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Schwarz-Weiß-Aufnahme von vier Männern, die mit Gewehren im Anschlag auf und hinter einem Schotterhügel liegen. Im Hintergrund ziehen hohe Rauchschwaden in den Himmel.

Republikanische Soldaten während des Spanischen Bürgerkriegs, März 1937, Quelle: BArch, Bild 183-K1013-501 (Ausschnitt) / o. Ang.

Kampf der Weltanschauungen: Der Spanische Bürgerkrieg 1936–1939

Im Juli 1936 putschten Teile des spanischen Militärs gegen die demokratisch gewählte Regierung. Der Aufstand entwickelte sich zu einem fast drei Jahre andauernden Bürgerkrieg – mit deutscher Beteiligung. Ausgewählte Bundesarchiv-Dokumente geben einen multiperspektivischen Einblick in die Hintergründe, den Verlauf und die internationale Dimension des Konflikts.

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Der Putsch und der Beginn des Bürgerkrieges

Seit 1931 war Spanien zum zweiten Mal in seiner Geschichte eine Republik – und ein tief gespaltenes Land, als 1936 die Parlamentswahlen anstanden. Es war geprägt von zum Teil gewaltsam geführten sozialen und kulturellen Konflikten sowie Spannungen zwischen der Zentralregierung in Madrid und regionalistischen Kräften, insbesondere in Katalonien.

Bei der Parlamentswahl vom 16. Februar 1936 konnte sich die Volksfront Frente Popular durchsetzen. Sie bestand aus Sozialisten, Kommunisten sowie gemäßigten Republikanern und wurde von den Anarchisten unterstützt. Zweitstärkste Kraft wurde die Frente Nacional Contrarevolucionaro, ein Wahlbündnis aus konservativen und monarchistischen Kräften. Gemeinsam mit der Kirche, Großgrundbesitzern und Teilen des Militärs stand es der Republik kritisch bis feindlich gegenüber.

Schwarz-Weiß-Aufnahme eines Straßenbahnwagens, auf dessen Oberdeck viele Personen stehen. Auf der Straße im Hintergrund befindet sich eine weitere große Menschenmenge.
Menschen auf einem Straßenbahnwagen mit katalanischer Fahne nach der Ausrufung der Zweiten Spanischen Republik, April 1931Quelle: BArch, Bild 102-11543 / o. Ang.
Schwarz-Weiß-Aufnahme mit einer Kolonne großer gepanzerter und mit großen Buchstaben in weißer Farbe beschrifteter Fahrzeuge. Im Vordergrund stehen einige Männer, Frauen und Kinder.
Zu Panzerwagen umgebaute Lkw der republikanischen Kämpferinnen und Kämpfer. Sie sind beschriftet mit den Abkürzungen der Gewerkschaften Unión General de Trabajadores (UGT) und Confederación Nacional del Trabajo (CNT), September 1936Quelle: BArch, Bild 183-S13566 / o. Ang.

Nach dem Wahlsieg der Volksfront verschwor sich eine Reihe ranghoher Militärs gegen die Republik, und am 17. Juli 1936 begannen in Spanisch-Marokko stationierte Armeeeinheiten unter der Führung von General Francisco Franco einen Putsch. Schon bald griff die Revolte auf das spanische Festland über.

Die Putschisten konnten jedoch keinen schnellen Sieg erringen: In Reaktion auf den Aufstand riefen Gewerkschaftsverbände zum Generalstreik auf. Republiktreue Militärverbände, bewaffnete Arbeiter und Milizen der Gewerkschaften sowie linker Parteien leisteten in großen Teilen des Landes erbitterten Widerstand. Besonders in den großen Städten wie Madrid, Barcelona und Valencia sowie im Baskenland und in großen Teilen Andalusiens konnten sie den Aufstand der Militärs und der Falange, der faschistischen Bewegung in Spanien, zurückschlagen.

Das Ausbleiben eines schnellen Sieges stellte die Putschisten vor Probleme: Es mangelte an Waffen und Munition. Zudem saß das militärisch wichtige, etwa 35.000 Soldaten umfassende Afrikaheer unter Führung Francos auf der anderen Seite der Straße von Gibraltar fest. Eine Überfahrt per Schiff wurde durch die republiktreue Marine blockiert. In Anbetracht dieser Lage wandte sich Franco an das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien.

Die Reaktion Berlins folgte bald: Am 25. Juli 1936 entschied Adolf Hitler persönlich, den Aufstand zu unterstützen, obwohl das Auswärtige Amt sich zunächst dagegen aussprach und den Konflikt als innerspanische Angelegenheit behandelte. Bereits vier Tage später flogen erste deutsche Transportflugzeuge in einer verdeckten Operation nach Spanisch-Marokko. Italienische Bomber und deutsche Jagdflugzeuge folgten am darauffolgenden Tag – genug, um eine Luftbrücke einzurichten und die in Afrika stationierten Soldaten auf das spanische Festland zu bringen (Unternehmen „Feuerzauber“).

