Insbesondere die Schriftgutbestände aus der Innen- und Justizverwaltung des Deutschen Reichs im Verbund mit den Nachlässen und Sammlungen an Erinnerungsberichten von Einzelpersonen beleuchten die Verfolgung von Kommunisten im Nationalsozialismus auf vielfältige Weise.
Als Besonderheit ist hervorzuheben, dass ergänzend zur Überlieferung aus der Sicht der Verfolger auch schriftliche Dokumentation der Verfolgten selbst vorliegt.
Schriftgut der Verfolger
Der zentrale Bestand zur Erforschung der Verfolgung von Kommunisten durch das NS-Regime ist R 58 (Reichssicherheitshauptamt). Er dokumentiert Personen wie Strukturen gleichermaßen. Es geht um Funktionäre, aber auch weniger prominente Mitglieder der KPD, die Infrastruktur der Partei, deren politische Aktivitäten in Deutschland und im Exil, vor allem ihre Propagandatätigkeit, die aufmerksam durch Gestapo und Sicherheitsdienst überwacht wurden. Interaktionen mit den diversen anderen marxistischen Gruppen, den Sozialdemokraten und Gewerkschaften, Anstrengungen zur Bildung einer Einheits- und Volksfront, bilden sich deutlich ab. Die Verfolgung von Kommunisten, Einzelpersonen oder Gruppen im Widerstand durch die Gestapo schlägt sich in deren Berichten nieder. Dokumentation über Einzelfälle von „Schutzhaft“, Gefängnis- und KZ-Haft, die Ausspähung von Emigranten und die Beschlagnahme von Flug- und Druckschriften rundet den Bestand ab.
Für die Zeit der Weimarer Republik dokumentiert der Bestand R 1507 (Reichskommissar für Überwachung der öffentlichen Ordnung) umfassend die polizeiliche Beobachtung diverser sozialistischer, kommunistischer und anarchistischer Gruppierungen, Parteien und Einzelpersonen.
Zentrale Einrichtungen der Innen- und der Verwaltung der SS waren das Reichsministerium des Innern (R 1501) und der Persönliche Stab Reichsführer-SS (NS 19).
Neben deren schriftlicher Hinterlassenschaft sind vor allem die Justizbestände des Bundesarchivs relevant. Politische Strafsachen, v.a. Hochverratsverfahren, gegen Kommunisten findet man unter den Prozessakten der zentralen Gerichte des Deutschen Reichs, vor allem in den Beständen R 3002 (Reichsgericht), R 3003 (Oberreichsanwalt beim Reichsgericht), R 3017 (Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof) und R 3018 (Sammlung „Nazi-Justiz“). Die Bestände R 3016 (Volksgerichtshof), R 3001 (Reichsjustizministerium) sowie die Bestände weiterer Dienststellen der Justizverwaltung sollten ergänzend herangezogen werden.
Bei der Recherche nach Schriftgut über Personen – zu Tätern und Opfern gleichermaßen - sollte man die Sammlungen „Berlin Document Center“ und „NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS)“ in seine Recherchen einbeziehen.
Personenbezogene Recherchen sollten grundsätzlich eine Prüfung der zentralen Datenbank BASYS des Bundesarchivs über die Rechercheplattform INVENIO beinhalten. Dadurch werden auch Personal- und Einzelfallakten der Provenienzbestände mit einbezogen.
Daneben existieren Spezialdatenbank wie z.B. für die Sammlung „NS-Archiv des MfS“. Bitte beachten Sie hierzu unsere Benutzungshinweise.
Zu Personen, die in Konzentrationslagern inhaftiert waren, existiert eine Häftlingsdatenbank, die über die im Bundesarchiv-Bestand NS 3 (SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt) überlieferte Kartei hinaus Daten aus diversen KZ-Gedenkstätten in Europa umfasst. Der aktuelle, vollständige Datenbestand ist derzeit bei der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zugänglich. Bitte wenden Sie sich direkt dorthin.
