Zeit
26. September 2026, 14:30 Uhr
Ort
Bundesarchiv, Stasi-Unterlagen-Archiv Schwerin
Görslow, Resthof
19067 Leezen
Telefon: 030 18665 -1400
Veranstalter
Bundesarchiv, Stasi-Unterlagen-Archiv Schwerin
Görslow, Resthof
19067 Leezen
Telefon: 030 18665 -1400
Eintrittspreise
Der Eintritt ist frei.
Wir geben bei unseren Führungen Einblick in die Arbeitsweisen und Überlieferungen der DDR-Geheimpolizei. Vorab können Sie Vorträge, Podiumsdiskussionen oder Zeitzeugengespräche zu Themen aus den Stasi-Akten besuchen. Zusätzlich ist der Antrag auf persönliche Einsicht in die Stasi-Unterlagen möglich. Bitte bringen Sie dafür ein gültiges Ausweisdokument mit.
Archivführung
Das Ministerium für Staatssicherheit sammelte massenhaft Daten, nicht nur in seiner Zentrale in Berlin, sondern auch in Archiven der Dienststellen in den DDR-Bezirksstädten. Das Schweriner Archiv verwahrt neben Akten, Karteikarten auch Fotos auch Objekte der DDR-Geheimpolizei. Insgesamt lagern hier etwa 2.370 laufende Meter an Unterlagen. Sie zeigen Aufbau, Arbeits- und Wirkungsweise der Staatssicherheit im ehemaligen Bezirk Schwerin, dokumentieren aber auch Geschichten von Zivilcourage und Widerstand.
Die Führungen starten im Anschluss an den Vortrag.
Vortrag, Gespräch und Ausstellungseröffnung
Der Weg zur Wiedervereinigung 1989/90 in Dokumenten und Fotografien
Sogenannte Zwischenfälle an der innerdeutschen Grenze, Behinderungen im Berlin-Verkehr, Spionageaffären, Botschaftsbesetzungen und vieles mehr beeinträchtigten über Jahrzehnte die Beziehungen im gespaltenen Deutschland.
Wie gingen die jeweiligen Bundesregierungen mit diesen Ereignissen um? In welcher Weise erörterte z. B. das Kabinett Kohl die Entwicklungen 1989 in der DDR und wie begründete es seine Entscheidungen? In der Edition „Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung“ des Bundesarchivs finden sich hinreichend Ansatzpunkte, diesen Fragen nachzugehen.
In ihrem Vortrag „Die Kabinettsprotokolle 1989/90. Der Weg zur Wiedervereinigung. Eine ‚Gratwanderung‘ in der deutsch-deutschen Politik“ am Samstag, 26. September, gibt Uta Rössel (Bundesarchiv) im Stasi-Unterlagen-Archiv Schwerin einen Einblick in die editorische Tätigkeit und regt mittels Beispielen dazu an, anhand von Quellen politische Entscheidungsprozesse zu erkunden.
Mit den „Kabinettsprotokollen“ verantwortet das Bundesarchiv seit mehr als 40 Jahren eine einzigartige wissenschaftliche Editionsreihe. Darin veröffentlicht es die ursprünglich geheim eingestuften Sitzungsprotokolle des Bundeskabinetts und seiner Ausschüsse kontinuierlich nach Ablauf der 30-Jahre-Sperrfrist. Seit 2003 ist die Buchreihe auch digital abrufbar. Die aktuell offengelegten Beratungen der Kabinette von Adenauer bis Kohl sollen „das Verständnis für die Arbeitsweise einer Regierung in der parlamentarischen Demokratie“ vertiefen (Geleitwort zum Band 1949).
Neben dem Vortrag eröffnet an dem Tag auch die Fotoausstellung „Herbst ´89: Proteste und Paraden in der DDR“. Sie spiegelt eindrucksvoll die damalige Zeit wider und zeigt die Ambivalenzen und Widersprüche des Jahres 1989. Während die Parteiführung unbeirrt den 40. Jahrestag der Gründung der DDR mit einer großen Militärparade und Fackelmärschen der Freien Deutschen Jugend feierte, ließen sich die Zeichen, dass sich etwas ändern muss, nicht mehr übersehen: Massenflucht, Proteste gegen die SED-Diktatur, Demonstrationen für demokratische Grundrechte – friedlich und gewaltfrei trugen Hunderttausende Menschen im ganzen Land die Forderungen nach Reformen immer lauter vor.
Vor und nach der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Einsicht in Stasi-Unterlagen zu stellen. Hierfür ist ein gültiges Personaldokument mitzubringen.