Einleitung
Seit 2016 liegen die komplette Zentral- und Gaukartei digitalisiert vor. Insgesamt handelt es sich um 12.717.012 digitalisierte Karteikarten, darunter 8.289.661 Digitalisate von Karten aus der Gaukartei und 4.427.351 Karten aus der Zentralkartei.
Bei den insgesamt rund 12,7 Millionen Karteikarten handelt es sich nicht ausschließlich um Mitgliederkarten. Es befinden sich darunter auch von Mitarbeitern des BDC angebrachte Hinweiskarten, die der Recherchelogistik dienten, sowie auch Karten, die ursprünglich in gänzlich anderen Registraturen entstanden waren, so z.B. Personalkarten aus dem Geschäftsbereich von Albert Speer.
Aus Kostengründen konnten nicht alle Karteikarten einzeln indiziert werden.
Das bedeutet, dass Sie nicht erwarten dürfen, mit einer einfachen Recherche zur gesuchten Karte zu gelangen. Nur etwa jede 50. Karte ist indiziert.
In konkreten Zahlen bedeutet dies, dass anfangs nur 258.315 Karten, darunter 168.421 aus der Gaukartei und 89.894 Karten aus der Zentralkartei, im Zuge der Digitalisierung indiziert worden sind. Sie können also keine Volltextrecherche durchführen, sondern öffnen virtuelle Karteikästen.
Beachten Sie bitte auch, dass Sie die beiden Karteien – Zentralkartei und Gaukartei – jeweils gesondert recherchieren müssen.
Vorgehen
- Öffnen Sie die Anwendung
- Klicken Sie auf den Karteireiter „Karten – Digitalisate“
- Wählen Sie „Gaukartei“ aus (es empfiehlt sich, mit dieser Kartei zu beginnen, da sie umfangreicher ist als die Zentralkartei; zudem finden sich darin zum Teil Verweise auf die Zentralkartei)
- Im Suchfeld „Name, Vorname, Geburtsdatum“ geben Sie die Daten zur gesuchten Person bitte gemäß folgendem Schema ein:
„Müller, Friedrich, 1.8.1900“ oder
„Erkner, Emil Freiherr von der, 12.12.1897“
Bitte beachten Sie, dass bisher keine Trunkierung möglich ist, auch keine Volltextrecherche. Die Eingaben müssen exakt dem Erfassungsschema folgen.
Zu den Vorgaben der Erfassung siehe unten (Richtlinien).
Sie können allerdings – von hinten angefangen – Angaben weglassen, also z. B. das Geburtsdatum oder Geburtsdatum und Vornamen bzw. Teile des Vornamens. Sie können sogar Teile des Nachnamens weglassen:
„Müller, Friedrich, 1.8.“
„Müller, Friedrich“
„Müller, Fr“
„Müll“
Wenn Sie mit der Eingabe der vollständigen Daten nicht zum Ziel gelangt sind, heißt das noch längst nicht, dass es zur gesuchten Person nicht doch einen Eintrag gibt!
Versuchen Sie es, wie oben bereits angedeutet, mit reduzierten Angaben:
Geburtsdaten können in der Kartei falsch angegeben sein.
Geburtsdaten auf dem Territorium des Russischen Reichs geborener Personen können nach der Zählung des Gregorianischen Kalenders angegeben sein.
- Geben Sie daher nur den Nachnamen und den Vornamen ein.
Ein grundsätzliches Problem besteht darin, dass christliche Europäer des 20. Jahrhunderts meistens mehrere Taufnamen erhalten haben. Welches davon der Rufname gewesen ist, lässt sich nicht immer eindeutig feststellen.
Nicht selten wurden Vornamen im Alltagsgebrauch zu Koseformen abgekürzt: z. B. „Hans“ anstelle von „Johann“, „Willi“ anstelle von „Wilhelm“, „Frieda“ anstelle von „Elfriede“. Beachten Sie hierzu auch die Listen über die phonetischen Varianten weiblicher und männlicher Vornamen.
Es gibt in der Kartei ausnahmsweise auch Karten, auf denen gar keine Vornamen notiert sind.
- Geben Sie nur den Nachnamen ein.
Die Schreibung des Nachnamens kann in einzelnen Buchstaben abweichen.
- Geben Sie nur einen Teil des Nachnamens ein.
- Geben Sie den Namen in anderer Schreibweise ein.
Bitte beachten Sie:
Groß- und Kleinschreibung unterscheidet das System nicht, „ss“ und „ß“ müssen jedoch gesondert recherchiert werden (z. B. Nachname „Baß“ respektive „Bass“).