Das Bundesarchiv stellt sein Gedenkbuch über „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ für die Online-Recherche zur Verfügung. In vielen Fällen ist jedoch eine schriftliche Anfrage beim Archiv anzuraten, um den vollständigen Bestand an Daten über verfolgte Jüdinnen und Juden abzufragen.
Zu beachten ist, dass das Bundesarchiv ferner über Karteien verfügt, die als Findmittel zu Unterlagen über Verfolgungsschicksale dienen („Verfolgtenkarteien“). Diese sind jedoch nicht öffentlich zugänglich. Es empfiehlt sich daher, schriftliche Anfragen an das Archiv zu richten. Bitte teilen Sie dabei immer Thema und Zweck Ihrer Benutzung mit sowie auch die wichtigsten Lebens- und Sterbedaten der Personen, zu denen Sie Archivgut suchen.
Die im Zentralen Parteiarchiv der SED entstandene „Kartei über Personen und Sachverhalte des antifaschistischen Widerstands“ birgt Hinweise auf Unterlagen in den Schriftgutbeständen aus der Zeit des Nationalsozialismus im Bundesarchiv und in den Archiven der neuen Bundesländer. Für wissenschaftliche und amtliche Benutzungen ist sie im Lesesaal des Bundesarchivs in Berlin-Lichterfelde zugänglich. Private und publizistische Nutzer und Nutzerinnen richten bitte eine schriftliche Anfrage ans Archiv.
Weitere, zeitgenössische, Karteien sind in die jeweiligen Provenienzbestände integriert, so. z.B. die Fragmente einer Gestapo-Schutzhaftkartei und Karteien über bestimmte Personengruppen, die überwacht wurden, im Bestand R 58 sowie das „Mordregister“ (Register der in den Justizvollzugsanstalten vollstreckten Hinrichtungen von Gerichten in Deutschland und den besetzten Gebieten verurteilter Personen 1923-1945) im Bestand R 3001.
Solche Karteien sind für autorisierte Benutzer und Benutzerinnen im Lesesaal für Recherchen zugänglich. Bei privaten und publizistischen Recherchen ist eine schriftliche Anfrage beim Bundesarchiv sinnvoll.
Weitere personenbezogene Unterlagen sind zu finden in den Beständen:
- NS 5 VI Deutsche Arbeitsfront.- Zentralbüro.- Arbeitswissenschaftliches Institut: Personendossiers zu einzelnen Sozialdemokraten
- R 8034-II Reichslandbund-Pressearchiv
- R 8034-III Reichslandbund-Pressearchiv, Personalia.
Relevante Akten aus der staatlichen Verwaltung sind in zahlreichen weiteren Schriftgutbeständen zu finden. Es empfiehlt sich, Bestände übergreifend in INVENIO zu recherchieren. Eine Vorstellung von der Vielfalt der einschlägigen Bestände gibt unser Auswahlinventar zur Person des KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann (PDF, 637 KB, Datei ist nicht barrierefrei ⁄ barrierearm).
Perspektivwechsel: Schriftgut der Verfolgten
Im Bundesarchiv überliefert sind jedoch nicht nur Verwaltungsakten, die den Blick der Verfolger auf die Verfolgten dokumentieren. Zusätzlich ist umfangreiches Schriftgut der Verfolgten selbst erhalten geblieben. Diese Unterlagen verwahrt die Stiftung Archive der Parteien und Massenorganisationen der DDR (SAPMO).
Parteienschriftgut und zeitgeschichtliche Sammlungen
Von zentraler Bedeutung ist der Bestand RY 1 (Kommunistische Partei Deutschlands), der teilweise bereits digitalisiert ist.
