Konrad Adenauer verstarb am 19. April 1967. Durch seine mehrwöchige schwere Krankheit konnte sich die westdeutsche Spitzenpolitik diskret auf die wahrscheinlich bevorstehenden Trauerfeierlichkeiten vorbereiten. Diese sollten in Form eines Staatsakts, also einer Veranstaltung mit besonders aufwändigem Zeremoniell, stattfinden. Daher war schnell klar, dass die Bundeswehr eine wichtige Rolle spielen würde: Militärische Ehrenerweisungen für Staatsgäste und herausragende Persönlichkeiten gehören zu den protokollarischen Aufgaben der Bundeswehr.
Für die in Norddeutschland beheimatete Marine war dieser Einsatz vor allem eine geografische Herausforderung. Es war vorgesehen, dass der Leichnam des Altbundeskanzlers nach öffentlicher Aufbahrung im Kölner Dom über den Rhein nach Rhöndorf überführt werden sollte. Daher mussten nicht nur Soldaten, sondern auch Schiffe in Marsch gesetzt werden. Da keine Wasserstraße Köln mit der deutschen Nordseeküste verbindet, war hierfür ein Umweg nötig.
Am 21. April 1967 verließen die Schnellboote „Kondor“, „Habicht“ und „Sperber“ des 2. Schnellbootgeschwaders den Marinestützpunkt Wilhelmshaven. Sie fuhren die niederländische Küste entlang und wechselten bei Rotterdam auf die Waal, einen Mündungsfluss des Rheins. Nach zweitägiger „Bergfahrt“ (Fahrt stromaufwärts) erreichten die Schiffe schließlich Köln.
Die Schnellboote der Bundesmarine stellten am 25. April 1967, dem Tag des Staatsakts, den Kern des Trauerverbandes auf dem Rhein. Boote der Wasserschutzpolizei, mehrere Boote der Bundeswehr-Flusspioniere sowie ein Ehrengeleit von britischen, niederländischen und französischen Marineeinheiten begleiteten sie. An Bord des Schnellbootes „Kondor“ erreichte der Sarg Adenauers nach zweieinhalbstündiger Fahrt seinen Zielort: die Rheininsel Grafenwerth nahe Rhöndorf.
Die Beteiligung der Bundeswehr am Staatsakt für den verstorbenen Altbundeskanzler Konrad Adenauer ist ein Beispiel für die Aufgabe des protokollarischen Ehrendienstes der Streitkräfte. Die bekannteste Form ist der Empfang von Staatsgästen mit militärischen Ehren durch das 1957 aufgestellte Wachbataillon der Bundeswehr.