  • Maschinengeschriebener Bericht mit behördlichen Stempeln und handschriftlichen Vermerken
    Übersicht des Wehrmachtsamts über außenpolitische Vorgänge in der Zeit vom 1. bis 31. Juli 1936: Ausbruch des Krieges in Spanien (Seite 1)
  • Maschinengeschriebener Bericht mit strukturierten und nummerierten Absätzen
    Übersicht des Wehrmachtsamts über außenpolitische Vorgänge in der Zeit vom 1. bis 31. Juli 1936: Ausbruch des Krieges in Spanien (Seite 2)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen und handschriftlichen Unterstreichungen, Korrekturen und Ergänzungen
    Bericht Karl Jungs über seine Erfahrungen als Mitglied der Gruppe Thälmann in den ersten Monaten des Spanischen Bürgerkriegs 1936 (Seite 1)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen und handschriftlichen Unterstreichungen und Korrekturen
    Bericht Karl Jungs über seine Erfahrungen als Mitglied der Gruppe Thälmann in den ersten Monaten des Spanischen Bürgerkriegs 1936 (Seite 2)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen, einer handschriftlichen Unterstreichung sowie Korrekturen
    Bericht Karl Jungs über seine Erfahrungen als Mitglied der Gruppe Thälmann in den ersten Monaten des Spanischen Bürgerkriegs 1936 (Seite 3)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen, einer handschriftlichen Unterstreichung sowie Korrekturen
    Bericht Karl Jungs über seine Erfahrungen als Mitglied der Gruppe Thälmann in den ersten Monaten des Spanischen Bürgerkriegs 1936 (Seite 4)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit handschriftlichen Korrekturen und einer Unterschrift
    Bericht Karl Jungs über seine Erfahrungen als Mitglied der Gruppe Thälmann in den ersten Monaten des Spanischen Bürgerkriegs 1936 (Seite 5)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen
    Kurzbericht Werner Hermelins über die Lage an der Tardientafront, 29. August 1936
  • Dokument mit Maschinentext, strukturierten Abschnitten und unterstrichenen Überschriften
    Marschbefehl für die 9. Brigade der Spanischen Volksarmee, Oktober 1936 (Seite 1)
  • Dokument mit Maschinentext, strukturierten Abschnitten und unterstrichenen Überschriften
    Marschbefehl für die 9. Brigade der Spanischen Volksarmee, Oktober 1936 (Seite 2)

„… in treuer Kameradschaft zu Nationalspanien!“ Das Deutsche Reich und die Unterstützung der Putschisten

Die Entscheidung Hitlers, Franco zu unterstützen, basierte auf ideologischen, (militär-)strategischen und wirtschaftlichen Überlegungen: Ideologisch galten die republikanischen Kräfte als bolschewistische Bedrohung. Ein Sieg der Volksfront in Spanien erschien Berlin wie ein weiteres Vordringen des sowjetischen Einflusses nach Westeuropa. Strategisch bot die Unterstützung des Aufstands gegen die Republik der Wehrmacht die Möglichkeit, unter realen Kampfbedingungen zu üben.

Hinzu kamen wirtschaftliche Interessen: Spanien verfügte über bedeutende Vorkommen strategisch wichtiger Rohstoffe (z. B. Erze), die für die deutsche Rüstungsindustrie von großer Bedeutung waren. Franco sicherte Deutschland gegen Waffenlieferungen und finanzielle Kredite weitreichende Abbaurechte zu. Das Deutsche Reich entwickelte sich so im Verlauf des Krieges zum wichtigsten Handelspartner Spaniens. Die spanischen Rohstoffexporte liefen über die zunächst zu Tarnzwecken für Waffenlieferungen gegründeten Gesellschaften HISMA und ROWAK. Diese wickelten den Waren- und Zahlungsverkehr zwischen beiden Ländern ab.

Deutschland und Italien hatten sich dazu entschieden, General Franco zum alleinigen Empfänger der Waffenlieferungen zu machen. Damit trugen sie maßgeblich dazu bei, seine Stellung unter den Putschisten zu stärken.

Das prominenteste und folgenreichste Instrument der deutschen Unterstützung war die Legion Condor. Die Einheit der deutschen Luftwaffe wurde im November 1936 unter Führung von General Hugo Sperrle aufgestellt. Sie umfasste Jagd- und Kampfflugzeuge, Flakartillerie, Panzerverbände sowie Nachrichteneinheiten und hatte eine Stärke von etwa 5.000 bis 6.500 Mann, die sich freiwillig für den Dienst in Spanien meldeten. Im Verlauf des Krieges rotierten insgesamt rund 19.000 deutsche Soldaten und Offiziere durch Spanien.

Auf Sperrle folgte im November 1937 Hellmuth Volkmann. Von Oktober 1938 bis zum Kriegsende übernahm Wolfram von Richthofen den Oberbefehl.

Schwarz-Weiß-Porträtaufnahme von Wolfram Freiherr von Richthofen in mit Orden und Abzeichen behangener Uniform, die Hände vor dem Bauch gekreuzt.
Wolfram Freiherr von Richthofen, 1939Quelle: BArch, Bild 183-2009-0811-500 (Ausschnitt) / o. Ang.
Häuserruinen in Guernica
Ruinen in Guernica nach dem deutschem Luftangriff der Legion Condor am 26. April 1937Quelle: BArch, Bild 183-H25224 / o. Ang.

Der Einsatz der Legion Condor diente mehreren Zwecken: der militärischen Unterstützung Francos, dem Erproben neuer Taktiken und Waffensysteme unter Gefechtsbedingungen sowie der Ausbildung deutscher und spanischer Soldaten und Offiziere im Kriegsgeschehen. Für die Kriegführung der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg waren die in Spanien gewonnenen Erfahrungen von großer Bedeutung. Die Legion Condor war an allen größeren Schlachten beteiligt und verschaffte den nationalistischen Truppen wichtige militärische Vorteile.

Zum Fanal werden sollte die Bombardierung der baskischen Stadt Guernica am 26. April 1937. Über Stunden griffen die Legion Condor und ein Verband der italienischen Luftwaffe die Stadt an. Ziel war nicht nur, den Widerstand der baskischen Bevölkerung zu brechen, indem man mit Guernica ein kulturelles und religiöses Zentrum des Baskenlandes zerstörte. Die Deutschen wollten mit dem Angriff auch den Einsatz von Spreng- und Brandbomben testen.

Die Zerstörung der Stadt löste weltweit Entsetzen aus. Sie wurde durch Pablo Picassos gleichnamiges Gemälde für die Weltausstellung 1937 in Paris zum Symbol für die Barbarei des Krieges gegen die Zivilbevölkerung.