Wichtig sind ferner:
- RY 4 II. Internationale
- RY 5 Kommunistische Internationale
- RY 7 Kommunistische Jugendinternationale
- RY 8 Internationale Rote Hilfe
- RY 9 Internationale Arbeiterhilfe
- RY 11 Sozialistische Arbeiterjugend
- RY 13 Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands
- RY 14 Sozialistische Jugendinternationale
- RY 23 Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund
- RY 42 Allgemeiner freier Angestelltenbund
- RY 61 Bewegung „Freies Deutschland“ für den Westen
- SGY 2 Flugblattsammlung
- SGY 3 Deutsche Kommunisten in der KP der Tschechoslowakei
- SGY 6 Deutsche und internationale Komitees und Verbände gegen Imperialismus, Krieg und Faschismus
- SGY 8 Emigration in Frankreich vor dem Zweiten Weltkrieg
- SGY 9 Emigration in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs
- SGY 11 Sammlung Bürgerkrieg in Spanien
- SGY 12 Nationalkomitee „Freies Deutschland“ in der UdSSR
- SGY 13 Emigration in Großbritannien
- SGY 14 Emigration in verschiedenen Ländern
- SGY 15 Arbeiterbewegungen in mittel- und osteuropäischen Staaten
- SGY 18 Geschichte der KPD und der DKP
- SGY 19 Biographische und dokumentarische Sammlung, u.a. zu Personen des Widerstands
- SGY 33 Gewerkschaftsbewegung bis 1945
- ZSG 108 Presseausschnitt-Sammlung Kommunistische Partei Deutschlands.
Personelle und sachliche Überschneidungen gab es mit der Sozialdemokratie. Insofern sind auch folgende Bestände der SAPMO bei den Recherchen zu berücksichtigen:
- RY 20 Sozialdemokratische Partei Deutschlands
- SGY 28 Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
- SGY 16 Sozialdemokratische Arbeiterpartei
- RY 12 Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold.
Ergänzend könnte man folgende Bestände in die Recherche einbeziehen:
- SGY 4 Rote Kapelle
- ZSG 121 Presseausschnittsammlung Antikomintern (Gesamtverband deutscher antikommunistischer Vereinigungen)
- ZSG 106/12 Klebemarken: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
- ZSG 106/14 Klebemarken: Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
- ZSG 106/31 Klebemarken: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD).
Nachlässe
Eine Quellengattung eigener Qualität sind die Nachlässe. Anders als das amtliche Schriftgut aus staatlichen Institutionen und Dokumentation aus Einrichtungen der Parteien und sonstigen Gruppierungen beinhalten sie private Überlieferung einzelner Persönlichkeiten, die einen individuellen, subjektiven Blick auf historische Ereignisse gestattet.
Besonders wertvoll sind für das gegebene Thema Aufzeichnungen aus der Zeit bis 1945. Doch auch im Rückblick verfasste Erinnerungen weisen ihren eigenen Quellenwert auf.
Die Unterlagen in den privaten Nachlässen spiegeln nicht nur die Aktivitäten, das Selbstverständnis und die Wahrnehmungen von Funktionären und Mitgliedern der KPD, SPD sowie anderer Parteien und Organisationen wieder. Vielmehr dokumentieren sie die unterschiedlichsten Lebenswege und Erfahrungen von Mitgliedern des Kommunistischen Jugendverbands, Kämpfern im Spanischen Bürgerkrieg, Mitarbeitern der Komintern, von Emigranten in der UdSSR und anderen Ländern der Welt, politischen Häftlingen und Offizieren der Wehrmacht, die im Bund Deutscher Offiziere und im Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) aktiv waren.
