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Razzia gegen Kommunisten und Juden im März 1933 in Berlin

Razzia gegen Kommunisten und Juden im März 1933 in Berlin, Quelle: BArch, Bild 102-02941A / Pahl, Georg

Verfolgung von Mitgliedern der kommunistischen Bewegung durch das nationalsozialistische Regime

In diesem Rechercheleitfaden finden Sie eine Übersicht zum Archivgut des Bundesarchivs zur Verfolgung von Mitgliedern der kommunistischen Bewegung durch das nationalsozialistische Regime.

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Überlieferung und Charakteristik

Die im Bundesarchiv zugängliche Überlieferung dokumentiert nicht nur das Leben und Wirken prominenter und zum Kanon der Geschichtsschreibung der DDR zählender Persönlichkeiten wie Ernst Thälmann, Erich Honecker, Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl, Walter Ulbricht, Willi Münzenberg, John Schehr, Max Maddalena, Lieselotte Hermann oder Mathias Thesen.

Sie deckt vielmehr ein breites Spektrum ab, das die Entwicklung und Interaktion von Kommunistischer Partei Deutschlands (KPD) und Sozialdemokratischer Partei Deutschlands (SPD), ihrer Vorläufer und Abspaltungen von der Weimarer Zeit an aufzeigt, darunter die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD), Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD), Vereinigte Kommunistische Partei Deutschlands (VKPD), Kommunistische Partei-Opposition (KPO), Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands (KAPD) sowie weitere verwandte Gruppen.

Für die Zeit des Nationalsozialismus lassen sich die Aktivitäten und Verfolgung der Parteien, ihrer Organisationen, z.B. der Roten Hilfe, der Gewerkschaften, darunter der Revolutionären Gewerkschaftsorganisation (RGO), einzelner Personen sowie zentraler und weniger bekannter Widerstandsgruppen aus dem Umfeld der deutschen Arbeiterbewegung nachvollziehen.

Reiche Überlieferung findet sich z.B. zu den Gruppen um Anton Saefkow und Bernhard Bästlein, Herbert Baum, Georg Schumann, Robert Uhrig, Hans Hartwimmer und Wilhelm Olschewski, die “Rote Kapelle” um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack sowie die „Neu Beginnen“- oder Miles-Gruppe.

Neben dem Schriftgut verfügt das Bundesarchiv über eine umfangreiche audiovisuelle Überlieferung, darunter Bild-, Ton- und Filmdokumente.

Lesen Sie zur Überlieferung speziell zur Person Ernst Thälmanns unser Auswahlinventar (PDF, 637 KB, Datei ist nicht barrierefrei ⁄ barrierearm).

Beachten Sie auch unsere Rechercheleitfäden „Archivalien zur Verfolgung von Sozialdemokraten im Nationalsozialismus“ und „Archivalien zu Otto Wels​​“.​

Dieser Rechercheleitfaden wurde zusammengestellt von Sabine Dumschat, unter fachlicher Beratung von Ute Räuber, Kerstin Risse und Grit Ulrich.

Zugang

Für den Zugang zum Archivgut des Bundes findet das Bundesarchivgesetz Anwendung. Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR unterliegen den Bestimmungen des Stasi-Unterlagen-Gesetzes.

Erschließungsdaten und bereits vorhandene Digitalisate von Archivgut können Sie in folgenden auf der Internetseite des Bundesarchivs zugänglichen Systemen abrufen:

Archivalien können aus rechtlichen Gründen vor dem allgemeinen Zugriff geschützt sein: Personenbezogenes Archivgut kann noch Schutzfristen zu Zwecken der Wahrung von Persönlichkeitsrechten unterliegen. Die Benutzung von Bild- und Filmmaterial kann durch Urheberrecht und andere Schutzrechte eingeschränkt sein. Für privates Schriftgut gelten häufig besondere Vertragsbedingungen.
In den Recherchesystemen finden Sie entsprechende Hinweise. Wenden Sie sich im Zweifelsfall mit einer schriftlichen Anfrage an das Bundesarchiv.

Beachten Sie bei Ihren Recherchen in invenio bitte, an welchem Standort des Bundesarchivs die betreffenden Archivalien aufbewahrt und zugänglich gemacht werden und welche AbteilungAbteilungEine selbständige Abteilung ist eine Organisationsstruktur in der MfS-Zentrale, die durch den... für die Benutzung zuständig ist.

