Deutsche Wochenschauen zeigten ausgewählte Bilder des Krieges. Sie bedienten das Narrativ einer republikanischen „roten“ Anarchie und Grausamkeit und stellten den Kampf aufständischer und deutscher Truppen als gerechte Verteidigung dar. Die Filme sind im Digitalen Lesesaal des Bundesarchivs abrufbar.
Die Internationalen Brigaden entstanden im Herbst 1936 auf Initiative der Kommunistischen Internationale (Komintern), insbesondere der französischen Kommunistischen Partei. Sie wurden maßgeblich von der Sowjetunion unterstützt, die unter anderem Waffen, Ausrüstung, Berater, Piloten, Ausbilder und Geheimdienstpersonal in die Republik entsandte.
Die Unterstützung der Republik durch Moskau begann jedoch nicht unmittelbar mit Beginn des Putsches. Stattdessen befolgte Stalin zunächst eine Politik strikter Neutralität. Damit versuchte er, sich als strategischen Partner Großbritanniens und Frankreichs, die sich für eine Nichteinmischung in den Konflikt aussprachen, gegenüber Deutschland und Italien anzubieten. Doch schon bald zeichnete sich ab, dass das Vorhaben Stalins, die Sowjetunion auf diese Weise aus ihrer internationalen Isolation zu lösen, trotz Einhaltung einer neutralen Position nicht aufzugehen schien.
Im Herbst 1938 standen sich Republik und Nationalisten in der größten Schlacht des Spanischen Bürgerkrieges und der letzten großangelegten Offensive der Republik gegenüber: der Ebroschlacht. Während der Kämpfe forderte das Nichteinmischungskomitee die Auflösung der Internationalen Brigaden, um die internationalen Dimensionen des Konflikts einzudämmen.
In der vergeblichen Hoffnung, dass dadurch das Waffenembargo seitens Großbritanniens und Frankreichs aufgehoben werden könnte, kam die republikanische Regierung der Forderung nach. Die deutschen Interbrigadisten stellte dies vor ein großes Problem, da eine Rückkehr ins nationalsozialistische Deutschland für sie nicht möglich war. Viele von ihnen traten den Weg ins Exil nach Frankreich oder in die Sowjetunion an, andere blieben zunächst in Spanien und kämpften dort in der erfolglosen Verteidigung Kataloniens.
Die in Spanien erprobten Taktiken der deutschen Luftwaffe und die Ohnmacht der Appeasement-Politik warfen bereits ihre Schatten auf das voraus, was folgen sollte: Kaum fünf Monate nach dem Ende des Bürgerkrieges begann am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. In Spanien folgte auf den militärischen Sieg Francos eine Diktatur, die erst knapp vierzig Jahre später mit den Parlamentswahlen von 1977 endete. Franco blieb bis zu seinem Tod im November 1975 Oberhaupt dieser Diktatur.