Im Bundesarchiv überliefert sind z.B. folgende Bestände (alphabetisch):
- NY 4223 Acker, Wilfred
- NY 4109 Ackermann, Anton (Hanisch, Eugen)
- NY 4225 Alexander, Gertrud
- NY 4018 André, Etkar
- NY 4401 Apelt (Malter), Frieda und Fritz
- NY 4017 Arendsee, Martha
- NY 4587 Arnold, Wilhelm
- NY 4304 Axen, Hermann
- NY 4089 Bästlein, Bernhard
- NY 4140 Bathke, Karl
- NY 4529 Baumann, Arthur
- NY 4226 Blenkle, Conrad
- NY 4169 Böttcher, Paul Herbert
- NY 4178 Buchmann, Albert und Erika
- NY 4199 Burghardt, Max
- NY 4072 Dahlem, Franz und Käte
- NY 4278 Dornemann, Luise
- NY 4445 Duncker, Hermann und Käte
- N 1374 Ebeling, Hermann
- NY 4192 Ebert, Friedrich und Marie
- NY 4251 Eildermann, Wilhelm
- NY 4118 Eildermann, Heinrich
- NY 4117 Eisler, Gerhart und Brunhilde
- NY 4122 Firl, Wilhelm
- NY 4009 Florin, Wilhelm
- NY 4020 Franz, Rudolf
- NY 4252 Gentsch, Erich
- N 1717 Gerold, Karl
- NY 4557 Golessa, Heinz
- NY 4082 Gräf, Hugo
- NY 4286 Hager, Kurt
- NY 4609 Hauser, Oskar
- NY 4259 Hauser, Wilhelm
- NY 4007 Heckert, Fritz
- NY 4193 Heymann, Stefan
- NY 4051 Hoelz, Max
- NY 4167 Honecker, Erich
- NY 4024 Kahle, Hans
- NY 4055 Kautsky, Karl
- N 1142 Koegler, Theodor
- NY 4091 Koenen, Bernhard
- NY 4074 Koenen, Wilhelm; Koenen-Damerius, Emmy
- N 2506 Kuckhoff, Greta
- NY 4143 Kurella, Alfred
- N 1522 Leonhard, Susanne
- N 1526 Leonhard, Wolfgang
- NY 4550 Lippold, Eva
- NY 4011 Litten, Hans
- NY 4076 Matern, Hermann
- NY 4047 Meister, Hugo
- NY 4105 Melsheimer, Ernst
- N 1218 Menne, Bernhard (Max Rudert)
- NY 4102 Merker, Paul (Martin Fuchs)
- N 1246 Meyer-Leviné, Rosa
- NY 4010 Niederkirchner, Michael
- NY 4217 Norden, Albert
- NY 4014 Otto, Hans
- NY 4229 Paul, Elfriede; Küchenmeister, Walter
- NY 4036 Pieck, Wilhelm
- NY 4062 Rau, Heinrich
- N 1676 Reese, Maria
- NY 4306 Reinhardt, Gerhard
- NY 4204 Rodenberg, Hans
- NY 4049 Saefkow, Anton und Aenne
- NY 4567 Schirdewan, Karl
- NY 4106 Schmidt, Elli
- NY 4611 Schmidt, Erika
- NY 4077 Schön, Otto
- NY 4198 Schreiner, Albert
- NY 4093 Schulze, Fritz (Fiete)
- NY 4194 Schwab, Josef
- NY 4081 Schwenk, Paul
- NY 4039 Seelenbinder, Werner
- NY 4316 Seipel, Anna und Richard
- NY 4113 Selbmann, Fritz
- NY 4284 Spangenberg, Max
- NY 4244 Spiru, Basil; Dürr, Gertrud
- NY 4168 Staimer, Eleonore
- NY 4124 Stamm, Robert
- NY 4246 Stibi, Georg
- NY 4312 Uhrig, Charlotte und Robert
- NY 4182 Ulbricht, Walter und Lotte
- NY 4268 Ullrich, Lisa
- NY 4087 Walcher, Jakob
- NY 4175 Warnke, Herbert
- NY 4065 Weinert, Erich
- NY 4502 Werner, Ruth (Beurton, Ursula)
- NY 4327 Wollweber, Ernst
- NY 4125 Wurm, Christoph
- NY 4277 Zaisser, Wilhelm (General Gomez).
