Zeit
13. September 2026, 11:00 Uhr
Ort
Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv Neubrandenburg
Neustrelitzer Straße 120
17033 Neubrandenburg
Telefon: 030 18665-1600
E-Mail: neubrandenburg.stasiunterlagenarchiv@bundesarchiv.de
Veranstalter
Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv Neubrandenburg
Neustrelitzer Straße 120
17033 Neubrandenburg
Telefon: 030 18665-1600
E-Mail: neubrandenburg.stasiunterlagenarchiv@bundesarchiv.de
Mitveranstalter
Gedenkort Lindenberg e.V.
Neubrandenburg
Eintrittspreise
Der Eintritt ist frei.
Das Bundesarchiv - Stasi-Unterlagen-Archiv Halle lädt am Sonntag, 13. September 2026 von 11 bis 16 Uhr unter dem diesjährigen Motto "NETZwerke: Denkmale & Infrastruktur" zum Tag des offenen Denkmals ein und bietet Geländeführungen, Ausstellungen sowie die Möglichkeit der Archivbesichtigung an.
Obwohl im offiziellen Stadtplan von Halle zu DDR-Zeiten nicht eingezeichnet, lag westlich des Gimritzer Dammes eine Stadt in der Stadt: das Gelände der Stasi-Bezirksverwaltung Halle. Die Geländeführungen (Beginn: 11.30 Uhr und 14.00 Uhr) informieren über die Bau- und Nutzungsgeschichte des historischen Ortes - der mittlerweile in Teilen den Status eines Baudenkmals trägt - und beleuchten gleichsam die frühere Infrastruktur und Logistik der Repression. Sie geben außerdem Auskunft darüber, wie die örtlichen Stasi-Mitarbeiter in der Mangelwirtschaft versorgt wurden, an der hauseigenen Bar feierten und einer permanenten Selbstüberwachung der Geheimpolizei unterlagen.
Ein Rundgang durch das Archiv folgt den geschichtlichen Spuren der Stasi in Halle ebenfalls und vermittelt allein anhand des großen Umfanges der überlieferten Archivalien einen ersten Eindruck der damaligen geheimpolizeilichen Tätigkeit. Hier verwahrt das Archiv über 7.000 laufende Meter Akten, zahlreiche Fotos und umfangreiches audiovisuelles Material. Die Unterlagen dokumentieren Überwachung und Repression, aber auch Geschichten von Opposition und Widerstand. Zusätzlich zu diesem Bestand verwahrt die Außenstelle Halle derzeit rund 11.000 Papiersäcke aus verschiedenen Standorten des Stasi-Unterlagen-Archivs - darin Unterlagen, die die Stasi noch eilends zerriss, um sie so kurz vor der eigenen Auflösung auf diesem Weg der Nachnutzung zu entziehen. Wie die zerrissenen Unterlagen heute gesichert und zugänglich gemacht werden, beleuchtet eine Präsentation zur "Rekonstruktion von Stasi-Unterlagen" unter anderem am Beispiel der früheren Stasi-Kreisdienststelle Eisleben. Nach der erfolgreichen Rekonstruktion deren ebenfalls vorvernichteter Unterlagen konnten Archivmitarbeitende in Halle diesen Bestand erschließen und somit wieder nutzbar machen.
Die Dauerausstellung "Entschlüsselte Macht" informiert mit zahlreichen Exponaten und Tafeln über die Überwachungs-, Manipulations- und Verfolgungsmethoden in der SED-Diktatur. Ergänzend hierzu wird die Ausstellung "Alles Wissen Wollen" (herausgegeben vom Bundesarchiv) gezeigt. Sie ist das Resultat einer gleichnamigen Wanderausstellung, die über Ideologie, Struktur und Methoden der Stasi informiert. In Plakatform ist diese inzwischen einem breiteren Publikum zugänglich und bietet analog zur Originalausstellung die Möglichkeit, über QR-Codes einen vertiefenden Einblick zu einzelnen Dokumenten zu erhalten.
Anlässlich des 80. Jahrestages der Zwangsvereinigung von SPD und KPD im April 1946 ist zudem die Plakat-Ausstellung "Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR" (herausgegeben von der Bundesstiftung Aufarbeitung) zu sehen. Sie zeigt, wie tief die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) in das Leben der Menschen eingriff und wie sie ihr Machtmonopol mit Hilfe von Polizei, Justiz und Staatssicherheit absicherte. Die Ausstellungstexte von Autor Stefan Wolle werden durch zahlreiche Fotos und Infografiken veranschaulicht. QR-Codes, über die zusätzliche audiovisuelle Begleitmaterialien im Internet abrufbar sind, komplettieren die Darstellung.
Zum Tag des offenen Denkmals besteht zudem die Möglichkeit, einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen. Hierfür ist ein gültiges Personaldokument erforderlich.
- Geländeführung: 11:30 Uhr und 14:00 Uhr
- Rundgang durch das Archiv: 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr
- Ausstellungsbesichtigungen 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr
- Beratung zur Einsicht in die Stasi-Unterlagen: 11:00 Uhr bis 16 Uhr