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Menschen in Stranskörben

Urlaub am Ostseestrand von Börgerende 1986, Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-1986-0804-020,
Fotograf: Sindermann

Vortrag und Gespräch

Ein System geht baden

Tourismus und politische Überwachung in der DDR

Zeit

27. Mai 2026, 19:00 Uhr

Ort

Festsaal
Klützer Straße 11
23946 Ostseebad Boltenhagen

Veranstalter

Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv Rostock
Straße der Demokratie 2
18196 Waldeck-Dummerstorf
Telefon: 030 18665-1200
E-Mail: rostock.stasiunterlagenarchiv@bundesarchiv.de

Eintrittspreise

Der Eintritt ist frei.

Urlaub, Strand und Sonnenschein – dies fiel den meisten DDR-Bürgerinnen und -Bürgern ein, wenn sie an den Bezirk Rostock dachten. Zum Bezirk zählte die gesamte Ostseeküste der DDR, samt der (Halb-)Inseln Poel, Hiddensee, Rügen und Usedom. Wer hier seinen Urlaub verleben wollte, konnte sich den politischen Verhältnissen nicht gänzlich entziehen. Bereits einen der begehrten Urlaubsplätze zu bekommen war schwierig. Es erschien auch deshalb ratsam, politisch nicht negativ aufzufallen. Wie überall im SED-Staat herrschte oft Versorgungsmangel, dafür aber Misstrauen im Überfluss. Ab Eintritt der Dunkelheit galt der Strand als Sperrgebiet. Scheinwerfer suchten nach Flüchtenden. Soldaten patrouillierten an Land und observierten auf Grenztürmen. Im Hinterland lagen Volkspolizei, Stasi und viele Helfer auf der Lauer. Trotz alledem versuchten zahlreiche Menschen die Flucht. Auch tauchten in den Küstenorten gelegentlich systemkritische Losungen und Flugblätter auf.

Beim Vortrag in Boltenhagen am 27. Mai wirft der Historiker Dr. Christian Halbrock einen Blick auf die DDR-Jahre, auf eine Zeit, in der eine Partei nicht nur bestimmen wollte, was gesagt und getan wurde, sondern auch wie man Urlaub machte.

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