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Drei Bilder von Konrad Adenauer aus den Jahren 1931, 1949 und 1965

Konrad Adenauer als Vorsitzender des Preußischen Staatsrats (1931), als Bundeskanzler (1949) und als CDU-Vorsitzender (1965), Quelle: BArch, Bild 183-W0804-0500 (Ausschnitt) / o. Ang. (Bild 1); BArch, B 145 Bild-D00079684 (Ausschnitt) / Munker, Georg (Bild 2); BArch, B 145 Bild-F019973-0017 (Ausschnitt) / Heisler, Gerhard (Bild 3)

Konrad Adenauer – vom Kommunalpolitiker zum Bundeskanzler

Oberbürgermeister in der Weimarer Republik, innere Emigration während der NS-Zeit und Kanzler in der Bundesrepublik Deutschland – das Bundesarchiv präsentiert auf dieser Seite ausgewählte Dokumente aus dem politischen Leben Konrad Adenauers.

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Einführung

Konrad Adenauer wurde am 5. Januar 1876 in Köln geboren. Seine politische Karriere, die 1906 im Deutschen Kaiserreich begann, erreichte ihren Höhepunkt knapp 40 Jahre später in der Bundesrepublik Deutschland – mit der Wahl zum ersten Bundeskanzler.

Das Bundesarchiv präsentiert in verschiedenen Beiträgen ausgewählte Archivalien zu seinem politischen Leben – von der Weimarer Republik über die NS-Diktatur bis zur Zeit der deutschen Teilung. Die Archivalien bieten einen exemplarischen Einblick in die Vielfalt der zu Adenauer überlieferten Unterlagen.

Archivgut zu Konrad Adenauer findet sich in verschiedenen Beständen des Bundesarchivs: für die Zeit bis 1945 vor allem in den Akten der Reichskanzlei (R 43, R 43-I und R 43-II); für die Zeit nach 1945 vor allem in den Ministeriumsüberlieferungen des Bundes (z. B. den Unterlagen des Bundeskanzleramts (B 136) oder des Bundesinnenministeriums (B 106)).

Darüber hinaus enthalten weitere Bestände Unterlagen zu spezifischeren Themen (z. B. der Bestand R 8077 zum Schriftwechsel Adenauers mit dem Olympia-Organisationskomitee). Hinzu kommen diverse Nachlässe.

Bilder und Filme ergänzen die Schriftgutüberlieferung zu Adenauer.

Die Seite präsentiert zunächst nur Beiträge zu Themen aus der Zeit ab 1933, wird aber laufend um neue Inhalte ergänzt.

Oberbürgermeister Kölns und Präsident des Preußischen Staatsrats (1917–1933)

Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg, München und Bonn arbeitete Adenauer zunächst als Kommunalbeamter in Köln. Seit 1906 war er in der katholischen Zentrumspartei politisch tätig. Im Jahr 1917 wurde Adenauer zum Oberbürgermeister Kölns, vier Jahre später zudem zum Präsidenten des Staatsrats gewählt.

Während seiner Zeit als Oberbürgermeister setzte sich Adenauer stark für seine Heimatstadt ein und stieß verschiedene Modernisierungs- und Bauprojekte an. Er trieb u. a. die Entwicklung Kölns zum Ausstellungs- und Messestandort voran, setzte sich für eine bessere Verkehrs- und Umweltpolitik ein und bemühte sich sogar um eine Olympia-Bewerbung Kölns.

Auch Adenauers lokalpolitische Ambitionen im Rheinland spiegeln sich in den Akten wider. So sprach er sich für die Gründung einer von Preußen unabhängigen „Rheinischen Republik“ aus, was ihm den Vorwurf des „Hochverrats“ einbrachte.

Konrad Adenauer, Friedrich Ebert und Wilhelm Marx laufen lächelnd nebeneinander. Im Hintergrund sind mehrere Menschen in Anzügen und zum Teil mit Hüten zu sehen.
Kölns Oberbürgermeister Konrad Adenauer, Reichspräsident Friedrich Ebert und Reichskanzler Wilhelm Marx (v. l. n. r.) bei der Eröffnung der ersten Kölner Messe, 11. Mai 1924Quelle: BArch, B 145 Bild-D00210380 / o. Ang.
Konrad Adenauer und Adolf Freiherr von Oer stehen nebeneinander. Adenauer hält ein Blatt Papier in der Hand und schaut in die Kamera.
Konrad Adenauer, Präsident des preußischen Staatsrats (r.), und Adolf Freiherr von Oer (Zentrum) in einer Sitzungspause des Preußischen Staatsrats im Berliner Herrenhaus, 1931Quelle: BArch, Bild 183-W0804-0500 / o. Ang.

