Einführung
Der Tod von Bundeskanzler a. D. Konrad Adenauer am 19. April 1967 war ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die Anteilnahme im In- und Ausland war außerordentlich groß. Die Trauerfeierlichkeiten waren nicht zuletzt durch die Teilnahme zahlreicher hochrangiger Gäste aus dem Ausland ein Ereignis, das im kollektiven Gedächtnis der Bundesrepublik fest verankert ist.
Viele Bilder – wie das von der Aufbahrung im Kölner Dom – wurden berühmt. Zugleich waren die Trauerfeierlichkeiten ein mediales Ereignis, das in der Geschichte der Bundesrepublik bis dahin ohne Beispiel war. Der Historiker, Politologe und Adenauer-Experte Hans-Peter Schwarz nannte die Trauerfeierlichkeiten „ein großes Staatsbegräbnis der freien Welt“, den „sinnfälligen Ausdruck dessen [...], daß die Bundesrepublik unter Adenauer und durch Adenauer in die Gemeinschaft der westlichen Demokratien eingetreten ist“.
Das Bundesarchiv verwahrt im Bestand B 136 (Bundeskanzleramt) und in seinen Bildbeständen reiches Quellenmaterial zu den Trauerfeierlichkeiten. Die folgenden Galerien zeigen ausgewählte Dokumente und Bilder zu den Reaktionen auf Adenauers Tod, den Vorbereitungen des Staatsbegräbnisses und zum Ablauf der Trauerfeierlichkeiten.
Anteilnahme aus dem In- und Ausland
Am 19. und 20. April 1967 erreichten zahlreiche Kondolenztelegramme das Bundeskanzleramt. Neben ausländischen Staats- und Regierungschefs, wie dem US-Präsidenten Lyndon B. Johnson, drückten u. a. der Präsident des Jüdischen Weltkongresses Nahum Goldmann und Papst Paul VI. ihre Anteilnahme über Adenauers Tod aus.
Die Kanzleramtsakten enthalten u. a. die Kondolenztelegramme und eine Auflistung von Beileidsbekundungen aus Europa, Asien, Amerika, Afrika, Australien und Ozeanien.
Daneben gingen zahlreiche Kondolenzbotschaften von Privatpersonen im Bundeskanzleramt ein. Sie zeigen, wie sehr Konrad Adenauer die frühe Bundesrepublik geprägt hat und wie stark die persönliche Bindung vieler Bundesbürgerinnen und -Bürger an den ersten Bundeskanzler auch nach dessen Rücktritt 1963 war.
Unter den Kondolenzbotschaften befanden sich Werke, die oft sehr persönlich die Trauer der Absender zum Ausdruck brachten, wie z. B. Gedichte oder selbst komponierte Musikstücke. Aus urheberrechtlichen Gründen können diese Archivalien hier aber leider nicht gezeigt werden.
Vorbereitung der Trauerfeierlichkeiten
Nachdem sich Adenauers Gesundheitszustand im Frühjahr 1967 rapide verschlechtert hatte, bereitete man sich im Bundeskanzleramt seit dem 13. April 1967 auf Adenauers Ableben vor. Der dortige Planungsstab begann mit der Organisation der Trauerfeierlichkeiten. Zwei Tage nach Adenauers Tod standen Programm und Zeitfolge fest.
Durchführung des Staatsbegräbnisses
Am 22. April 1967 wurde der Sarg Konrad Adenauers im Bundeskanzleramt aufgebahrt, am Tag darauf nach Köln überführt. Dort fand am 25. April 1967 im Dom ein Pontifikalrequiem statt. Kurz zuvor gab es zudem einen Staatsakt im Deutschen Bundestag in Anwesenheit der Angehörigen Adenauers.
Am Staatsbegräbnis nahmen zahlreiche hochrangige Gäste aus dem In- und Ausland teil, darunter 25 Staatsoberhäupter und mehr als 100 Botschafter. Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) führte am Rande der Trauerfeierlichkeiten Gespräche u. a. mit Frankreichs Staatspräsidenten Charles de Gaulle oder Israels Ministerpräsidenten a. D. David Ben-Gurion.
Nach dem Pontifikalrequiem im Kölner Dom wurde Adenauers Sarg in einer Prozession zu den Anlegestellen am Rhein geleitet. Von dort wurde er an der Spitze eines Schiffskonvois – begleitet von einer NATO-Flottille – nach Bad Honnef überführt. Die Beisetzung fand am Abend des 25. April 1967 auf dem Waldfriedhof in Rhöndorf im engsten Familienkreis statt.