Panoramaaufnahme einer zerstörten Stadt mit Bergen im Hintergrund
Ruinen in der zerstörten spanischen Stadt Guernica nach einem Luftangriff der Legion Condor am 26. April 1937Quelle: BArch, Bild 183-R99879 / o. Ang.
  • Grafik im Querformat mit hierarchisch angeordneten, beschrifteten und teilweise Symbole enthaltenden Rechtecken; vereinzelt handschriftliche Vermerke
    Organigramm der Legion Condor vom 20. April 1938
  • Bericht in Maschinentext mit einzelnen handschriftlichen Korrekturen
    Erfahrungsbericht Wilhelm von Thomas, Oberst in der Legion Condor, über den Kampf zwischen deutschen MG-Panzern und russischen Kanonenpanzern, 6. Dezember 1936 (Seite 1)
  • Bericht in Maschinentext mit einzelnen handschriftlichen Korrekturen
    Erfahrungsbericht Wilhelm von Thomas, Oberst in der Legion Condor, über den Kampf zwischen deutschen MG-Panzern und russischen Kanonenpanzern, 6. Dezember 1936 (Seite 2)
  • Maschinenabschrift eines Tagebucheintrages
    Kriegstagebucheintrag Wolfram von Richthofens über die Bombardierung der baskischen Stadt Guernica durch deutsche Flugzeuge, 28. April 1937
  • Maschinenabschrift eines Dokuments, überschrieben mit „Bilanz der bisherigen Nordkämpfe“
    Kriegstagebucheintrag Wolfram von Richthofens zur Bilanz der bisherigen Kämpfe in Nordspanien, u. a. zu Verlusten der Legion Condor
  • Maschinenabschrift eines Tagebucheintrages
    Kriegstagebucheintrag Wolfram von Richthofens über die Bombardierung der südspanischen Stadt Bujalance (Provinz Córdoba) und anderer Orte in Andalusien durch deutsche Flugzeuge, 14. Dezember 1936 (Seite 1)
  • Maschinenabschrift eines Tagebucheintrages
    Kriegstagebucheintrag Wolfram von Richthofens über die Bombardierung der südspanischen Stadt Bujalance (Provinz Córdoba) und anderer Orte in Andalusien durch deutsche Flugzeuge, 14. Dezember 1936 (Seite 2)
  • Maschinenabschrift eines Schreibens, überschrieben mit „Schreiben vom 26.5.37.“
    Schreiben Wolfram von Richthofens über seine Motivation, in Spanien zu kämpfen, das Verhältnis zu den italienischen Truppen vor Ort sowie die Bombadierung Guernicas, 25. Mai 1937 (Seite 1)
  • Maschinenabschrift eines Schreibens
    Schreiben Wolfram von Richthofens über seine Motivation, in Spanien zu kämpfen, das Verhältnis zu den italienischen Truppen vor Ort sowie die Bombadierung Guernicas, 25. Mai 1937 (Seite 2)

Neben der Legion Condor entsandte das Deutsche Reich auch Einheiten der Kriegsmarine. Sie sicherten u. a. Seetransporte nach Spanien ab, beteiligten sich aber auch an der Seeblockade republikanischer Häfen und an Seeschlachten.

Die militärische Unterstützung des Deutschen Reiches für Franco war mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden. Die Gesamtkosten der deutschen Intervention werden auf über 480 Millionen Reichsmark geschätzt. Die deutschen Lieferungen von Flugzeugen, Panzern, Artillerie, Munition und sonstigem Kriegsmaterial wurden zunächst als Kredite gewährt, die Franco nach Kriegsende zurückzahlen sollte. Ein Teil wurde mit spanischen Rohstofflieferungen verrechnet.

  • Maschinengeschriebenes Dokument mit Stempel, handschriftlichen Vermerken und nummerierten Absätzen
    Bericht des Marinekommandoamtes über den deutschen Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg, 28. November 1936 (Seite 1)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit nummerierten Absätzen und unterstrichenen Passagen
    Bericht des Marinekommandoamtes über den deutschen Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg, 28. November 1936 (Seite 2)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit Absätzen in alphabetischer Anordnung
    Bericht des Marinekommandoamtes über den deutschen Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg, 28. November 1936 (Seite 3)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit alphabetisch strukturierten Absätzen, unterstrichenen Wörtern und einer handschriftlichen Korrektur
    Bericht des Marinekommandoamtes über den deutschen Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg, 28. November 1936 (Seite 4)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit strukturierten Absätzen und zur Hervorhebung unterstrichenen Wörtern
    Bericht des Marinekommandoamtes über den deutschen Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg, 28. November 1936 (Seite 5)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit einer handschriftlichen Korrektur
    Bericht des Marinekommandoamtes über den deutschen Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg, 28. November 1936 (Seite 6)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit händischen Unterschriftskürzeln und Datumsangaben
    Bericht des Marinekommandoamtes über den deutschen Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg, 28. November 1936 (Seite 7)
  • Behördliches Schreiben mit Maschinentext, Stempel und unterstrichenen Passagen
    Schreiben zur Lieferung von Feuerleitanlagen für spanische Kriegsschiffe, 9. Dezember 1937
  • Behördliches Schreiben mit Maschinentext, Stempel und handschriftlichen Korrekturen und Vermerken
    Schreiben des deutschen Marineattachés über Ausbildungspersonal für Spanien, 26. August 1938
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit nummerierten Absätzen sowie handschriftlichen Unterstreichungen und Vermerken
    Schreiben des deutschen Marineattachés an die spanische Marineleitung über die Ausbildung des spanischen Seeoffiziernachwuchses,  1. September 1938 (Seite 1)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit einem nummerierten Absatz sowie handschriftlichen Unterstreichungen
    Schreiben des deutschen Marineattachés an die spanische Marineleitung über die Ausbildung des spanischen Seeoffiziernachwuchses,  1. September 1938 (Seite 2)
  • Behördliches Schreiben mit Maschinentext, Stempel, handschriftlichen Vermerken und Unterstreichungen
    Schreiben des deutschen Marineattachés, Kurt Meyer-Döhner, über Materiallieferungen an Spanien nach dem Ende des Bürgerkriegs, 8. April 1938 (Seite 1)
  • Maschinengeschriebener Text, darunter ein größerer handschriftlicher Vermerk, Stempel, behördliche Angaben und Kürzel
    Schreiben des deutschen Marineattachés, Kurt Meyer-Döhner, über Materiallieferungen an Spanien nach dem Ende des Bürgerkriegs, 8. April 1938 (Seite 2)

Parallel zur militärischen Intervention nutzte das nationalsozialistische Deutschland die Geschehnisse in Spanien auch zu propagandistischen Zwecken: Die deutsche Presse und der Rundfunk inszenierten den Bürgerkrieg als einen Kampf gegen den „Weltbolschewismus" und die kommunistische Weltrevolution. Die Unterstützung Francos stellten sie als defensive Maßnahme zum Schutz der europäischen Zivilisation dar.