Innere Emigration (1933–1945)

Bis zur Machtübernahme Hitlers am 30. Januar 1933 glaubte Adenauer, die Nationalsozialisten ließen sich in einer Regierungskoalition unter Kontrolle halten – eine fatale Fehleinschätzung, der viele bürgerlich-konservative Politiker der Weimarer Republik aufsaßen. Im März 1933 enthoben die Nationalsozialisten Adenauer seiner politischen Ämter. In den Wochen zuvor hatte der prorepublikanische Oberbürgermeister Adenauer wiederholt die antidemokratischen Maßnahmen des neuen Regimes kritisiert.

Die Nationalsozialisten zwangen Adenauer in die innere Emigration: Er wurde aus Köln vertrieben und suchte zeitweise Zuflucht in der Benediktinerabtei Maria Laach. Im Zuge des „Röhm-Putsches“ 1934 verhaftete die Gestapo Adenauer sogar zweitweise; ebenso wie nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944. Obwohl Adenauer das NS-Regime ablehnte, war er aus Furcht vor Repressalien jedoch nie aktives Mitglied des Widerstands.

1935 zog Adenauer von Neubabelsberg nach Rhöndorf, einen Stadtteil von Honnef bei Bonn. Politisch und beruflich kaltgestellt, widmete er sich wieder einer Tätigkeit, mit der er bereits vor seiner Zeit als Oberbürgermeister begonnen hatte: dem Erfinden. Die entsprechenden Dokumente, darunter die Patenturkunde für eine Sojawurst oder Entwurfsskizzen für ein elektrisch beleuchtetes Stopfei, werden in der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus verwahrt.

Die im Bundesarchiv überlieferten Dokumente aus der Zeit ab 1933 zeigen zum einen Adenauers anfänglichen Konfrontationskurs mit dem NS-Regime. Zum anderen gibt das Archivgut einen Einblick in die Repressalien gegenüber dem ehemaligen Oberbürgermeister und Staatsratspräsidenten.

Scan eines maschinengeschriebenen Dokuments mit Unterschrift
Bericht des SD-Oberabschnitts Ost über das Aufenthaltsverbot für Konrad Adenauer in Maria Laach und Honnef, 19. Februar 1936Quelle: BArch, R 58/5683, Image 0323 (Ausschnitt)

Beiträge 1933–1945

  • Text in Maschinenschrift mit händischer Unterschrift
    Dokument zur Zeitgeschichte

    „Fake News“ als Waffe – Eingabe Konrad Adenauers zu Separatismus-Vorwürfen

    Zwei Jahre nach seiner Entlassung aus dem Staatsdienst wandte sich Kölns ehemaliger Oberbürgermeister Konrad Adenauer im April 1935 an die Reichskanzlei. Seine Bitte: öffentlich Stellung nehmen zu dürfen gegen Vorwürfe, nach dem Ersten Weltkrieg separatistische Bestrebungen verfolgt zu haben.

  • Präsident des Parlamentarischen Rates und Bundeskanzler (1948–1963)

    Nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 kehrte Adenauer in die aktive Politik zurück. Er wurde vorübergehend als Oberbürgermeister Kölns eingesetzt, aufgrund von Auseinandersetzungen mit der britischen Besatzungsmacht jedoch nach kurzer Zeit wieder entlassen.

    Adenauer gehörte zu den Begründern der überkonfessionellen CDU und war 1948/49 Präsident der verfassungsgebenden Versammlung für die westlichen Besatzungszonen Deutschlands (Parlamentarischer Rat). In dieser Funktion beteiligte er sich maßgeblich an der Entstehung des Grundgesetzes, das am 23. Mai 1949 verkündet wurde.

    Vier Monate nach Gründung der Bundesrepublik wurde Adenauer am 15. September 1949 zu ihrem ersten Bundeskanzler gewählt. Bis Oktober 1963 stand er an der Spitze von vier Bundesregierungen in wechselnden Parteikoalitionen. Zwischen 1951 und 1955 war er zudem Bundesminister des Auswärtigen in Personalunion mit dem Amt des Bundeskanzlers.

    Die zentralen Punkte von Adenauers politischer Arbeit – der Wiederaufbau Deutschlands, die Westintegration der Bundesrepublik und die Aussöhnung mit Frankreich und Israel – lassen sich in vielfältiger Weise im Archivgut nachvollziehen.

    Doch die Bundesarchiv-Dokumente beleuchten auch die kritik- und krisenbehafteten Seiten von Adenauers Regierungszeit, wie z. B. die Spiegel-Affäre 1962.

    Konrad Adenauer steht während einer Wahlkampfrede an einem Tisch. Seine linke Hand liegt auf seiner Hüfte, seine rechte auf dem Tisch. Im Hintergrund sind ein Teil eines CDU-Wahlkampfplakats und eine Deutschlandflagge zu sehen.
    Konrad Adenauer bei einer Wahlkampfveranstaltung der CDU auf dem Bonner Frankenplatz, 14. August 1949Quelle: BArch, B 145 Bild-D00159968 / Munker, Georg

    Beiträge 1948–1963

    • Schwarz-Weiß-Aufnahme mit fünf Herren und einer Frau in formeller Kleidung, hinter einem langen Holztisch stehend
      Dokument zur Zeitgeschichte

      Verkündung des Grundgesetzes

      Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in einer Sitzung des Parlamentarischen Rates feierlich verkündet.

    • Wahlplakat aus dem Jahr 1949: „Mit Adenauer für den Frieden, die Freiheit und die Einheit Deutschlands, darum CDU“, Herausgeber: CDU
      Geschichtsgalerie

      Wahlplakate zu den Bundestagswahlen 1949 und 1953

      Wirtschaft, Wohlstand, Teilung: Der Wahlkampf zu den ersten Bundestagswahlen wurde hart geführt. Das spiegelte sich auch in den Wahlplakaten wider.

    • Aufgeklebtes Schwarz-Weiß-Foto eines mit Band verschnürten Pakets mit handgeschriebener Absender- und Empfängeradresse auf Etiketten, Briefmarken und „Drucksache“-Stempel; an einem darunter angelegten Zollstock ist das Maß ablesbar.
      Themenbeitrag

      Anschlag mit politischer Sprengkraft

      Am 27. März 1952 explodierte im Keller des Münchener Polizeipräsidiums eine Bombe – ein Anschlagsversuch, der sein eigentliches Ziel verfehlte: Bundeskanzler Konrad Adenauer. Bundesarchiv-Dokumente geben Einblick in einen Kriminalfall, der zum Politikum wurde.

    • Konrad Adenauer und Mosche Sharet sitzen sich an einem Tisch gegenüber und haben jeweils eine geöffnete Vertragsmappe vor sich und einen Stift in der Hand. Weitere Männer in Anzügen sitzen mit am Tisch, einige stehen etwas abseits im Raum.
      Geschichtsgalerie

      Das Luxemburger Abkommen

      Es gilt heute als Symbol und Grundlage für alle weiteren Regelungen zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts.

    • Bundeskanzler Konrad Adenauer und Verteidigungsminister Theodor Blank schreiten bei ihrem Besuch in Andernach zusammen mit drei hochrangigen Bundeswehroffiziere eine angetretene Formation von Soldaten des Heeres und der Marine ab. Im Hintergrund stehen Pressefotografen.
      Dokument zur Zeitgeschichte

      Aufstellungsappell in Andernach

      Bundeskanzler Konrad Adenauer besuchte am 20. Januar 1956 die ersten Soldaten der Bundeswehr in der Andernacher Krahnenberg-Kaserne, der „Wiege der Bundeswehr“.

    • Auf dem Schwarz-Weiß-Foto sind mehrere Männer in Anzügen zu sehen, die auf Sesseln und Sofas um einen runden Tisch herum sitzen. Auf dem Sofa sitzt u. a. Konrad Adenauer (rechts).
      Geschichtsgalerie

      Adenauers Interpretation von „Mit dem Zweiten sieht man besser“

      Im 1. Rundfunk-Urteil vom 28. Februar 1961 stellte das Bundesverfassungsgericht klar, dass der Rundfunk „weder dem Staat noch einer gesellschaftlichen Gruppe ausgeliefert“ werden darf. Diese Grundsatzentscheidung ist im Bundesarchiv in Koblenz vollständig einsehbar.

    • Konrad Adenauer und Charles de Gaulle strecken ihre Arme zueinander aus, um sich zu umarmen. Im Hintergrund stehen mehrere Menschen, die lächeln.
      Dokument zur Zeitgeschichte

      Symbol der Freundschaft – die Unterzeichnung des Élysée-Vertrags

      1963 unterzeichneten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle in Paris den Élysée-Vertrag. Dieser regelte die Zusammenarbeit Deutschlands und Frankreichs in politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen.

