R 58 Reichssicherheitshauptamt
Als größtenteils vernichtet gelten müssen die Akten des Reichskriminalpolizeiamts, das die Verfolgung der vom nationalsozialistischen Regime als „Zigeuner“ definierten Menschen verantwortete. Nur Reste seiner Überlieferung sind heute im Bestand R 58 zugänglich. Hinweise auf weitere Verwahrorte finden Sie in der Beschreibung des Bestandes (siehe Recherchesystem invenio).
Dringend zu empfehlen ist die Recherche an Beständen aus Polizeidienststellen in den Staatsarchiven der Bundesländer, in denen „Zigeunerpersonalakten“ der Kriminalpolizeidienststellen überliefert sein können.
R 165 Rassenhygienische und kriminalbiologische Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes
Das Amt wurde 1936 auf Initiative der Abteilung Volksgesundheit im Reichsministerium des Innern als Rassenhygienische und bevölkerungsbiologische Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes errichtet. Unter der Leitung des Arztes Robert Ritter, ab 1941 in Personalunion Leiter des Kriminalbiologischen Instituts der Sicherheitspolizei und des SD, führte es die "rassenkundliche Erfassung" und „Begutachtung“ der "Zigeuner", "Zigeunermischlinge" und „nach Zigeunerart umherziehenden Personen“ durch. Im Jahr 1941 erfolgte die Umbenennung des Amtes in Rassenhygienische und kriminalbiologische Forschungsstelle.
Der Bestand umfasst Personenkarteien über „Zigeuner“, darunter „Vermessungskarteien“, Fotos und Genealogien.
Bisher nicht auffindbar sind die geschätzten etwa 24.000 von der Forschungsstelle produzierten „rassendiagnostischen Gutachten“.
Zum Bestand gehört eine umfangreiche Fotosammlung. Ein Teil der Fotos ist beim Schriftgutbestand verblieben:
Vollständig digitalisiert, jedoch zugangsbeschränkt sind die von Benutzern und Benutzerinnen besonders stark nachgefragten Archivalien R 165/10, 50-57 mit ca. 4.000 Fotokarteikarten zu Sinti und Roma. Es handelt sich um erkennungsdienstliche Personenporträts von Roma und Sinti und anderen so genannten „Landfahrenden“ aus den 1930er und frühen 1940er Jahren: versehen mit Namen und Geburtsdaten, aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgenommen, sowohl von Männern als auch von Frauen und Kindern, u.a. Sinti aus Ostpreußen.
Manche Fotos wirken wie harmlose Passfotos, die meisten jedoch lassen den polizeilichen Charakter (Zweck: Erfassung) deutlich erkennen. Wegen des diskriminierenden Kontexts unterliegt das Material einer unbegrenzten personenbezogenen Schutzfrist. Da schon die reine namentliche Nennung der Personen die Zugehörigkeit zu einer diskriminierten Minderheit erkenntlich machen kann, sind online keine personenbezogenen Erschließungsdaten sichtbar, und auch die digitalisierten Unterlagen selbst werden nur autorisierten Benutzern und Benutzerinnen im Lesesaal oder per eID-Verfahren zur Einsichtnahme freigegeben.
Bisher nicht digitalisiert sind folgende Porträtaufnahmen:
- R 165/192 großformatige Porträtaufnahmen
- R 165/91-93 Farbdia-Porträtaufnahmen „Zigeuner“ aus Ostpreußen „Ostpreußenköpfe“
- R 165/74-83 „Zigeuner“-Köpfe – Porträtaufnahmen Farbdias.
Siehe auch:
- R 165/39: 1936-1945 „Rassenkunde“: körperliche Vermessungen: morphologischer Gesichtsindex, Nasenindex, Lidspaltenbreite.
R 165-BILD
Der zweite Teil der Fotosammlung der Rassenhygienischen und kriminalbiologischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes bildet den Bildbestand R 165-BILD. Dieser ist vollständig digitalisiert, jedoch zugangsbeschränkt. Die Fotos können Sie im Bildarchiv des Bundesarchivs benutzen.