Deutsche Wochenschauen zeigten ausgewählte Bilder des Krieges. Sie bedienten das Narrativ einer republikanischen „roten“ Anarchie und Grausamkeit und stellten den Kampf aufständischer und deutscher Truppen als gerechte Verteidigung dar. Die Filme sind im Digitalen Lesesaal des Bundesarchivs abrufbar.

Bildtafel mit Text in Frakturschrift, in Rot hervorgehobener Überschrift und neun mit Bildunterschriften versehenenen Schwarz-Weiß-Fotos um den Haupttext herum.
Antikommunistische Propaganda, u. a. zum Spanischen Bürgerkrieg, Februar 1938Quelle: BArch, Plak 003-021-007 / Hoffmann, Heinrich

Bundesarchiv-Überlieferung zur Wehrmacht in Spanien

Zentral für die amtliche militärische Überlieferung zum Spanischen Bürgerkrieg sind die Bestände RL 35 (Legion Condor) und RM 50 (Befehlshaber im Flottenbereich der Kriegsmarine) mit den darin enthaltenen Unterlagen des Befehlshabers der Spanienstreitkräfte. Der größte Teil der bei der 8. Kriegswissenschaftlichen Abteilung des Generalstabes der Luftwaffe verwahrten Akten der Legion Condor wurde beim alliierten Luftangriff auf Berlin am 3. Februar 1945 jedoch zerstört. Die Überlieferung, u. a. zum Angriff auf Guernica, ist daher sehr lückenhaft.

Zu den beiden genannten Beständen kommen die Spanien betreffenden Unterlagen der vorgesetzten Stäbe und Kommandobehörden hinzu. Die Unterlagen des Sonderstabs W (Wilberg) befinden sich in den Beständen RH 2 (OKH / Generalstab des Heeres), RM 20 (OKM / Marinekommandoamt der Reichsmarine und Kriegsmarine) oder in RW 10 (Sonderstäbe des OKW).

Die wissenschaftliche Aufarbeitung durch die Wehrmacht nach dem Einsatz ist im Bestand RL 2-IV (Generalstab der Luftwaffe / Kriegswissenschaftliche Abteilung) überliefert, die Auswertung der „Luftübung Rügen“ im Bestand RL 30 (Sonderstäbe der Luftwaffe).

Die staatliche Überlieferung wird ergänzt durch Unterlagen privater Herkunft, die schriftlichen Nachlässe von Angehörigen der Legion Condor und der Spanienstreitkräfte der Kriegsmarine. Zu nennen sind hier:

Rot-Gelber Aktendeckel in Maschinenschrift mit handschriftlichen Ergänzungen und Stempel
Akte des Oberkommandos der Kriegsmarine zum Spanischen BürgerkriegQuelle: BArch, RM 20/1483, Image 0003

„¡No pasarán!“ – Die Internationalen Brigaden und die Unterstützung der Republik

Der Spanische Bürgerkrieg war von Beginn an mehr als ein innerspanischer Konflikt. Für die europäische und weltweite Linke, für Demokratinnen und Demokraten, Antifaschistinnen und Antifaschisten sowie Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter war er die erste offene militärische Konfrontation mit dem Faschismus. Die Spanische Republik avancierte zum Symbol des Widerstands gegen Hitler, Mussolini und ihre Verbündeten.

Diese Überzeugung trieb Tausende von Menschen aus aller Welt – darunter viele Intellektuelle sowie Schriftstellerinnen und Schriftsteller – dazu, Partei zu ergreifen und selbst in den Kampf zu ziehen. Aus zahlreichen Ländern kamen Zehntausende Freiwillige nach Spanien, um auf Seiten der Republik zu kämpfen. Sie bildeten die Internationalen Brigaden: militärische Einheiten, die in die republikanische Armee eingegliedert wurden und an einigen der blutigsten Schlachten des Krieges teilnahmen.

Schwarz-Weiß-Aufnahme mit Overalls tragenden Frauen, die Gewehre um die Schultern gehängt haben und im Stehen, an einer Mauer lehnend, etwas essen.
Milizionärinnen an der Sierra de Guadarrama, Sommer 1936Quelle: BArch, Bild 146-1968-048-15 (Ausschnitt) / o. Ang.
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit nummerierten Absätzen, handschriftlich ergänztem Datum und zwei Korrekturen
    Verordnung des spanischen Verteidigungsministers, Indalecio Prieto, über die Eingliederung der Internationalen Brigaden in die republikanische Armee, 23. September 1937 (Seite 1)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit alphanumerisch strukturierten Absätzen
    Verordnung des spanischen Verteidigungsministers, Indalecio Prieto, über die Eingliederung der Internationalen Brigaden in die republikanische Armee, 23. September 1937 (Seite 2)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit nummerierten Absätzen und handschriftlichen Korrekturen
    Verordnung des spanischen Verteidigungsministers, Indalecio Prieto, über die Eingliederung der Internationalen Brigaden in die republikanische Armee, 23. September 1937 (Seite 3)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit nummerierten Absätzen
    Verordnung des spanischen Verteidigungsministers, Indalecio Prieto, über die Eingliederung der Internationalen Brigaden in die republikanische Armee, 23. September 1937 (Seite 4)

Die Internationalen Brigaden entstanden im Herbst 1936 auf Initiative der Kommunistischen Internationale (Komintern), insbesondere der französischen Kommunistischen Partei. Sie wurden maßgeblich von der Sowjetunion unterstützt, die unter anderem Waffen, Ausrüstung, Berater, Piloten, Ausbilder und Geheimdienstpersonal in die Republik entsandte.

