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Fackellauf im Vorfeld der Olympischen Spiele 1936

Fackellauf im Vorfeld der Olympischen Spiele 1936, Quelle: BArch, Bild 146-1976-116-08A / o. Ang.

Der Olympische Fackellauf bei den Sommerspielen in Berlin 1936

Der erste Olympische Fackellauf der Geschichte ging auf eine Idee des Archäologen Alfred Schiff zurück und startete am 20. Juli 1936 im antiken Heiligtum von Olympia in Griechenland. Pünktlich zu den Eröffnungsfeierlichkeiten der Sommerspiele am 1. August 1936 sollte die Fackel die Reichshauptstadt Berlin erreichen.

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Der Ursprung des Fackellaufs

Der Olympische Fackellauf hat seinen Ursprung nicht im antiken Griechenland: Er geht auf eine Idee des Archäologen Alfred Schiff zurück, des persönlichen Beraters von Carl Diem. Diem war Generalsekretär des Organisationskomitees der Sommerspiele 1936 in Berlin.

Alfred Schiff hatte nicht nur an archäologischen Ausgrabungen in Athen und Olympia mitgewirkt, er war auch Schiedsrichter (u. a. im Fechten) und Mannschaftsbetreuer bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen gewesen. Schiff war jüdischen Glaubens. Aus diesem Grund wurde er 1933 seiner Funktion als Verwaltungsdirektor an der  „Deutschen Hochschule für Leibesübungen“ enthoben. Dennoch unterstütze Carl Diem seinen Kollegen finanziell weiter und übertrug ihm Planungsaufgaben im Rahmenprogramm der Olympischen Spiele in Berlin.

Basierend auf antiken Schriftquellen und Darstellungen von Fackelläufern in Relief- und Vasenbildern, entwickelte Schiff die Idee eines Olympischen Fackellaufs. Fackelläufe wurden in der Antike zwar nicht bei Olympischen Spielen durchgeführt, sie waren aber Teil des Kults für Licht- und Feuergottheiten wie Hephaistos oder bei religiös-athletischen Festen wie den Panathenäen zu Ehren der Göttin Athene.

  • Plakat für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin mit dem Weg des Olympischen Fackellaufs von Olympia in Griechenland bis nach Berlin
    Plakat für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin mit dem Weg des Olympischen Fackellaufs von Olympia in Griechenland bis nach Berlin

Von Olympia nach Berlin

Am 20. Juli 1936 startete der Fackellauf für die Olympischen Sommerspiele 1936 in der antiken Ruinenstätte von Olympia mit dem ersten Fackelträger, dem Griechen Konstantinos Kondylis. Insgesamt trugen 3075 Läufer die Fackel durch sieben Länder: Griechenland, Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn, Österreich, Tschechoslowakei und Deutschland. In zahlreichen Städten fanden bei der Ankunft der Fackel Veranstaltungen und Feste statt, sogenannte „Weihestunden“. In Athen beispielsweise gedachte man in einer Zeremonie im Panathinakio-Stadion der ersten Spiele der Neuzeit, in Budapest entzündete man mit der olympischen Flamme ein Feuer vor dem Grab des Unbekannten Soldaten.

Plan der Ruinenstätte von Olympia (1942)
Plan der Ruinenstätte von Olympia mit dem Sockel des Olympischen Feuers für die Sommerspiele 1936 im Nordwesten der Ruinenstätte  (1942)Quelle: BArchMSG 243/1321

Die Filmproduktionsfirma Germania-Selenophon Tobis produzierte nach den Sommerspielen einen Filmbericht über die Olympischen Spiele in Berlin. Darin zeigte sie auch den Weg der Fackelläufer durch Österreich – mitsamt einer „Weihestunde“ in Wien und der Fackelübergabe an der Grenze zur Tschechoslowakei.

In der Tschechoslowakei führte die Karte auf dem weiter oben in diesem Beitrag dargestellten Plakat zu Protesten. Teile des Sudetenlands im Norden der Tschechoslowakei waren auf dieser Karte Teil des Deutschen Reichs. Um gegen diese deutschen „Übernahmefantasien“ zu demonstrieren, störten in Prag Demonstranten die Feierlichkeiten zur Ankunft der Olympischen Fackel.

Eine Karikatur aus der Zeitung „Nachrichten der Wolgadeutschen“ vom 15. Juli 1936 nahm diese Angelegenheit aufs Korn. Tatsächlich annektierte das Deutsche Reich das Sudetenland nach der Unterzeichnung des Münchener Abkommens am 30. September 1938.

  • Karikatur aus der Zeitung „Nachrichten der Wolgadeutschen“ vom 15. Juli 1936
    Karikatur aus der Zeitung „Nachrichten der Wolgadeutschen“ vom 15. Juli 1936

Am 1. August 1936 erreichte der Fackellauf schließlich Berlin. Fritz Schilgen, ein deutscher Langstreckenläufer, entzündete die olympische Flamme bei der Eröffnugnsfeier im Olympiastadion.

Das Olympiajahr 1936: Eine Chronologie

1936 blickte die Welt nach Deutschland: Vom 6. bis 16. Februar war Garmisch-Partenkirchen Austragungsort der Olympischen Winterspiele; die Sommerspiele richtete die Reichshauptstadt Berlin vom 1. bis 16. August aus. Das nationalsozialistische RegimeRegimeAuch Regimeverhältnisse. Gesamtheit der Verhältnisse und Lebensbedingungen eines Landes oder... erkannte die Möglichkeiten, die das Großereignis für seine Propaganda bot: Der deutsche NS-Staat konnte sich auf der Weltbühne als friedliebende Nation präsentieren – obwohl er Jüdinnen, Juden und Andersdenkende verfolgte, die ersten Konzentrationslager errichtete und heimlich für einen Krieg aufrüstete.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Chronologie zum Olympiajahr 1936. Darin finden Sie zahlreiche Beiträge zum Verlauf der Olympischen Winter- und Sommerspiele 1936 sowie zu weiteren Ereignissen des Jahres 1936 mit einer Auswahl an Archivgut aus dem Bundesarchiv.

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    Olympia 1936 im nationalsozialistischen Deutschland

    1936 fanden die Olympischen Winter- und Sommerspiele in Deutschland statt – und damit das größte Sportereignis der Welt. Die Nationalsozialisten nutzten es für ihre Propaganda. Zum 90. Jahrestag der Spiele präsentiert das Bundesarchiv Archivalien aus dem Olympiajahr 1936.