Siehe z.B.:
- R 165 Bild-059-029 Stein in der Pfalz.- Robert Ritter und Eva Justin bei der Blutabnahme auf freiem Feld, April 1938. Die „fliegenden“ Arbeitsgruppen der Ritterschen „Forschungsstelle“ suchten die zu erfassenden Menschen zwecks „Erfassung“ und „rassekundlicher“ Untersuchung vor Ort auf.
- R 165 Bild-244-46 Asperg.- Deportation von Sinti und Roma, 22. Mai 1940. Die Festung Hohenasperg diente als Sammelpunkt für die Deportation der Menschen ins Generalgouvernement. Eingesperrt in Lagern und Ghettos, mussten die Deportierten in Polen Zwangsarbeit leisten. Unmenschliche Bedingungen herrschten nicht nur im Ghetto Warschau.
Im Bildarchiv benutzbar sind neben Bildern von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der „Forschungsstelle“ bei der Arbeit z.B. Fotos zu den Deportationen, Aufnahmen aus Roma- und Sinti-Lagern, Gruppen- oder Familienbilder. Es handelt sich dabei um folgende Signaturen: R 165/59; R 165/72; R 165/193; R 165/244, die zusätzlich in invenio nachgewiesen sind:
- R 165/59 Fotoaufnahmen, Bd. 9, 1936-1945, enthält u.a.: Drisari; Gelderari; Lalleri; Lovari; Roma; Sinti; ausländische „Zigeuner“; nichtidentifizierte Portraits; Abtransport von „Zigeunern“, 1938; Berlin; Burgenland, u.a. Neudorf; Steiermark; Wien; „Mischlingszigeuner“ und sesshafte „Zigeuner“; Halle; Harburg; Neumünster; „Zigeuner“-Siedlung Liebig (Österreich); Mazedonien; Pfalz; Rheinland; Westfalen; Oberbayern; Riga; Rudersdorf; Rumänien; Schwaben; Wien-Neustadt.
- R 165/72 Fotoaufnahmen, Bd. 6, 1936-1945, enthält u.a.: „Zigeunerlager“ und Wohnstätten; Schmuckaufnahmen; rumänische Teppichhändler; Zirkus; Beerdigung, Lager Wankostätte, Hellerwiese Wien; Wohnhäuser und Lagerplätze in Wien, Neumünster, Köln, Leipzig, Halle, Gelsenkirchen, Hamburg, Harburg; Schneeschippen am Kölner Dom.
- R 165/193 „Landfahrerbilder“ des Bayerischen Landeskriminalamtes, 1936-1945.
- R 165/244 Dias, 1939-1940, enthält: Personenaufnahmen, Deportation aus Asperg, Romafamilie im Garten des Reichsgesundheitsamtes, Personenvermessungen, Aufnahmen mit Robert Ritter, Sophie Ehrhardt und Eva Justin u.a. in Halle.
Mehrere tausend Fotos wurden in den 1990er Jahren aus dem Schriftgutbestand entnommen und in das Bildarchiv überführt. Die überwiegend geografisch sortierten und klassifizierten Fotos wurden im Bildarchiv der Sachthematischen Bildsammlung beigefügt. Die Sortierung / Klassifikation sieht folgendermaßen aus:
- Da 182-30 Sinti und Roma (»Zigeuner«)
- Da 182-31 Rassenhygienische und Bevölkerungsbiologische Forschungsstelle
- Da 182-32 Ansiedlungen und Wohnstätten in Europa (A-Z)
- Da 182-32 Estland
- Da 182-32 Dorpat
- Da 182-32 Lettland
- Da 182-32 Riga
- Da 182-32 Jugoslawien
- Da 182-32 Österreich
- Da 182-32 Burgenland
- Da 182-32 Walbasdorf
- Da 182-32 Liebing
- Da 182-32 Stegersbach
- Da 182-32 Wien
- Da 182-32 Wankostätte
- Da 182-32 Hellerwiese
- Da 182-32 Polen
- Da 182-32 Rumänien
- Da 182-33 Ansiedlungen in Deutschland (A-Z)
- Da 182-33 Berlin
- Da 182-33 Düsseldorf
- Da 182-33 Gelsenkirchen
- Da 182-33 Halle
- Da 182-33 Hamburg
- Da 182-33 Harburg
- Da 182-33 Heidelberg
- Da 182-33 Köln
- Da 182-33 Leipzig
- Da 182-33 Neumünster
- Da 182-33 Pfalz
- Da 182-33 Ravensburg
- Da 182-33 Renningen
- Da 182-33 Saßnitz
- Da 182-33 Sindelfingen
- Da 182-33 Stuttgart
- Da 182-34 Einzelpersonen
- Da 182-35 Schmuckstücke
- Da 182-36 Deportationen.