    • Auf dem Schwarz-Weiß-Foto sind zahlreiche Abgeordnete zu sehen, die in vier Reihen auf einem Podium sitzen. In der ersten Reihe steht Hermann Höcherl. Die linke Hand in der Sakkotasche steckend, spricht er in ein Mikrofon. Das Foto nahm der Fotograf Egon Steiner am 7. November 1962 während einer Fragestunde im Deutschen Bundestag zur „Spiegel-Affäre“ auf.
      Geschichtsgalerie

      Der Vorwurf lautet: Landesverrat

      Die „Spiegel-Affäre“ veränderte das politische Klima in Deutschland und hielt die Öffentlichkeit mehrere Wochen in Atem.

    • Bundeskanzler Konrad Adenauer und John F. Kennedy im offenen Wagen bei Fahrt durch Spalier jubelnder Zuschauer
      Themenbeitrag

      John F. Kennedys Staatsbesuch in West-Berlin

      Am 26. Juni 1963 besuchte John F. Kennedy West-Berlin. SED und Staatssicherheit befürchteten, dass DDR-Bürgerinnen und -Bürger dem US-Präsidenten aus der Ferne zujubeln könnten – denn viele Menschen schätzten ihn.

    Bundesvorsitzender der CDU und „Elder Statesman“ (1963–1967)

    Nach seinem Rücktritt vom Amt des Bundeskanzlers 1963 zog sich Adenauer nicht ins Private zurück. Ganz im Gegenteil: Bis 1966 blieb er Bundesvorsitzender der CDU – ein Amt, das er bereits seit 1950 innehatte. Außerdem setzte er sich weiterhin aktiv für zentrale politische Themen ein, wie die deutsch-französischen und deutsch-israelischen Beziehungen oder den europäischen Einigungsprozess.

    Während seiner letzten Auslandsreise nach Spanien bekräftige Adenauer am 16. Februar 1967 in Madrid seinen Wunsch nach einem vereinten Europa – inklusive Osteuropa. Als „Elder Statesman“ blieb er bis zu seinem Tod ein einflussreicher Akteur.

    Zu seinem Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers, Ludwig Erhard (CDU), hatte Adenauer ein angespanntes Verhältnis. Dies zeigte sich u. a. bei wirtschaftlichen Fragen, der Europapolitik und dem Verhältnis Deutschlands zu Frankreich und den USA („Gaullisten“ gegen „Transatlantiker“).

    Im Frühjahr 1967 erkrankte Adenauer schwer, am 19. April 1967 starb er in seinem Haus in Rhöndorf. Unterlagen aus den Beständen des Bundeskanzleramts und des Bundesverteidigungsministeriums werfen ein Licht auf die Vorbereitungen und Durchführung des Staatsbegräbnisses für den ersten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.

    Ludwig Erhard und Konrad Adenauer sprechen miteinander. Erhard hebt seine rechte Hand, während Adenauer sich mit seiner rechten Hand an einer Wand abstützt.
    Bundeskanzler a. D. Konrad Adenauer im Gespräch mit seinem Nachfolger Ludwig Erhard, Bonn, 12. November 1964Quelle: BArch, B 145 Bild-00076080 / Munker, Georg

    Beiträge 1963–1967

    • Schwarz-Weiß-Foto eines im Kölner Dom aufgebahrten Sarges, der mit der deutschen Landesflagge bedeckt ist. Vor und neben dem Sarg liegen große Trauerkränze. Rechts und links neben dem Sarg stehen jeweils drei uniformierte Soldaten.
      Geschichtsgalerie

      Die Trauerfeierlichkeiten für Konrad Adenauer in den Akten des Bundeskanzleramts

      Am 19. April 1967 verstarb Konrad Adenauer im Alter von 91 Jahren in seinem Wohnhaus in Rhöndorf. Das Staatsbegräbnis für den ersten deutschen Bundeskanzler wurde zu einem medialen Ereignis, dessen Bedeutung sich auch in den Beständen des Bundesarchivs widerspiegelt.

    • Vier Offiziere der Marine halten während der Überführung an Deck des Schnellboots „Kondor“ Ehrenwache am Sarg von Konrad Adenauer.
      Dokument zur Zeitgeschichte

      Die Bundesmarine und das Staatsbegräbnis Konrad Adenauers im April 1967

      Der mittlerweile 91-jährige erste Bundeskanzler Konrad Adenauer erkrankte im Frühjahr 1967 schwer. Als sich seine gesundheitliche Situation weiter verschlechterte, wurden im Hintergrund die Trauerfeierlichkeiten vorbereitet – auch bei der Bundeswehr, denn sie sollte den Mittelpunkt des Trauerverbands für die Überführung des Sarges auf dem Rhein bilden.