Die Unterstützung der Republik durch Moskau begann jedoch nicht unmittelbar mit Beginn des Putsches. Stattdessen befolgte Stalin zunächst eine Politik strikter Neutralität. Damit versuchte er, sich als strategischen Partner Großbritanniens und Frankreichs, die sich für eine Nichteinmischung in den Konflikt aussprachen, gegenüber Deutschland und Italien anzubieten. Doch schon bald zeichnete sich ab, dass das Vorhaben Stalins, die Sowjetunion auf diese Weise aus ihrer internationalen Isolation zu lösen, trotz Einhaltung einer neutralen Position nicht aufzugehen schien.

  • Schreiben mit Maschinentext, handschriftlichen Vermerken und farbigen Unterstreichungen
    Bericht des Reichsaußenministers, Konstantin von Neurath, über einen Besuch des englischen Botschafters am 8. August 1936 anlässlich des geplanten Abkommens über die Nichteinmischung <span class="mw-page-title-main">in die Angelegenheiten Spaniens (Seite 1)</span>
  • Maschinengeschriebener Text
    Bericht des Reichsaußenministers, Konstantin von Neurath, über einen Besuch des englischen Botschafters am 8. August 1936 anlässlich des geplanten Abkommens über die Nichteinmischung <span class="mw-page-title-main">in die Angelegenheiten Spaniens (Seite 2)</span>
  • Schreiben mit Maschinentext und handschriftlichen Vermerken
    Bericht des Reichsaußenministers, Konstantin von Neurath, über einen Besuch des französischen Botschafters am 4. August 1936 anlässlich des geplanten Abkommens über die Nichteinmischung <span class="mw-page-title-main">in die Angelegenheiten Spaniens (Seite 1)</span>
  • Maschinengeschriebener Text
    Bericht des Reichsaußenministers, Konstantin von Neurath, über einen Besuch des französischen Botschafters am 4. August 1936 anlässlich des geplanten Abkommens über die Nichteinmischung <span class="mw-page-title-main">in die Angelegenheiten Spaniens (Seite 2)</span>
  • Maschinengeschriebener Gesetzestext mit strukturierten Absätzen
    Abschrift des Gesetzes „über die Überwachung des Verkehrs der deutschen Handelsschiffahrt mit spanischen Häfen“ vom März 1937, das die Aus- und Durchreise von Unterstützerinnen und Unterstützern der Spanischen Republik verhindern sollte (Seite 1)
  • Maschinengeschriebener Gesetzestext mit strukturierten Absätzen
    Abschrift des Gesetzes „über die Überwachung des Verkehrs der deutschen Handelsschiffahrt mit spanischen Häfen“ vom März 1937, das die Aus- und Durchreise von Unterstützerinnen und Unterstützern der Spanischen Republik verhindern sollte (Seite 2)
  • Maschinengeschriebener Text mit einer handschriftlichen Markierung und Einfügung
    Begründung zum Gesetz zur Verhinderung der Ausreise freiwilliger Spanienkämpfer vom März 1937 (Seite 1)
  • Maschinengeschriebener Text
    Begründung zum Gesetz zur Verhinderung der Ausreise freiwilliger Spanienkämpfer vom März 1937 (Seite 2)
  • Maschinengeschriebener Text mit einer handschriftlichen Markierung und Einfügung
    Begründung zum Gesetz zur Verhinderung der Ausreise freiwilliger Spanienkämpfer vom März 1937 (Seite 3)
  • Maschinengeschriebener Text mit zahlreichen handschriftlichen Ergänzungen, Vermerken und Kürzeln
    Schreiben der Reichskanzlei und des Auswärtigen Amts zur Annahme des Gesetzes zur Verhinderung der Ausreise freiwilliger Spanienkämpfer, 2. April 1937

Das Komitee für Nichteinmischung in die Angelegenheiten Spaniens hatte sich im September 1936 in London konstituiert. Sein Ziel war es, die Ausweitung des Konflikts zu einem europäischen Krieg zu verhindern. Um dies zu erreichen, untersagte es Waffenlieferungen sowie die Entsendung Freiwilliger an die Bürgerkriegsparteien. An dem Komitee nahmen 27 europäische Staaten teil.

Obwohl Italien und Deutschland formell dem Nichteinmischungskomitee angehörten, stellten sie ihre Unterstützung für die Putschisten ebenso wie Portugal nicht ein. Daher vollzog die Sowjetunion, die ebenfalls Mitglied des Komitees war, im Oktober 1936 einen Wandel in ihrer Spanienpolitik: Fortan unterstützte sie offensiv die Republik.

Die Komintern ermöglichte die schnelle Rekrutierung, Organisation und den Transport der Freiwilligen. Die politische Leitung lag zu einem großen Teil bei den Kommunistischen Parteien verschiedener Länder. Gleichzeitig kämpften viele Sozialistinnen und Sozialisten, Anarchistinnen und Anarchisten sowie parteilose Antifaschistinnen und Antifaschisten in den Reihen der Brigaden.

Schwarz-Weiß-Aufnahme mit fünf Männern, die auf dem Kettenschutz eines Panzerfahrzeuges stehen. Einige tragen Ponchos. Zwei weitere Männer in Uniformen stehen neben dem Fahrzeug.
Von Franco-Truppen während des Spanischen Bürgerkriegs eroberter sowjetischer Panzer T-26, 1937Quelle: BArch, Bild 183-S41353 / o. Ang.
Schwarz-Weiß-Aufnahme mit einigen Männern und Kindern, die hinter drei Soldaten stehen, die auf einem Hügel kniend mit einem Gewehr und einer Kanone hantieren.
Maschinengewehrkompanie des Thälmann-Bataillons der XI. Internationalen Brigade im Casa de Campo (Madrid), November 1936Quelle: BArch (SAPMO), BildY 1-1018-4489 / o. Ang.

Die erste Brigade, die XI. Internationale Brigade, wurde im Oktober/November 1936 in Albacete, dem Hauptquartier der Brigaden, aufgestellt. Sie traf in der entscheidenden Phase der Verteidigung Madrids ein. Zuvor kämpften bereits ausländische Freiwillige in den Milizen mit. Viele von ihnen waren zu Kriegsbeginn bereits in Spanien – anlässlich der Volksolympiade, die zeitgleich in Barcelona als Gegenveranstaltung zu den Olympischen Sommerspielen in Berlin stattfinden sollte.

