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Schwarz-Weiß-Fotografie mit drei Herren und einer Frau in formeller Kleidung, lächelnd und an einem langen Tisch sitzend

SED-Chef Walter Ulbricht empfängt am 25.11.1965 Schriftstellerinnen und Schriftsteller zum Gespräch. V.r.n.l.: Walter Ulbricht, Anna Seghers, Erich Honecker und Dieter Noll, Quelle: BArch, Bild 183-D1125-0012-004 / Kohls, Ulrich

Kulturkampf und „Kahlschlag“

Das „Kahlschlag“-Plenum gilt als entscheidende Zäsur in der Kulturpolitik der DDR. Die SED-Spitze rechnete hier mit kritischen Schriftstellern und Intellektuellen ab und warf den Kulturtätigen vor, die Jugend negativ zu beeinflussen.

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Wirtschaftspolitik sollte das eigentliche Kernthema des 11. Plenums des Zentralkomitees (ZK) der SED vom 15. bis 18. Dezember 1965 werden. SED-Chef Walter Ulbricht wollte auf der Tagung über die innerhalb der Partei umstrittenen Reformen des Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung (NÖSPL) abstimmen lassen. Diese sahen dezentralere Strukturen und eine stärkere Eigenständigkeit der Betriebe innerhalb der Planwirtschaft vor. Nach dem Suizid Erich Apels – des Leiters der Staatlichen Plankommission – am 3. Dezember 1965 rückte stattdessen die ideologische Auseinandersetzung mit der Kultur- und Jugendpolitik in den Mittelpunkt der Debatten.

In der DDR hatte sich bereits in den Monaten zuvor ein kulturpolitischer Kurswechsel angebahnt, den die neue sowjetische Führung angestoßen hatte. Leonid Breschnew war im Herbst 1964 Nachfolger von Nikita Chruschtschow als Staatsoberhaupt der Sowjetunion geworden. Chruschtschow hatte nach Stalins Tod 1953 mit der „Tauwetter-Periode“ in den Ostblockstaaten eine kurze Phase größerer kultureller Freiheit eingeleitet. Mit Breschnews Amtsantritt endete diese.

KPdSU-Chef Leonid Breshnew (links Mitte) begrüßt in auf dem Flughafen in Moskau den Ersten Sekretär des ZK der SED, Walter Ulbricht.
KPdSU-Chef Leonid Breshnew (links Mitte) begrüßt in Moskau den Ersten Sekretär des ZK der SED, Walter Ulbricht, 17. September 1965Quelle: BArch, Bild 183-D1012-0100-002 / Gahlbeck, Friedrich

Jugendpolitik und Beatmusik
 

Schwarzweißaufnahme von Zeitschriften und mehreren Plattencovern, darunter LPs von den Beatles und den Rolling Stones
Bei einer Wohnungsdurchsuchung von der Stasi festgestellte "Schund- und Schmutzliteratur"Quelle: BArch, MfS, BV Leipzig, AU, Nr. 348/67, Bd. 7, Bild 97

„Welchen Takt die Jugend wählt, ist ihr überlassen: Hauptsache, sie bleibt taktvoll!“ hieß es noch im „Jugendkommuniqué“, das das Politbüro des ZK der SED im Neuen Deutschland 1963 veröffentlichte. Die SED versprach der DDR-Jugend, mehr Vertrauen in sie zu setzen und größere Freiheiten zu gewähren, u. a. in Bezug auf die populäre Beatmusik.

Die Medien reagierten prompt auf die gelockerte Kulturpolitik. Anfang des Jahres 1965 veröffentlichte der VEB Deutsche Schallplatten neben ersten Platten von DDR-Beatgruppen, wie den „Butlers“ und den „Sputniks“, auch eine Lizenz-LP der Beatles. Weiterhin verstärkte das 1964 im DDR-Rundfunk gegründete Jugendprogramm DT 64 die Begeisterung für Beatmusik unter den Jugendlichen.

