Der Beauftragte des Generalinspekteurs der Bundeswehr für Erziehung und Ausbildung (BEAGenInsp) liefert dem Generalinspekteur als oberstem militärischem Berater der Bundesregierung regelmäßige Bestandsaufnahmen zur inneren Lage der Truppe. Zu diesem Zweck besucht er die Einheiten und Dienststellen der Bundeswehr. Dort spricht der BEAGenInsp mit Soldaten aller Dienstgrade, um mehr über ihre Motivation, beruflichen Probleme und Einschätzung der Menschenführung und Ausbildung in der Bundeswehr zu erfahren. In diesen Gesprächen äußern sich die Soldaten zum Teil sehr offen, wie die hier präsentierte Akte dokumentiert.
Das vorliegende Dokument stammt aus der Archivalie mit der Signatur BArch, BW 2/59677. Die Akte ist Teil des Registraturguts des Führungsstabs der Streitkräfte. Sie enthält die beiden Zitatesammlungen „Blumenlese“ und „Blumenlese II“.
Historischer Hintergrund
Helmut Schmidt, Verteidigungsminister in der sozial-liberalen Regierung unter Willy Brandt, stieß zu Beginn der 1970er Jahre eine Reform der Ausbildung in der Bundeswehr an. Ein wichtiges Ziel dieser Bildungsreform bestand darin, den Dienst in der Bundeswehr für Zeitsoldaten attraktiver zu gestalten. Im Rahmen der militärischen Ausbildung sollten den Offizieren und Unteroffizieren Qualifikationen vermittelt werden, die auch für ein späteres ziviles Berufsleben nützlich waren. So wurden im Jahr 1973 die beiden Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München gegründet.
Das am 1. August 1970 eingerichtete Amt des Beauftragten des Generalinspekteurs der Bundeswehr für Erziehung und Ausbildung begleitete die Ausbildungsreformen in der Bundeswehr. Der BEAGenInsp sollte ihre Umsetzung überwachen und die Ausbildung in den Streitkräften vereinheitlichen. Er berichtet zu diesem Zweck bis heute regelmäßig über seine bei Truppenbesuchen gesammelten Eindrücke und Erfahrungen. Dadurch wurde er quasi zu einem Seismographen des inneren Zustandes der Bundeswehr. Seine Tätigkeitsberichte bilden neben den Berichten der Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages eine wichtige sozial- und alltagsgeschichtliche Quelle zur Bundeswehrgeschichte. Die „Blumenlese“-Dokumente sind ein Kondensat seiner Tätigkeit Anfang der 1980er Jahre.
Weitere Informationen zum BEAGenInsp
Die Aufgaben und Zuständigkeiten von Ämtern und Einrichtungen werden in sogenannten Organisationsunterlagen festgeschrieben.
Die Genese der Stelle des Beauftragten des Generalinspekteurs der Bundeswehr für Erziehung und Ausbildung sowie eine erste Dienstanweisung mit der Definition seiner Aufgaben und Kompetenzen sind in der nachfolgenden Akte überliefert.
Link zur Akte BArch, BW 2/9743