Die Kämpfe vor den Toren Madrids im Herbst und Winter 1936/37 wurden zu einem der symbolträchtigsten Momente des Krieges: Die Verteidigerinnen und Verteidiger konnten die Hauptstadt halten, woran die Internationalen Brigaden einen bedeutenden Anteil hatten. Der bereits im Juli 1936 von der Kommunistin Dolores Ibárruri genutzte Schlachtruf „¡No pasarán!“ („Sie werden nicht durchkommen!“) wurde zum Leitspruch des republikanischen Widerstands.

Unter den Freiwilligen der Internationalen Brigaden stellten Deutsche neben Franzosen und Italienern die zahlenmäßig größte Gruppe. Schätzungen zufolge kämpften bis zu 5.000 Deutsche auf Seiten der Republik. Viele von ihnen waren politische Flüchtlinge, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 Deutschland verlassen mussten. Sie waren vor allem in der XI. und der XIII. Internationalen Brigade organisiert.

  • Maschinengeschriebene Tabelle mit fünf Spalten, nummerierten Zeilen mit alphabetisch geordneten Namen sowie mit handschriftlichen Markierungen und Vermerken
    Liste der Kämpfer der XI. Internationalen Brigade, 2. November 1938 (Seite 1)
  • Maschinengeschriebene Tabelle mit fünf Spalten, nummerierten Zeilen mit alphabetisch geordneten Namen sowie mit handschriftlichen Markierungen
    Liste der Kämpfer der XI. Internationalen Brigade, 2. November 1938 (Seite 2)
  • Maschinengeschriebene Tabelle mit fünf Spalten, nummerierten Zeilen mit alphabetisch geordneten Namen sowie mit handschriftlichen Markierungen
    Liste der Kämpfer der XI. Internationalen Brigade, 2. November 1938 (Seite 3)
  • Dokument mit Maschinentext, nummerierten Absätzen und einer Aufzählung
    Rapport des Politkommissars der XI. Internationalen Brigade („Thälmann-Brigade“) vom 6. Februar 1937 über Truppenstärke und Ausrüstung

Karte des OKH zur Lage im Herbst 1937

Durch Heftung und Lochung beschädigte gedruckte Lagekarte mit händisch in Blau und Rot eingezeichneten Linien und beschrifteten farbigen Fähnchen
Lagekarte Spaniens mit eingezeichneten Positionen und Mannschaftsstärken republikanischer (rot) und aufständischer (blau) Armeen, Stand: Oktober 1937Quelle: BArch, RH 2/289K, Image 0001
  • Grafik im Querformat mit unterschiedlichen, mit Nummern beschrifteten Fahnensymbolen; darunter Maschinentext mit vereinzeltein handschriftlichen Vermerken und Unterstreichungen
    Vom Sonderstab W angefertigte Gliederung der republikanischen Truppen in Spanien, Stand: 25. Januar 1938
  • Gedruckte Schwarz-Weiß-Karte mit nummerierten und beschrifteten Fahnensymbolen, einer Legende und einem Stempel
    Lagenkarte des Sonderstabs W zum Frontverlauf und zu den Stellungen der republikanischen Truppen in Spanien, Stand: 14. Dezember 1937

Im Herbst 1938 standen sich Republik und Nationalisten in der größten Schlacht des Spanischen Bürgerkrieges und der letzten großangelegten Offensive der Republik gegenüber: der Ebroschlacht. Während der Kämpfe forderte das Nichteinmischungskomitee die Auflösung der Internationalen Brigaden, um die internationalen Dimensionen des Konflikts einzudämmen.

In der vergeblichen Hoffnung, dass dadurch das Waffenembargo seitens Großbritanniens und Frankreichs aufgehoben werden könnte, kam die republikanische Regierung der Forderung nach. Die deutschen Interbrigadisten stellte dies vor ein großes Problem, da eine Rückkehr ins nationalsozialistische Deutschland für sie nicht möglich war. Viele von ihnen traten den Weg ins Exil nach Frankreich oder in die Sowjetunion an, andere blieben zunächst in Spanien und kämpften dort in der erfolglosen Verteidigung Kataloniens.

  • Dokument mit Maschinentext und händischer Überschrift
    Auszug aus dem Befehl des Kommandanten der 35. Division der Republikanischen Volksarmee, <span class="mw-page-title-main">Pedro Mateo Merino,</span> zur Verabschiedung der Internationalen Brigaden, 15. Oktober 1938

Um die Internationalen Brigaden ranken sich viele Mythen, nicht zuletzt geprägt durch zeitgenössische Darstellungen in Literatur und Musik (wie z. B. das Lied „Spaniens Himmel“ des Sängers und Schauspielers Ernst Busch, der selbst Spanien bereiste und vor Mitgliedern der Internationalen Brigaden auftrat).

Die Stilisierung der Verteidigung der Republik zum Kampf der Einheitsfront gegen den Faschismus führte jedoch auch zu einer Romantisierung der Ereignisse, die Konflikte innerhalb der Republik überdeckte. Denn innerhalb der Republik konkurrierten verschiedene politische Strömungen um Macht, Einfluss und Deutungshoheit.

Durch den Einfluss der Sowjetunion als wichtigstem Waffenlieferanten der Republik konnte die zuvor eher unbedeutende Kommunistische Partei Spaniens, der Partido Comunista de España (PCE), zum wichtigen Machtfaktor werden. Sie ging Allianzen mit bürgerlichen Parteien ein – Stalin hoffte nach wie vor auf den Schulterschluss mit den westlichen demokratischen Staaten – und marginalisierte sozialrevolutionäre Strömungen. Dazu gehörten etwa die in Spanien äußerst einflussreichen Anarchistinnen und Anarchisten der Confederación Nacional del Trabajo (CNT) oder antistalinistische Kommunistinnen und Kommunisten, z. B. des Partido Obrero de Unificación Marxista (POUM).