Schriftgut der Deutschen Demokratischen Republik
Nicht wenige der Personen, die nationalsozialistische Verfolgung, Repressionen in der Sowjetunion und den Zweiten Weltkrieg überlebten, spielten später im Staatsdienst der DDR bzw. in der SED wichtige Rollen. Neben den Nachlässen ist hierbei wiederum das amtliche Schriftgut aus Ministerien und Ämtern sowie das Schriftgut der staatstragenden Partei heranzuziehen:
DY 30 Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
Im Bestand DY 30 ist das Bemühen um die staatliche „Traditionspflege“ dokumentiert: vor allem das Begehen von Gedenk- und Jubiläumstagen zur Würdigung des kommunistischen Widerstands gegen das NS-Regime. Unterlagen aus der Publikationstätigkeit des Instituts für Marxismus-Leninismus umfassen Kopien von Dokumenten aus der Zeit vor 1945. Insbesondere sei auf die Unterlagen der Abteilung für Kaderfragen des Zentralkomitees der SED, einschließlich der Kaderakten, und die Materialien der Zentralen Parteikontrollkommission hingewiesen.
Die SAPMO verwahrt auch eine umfangreiche Sammlung an Erinnerungsberichten, darunter viele, die auf Verfolgung und Widerstand in der NS-Zeit zurückblicken:
SGY 30 Sammlung Erinnerungen
Weitere Erlebnisberichte, doch auch Häftlings- und Lagerkarteien sowie sonstige Unterlagen, die Widerstand und NS-Verbrechen dokumentieren, sind zu finden im Bestand:
DY 55 Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes.
Beachten Sie ergänzend:
- DY 54 Hauptausschuss „Opfer des Faschismus“
- DY 57 Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR
- BY 5 Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Sekretariat der britischen Besatzungszone
- BY 6 Rat der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes
- BY 9 Geschichtswerkstatt der Berliner Vereinigung ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener.
Aus der amtlichen Überlieferung der DDR ragen folgende Bestände heraus, in denen die Ermittlungen gegen NS-Verbrecher in der Nachkriegszeit dokumentiert und entsprechende Nachweise über die Verfolgung von Kommunisten zu finden sind:
- DO 1 Ministerium des Innern der DDR: u.a. mit dem Teilbestand „Konzentrationslager und Haftanstalten (KL-Hafta)“
- DP 1 Ministerium der Justiz der DDR
- DP 3 Generalstaatsanwalt der DDR.
Diese Bestände korrespondieren mit den Unterlagen der Hauptabteilung IX/11 des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Sie dokumentieren Ermittlungen des Untersuchungsorgans der Stasi gegen NS-Verbrecher, darunter Verfolger von Kommunisten, doch auch Nachforschungen über echte oder vermeintliche „Verräter“ aus den eigenen Reihen, die z.B. unter der Gestapo-Folter Informationen über Parteigenossen preisgegeben hatten. Für diese Unterlagen gelten andere Zugangsregeln als für das sonstige Bundesarchivgut. Wenden Sie sich daher bitte mit einer gesonderten Anfrage an das Stasi-Unterlagen-Archiv des Bundesarchivs. Dort sind auch Unterlagen über Ermittlungen des MfS zur Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“ zu finden.
Schriftgut der Bundesrepublik Deutschland
Dem Bundesarchivgesetz unterliegen die Unterlagen der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen (B 162). Sie sind in der Dienststelle Ludwigsburg des Bundesarchivs benutzbar.
In der Dienststelle Koblenz des Bundesarchivs sind weitere Bestände vor allem aus der Innen- und Justizverwaltung der Bundesrepublik Deutschland zugänglich, welche die Verfolgung von NS-Verbrechern und die Versuche der Wiedergutmachung gegenüber den Opfern dokumentieren.