Im Spätsommer 1965 veränderte sich die staatliche Haltung gegenüber der Beatmusik zunehmend. Bei einem Konzert der Rolling Stones in der West-Berliner Waldbühne war es im September 1965 zu schweren Ausschreitungen Tausender Fans gekommen. Daraufhin sahen sich die Spitzenfunktionäre der SED darin bestätigt, westliche kulturelle Einflüsse auf die DDR-Jugendlichen zu unterbinden. Ein ZK-Beschluss vom 11. Oktober 1965 sorgte für ein Auftrittsverbot vieler Amateurbeatbands. Ihren Unmut gegen das Musikverbot äußerten Hunderte von Jugendlichen bei einer Demonstration am 31. Oktober 1965 in Leipzig, die die Volkspolizei gewaltsam auflöste.

Vor dem Plenum: SED und DDR-Kulturszene
 

Ab Mitte der 1960er Jahre verfolgte die DDR-Regierung sehr genau, welche Künstlerinnen und Künstler sowie Intellektuelle sich öffentlich – insbesondere in westdeutschen Medien – politisch äußerten. Der Chemiker und Regimekritiker Robert Havemann verlor wegen eines unautorisierten Artikels im „Hamburger Echo am Abend“ im März 1964 seine Professur an der Humboldt-Universität sowie seine SED-Mitgliedschaft. Der Schriftsteller Stefan Heym verärgerte die Hardliner im Politbüro mit seinem im Sommer 1965 in der westdeutschen „Zeit“ veröffentlichten Artikel „Die Langeweile von Minsk“. Darin kritisierte er die sozialistische Zensur. Auch der Liedermacher Wolf Biermann hatte mit politischen Gedichten in dem 1965 im West-Berliner Verlag Klaus Wagenbach veröffentlichten Lyrikband „Die Drahtharfe“ für einen Affront gesorgt.

Im Vorfeld des 11. Plenums traf sich Walter Ulbricht am 25. November 1965 mit prominenten Schriftstellerinnen und Schriftstellern zu einem Gespräch. Das Thema: „Humanismus und Realismus in der DDR“. Der Grundtenor des im Dezember folgenden „Kahlschlag-Plenums“ wurde hier bereits deutlich. Ulbricht unterstellte einigen literarischen Werken, durch „skeptizistische“ Tendenzen einen negativen Einfluss auf die DDR-Jugend auszuüben. Am Beispiel von Werner Bräunigs Roman „Rummelplatz“ kritisierte er die „Schweinereien“, die das Werk schildere. Die Zeitschrift „Neue Deutsche Literatur“ (NDL) hatte zuvor Auszüge aus dem Roman veröffentlicht. Bräunig beschrieb in dem als Entwicklungsroman angelegten Text ungeschönt die Zustände des Bergbauunternehmens SDAG Wismut in den 1950er Jahren.

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    Auszug aus dem Protokoll des Gesprächs zwischen Walter <span class="nanospell-typo">Ulbricht</span> und Schriftstellerinnen und Schriftstellern am 25. November 1965
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    Auszug aus dem Protokoll des Gesprächs zwischen Walter <span class="nanospell-typo">Ulbricht</span> und Schriftstellerinnen und Schriftstellern am 25. November 1965
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    Auszug aus dem Protokoll des Gesprächs zwischen Walter <span class="nanospell-typo">Ulbricht</span> und Schriftstellerinnen und Schriftstellern am 25. November 1965
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    Auszug aus dem Protokoll des Gesprächs zwischen Walter <span class="nanospell-typo">Ulbricht</span> und Schriftstellerinnen und Schriftstellern am 25. November 1965
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    Auszug aus dem Protokoll des Gesprächs zwischen Walter <span class="nanospell-typo">Ulbricht</span> und Schriftstellerinnen und Schriftstellern am 25. November 1965