BILD 146 (Sammlung von Repro-Negativen)
Dieser Bildbestand umfasst unter anderem Fotografien von Sinti und Roma und der „Forschungsarbeit“ der Arbeitsgruppe um Robert Ritter, siehe z.B.:
- Bild 146-1998-049-30 Kopfmodelle von Sinti und Roma in der Rassenhygienischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamts in Berlin-Dahlem, April 1942.
- Bild 146-1987-108-36 Porträt einer Familie im „Zigeunerlager“ in Halle, ca. 1936/1943. Der Originaltitel zu diesem Titel lautete: „Halle, Drisarifamilie“. Zu sehen ist eine Familie vor einem geöffneten Wohnwagen.
- Bild 146-2011-0006 Porträtaufnahme einer „Zigeunerin“ aus Württemberg, ca. 1937/1943. Der zeitgenössische Titel des von der Rassehygienischen und kriminalbiologischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes hergestellten Fotos lautete: „Württembergerin“.
- Bild 146-1987-108-18 Wien.- „Zigeuner“-Lagerplatz Hellerwiese, ca. 1937/1941. Zu sehen sind spielende Kinder vor einem Wohnwagen, im Hintergrund die Kirche "Königin des Friedens".
- Bild 146-1987-114-73 Hamburg.- Lagerplatz von „Schaustellern“, ca. 1938. Am linken Bildrand ist Robert Ritter zu sehen. Begutachtungen führte das Personal der Ritterschen „Forschungsstelle“ auch in den „Zigeuner“-Sammellagern, den „Jugendschutzlagern“ und Konzentrationslagern durch.
- Bild 146-1987-110-70 Leipzig.- Eva Justin auf einer Straße hockend, im Gespräch mit einem 18jährigen Rom, ca. 1938.
- Bild 146-1992-061-18A Sinti-Kinder der Sankt Josefspflege in Mulfingen vor ihrer Deportation nach Auschwitz, ca. 1943/1944. Das Bildarchiv des Bundesarchivs verfügt über mehrere Fotografien der Kinder des Erziehungsheims in Mulfingen. Hier ist das Porträt von zwei Mädchen und einem Jungen zu sehen. Der zeitgenössische, zynische Titel zu diesem Bild lautete: „Die Lieblinge der Pflegeeltern“.
Im Bildarchiv können zahlreiche Fotografien in diversen weiteren Bildbeständen eingesehen werden: u.a. Unterkünfte (Wohnwagen und Häuser), Sammellagerplätze, u.a. in Berlin-Marzahn und -Weißensee, Tangermünde, Halle, Düsseldorf, Köln, Gelsenkirchen, Harburg, Neumünster; zahlreiche Porträts von Einzelpersonen; auch Österreich, Rumänien, Polen und andere Länder Europas; Deportation. Siehe ferner:
- Bild 183-1992-0918-508 Pferdemarkt in Wehlau in Ostpreußen, 1935.
- Bild 116-346-029 Rumänien, Mühlbach/Sebeş.- Vor einem Hauseingang sitzende Frau mit zum Gebet gefalteten Händen, 1938.
