Direkt zum Seiteninhalt springen
Ein Militärfahrzeug, auf das die deutsche Flagge gemalt ist, steht auf einer Straße in Afghanistan. Im Hintergrund sind Menschen und weitere Fahrzeuge zu sehen.

Fahrzeug des deutschen Kontingents der internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) auf Patrouille, 28. August 2003, Quelle: Bundesregierung, B 145 Bild-00016337 / Kühler, Bernd

Einsatz jenseits der Grenzen

Neben der Landes- und Bündnisverteidigung war die Bundeswehr auch im Ausland aktiv. Im Rahmen der internationalen Krisen- und Konfliktbewältigung führte sie militärische und humanitäre Einsätze durch, die aber auch auf Kritik stießen.

Nach 1990 rückten an die Stelle von Abschreckung und Verteidigung im Kalten Krieg neue potentielle Bedrohungen für die Sicherheit Deutschlands: Terrorismus, Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, regionale Konflikte, das Scheitern von Staaten sowie die organisierte Kriminalität. Daraus folgten neue Aufgaben für die Bundeswehr.

Der vielzitierte Satz des damaligen Verteidigungsministers Peter Struck aus dem Jahr 2002 steht stellvertretend für die Epoche weltweiter Auslandseinsätze der Bundeswehr im Rahmen der internationalen Krisen- und Konfliktbewältigung: „Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt.“

Das Archivgut im Bundesarchiv spiegelt die Herausforderungen der geopolitischen Veränderungen für die Bundeswehr wider: Trotz schwindender finanzieller und personeller Ressourcen sollte sie weiterhin Aufgaben der Landes- und Bündnisverteidigung erfüllen und dabei dem stetig wachsenden militärischen Engagement im Ausland entsprechen.

Nicht zu vergessen sind die humanitären Hilfseinsätze, die schon kurz nach der Aufstellung der Bundeswehr begannen. Zudem gab es heftige Kontroversen darüber, ob die deutschen Auslandseinsätze – insbesondere außerhalb des NATO-Bündnisgebiets – verfassungsmäßig seien.

Beiträge zum Thema

  • Die Außenminister der NATO-Staaten in einem großen Konferenzraum während einer Sondersitzung des NATO-Rats am 10. September 1990. An der Wand im Hintergrund steht das Motto der NATO „Animus in Consulendo Liber“ (Ein freier Geist in der Diskussion).
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Golfkrieg und Operation „Ace Guard“

    Nach dem Überfall Iraks auf Kuwait im August 1990 befürchtete auch die Türkei einen Angriff. Deutschland entsandte Jagdbomber und Flugabwehrsysteme, um den Luftraum des NATO-Verbündeten zu schützen.

  • Bundesminister der Verteidigung Volker Rühe steht am Rednerpult im Deutschen Bundestag und hält eine Rede anlässlich einer Diskussion um den Bundeswehreinsatz in der Adria.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Neue Aufgaben für die Bundeswehr?

    Die Jacobsen-Kommission legte 1991 ihren Bericht zu künftigen Aufgaben der Bundeswehr vor, der auch militärische Beiträge im Rahmen des internationalen Krisen- und Konfliktmanagements empfahl.

  • Der Inspekteur des Sanitätswesens Gunter Desch schreitet während seines Besuchs des deutschen UNTAC-Kontingents eine Reihe von angetretenen Sanitätssoldaten im deutschen Feldhospital in Phnom Penh ab.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Eindrücke aus dem UN-Einsatz in Kambodscha 1992/93

    Zwischen Mai 1992 und November 1993 betrieb die Bundeswehr ein Feldlazarett in Kambodscha. Spätere Erfahrungsberichte ermöglichen Einblicke in den Alltag dieses ersten Blauhelm-Einsatzes der Bundeswehr.

  • Frontansicht eines Transportpanzers „Fuchs“ in UN-Lackierung. Aus der Dachluke schaut ein Soldat, im Hintergrund ist das Feldlager des Deutschen Unterstützungsverbandes Somalia zu sehen.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Die Beteiligung der Bundeswehr an UNOSOM II

    Die UN initiierten die Mission UNOSOM II, um die humanitäre Krise in Somalia zu bewältigen und das Land zu stabilisieren. Die Bundeswehr beteiligte sich 1993/94 mit einem Unterstützungsverband.

  • Handgezeichnete Karte, auf der die Länder Türkei, Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien und das ehemalige Ost-Pakistan (heute Bangladesch) abgebildet sind. Auf der Karte sind einige wichtige Städte rot eingzeichnet.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Karachi – Teheran – Köln

    Im Dezember 1971 eskalierte der indisch-pakistanische Konflikt zu einer militärischen Auseinandersetzung. Die Luftwaffe der Bundeswehr evakuierte zahlreiche deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger aus der Region.

  • Maschinenschriftliches Dokument mit handschriftlichen Ergänzungen, Stempeln und Unterstreichungen
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Die Bundeswehr als Instrument der Außenpolitik

    Lange vor den Auslandseinsätzen in Somalia oder auf dem Balkan wurden Bundeswehr-Soldaten jenseits der Landes- und Bündnisverteidigung in andere Länder entsandt – nicht immer zu humanitären Einsätzen.

  • Mit Schreibmaschine ausgefüllte Tabelle auf einem Formular
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Ernstfall im Frieden

    Am 6. Dezember 1973 wütete vor der deutschen Nordseeküste ein Orkan. Mehrere Hubschrauber der Bundeswehr retteten die Besatzung eines untergehenden Frachters aus dem Sturm.