Nach 1990 rückten an die Stelle von Abschreckung und Verteidigung im Kalten Krieg neue potentielle Bedrohungen für die Sicherheit Deutschlands: Terrorismus, Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, regionale Konflikte, das Scheitern von Staaten sowie die organisierte Kriminalität. Daraus folgten neue Aufgaben für die Bundeswehr.
Der vielzitierte Satz des damaligen Verteidigungsministers Peter Struck aus dem Jahr 2002 steht stellvertretend für die Epoche weltweiter Auslandseinsätze der Bundeswehr im Rahmen der internationalen Krisen- und Konfliktbewältigung: „Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt.“
Das Archivgut im Bundesarchiv spiegelt die Herausforderungen der geopolitischen Veränderungen für die Bundeswehr wider: Trotz schwindender finanzieller und personeller Ressourcen sollte sie weiterhin Aufgaben der Landes- und Bündnisverteidigung erfüllen und dabei dem stetig wachsenden militärischen Engagement im Ausland entsprechen.
Nicht zu vergessen sind die humanitären Hilfseinsätze, die schon kurz nach der Aufstellung der Bundeswehr begannen. Zudem gab es heftige Kontroversen darüber, ob die deutschen Auslandseinsätze – insbesondere außerhalb des NATO-Bündnisgebiets – verfassungsmäßig seien.

