Direkt zum Seiteninhalt springen
Rundschreiben in Maschinentext auf Briefpapier mit NSDAP-Emblem

Rundschreiben des Leiters der NSDAP-Partei-Kanzlei vom 9. Dezember 1944 zur Versorgung der Bevölkerung mit Weihnachtsbäumen (Seite 1), Quelle: BArch, NS 6/349, Image 0067

Versorgung der Bevölkerung mit Weihnachtsbäumen zu Kriegszeiten

Martin Bormann, Leiter der NSDAP-Partei-Kanzlei betonte in einem Rundschreiben im Dezember 1944 die Wichtigkeit der Versorgung der Bevölkerung mit Weihnachtsbäumen.

  • Rundschreiben in Maschinentext auf Briefpapier mit NSDAP-Emblem
    Rundschreiben des Leiters der NSDAP-Partei-Kanzlei vom 9. Dezember 1944 zur Versorgung der Bevölkerung mit Weihnachtsbäumen (Seite 1)
  • Zweite Seite eines Rundschreibens in Maschinentext mit händischer Unterschrift
    Rundschreiben des Leiters der NSDAP-Partei-Kanzlei vom 9. Dezember 1944 zur Versorgung der Bevölkerung mit Weihnachtsbäumen (Seite 2)

Die Weihnachtszeit 1944 stand im Deutschen Reich im Zeichen des Krieges: Die Gebietsverluste an Ost- und Westfront nahmen stetig zu, die alliierten Streitkräfte zerstörten deutsche Städte, Industrie und Infrastruktur, und die Versorgungslage der Bevölkerung verschlechterte sich in den letzten Monaten des Jahres 1944  immer mehr. Die Moral der Deutschen war auf einem Tiefpunkt.

Damit die Stimmung zur Weihnachtszeit nicht noch weiter sank, wollte die NSDAP während des Festes für etwas Normalität sorgen – durch Weihnachtsbäume.

Martin Bormann, Leiter der NSDAP-Partei-Kanzlei, betonte Anfang Dezember 1944 in einem Rundschreiben die „hohe symbolische Bedeutung des Weihnachtsbaums“ für das deutsche Volk. Sein Fehlen würde „stimmungsmäßig bedenkliche Folgen haben“. Daher sollte die Versorgung der Bevölkerung mit Weihnachtsbäumen „unter Ausschöpfung aller örtlichen Möglichkeiten“ ermöglicht werden.

Die Bäume sollten lokal geschlagen werden, da die Verkehrslage keinen Eisenbahntransport von Weihnachtsbäumen zuließ. Familien mit Kindern sollten „weitgehendst“ einen Baum erhalten. Kinderlosen Familien sowie alleinstehenden Personen sollten zumindest Tannenzweige zur Verfügung gestellt werden.

Bormanns Rundschreiben ist im Bundesarchiv-Bestand NS 6 zur Partei-Kanzlei der NSDAP überliefert. Er ist über invenio digital abrufbar.

Blick über den entbaumten Tiergarten auf den zerstörten Reichstag. Im Vordergrund steht eine zerstörte 8,8-cm-Flak 18/36/37
Themenseite

Vom „D-Day“ bis zur bedingungslosen Kapitulation – das letzte Kriegsjahr 1944/45

Mit der Landung der Alliierten in Frankreich am 6. Juni 1944 begann die letzte Phase des Zweiten Weltkriegs. In den folgenden elf Monaten entschied die Anti-Hitler-Koalition den Krieg gegen Deutschland für sich. Das Bundesarchiv präsentiert zum 80. Jahrestag des Kriegsendes Archivalien zu wichtigen Ereignissen im letzten Kriegsjahr 1944/45