Der Ursprung des Fackellaufs
Der Olympische Fackellauf hat seinen Ursprung nicht im antiken Griechenland: Er geht auf eine Idee des Archäologen Alfred Schiff zurück, des persönlichen Beraters von Carl Diem. Diem war Generalsekretär des Organisationskomitees der Sommerspiele 1936 in Berlin.
Alfred Schiff hatte nicht nur an archäologischen Ausgrabungen in Athen und Olympia mitgewirkt, er war auch Schiedsrichter (u. a. im Fechten) und Mannschaftsbetreuer bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen gewesen. Schiff war jüdischen Glaubens. Aus diesem Grund wurde er 1933 seiner Funktion als Verwaltungsdirektor an der „Deutschen Hochschule für Leibesübungen“ enthoben. Dennoch unterstütze Carl Diem seinen Kollegen finanziell weiter und übertrug ihm Planungsaufgaben im Rahmenprogramm der Olympischen Spiele in Berlin.
Basierend auf antiken Schriftquellen und Darstellungen von Fackelläufern in Relief- und Vasenbildern, entwickelte Schiff die Idee eines Olympischen Fackellaufs. Fackelläufe wurden in der Antike zwar nicht bei Olympischen Spielen durchgeführt, sie waren aber Teil des Kults für Licht- und Feuergottheiten wie Hephaistos oder bei religiös-athletischen Festen wie den Panathenäen zu Ehren der Göttin Athene.