Beachten Sie Endungen: z.B. Willi - Willy
Insbesondere bei osteuropäischen Namen sind Varianten in der Schreibung möglich:
z.B. Stanislawski – Stanislavski – Stanislawsky – Stanislavsky – Stanislavskij;
doch auch bei deutschen: Schmidt – Schmitt – Schmid – Schmit
Bedenken Sie auch, dass Karten zur von Ihnen gesuchten Person nicht an der alphabetisch sortiert korrekten Stelle zu suchen sein müssen, sondern – durch die phonetische Sortierung bedingt – andernorts zu finden sein können.
Konsultieren Sie die Listen der „phonetic guides“ und recherchieren Sie nach Varianten in der Schreibung der Namen. Diese Regel gilt für Nachnamen und Vornamen gleichermaßen!
Zum Teil finden Sie beim Scrollen in den digitalen Karteikästen Hinweise: z.B. „Heyder – see under Heider“.
Doppelnamen stehen nicht an der alphabetisch korrekten Stelle:
„Müller-Goldfisch“ kann vor oder auch hinter „Müller“ stehen, unter Umständen sogar inmitten diverser „Müller“.
In den meisten Fällen werden Sie bei Ihrer Recherche nicht auf einen Eintrag zur konkret von Ihnen gesuchten Person stoßen. Das heißt nicht automatisch, dass es zur gesuchten Person etwa keine Karte gibt. Wie gesagt, ist nur ein Bruchteil der Karten indiziert. Es gilt, den Einstieg in den richtigen „Karteikasten“ zu finden.
Die „Trefferliste“ zeigt Ihnen jeweils die in der Nähe liegenden erfassten Namen an. Von dem am nächsten liegenden Namen – ober- respektive unterhalb des Alphabets - aus öffnen Sie den zugehörigen digitalen Karteikasten. Scrollen Sie auf- bzw. abwärts durch die digitalisierten Karten im jeweiligen Kasten.
Sie können auf- und abwärts scrollend von einem in den nächsten virtuellen Kasten gelangen.
Beachten Sie bitte die Besonderheiten der phonetischen Sortierung!!!! Probieren Sie mögliche Varianten aus.
Wiederholen Sie alle genannten Arbeitsschritte zur selben Person in der „Zentralkartei“.
Grundsätzlich müssen beide Karteien auf alle möglichen Varianten hin geprüft werden, da sich die Einsortierung in der Gaukartei von jener in der Zentralkartei durchaus unterscheiden kann.
Auch bei identischer Schreibweise können die Karten zu ein und derselben Person in Zentral- und Gaukartei unterschiedlich einsortiert sein.
Das Digitalisat
Haben Sie die gesuchte Karte gefunden, klicken Sie das Digitalisat an, um die vollständige Ansicht zu öffnen.
Sobald Sie mit dem Cursor über das Digitalisat fahren, wird eine Lupe angezeigt, mit der Sie Details der Karte vergrößern und heranzoomen können.
Am linken Rand neben dem Digitalisat erscheinen alle zur betreffenden Karte – soweit bereits geschehen - erfassten Meta- und inhaltlichen Daten:
- Signatur
- Kartennummer – mit Angaben zum Standort des Originals
- Name
- Vorname
- Geburtsname
- Titel
- Geburtsdatum
- Geburtsort
- Wohnort/Ortsgruppe
- Mitgliedsnummer
- Bemerkungen.
Bereitstellung von Digitalisaten
Die maximale Auflösung der (tiff-) Dateien beträgt standardmäßig 300 dpi.
Es sei darauf hingewiesen, dass eine Weitergabe der Reproduktionen des Archivguts an Dritte ohne spezielle Genehmigung seitens des Bundesarchivs nicht zulässig ist. Gegebenenfalls ist von solchen dritten Personen ein eigener Benutzungsantrag an das Bundesarchiv zu richten.
Auch die Wiedergabe von Archivgut, insbesondere der Abdruck in Büchern, Einbindung in filmisches Material, Präsentation im Internet etc., unterliegt dem Genehmigungsvorbehalt des Bundesarchivs.
Bei der Wiedergabe von Archivgut ist auf eine vollständige Zitation zu achten – nach dem Schema:
Kurzzitation: BArch, R 9361-VIII KARTEI/1234567
Langversion: Bundesarchiv, R 9361-VIII (NSDAP-Mitgliederkarteien) KARTEI (Zentralkartei)/1234567, Karteikarte Max Mustermann, geb. am…
bzw.
Kurzzitation: BArch, R 9361-IX KARTEI/1234567
Langversion: Bundesarchiv, R 9361-VIII (NSDAP-Mitgliederkarteien) KARTEI (Gaukartei)/1234567, Karteikarte Max Mustermann, geb. am…