Im Digitalen Bildarchiv sind zudem Plakate abrufbar, siehe z.B.:
- Plak 003-036-047 Aufenthaltsverbot für Zigeuner in der Kreishauptmannschaft Minsk im Distrikt Warschau, Juli 1942.
R 160 Kriminalbiologisches Institut des Reichsgesundheitsamtes
Den für Betroffene und ihre Angehörigen im Nationalsozialismus lebensgefährdenden Nachweis, verbrecherische Veranlagungen seien vererbbar, versuchte die „Kriminalbiologie“ zu erbringen. Nach kriegsbedingter Auslagerung verblieben die Akten des Kriminalbiologischen Instituts zunächst in den Händen Robert Ritters, Eva Justins und weiterer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und müssen heute als verschollen gelten. Ursprünglich existierten umfangreiche „Forschungs“-Unterlagen über kriminalbiologische Erhebungen im Rheinland und in Württemberg. Die wenigen verbliebenen Akten übergab Hermann Arnold 1980 dem Bundesarchiv. Sachakten des Instituts sind nicht überliefert. Der Schriftgutbestand des Bundesarchivs umfasst lediglich 69 Archivalieneinheiten vor allem mit pseudowissenschaftlichen Studien zu Häftlingen des Zuchthauses Rheinbach auf der Grundlage sippenkundlicher Erhebungen und „erbbiologischer“ Gutachten vornehmlich aus dem Jahr 1942. Schriftverkehr von Anne Pillmann mit Einwohnermeldeämtern und Ortspolizeibehörden zeigen, dass diese Dienststellen dem Kriminalbiologischen Institut Informationen über die Probanden zuspielten.
R 86 Reichsgesundheitsamt
Rund 6.500 Akten dieser zentralen Medizinalverwaltung sind überliefert. Im Nationalsozialismus unterhielt sie eine eigene Abteilung für „Erb- und Rassenpflege“. Das Kriminalbiologische Institut, dessen schriftliche Hinterlassenschaft im Bestand R 160 des Bundesarchivs zusammengefasst ist, war dem Reichsgesundheitsamt unterstellt.
ZSg 142 Sammlung Arnold
Diese zeitgeschichtliche Sammlung umfasst Unterlagen des „Zigeunerforschers“ Hermann Arnold über Sinti, Roma, Jenische, Zirkusleute und vom NS-Regime als "Asoziale" stigmatisierte Menschen. Sie ist im Jahr 1981 an das Bundesarchiv übergeben worden. Der Bestand beinhaltet u.a. Zeitungsartikel, Korrespondenz und Denkschriften.
Die Unterlagen geben Auskunft über die Tätigkeit Robert Ritters und dessen Verstrickung in die nationalsozialistischen Verbrechen. Dokumentiert ist seine Arbeit und jene seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei der „Erfassung“ und „rassenbiologischen“ Beurteilung der „Zigeuner“. Einschlägig ist zudem die umfangreiche Korrespondenz Ritters mit dem „Rassentheoretiker“ Adolf Ludwig Würth, dessen Gutachten und Schriften die pseudowissenschaftliche Grundlage für den Porajmos legten. Ein Ritter zugeschriebener Vorentwurf für ein Gesetz zur Regelung der „Zigeunerverhältnisse“ in Deutschland von 1940/41 illustriert die „rassenbiologische“ Einteilung der „Zigeuner“ im Sinne der Nürnberger Rassengesetze. Siehe hierzu:
- ZSG 142/128 „Zigeuner" im "Dritten Reich“.- Rassehygienische Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes, 1936-1944, enthält u.a.: Vorentwurf von Dr. Ritter für ein Gesetz zur Regelung der „Zigeunerverhältnisse" in Deutschland“, ca. 1940-1941; Korrespondenz zwischen Dr. Ritter und Dr. Würth; Vortragsmanuskripte Dr. Ritter: „Ziel und Planung der kriminalbiologischen Forschung und Praxis", ca. 1941; „Das deutsche Zigeunerproblem der Gegenwart", „Das Asozialenproblem und die Möglichkeiten seiner Lösung", „Das Zigeunerproblem der Gegenwart" (benutzungsbeschränkt, digitalisiert).
