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Ein großes Schiff liegt in einem Hafen vor Anker. Im Vordergrund ist ein Pkw mit deutscher und US-amerikanischer Flagge zu sehen.

Deutscher Zerstörer „Hessen“ vor Anker im Hafen von Philadelphia während seiner USA-Reise, 14. Juli 1976, Quelle: BArch, B 145 Bild-00254030 / Wegmann, Ludwig

Mit „Gorch Fock“ und „Hessen“ in den USA

Im Jahr 1976 feierten die USA den 200. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Aus aller Welt reisten Staatsoberhäupter, Touristinnen und Touristen an, um diesen runden Geburtstag zu feiern. Auch die Bundeswehr beteiligte sich an den Feierlichkeiten.

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Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag der USA

Bereits Mitte der 1960er Jahre begannen in den USA die Vorbereitungen auf den „Bicentennial“, den 200. Geburtstag der Vereinigten Staaten von Amerika. Anstatt einer offiziellen, zentralen Feier fanden im ganzen Land unterschiedliche Feierlichkeiten statt. Diese koordinierte die „American Revolution Bicentennial Administration“.

Von deutscher Seite aus fiel die Beteiligung an der Geburtstagsfeier des transatlantischen Partners und wichtigsten NATO-Verbündeten hauptsächlich der Marine zu. Das Segelschulschiff „Gorch Fock“ und der Zerstörer „Hessen“ unternahmen im Jahr 1976 längere Amerikareisen, um die Bundesrepublik und die Bundeswehr bei Veranstaltungen zu repräsentieren. Die Fahrten waren als Ausbildungsreisen klassifiziert. Die deutschen Schiffe dienten für viele Meet-and-Greets mit Honoratioren, der Presse und US-amerikanischen Bürgerinnen und Bürgern, vor allem aber als Schauplätze für Politikerbesuche.

  • Maschinengeschriebenes Dokument mit Unterschrift
    Vermerk aus dem Führungsstab der Marine zur Route der geplanten USA-Reise des Zerstörers „Hessen“, 8. Februar 1976
  • Maschinenschriftliches Dokument mit handschriftlichen Ergänzungen und Stempeln
    Fernschreiben von Kapitän Klaus Schwabe über den Besuch der „Hessen“ in New York und ihre Teilnahme an der International Naval Review 1976 (Seite 1)
  • Maschinenschriftliches Dokument
    Fernschreiben von Kapitän Klaus Schwabe über den Besuch der „Hessen“ in New York und ihre Teilnahme an der International Naval Review 1976 (Seite 2)
  • Maschinenschriftliches Dokument
    Fernschreiben von Kapitän Klaus Schwabe über den Besuch der „Hessen“ in New York und ihre Teilnahme an der International Naval Review 1976 (Seite 3)
  • Maschinenschriftliches Dokument
    Fernschreiben von Kapitän Klaus Schwabe über den Besuch der „Hessen“ in New York und ihre Teilnahme an der International Naval Review 1976 (Seite 4)
  • Maschinenschriftliches Dokument
    Fernschreiben von Kapitän Klaus Schwabe über den Besuch der „Hessen“ in New York und ihre Teilnahme an der International Naval Review 1976 (Seite 5)

Flottenparade und Kanzlerbesuch

Das größte Ereignis der Feierlichkeiten zum „Bicentennial“ war eine große Flottenparade am 4. Juli 1976 in New York. An dieser „International Naval Review“ nahmen neben den beiden deutschen Einheiten Schiffe aus mehr als 40 Ländern teil. Bundesverteidigungsminister Georg Leber (SPD) war als Gast geladen. Zusammen mit US-Präsident Gerald Ford und anderen internationalen Gästen beobachtete er an Bord des amerikanischen Flugzeugträgers „USS Forrestal“ die Parade. Dieser war die „Operation Sail 76“ vorausgegangen: eine Segelregatta von den Bermudas nach Newport (Rhode Island), die die „Gorch Fock“ für sich entscheiden konnte.

  • Englischer Flyer in Blau-Weiß-Rot, auf dem mehrere Schiffe und die Freiheitsstatue zu sehen sind.
    Flyer zur International Naval Review am 4. Juli 1976 im Hafen von New York (Vorderseite)
  • Englischer Flyer in Blau-Weiß-Rot, auf dem ein Flugzeugträger und die Skizze einer Reiseroute zu sehen sind.
    Flyer zur International Naval Review am 4. Juli 1976 im Hafen von New York (Rückseite)

Nach der „International Naval Review“ und einem Besuch von Verteidigungsminister Leber blieb die „Hessen“ bis zum 8. Juli 1976 in New York. Tausende Amerikanerinnen und Amerikaner besuchten das Schiff jeden Tag während seiner Liegezeit.

Nach dem Auftakt in New York setzten die „Gorch Fock“ und die „Hessen“ ihre USA-Reise fort. Politischer Höhepunkt war der Besuch der „Gorch Fock“ in Baltimore (Maryland) Mitte Juli 1976.

Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) war ebenfalls auf Geburtstagsbesuch in den USA.  Er nutzte die Gelegenheit für einen offiziellen Empfang mit US-Präsident Ford und US-Außenminister Henry Kissinger an Bord des Segelschiffs. Einen Tag später stattete er auch der „Hessen“ einen Kurzbesuch ab. Sie lag in Philadelphia (Pennsylvania) vor Anker.

Nach einer kurzen Musterung stand für die „Gorch Fock“ und die „Hessen“ die Weiterreise an. Die „Hessen“ schloss ihre USA-Tour mit einem Besuch in Charleston (South Carolina) ab – Senator Strom Thurmond hatte eingeladen. Für die „Gorch Fock“ ging es nach ihrem Aufenthalt in Baltimore direkt weiter nach Grönland, dem nächsten Ziel ihrer Ausbildungsreise.

  • Maschinengeschriebenes Dokument mit handschriftlicher Überschrift in Blau-Gelb
    Chronik des Zerstörers „Hessen“ zur USA-Reise 1976 (Auszug)
  • Buchseite mit gekreuzter deutscher und amerikanischer Flagge sowie dem Schriftzug „200 Jahre USA“ oben. In der Mitte ist ein Bild von Verteidigungsminister Georg Leber auf dem Zerstörer „Hessen“ mit der Bildunterschrift „Minister Leber mustert Besatzung in New York“ zu sehen.
    Foto vom Besuch des Verteidigungsministers Georg Leber auf dem Zerstörer „Hessen“ im Hafen von New York nach der International Naval Review (Auszug aus der Chronik der „Hessen“ zur USA-Reise 1976)
  • Urkunde mit Unterschrift und offiziellem Siegel des Bürgermeisters der Stadt Clark
    Ehrenbürgerurkunde der Stadt Clark (New Jersey) für die Mannschaft der „Hessen“, 1976

Resümee des Verteidigungsministeriums

Im deutschen Verteidigungsministerium bewertete man die USA-Reise der beiden Schiffe als vollen Erfolg. Sie hatten große Aufmerksamkeit erhalten und die US-amerikanische Presse hatte sich positiv über die Hafenbesuche geäußert.

Auch im Jahr 2026 segelte die „Gorch Fock“ wieder in die USA, um Deutschland bei der Schiffsparade anlässlich der 250-Jahr-Feier in New York zu vertreten.

Weitere Recherchemöglichkeiten

Das Bundesarchiv hat einige Akten rund um die Teilnahme der Bundeswehr an den Bicentennial-Feierlichkeiten digitalisiert: