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Karte vom Hürtgenwald mit verschiedenfarbigen Markierungen

Einsatzkarte zur Schlacht im Hürtgenwald, Quelle: BArch, RH 26-275/16K, Image 0005

Die „Todesfabrik“ – Einsatzkarten zur Schlacht im Hürtgenwald

Vier Monate lang, von Oktober 1944 bis Februar 1945, standen sich Wehrmacht und US Army im Hürtgenwald gegenüber. Die Schlacht zählt zu den brutalsten und verlustreichsten Kämpfen des Zweiten Weltkriegs. Im Bundesarchiv sind zwei Einsatzkarten überliefert, die einen Eindruck vom damaligen Kampfgebiet vermitteln.

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  • Karte vom Hürtgenwald mit eingezeichneten Orten und verschiedenfarbigen Markierungen
    Einsatzkarte des Füsilier-Bataillons 275 zur Schlacht im Hürtgenwald
  • Handschriftlich verfasstes Dokument mit verschiedenfarbigen Symbolen und zwei schwarzen Zensurbalken
    Legende zur Einsatzkarte des Füsilier-Bataillons 275 zur Schlacht im Hürtgenwald
  • Karte vom Hürtgenwald mit verschiedenfarbigen Markierungen
    Einsatzkarte des Füsilier-Bataillons 275 zur Schlacht im Hürtgenwald

In invenio finden Sie eine höher aufgelöste Version der Karten über diesen Link.

Historischer Hintergrund

„Death Factory“ – so nannten amerikanische Soldaten den Ort, an dem am 6. Oktober 1944 eine der längsten und verlustreichsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs in Westeuropa begann: den Hürtgenwald.

Knapp einen Monat zuvor hatte die US Army erstmals die deutsche Reichsgrenze überschritten. Auf ihrem Vorstoß zum Rhein und nach Köln durchquerte sie nun den Hürtgenwald in der Nordeifel, südöstlich von Aachen. Die Einschätzung der Amerikaner, in dem Wald auf keinen großen Widerstand durch die Wehrmacht zu stoßen, erwies sich als fataler Irrtum.

Die deutschen Truppen hatten massive Verteidigungsstellungen errichtet: Überall im Wald verteilt befanden sich Bunker, zahlreiche US-Soldaten fielen den Minenfeldern, Scharfschützen und schweren Geschützen der Wehrmacht zum Opfer. Das schwierige Gelände und schlechtes Wetter erschwerten den Vorstoß zusätzlich und machten den Einsatz alliierter Artillerie, Luftunterstützung und schwerer Fahrzeuge nahezu unmöglich.

Ein schweres Infanteriegeschütz der Wehrmacht steht zwischen Bäumen und feuert. