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Deutscher Soldat neben einem Wegweiser in Kirkenes 

Deutscher Soldat neben einem Wegweiser in Kirkenes in Norwegen (1941), Quelle: BArch, Bild 101I-092-0257-18 / o. Ang.

Norwegen und Deutschland

Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht zu Archivgut des Bundesarchivs über die Geschichte der Beziehungen Norwegens und Deutschlands.

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Einführung

Die Beziehungen zwischen Norwegen und Deutschland sind alt. Ihre Vielseitigkeit lässt sich an den Unterlagen aus deutschen amtlichen Dienststellen und sonstigen Einrichtungen mit gesamtstaatlicher Zuständigkeit sowie jenen aus privater Hand und aus Organisationen von überregionaler Bedeutung ablesen, die das Bundesarchiv zugänglich macht.

Das Bundesarchiv verfügt über Quellenmaterial aus allen Überlieferungsbereichen: Neben Schriftgut, zu dem Akten, Karten und Pläne sowie Karteien zählen, existieren auch audiovisuelle Quellen: Fotografien, Plakate, Filme und Tondokumente, die auf Norwegen Bezug nehmen.

Der zeitliche Rahmen reicht dabei vom 18. Jahrhundert bis heute. Einen deutlichen Schwerpunkt bilden Archivalien aus der Zeit des Nationalsozialismus, auch wenn durch die Einwirkungen des Zweiten Weltkriegs Überlieferungslücken entstanden sind.

In seinem Bemühen, das Archivgut bestmöglich zugänglich zu machen, digitalisiert das Bundesarchiv bereits seit vielen Jahren und priorisiert dabei nach den Wünschen der Benutzer und Benutzerinnen. Online einsehen kann man das digitalisierte Archivgut in folgenden Recherchesystemen:

Zur Benutzung von Tondokumenten beachten Sie bitte unsere aktuellen Hinweise auf der Internetseite des Bundesarchivs.

Dieser Rechercheleitfaden wurden zusammengestellt von Sabine Dumschat.

Schriftgut

Bilder: Fotografien und Plakate

Das Bundesarchiv verwahrt nicht nur Schriftgut, sondern macht auch visuelle Quellen, Fotografien und Plakate, zu Norwegen zugänglich.

Kaiserreich

Die ältesten Bilder stammen vom Ende des 19. Jahrhunderts: so genannte Nebelbilder, auf denen der Polarforscher Fridtjof Nansen abgebildet ist (N 1435 Bild - Skladanowsky, Max).

Weimarer Republik

Bilder aus den 1920er Jahren zeigen Roald Amundsen in Spitzbergen, die Lofoteninsel Austvagöy, Alexandra Kollontai als Gesandte in Norwegen, den Dom von Trondheim und die Eiskunstläuferin Sonja Henie. Kronprinz Olaf von Norwegen auf seiner Yacht "Oslo" wurde 1930 fotografiert.

Nationalsozialismus

Aus der Zeit des Nationalsozialismus stammen Aufnahmen von Laila Schou-Nilsen und Birger Ruud bei den Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen sowie des Opernsängers Ivar Andresen bei den Proben zu Wagners "Parsifal" für die Bayreuther Festspiele 1936. Ein Plakat warb 1934 für die Norwegenreisen der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“.

Zweiter Weltkrieg

Reich dokumentiert ist die deutsche Besatzung, vor allem von den Propagandakompanien der Wehrmacht (Bild 101), dem Institut für Meereskunde (Bild 134) und der Heeresfilmstelle (RH 82-Bild), aber auch in der Sammlung Adolf von Bomhard (Bild 121) und dem Bestand des Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienstes (Bild 183).

Porträtiert sind wichtige Akteure wie Vidkun Quisling, Nikolaus von Falkenhorst, General Franz Böhme, Eduard Dietl, Josef Terboven und Kurt Kuhlmey. Zu sehen sind aber auch deutsche Soldaten in Aktion, während des "Unternehmens Weserübung", beim Bau von Befestigungsanlagen – und in ihrem Alltag, z.B. beim Wintersport, ferner Angehörige der Waffen-SS-Freiwilligen-Legion "Norwegen", deutsche Matrosen, Flieger, Gebirgsjäger auf Skiern, Ordnungspolizisten beim Iglubau, Helferinnen der Wehrmacht, Nachrichtentruppen, Wasserschutzpolizei, norwegische Zivilisten, Lappländer, Bauern, Schiffbrüchige, Zwangsarbeiter beim Straßenbau, Kriegsgefangene und auch der Volksmusiker Ola Brenno beim Musizieren in einem Holzhaus im "Norsk Folkemuseum".

Landschaftsaufnahmen, Bodø in Nordland, Rønvik, Tømmernes in Hamarøy, Bonåsjøen, Mørsry und Kalvik in Sørfold, Fjorde und Wasserfälle, kontrastieren mit Bildern der Kriegsschäden: zerstörte Brücken und Gebäude in Städten - Oslo, Bergen, Hammerfest, Trondheim, Kristiansand, Kirkenes -, brennende Dörfer und Schiffe auf See.

Viele Aufnahmen zeigen militärische Infrastruktur: Häfen, Flughäfen, die Festungen Oscarsborg und Hegra, Bunker, und Kriegsgerät: Kriegsschiffe und -flugzeuge, U-Boote, Geschützstellungen, Panzer, aber auch Schiffe als "schwimmende Frontbuchhandlungen".

Tiere im Kriegsalltag, Pferde und Hunde mit Leuchtpistolen, wurden ebenfalls abgelichtet. Nicht fehlen durften Aufnahmen einer Baracke der Propagandakompanie 680 sowie des Eingangs zur Akademie der Wissenschaften in Oslo, dem Dienstsitz des Höheren SS- und Polizeiführers und Befehlshabers der Ordnungspolizei.

„Med Quisling for det nye Norge“ warb ein Plakat für die „Nationale Sammlung", andere für die Waffen-SS und die Wehrmacht, weitere wetterten gegen den Bolschewismus und das Verbreiten von Gerüchten, warnten vor dem Abhören ausländischer Radiosender oder versuchten die Menschen mit Durchhalteparolen zu erreichen.

Deutsche Demokratische Republik

Fotografien aus der DDR, vor allem aus dem Bestand des Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienstes, sowie aus der Bundesrepublik Deutschland, aus dem Bestand des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung, dokumentieren die jeweiligen bilateralen Beziehungen.

Fotografen der DDR haben vor allem die Handelsbeziehungen zu Norwegen, z.B. den Bau von Schiffen für Norwegen in der Neptunwerft Rostock und den Verkauf von Mopeds der Marke „Simson“, die regelmäßig stattfindenden „Ostseewochen“, „Biennalen der Ostseestaaten“, Internationale Friedensfahrten und sportliche Wettkämpfe, an denen Sportler aus der DDR und Norwegen gegeneinander antraten, dokumentiert, aber auch den Auftritt der Schlagersängerin Wencke Myhre in der Revue "Ein Kessel Buntes" im Berliner Friedrichstadtpalast 1972.

Bundesrepublik Deutschland

Der bundesrepublikanische Bildbestand umfasst Aufnahmen anlässlich der gegenseitigen Staatsbesuche: norwegische Staatsoberhäupter und Minister zuerst in Bonn, später in Berlin zu Gast sowie deutsche Bundeskanzler, Bundespräsidenten und Minister auf Besuch in Norwegen.

Hervorzuheben sind die häufigen Norwegen-Reisen Willy Brandts und seiner Frau Rut sowie die Verleihung des Friedensnobelpreises an Brandt 1971 in Oslo.

Besondere Anlässe waren die Besuche der norwegischen Könige und weiterer Mitglieder der Königsfamilie in Deutschland, darunter von Harald und Sonia 1994, Harald V. 2007 und des Kronprinzen Haakon und der Kronprinzessin Mette-Marit 2023.

Fotos von norwegischen Staatsvertretern wurden zudem im Rahmen der gemeinsamen Teilnahme an NATO-Gipfeln, Treffen des Ostseerats und weiteren diplomatischen Zusammenkünften aufgenommen. Zu den jüngsten Dokumenten zählen Fotos von den Festlichkeiten zum Jubiläum „25 Jahre Nordische Botschaften in Berlin“ im Jahr 2024.

Filme

Beachtenswert sind auch die im Filmarchiv des Bundesarchivs bewahrten Dokumentarfilme über Norwegen. Beiträge der „Deutschen Wochenschau“ veranschaulichen die Sichtweise des nationalsozialistischen Regimes auf die

Vorgänge während des Zweiten Weltkriegs sowie die Zeit der Besatzung. Produktionen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland illustrieren die Vielfalt der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen.

Begleitend zum filmischen Material existiert noch schriftliche Dokumentation wie z.B. die Zulassungskarten deutscher Filmprüfstellen (R 9346-I), die zum Teil als Ersatzüberlieferung für nicht mehr existente Filme fungieren.

Die in den 1920er bis 1940er Jahre von der Zensur begutachteten Dokumentarfilme befassten sich inhaltlich überwiegend mit der Landschaft Norwegens, den Fjorden, Gletschern, Bergen und dem Eismeer, auch mit der Fischerei - und mit dem Einmarsch der Wehrmacht.

Tondokumente

Nicht zuletzt macht das Bundesarchiv Tondokumente zugänglich. Hervorzuheben sind die Sammlungen:

  • TONY 1 (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands),
  • TONY 2 (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund),
  • TONY 3 (Freie Deutsche Jugend),
  • TONY 7 (Nationalrat der Nationalen Front der DDR) und

TONY 13 (Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR) mit Redebeiträgen vor allem von Vertretern der Kommunistischen Partei und von Gewerkschaften Norwegens auf internationalen Konferenzen.

Weiterführende Informationen

  • Mehrere Gebirgsjäger marschieren vor einem schweren Kreuzer.
    Rechercheleitfaden

    Unternehmen Weserübung – Der deutsche Überfall auf Dänemark und Norwegen

    Dieser Rechercheleitfaden führt Sie zu den Quellen der größten amphibischen Operation der Wehrmacht.

  • Säuglingszimmer in einem Lebensbornheim
    Rechercheleitfaden

    Der Verein „Lebensborn“ der SS

    Informationen zu den Archivalien zum Verein „Lebensborn“ im Bundesarchiv sowie Recherchehilfen finden Sie auf dieser Seite.