Eine Recherche an diesem Bestand kann sich auch lohnen bei allgemeinen Anfragen wie z.B. zu Sinti und Roma in bestimmten Orten und Gebieten.
ZSG 142-BILD: Sammlung Arnold.- Bildbestand
Die “Sammlung Arnold” enthält auch zahlreiche Fotografien. Sie zeigen Robert Ritter bei seiner “Feldarbeit” sowie seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei der “rassenbiologischen” Erfassung der “Zigeuner”, z.B. bei der Bestimmung der Haarfarbe oder bei der Erstellung detaillierter Stammbaumtafeln, im Zuge derer die Betroffenen zu Auskünften über ihre Angehörigen gezwungen wurden.
Viele Fotos sind digitalisiert und im Bildarchiv des Bundesarchivs verfügbar. Andere Aufnahmen sind im Schriftgutbestand verblieben und in invenio abrufbar, aber benutzungsbeschränkt.
Einige Fotos sind sowohl im Bildarchiv als auch über invenio recherchierbar, darunter zum Beispiel:
- Bild 146-1998-049-30 und ZSG 142/163, Image 6: Kopfplastiken von „Zigeunern“ in der Rassenhygienischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamts in Berlin-Dahlem, April 1942 (Fotograf/in: Wagner): Die Aufnahme stammt aus der dem Reichsgesundheitsamt unterstehenden Kriminalbiologischen Abteilung in Berlin-Dahlem. Zu sehen ist eine Vitrine mit Kopfplastiken von Angehörigen der verschiedenen in Deutschland lebenden „Zigeunerstämme“.
Siehe auch:
- ZSG 142/163 Kartei der Kriminalbiologischen Abteilung des Reichsgesundheitsamts zur systematischen Erfassung der „Zigeuner“, April 1942: Das Foto zeigt die Kartei, die zur systematischen „rassenbiologischen“ Erfassung der Roma, Sinti und anderen als „Zigeuner“ oder „fremdrassig“ stigmatisierten Menschen angelegt worden war.
Zusätzlich zur Überlieferung im Bildbestand R 165 finden sich Fotoaufnahmen von den Deportationen von „Zigeunern“ aus Asperg auch im Bildbestand der „Sammlung Arnold“ (ZSG 142/164). Die Deportation aller Roma und Sinti aus dem Reichsgebiet in die besetzten polnischen Gebiete unter der Leitung von Reinhard Heydrich wurde bereits 1939 beschlossen. 1940 wurde mit den Transporten begonnen. Überliefert sind Bilder der Abtransporte, die vermutlich aus dem Nachlass Robert Ritters stammen. Zu sehen sind unter anderem das Zusammentreiben der betroffenen Familien, deren Zug durch den Ort zum Bahnhof sowie die anschließende „Verladung“ auf die Deportationszüge.
Weitere wichtige Schriftgutbestände für die Recherche:
NS 19 Persönlicher Stab Reichsführer-SS
siehe z.B. NS 19/2655, 1800 und 180
R 43-II Reichskanzlei
Siehe z.B.
- R 43-II/136a enthält u.a.: Ordnung der Staatsangehörigkeitsverhältnisse, v.a. Durchführung des Reichsbürgergesetzes; auch Behandlung von Juden, Polen, „Zigeunern“, 1940-1942
- R 43-II/522b enthält u.a.: Jugenddienstpflicht von „Zigeuner“-Kindern und -Mischlingen, 1942
- R 43-II/1512 enthält u.a.: Abgabe der Strafverfolgung gegen Polen, Sowjetrussen, Juden und „Zigeunern“ an die Polizei, 1942-1943
- R 43-II/721 enthält u.a.: „Die Zigeunerfrage“.- Denkschrift des Landeshauptmannes für das Burgenland, Portschy, Aug. 1938.