Um Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR zu benutzen, richten Sie bitte eine schriftliche Anfrage an das Stasi-Unterlagen-Archiv des Bundesarchivs.

Archivgut des Bundesarchivs

Weiterführende Hinweise

Andere Archive

Weitere Archive machen wichtige Unterlagen zur Verfolgung von Kommunisten im Nationalsozialismus zugänglich, darunter:

  • Arolsen Archives
  • Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Berlin
  • Staatsarchive der Bundesländer und Kommunalarchive
  • Archive der KZ-Gedenkstätten
  • Archiv der KPdSU (RGASPI - Russländisches Staatsarchiv für sozio-politische Geschichte), Moskau
  • Institut für Zeitgeschichte, München
  • Archiv der sozialen Demokratie, Friedrich-Ebert-Stiftung.

Eine umfangreiche Sammlung an Plakaten der KPD beherbergt das Deutsche Historische Museum.

Bibliotheksbestände

Beachtenswert sind auch die unikalen und umfangreichen Bibliotheksbestände der SAPMO, die den Bestand des Instituts für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED umfassen: nennenswerte Bestände, darunter „graue Literatur“, u.a. der KPD, KPD-O (Opposition), SPD und SAP.

Die mit den Archivbeständen korrespondierende Überlieferung im Bibliotheksbestand ist beachtlich. Weiteres Material ist vorhanden z.B. zu:

  • Rote Hilfe Deutschlands
  • Internationale Arbeiterhilfe
  • Sozialistische Arbeiterjugend
  • Bewegung „Freies Deutschland“ für den Westen
  • Gewerkschaften
  • Internationaler Sozialistischer Kampfbund
  • Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit
  • Kommunistischer Jugendverband Deutschlands
  • Deutscher Freidenker-Verband
  • Freier Deutscher Kulturbund.

Im Lesesaal des Bundesarchivs ist zudem zugänglich: das Internet-Portal „German History/Deutsche Geschichte“ des De Gruyter-Verlags mit folgenden Datenbanken:

  • Tarnschriften 1933 bis 1945
  • Biographische Handbücher der deutschsprachigen Emigration nach 1933; umfasst auch Ausbürgerungslisten (nach den im Reichsanzeiger veröffentlichten Listen)
  • Widerstand als „Hochverrat“. Die Anklage- und Urteilsschriften aus Verfahren im Deutschen Reich und Österreich: Verfahren vor dem Reichsgericht, dem Volksgerichtshof, dem Reichskriegsgericht sowie den Oberlandesgerichten Wien und Graz
  • Rede Ernst Thälmanns bei der Einweihung der Gedenkstätte in Berlin-Friedrichsfelde, 13. Juni 1926
    Themenportal "Weimarer Republik"


    „Teddy“: Ernst Thälmann und die Kommunistische Partei Deutschlands

    Auf dieser Seite finden Sie eine Bildergalerie mit Dokumenten aus dem Bundesarchiv zu Ernst Thälmann und zur KPD sowie Recherchehinweise zum Thema.

  • Sozialdemokratische Demonstration gegen den Faschismus im Lustgarten in Berlin
    Rechercheleitfaden

    Archivalien zur Verfolgung von Sozialdemokraten im Nationalsozialismus

    Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht über Bestände und Archivalien im Bundesarchiv als Recherchehilfe für das Thema der Verfolgung von Sozialdemokraten im Nationalsozialismus.

    Der Vorsitzende der SPD, Otto Wels, spricht auf einer Kundgebung der 'Eisernen Front' im Berliner Lustgarten am 6.3.1932
    Rechercheleitfaden

    Archivalien zu Otto Wels

    Hier finden Sie eine Auswahl über wichtiges Archivgut des Bundesarchivs zu Otto Wels, Parteivorsitzender der SPD in der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus.

    Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg, September 1933
    Rechercheleitfaden

    Quellen zum Deutschen Reich im Nationalsozialismus

    Als Zeit des Nationalsozialismus wird die Regierungszeit der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) bezeichnet. Sie begann mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler und endete am 8. Mai 1945 mit der bedingungs­losen Kapitulation der Wehrmacht, die für Deutschland das Ende des Zweiten Weltkriegs markiert.