Die dogmatischen SED-Funktionäre um Erich Honecker bereiteten die Rücknahme der begonnenen Reformen gezielt vor. Dafür ließen sie sich ausdrücklich den Rückhalt der Sowjetunion versichern. Während Breschnews DDR-Besuch vom 27. bis 29. November 1965 gab es ein inoffizielles Treffen der Parteispitze mit dem KPdSU-Chef. Laut Honeckers Bericht auf dem Plenum ging es dabei auch um die „neuen Probleme auf dem Gebiet der Ideologie und Kultur“. Zudem diente die Moskaureise von SED-Chefideologe Kurt Hager Anfang Dezember 1965 dazu, die Zustimmung des „Großen Bruders“ einzuholen. Am 14. Dezember 1965 übergab Hager den Mitgliedern und Kandidaten des Politbüros des ZK seinen Bericht über die Aussprache mit Pjotr Nilowitsch Demitschew, dem Sekretär des ZK der KPdSU. Darin versichert Hager, die sowjetische Führung würde „unsere Initiative zur ideologischen Zusammenarbeit sehr begrüßen“. Sie sei „mit uns, was die Vorschläge anbetrifft, in vollständiger Übereinstimmung“.

Ebenfalls einen Tag vor Beginn des Plenums erhielten die Teilnehmenden zur Vorbereitung eine Lesemappe. Hier waren u. a. Heyms Artikel „Die Langeweile von Minsk“, ein Gutachten zu Biermanns „Drahtharfe“ sowie Berichte zu kriminellen Handlungen von Jugendlichen und dem Auftreten von „Rowdygruppen“ enthalten. Die Inhalte sollten bewusst einen Zusammenhang zwischen Missständen in der Jugendpolitik und einer „liberalen“ Kulturpolitik herstellen. Analog zu den Lesematerialien gab es Filmvorführungen zu Kurt Maetzigs „Das Kaninchen bin ich“ und Frank Vogels „Denk bloß nicht, ich heule“ am Abend vor der Tagung.

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    Auszug aus dem Bericht Kurt <span class="nanospell-typo">Hagers</span> über die Aussprache mit <span class="nanospell-typo">Pjotr</span> <span class="nanospell-typo">Nilowitsch</span> <span class="nanospell-typo">Demitschew</span>
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    Auszug aus dem Bericht Kurt <span class="nanospell-typo">Hagers</span> über die Aussprache mit <span class="nanospell-typo">Pjotr</span> <span class="nanospell-typo">Nilowitsch</span> <span class="nanospell-typo">Demitschew</span>
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    Lesematerialien zur 11. Tagung des Zentralkomitees der SED
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    Lesematerialien zur 11. Tagung des Zentralkomitees der SED
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    Lesematerialien zur 11. Tagung des Zentralkomitees der SED
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    Lesematerialien zur 11. Tagung des Zentralkomitees der SED

„Kampf um Sauberkeit und Moral“ – Angriff auf die Kulturtätigen

Erich Honecker eröffnete die Debatte mit dem Bericht des Politbüros. Er prägte mit seinen Attacken auf einzelne Werke und Intellektuelle den kulturellen „Kahlschlag“ des 11. Plenums. Als Ursachen für ein vermehrtes Aufkommen jugendlicher Straftaten und „Rowdytum“ bezichtigte er neben Radiosendungen des DT 64 die beiden zuvor gezeigten Filme. Auch Heiner Müllers Theaterstück „Der Bau“ und Stefan Heyms unveröffentlichten Roman „Tag X“ über den Volksaufstand 1953 griff er wegen ihrer angeblich falschen Darstellung der DDR an. Er warf den Künstlern vor, durch die „Verbreitung von Unmoral und Skeptizismus […] im Zuge einer sogenannten Liberalisierung die Deutsche Demokratische Republik von innen her aufweichen zu wollen“.

„Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Yeah-Yeah-Yeah, und wie das alles heißt, ja, sollte man doch Schluss machen.“

Walter Ulbricht
BArch, TonY 1/1365/7 (1:19:37)

Obwohl Walter Ulbricht die Neuausrichtung des Plenums nicht selbst initiiert hatte, schwenkte er auf den harten Kurs von Honecker ein. Er beschuldigte die Künstlerinnen und Künstler, „nur nach dem Westen zu blicken“ und kündigte insbesondere in Hinblick auf die Beatmusik an: „Man sollte diesen Dingen ein Ende bereiten […]“

Den einzigen offenen Widerspruch auf dem Plenum lieferte Christa Wolf, indem sie die „Politik des Mal-so-mal-so-Sprechens“ der Kulturabteilung des ZK kritisierte. Sie plädierte, Kunst sei nicht möglich ohne Wagnis. Außerdem verteidigte sie – wie auch schon beim Treffen mit Ulbricht am 25. November 1965 – den „Rummelplatz“ von Werner Bräunig. Die Rednerinnen und Redner des Plenums hatten diesen wiederholt als „pornographisch“ und „antisozialistisch“ angegriffen.

  • Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Auszug aus Erich Honeckers Bericht des Politbüros auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
  • Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED
    Rede von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des ZK der SED

Die Folgen des „Kahlschlags“

Auf dem 11. Plenum des ZK der SED besiegelten der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht und die Antireformer in der Parteispitze um Erich Honecker offiziell das Ende einer kurzzeitig liberaleren Jugend- und Kulturpolitik.

Der Kulturkampf um die Deutungshoheit auf dem 11. Plenum sorgte im Nachgang ganz unmittelbar für die Zensur und Verbannung der dort diskreditierten Werke. Zwölf DEFA-Filme, darunter „Spur der Steine“, „Das Kaninchen bin ich“ und „Denk bloß nicht, ich heule“ wurden verboten. Sie waren erst 1989 bzw. 1990 nach dem Ende der DDR wieder zu sehen. Die Theaterstücke „Der Bau“ von Heiner Müller und „ZAZA“ von Manfred Bieler durften nicht mehr aufgeführt werden. Auch Werner Bräunigs „Rummelplatz“ erschien erst posthum im Jahr 2007. Wolf Biermann und Stefan Heym erhielten Auftritts- bzw. Publikationsverbote. Außerdem standen sie – wie auch der mit einem Berufsverbot belegte Robert Havemann – unter der zunehmenden Beobachtung durch das Ministerium für StaatssicherheitMinisterium für StaatssicherheitDas Ministerium für Staatssicherheit (umgangssprachlich oft kurz "Stasi") war politische... (MfSMinisterium für StaatssicherheitDas Ministerium für Staatssicherheit (umgangssprachlich oft kurz "Stasi") war politische...).

Die SED verschärfte in der Folge ihre Jugendpolitik und ging gezielt gegen unangepasste Jugendliche vor. MfS-Chef Erich MielkeMielke, Erich28.12.1907 - 21.05.2000 erließ am 15. Mai 1966 den Befehl 11/66 zur „Bekämpfung der politisch-ideologischen Diversion und Untergrundtätigkeit unter jugendlichen Personenkreisen in der DDR“. Zusammen mit der Dienstanweisung Nr. 4/66 bildete dieser die Grundlage für die dauerhafte Überwachung einer alternativen Jugendkultur in der DDR.

Berlin, "Kino International".- Manfred Krug Autogramm schreibend, rechts Egon Krenz
Manfred Krug (l.) und Staatsratsvorsitzender Egon Krenz (r.) im Kino „International“ kurz vor der Wiederaufführung des Films „Spur der Steine“, Berlin 23. November 1989Quelle: BArch, Bild 183-1989-1123-035 / Settnik, Bernd

Literaturhinweise

  • Günter Agde (Hg.): Kahlschlag. Das 11. Plenum des ZK der SED 1965. Studien und Dokumente, Berlin 2000.
  • Monika Kaiser: Machtwechsel von Ulbricht zu Honecker. Funktionsmechanismen der SED-Diktatur in Konfliktsituationen 1962 bis 1972, Berlin 1997.
  • Andreas Kötzing / Ralf Schenk (Hg.): Verbotene Utopie. Die SED, die DEFA und das 11. Plenum, Berlin 2015.
  • Andreas Kötzing: Grünes Licht aus Moskau. Die SED-Führung am Vorabend des „Kahlschlag“-Plenums, in: Deutschland Archiv (2016), S. 33–43.
  • Werner Mittenzwei: Die Intellektuellen. Literatur und Politik in Ostdeutschland 1945–2000, Leipzig 2001.

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