Diese Konflikte spitzten sich zu und mündeten schließlich im Mai 1937 in Barcelona in offene Kämpfe zwischen den verschiedenen Fraktionen der Linken. Es entstand ein „Bürgerkrieg im Bürgerkrieg“, in dessen Folge die CNT stark geschwächt wurde und der POUM und seine Anhängerinnen und Anhänger Opfer stalinistischer Verfolgung wurden. Der PCE hingegen konnte seine Machtbasis ausbauen und damit den Einfluss der Sowjetunion ausweiten.

Plakat, auf dem zwei Personen, eine davon in Uniform und mit Gewehr, zu sehen sind, die sich die Hände reichen. Zwischen den abgebildeten Personen steht: „Unser Todfeind Faschismus. Unsere Waffe Einheit“.
Plakat in der Zeitschrift „Pasaremos“, dem Organ der XI. Internationalen BrigadeQuelle: BArch, SGY 11/152, Image 0427
Schwarz-Weiß-Aufnahme mit drei Männern auf einer Feldwiese, einer in Uniform, die anderen beiden mit Baskenmütze auf dem Kopf.
Der niederländische Filmregisseur Joris Ivens, der US-amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway und der deutsche Kommandeur des Thälmann-Bataillons Ludwig Renn (v. l. n. r.) in Spanien, ca. 1936/37Quelle: BArch, Bild 183-84600-0001 / o. Ang.

Der Spanische Bürgerkrieg mobilisierte eine breite internationale Solidaritätsbewegung. Überall in Europa und Nordamerika sammelten Gewerkschaften, Arbeiterparteien und antifaschistische Komitees Geld, Lebensmittel und Medikamente für die Republik.

Intellektuelle sowie Künstlerinnen und Künstler leisteten als Journalistinnen und Journalisten oder Sanitäterinnen und Sanitäter ihren Beitrag vor Ort. Zu den prominenten Unterstützerinnen und Unterstützern gehörten u. a. Erika und Klaus Mann, Ernest Hemingway, Pablo Neruda und André Malraux, Willy Brandt und George Orwell.

Fotografinnen und Fotografen wie Gerda Taro oder Robert Capa begleiteten republikanische Truppen an die Front und dokumentierten dort die Gräuel des Krieges.

Bundesarchiv-Überlieferung zu den Internationalen Brigaden

Unterlagen zu den Internationalen Brigaden sind v. a. im Bundesarchiv-Bestand SGY 11 (Bürgerkrieg in Spanien) überliefert. Er enthält u. a. persönliche Dokumente, Erlebnisberichte, Zeitungen und Plakate aus der Zeit, aber auch nach 1945 beim Zentralkomitee (ZK) der SED angelegte kaderpolitische Sammlungen.

Im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung des 30. Jahrestages des Beginns des Spanischen Bürgerkrieges und der Gründung der Internationalen Brigaden fasste das Sekretariat des ZK der SED am 10. November 1965 den Beschluss, Dokumente über die Teilnahme deutscher Antifaschistinnen und Antifaschisten am Krieg im Zentralen Parteiarchiv (ZPA) der SED zusammenzutragen.

Einen großen Bestandteil der Sammlung bilden die Kopien aus dem Archiv der XI. Internationalen Brigade in Albacete, die vom ZPA der KPdSU übergeben wurden. Die Originale der Dokumente liegen demnach entweder im Centro de Estudios y Documentación de las Brigadas Internacionales an der Universität von Castilla-La Mancha in Albacete oder im Staatlichen Archiv der Russischen Föderation in Moskau.

Beiger Aktendeckel mit Aufklebern in Maschinenschrift und Stempeln
Akte zu den Internationalen Brigaden im Spanischen BürgerkriegQuelle: BArch, SGY 11/1, Image 0001 (Ausschnitt)

Das Ende des Krieges

Schwarz-Weiß-Aufnahme aus der Vogelperspektive auf ein Lager mit vielen Menschen und Fahrzeugen in einem Tal. Die Hänge sind bewachsen mit Bäumen und Sträuchern.
Sammellager für geflüchtete Spanierinnen und Spanier in der Nähe von Le Perthus (Frankreich), 9. Februar 1939Quelle: BArch, Bild 183-H29765 / o. Ang.

Mitte Februar 1939 endete die Katalonienoffensive der Nationalisten mit der vollständigen Besetzung der Region im Nordosten Spaniens. Ende Februar 1939 erkannten sowohl Großbritannien als auch Frankreich die franquistische Regierung offiziell an, und im März 1939 fiel auch Madrid an die Aufständischen.

Francisco Franco erklärte den Krieg am 1. April 1939 für beendet. Die Bilanz war verheerend: Schätzungen zufolge kamen bis zu 500.000 Menschen ums Leben, darunter zahlreiche Zivilistinnen und Zivilisten. Hinzu kamen Hunderttausende Menschen, die nach dem Sieg der Nationalisten erschossen oder in Konzentrationslagern eingesperrt wurden. Etwa 500.000 Spanierinnen und Spanier flohen ins Exil. Viele Republikanerinnen und Republikaner kamen im Zuge der als „Retirada“ bezeichneten Flucht über die Pyrenäen nach Frankreich. Dort landeten sie zum Teil in Internierungslagern, wie dem Camp de Gurs.

