Am 6. Dezember 1973 tobte ein Orkan in der Deutschen Bucht. Bereits in den Wochen zuvor hatten sich in der Nordsee mehrere schwere Stürme mit etlichen Seenotfällen ereignet. Dabei waren zwei moderne Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) so stark beschädigt worden, dass sie für einen weiteren Einsatz vorübergehend nicht zur Verfügung standen.
Die verbliebenen Seenotkreuzer in der Nordsee waren am Abend des 6. Dezember 1973 anderweitig gebunden. So konnten dem kurz zuvor in Seenot geratenen Frachtschiff „Grete Hauschildt“ anfänglich nur kleinere Seenotboote der DGzRS und zivile Schiffe zur Hilfe kommen. Schnell wurde klar, dass sie das untergehende Schiff wegen des schweren Seegangs nicht erreichen würden. Es blieb nur die Rettung aus der Luft durch die Search-and-Rescue-Hubschrauber (Suchen und Retten, kurz: SAR) der Bundeswehr.
Nacheinander versuchten zunächst die Hubschrauber „81+00“ und „70+53“, die Besatzung der „Grete Hauschildt“ per Seilwinde („Winsch“) abzubergen, scheiterten jedoch an den extremen Witterungsbedingungen. Nach mehreren risikoreichen Versuchen gelang es schließlich der Besatzung des Hubschraubers „82+05“, drei Besatzungsmitglieder von Bord des Schiffes zu retten. Als der Treibstoff zur Neige ging, mussten die Piloten weitere Rettungsversuche abbrechen.
Die drei Geretteten waren trotz weiterer Einsatzflüge die einzigen Überlebenden der „Grete Hauschildt“. Die Besatzung des Hubschraubers „82+05“ schlug das Verteidigungsministerium aufgrund ihres Einsatzes für eine besondere Ehrung vor: Im April 1974 verlieh Bundespräsident Gustav Heinemann dem Kapitänleutnant Dieter Pfister, dem Oberleutnant zur See Klaus Labitzke und dem Oberbootsmann Jürgen Brumm das Bundesverdienstkreuz am Bande.