R 1501 Reichsministerium des Innern
Dem Reichsministerium des Innern unterstand die reichsweite Gesundheitsverwaltung.
R 2 Reichsfinanzministerium
R 3001 Reichsjustizministerium
- z.B. R 3001/25029 u.a. Korrektur bei nicht genügenden Justizurteilen durch polizeiliche „Sonderbehandlung“ u.a. von „Zigeunern“ (digitalisiert).
R 4901 Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung
Diesem Ministerium unterstand die reichsweite Forschungsverwaltung.
R 73 Deutsche Forschungsgemeinschaft
R 26-III Reichsforschungsrat
NS 4 Konzentrationslager, u.a. NS 4-AU KZ Auschwitz
R 36 Deutscher Gemeindetag
In diesem Bestand spiegeln sich Aktivitäten der kommunalen Behörden wieder, u.a.:
- R 36/1987 Fürsorgeerziehung minderjähriger Juden und „Zigeuner“, 1943
- R 36/814 Erstattung von Fürsorgekosten für umherziehende „Zigeuner“, Schausteller und Wohnwagenreisende, 1934-1943.
NS 2 Rasse- und Siedlungshauptamt SS
R 49 Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums
R 5101 Reichsministerium für die kirchlichen Angelegenheiten
R 187 Sammlung Schumacher
- u.a. R 187/399 und 643: Behandlung von „Zigeunern“ und „Gemeinschaftsfremden“, 1933-1965.
NS 18 Reichspropagandaleiter der NSDAP
NS 5-VI Deutsche Arbeitsfront
R 52-IV Institut für deutsche Ostarbeit
R 3101 ReichswirtschaftsministeriumSiehe z.B.:
- R 3101/14250 Wandergewerbescheine für „Zigeuner“, Mai-Dez. 1941.
R 13-VIII Wirtschaftsgruppe Bauindustrie
Siehe z.B.:
- R 13-VIII/158 Lohn- und Arbeitsbedingungen von Juden, „Zigeunern“ und sonstigen "Wehrunwürdigen", 1944-1945.
R 16 Reichsnährstand
Siehe z.B.:
- R 16/173 Beschäftigung von Juden, jüdischen Mischlingen und „Zigeunern“ in der Landwirtschaft, 1942-1944.
Heranzuziehen ist auch die militärische Überlieferung:
Siehe z.B.:
RW 30 Rüstungsdienststellen in den Reichskommissariaten Ostland und Ukraine
- RW 30/30 enthält: Liste der in Hamburg Altona getöteten Juden, „Zigeuner“, Partisanen.
Einschlägige Unterlagen sind in diversen weiteren Beständen vorhanden, darunter im Schriftgut der Bereiche Inneres und Wirtschaft sowie der deutschen Verwaltungen in den während des Zweiten Weltkriegs besetzten Gebieten Europas und in Nachlässen.
Lesen Sie auch unsere Recherchehinweise zu den Konzentrationslagern (virtuelle Ausstellung: „Archivgut des Bundesarchivs zu den Konzentrationslagern“).
Weitere relevante Dokumentation zum Thema ist in den Beständen der Abteilung Bundesrepublik Deutschland zu finden, die an den Dienstorten Koblenz und Ludwigsburg (v.a. Bestand B 162) verwahrt werden. Nachzuvollziehen ist der fehlende Bruch in der Kontinuität der Arbeit der „Wissenschaftler“, Polizeiorgane und sonstigen Verwaltungsstellen und der zähe Kampf der Roma und Sinti um Anerkennung und Wiedergutmachung ihres Leids.
Die Bestände aus der Verwaltung der Deutschen Demokratischen Republik sind am Dienstort Berlin-Lichterfelde zugänglich. Zur Benutzung speziell von Unterlagen des Stasi-Unterlagen-Archivs sind gesonderte Anfragen erforderlich.