  • Behördliches Schreiben mit Maschinentext, Stempeln und handschriftlichen Vermerken
    Bericht Wolfram von Richthofens über das Ende des Einsatzes der Legion Condor in Spanien, Mai 1939
  • Telegramm-Formular auf rosafarbenem Papier mit handschriftlichen Vermerken und Kürzeln sowie maschinell geschriebenem Text in Großbuchstaben und mit händisch unterstrichenen Passagen
    Telegramm zur Reduzierung der Legion Condor, Januar 1939
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit Stempel und handschriftlichen Vermerken
    Schreiben an die Adjutantur der Wehrmacht über die Einschätzung Adolf Hitlers hinsichtlich einer„Auflockerung der Tarnung der Legion Condor“ und zur Schaffung eines Ordens für die in Spanien eingesetzten Soldaten, 5. Februar 1939 (Seite 1)
  • Maschinengeschriebenes Dokument mit händischer Unterschrift und Datumsangabe
    Schreiben an die Adjutantur der Wehrmacht über die Einschätzung Adolf Hitlers hinsichtlich einer„Auflockerung der Tarnung der Legion Condor“ und zur Schaffung eines Ordens für die in Spanien eingesetzten Soldaten, 5. Februar 1939 (Seite 2)
  • Schreiben mit Maschinentext auf offiziellem Briefpapier mit Stempeln, handschriftlichen Vermerken und alphanummerisch strukturierten Absätzen
    Anordnung über Propaganda für die Legion Condor nach dem Sieg der Aufständischen über die Spanische Republik, 12. Mai 1939 (Seite 1)
  • Schreiben mit Maschinentext mit alphanummerisch strukturierten Absätzen und unterstrichenen Passagen
    Anordnung über Propaganda für die Legion Condor nach dem Sieg der Aufständischen über die Spanische Republik, 12. Mai 1939 (Seite 2)
  • Schreiben mit Maschinentext alphanummerisch strukturierten Absätzen, unterstrichenen Passagen und händischer Unterschrift
    Anordnung über Propaganda für die Legion Condor nach dem Sieg der Aufständischen über die Spanische Republik, 12. Mai 1939 (Seite 3)

Nachdem die Nationalsozialisten den Einsatz der Legion Condor zu Beginn des Krieges noch geheim gehalten hatten, änderte sich dies gegen Ende des Konflikts. Zur Ehrung der Soldaten stiftete Hitler im April 1939 das Spanienkreuz, das insgesamt über 26.000 Mal verliehen wurde.

Nach ihrer Rückkehr aus Spanien wurden die Truppen im Juni 1939 in Berlin mit einer Parade Unter den Linden gefeiert, an der auch Hitler teilnahm. Im Berliner Stadtteil Zehlendorf erinnert die im Jahr 1939 in Spanische Allee umbenannte Wannseestraße bis heute an dieses Ereignis.

Schwarz-Weiß-Nahaufnahme eines Mannes mit Brille, der eine Karte in den Händen hält und aus dem Fenster eines Flugzeuges schaut. An seiner Uniformjacke hängen mehrere Orden und Abzeichen.
Generalintendant der Luftwaffe Otto Munz mit Spanienkreuz, ca. 1940/44Quelle: BArch, Bild 205-006 / o. Ang.
  • In Frakturschrift gedruckter Text mit strukturiertem Inhaltsverzeichnis
    Reichsgesetzblatt zur Stiftung des Spanienkreuzes 1939 (Seite 1)
  • In Frakturschrift gedruckter Text mit strukturierten Absätzen sowie handschriftlichen Markierungen in Rot
    Reichsgesetzblatt zur Stiftung des Spanienkreuzes 1939 (Seite 2)
  • In Frakturschrift gedruckter Text mit strukturierten Absätzen und einer Grafik
    Reichsgesetzblatt zur Stiftung des Spanienkreuzes 1939 (Seite 3)
  • In Frakturschrift gedruckter Text mit strukturierten Absätzen
    Reichsgesetzblatt zur Stiftung des Spanienkreuzes 1939 (Seite 4)
  • In Frakturschrift gedruckter Text mit strukturierte Absätzen
    Reichsgesetzblatt zur Stiftung des Spanienkreuzes 1939 (Seite 5)
  • In Frakturschrift gedruckter Text mit strukturierten Absätzen und einer Grafik
    Reichsgesetzblatt zur Stiftung des Spanienkreuzes 1939 (Seite 6)
  • In Frakturschrift gedruckter Text mit strukturierte Absätzen
    Reichsgesetzblatt zur Stiftung des Spanienkreuzes 1939 (Seite 7)
  • Tabellarische Liste in Maschinenschrift mit handschriftlich ergänzten Datumsangaben und Markierungen
    Auflistung der Träger des Spanienkreuzes in Gold mit Brillanten, der höchsten Klasse des Spanienkreuzes, Verleihungsdatum: 6. Juni 1939 (Seite 1)
  • Halbseitige tabellarische Liste in Maschinenschrift mit handschriftlich ergänzten Datumsangaben und Markierungen
    Auflistung der Träger des Spanienkreuzes in Gold mit Brillanten, der höchsten Klasse des Spanienkreuzes, Verleihungsdatum: 6. Juni 1939 (Seite 2)
  • In Maschinenschrift erstellte Liste mit handschriftlichen Vermerken und Markierungen
    Empfehlung der Spanischen Botschaft für die Verleihung des Orden Imperial del Yugo y las Flechas (Orden vom Joch und den Pfeilen) an deutsche Spanienkämpfer, Juli/August 1942
Farbige Bildtafel mit großer roter Überschrift. Der Haupttext ist von neun Schwarz-Weiß-Fotos gesäumt, die alle mit Bildunterschriften versehen sind.
Propaganda zur Legion Condor, Juni 1939Quelle: BArch, Plak 003-021-039 / Hoffmann, Heinrich

Die in Spanien erprobten Taktiken der deutschen Luftwaffe und die Ohnmacht der Appeasement-Politik warfen bereits ihre Schatten auf das voraus, was folgen sollte: Kaum fünf Monate nach dem Ende des Bürgerkrieges begann am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. In Spanien folgte auf den militärischen Sieg Francos eine Diktatur, die erst knapp vierzig Jahre später mit den Parlamentswahlen von 1977 endete. Franco blieb bis zu seinem Tod im November 1975 Oberhaupt dieser Diktatur.

Weiterführende Links

Literaturhinweise

  • Beevor, Anthony: Der Spanische Bürgerkrieg, München 2006.
  • Bernecker, Walther L.: Krieg in Spanien 1936–1939, Darmstadt 2005.
  • Collado Seidel, Carlos: Der Spanische Bürgerkrieg. Geschichte eines europäischen Konflikts, München 2006.
  • Schüler-Springorum, Stefanie: Krieg und Fliegen. Die Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg, Paderborn 2010.
  • Uhl, Michael: Mythos Spanien. Das Erbe der Internationalen Brigaden in der DDR, Bonn 2004.

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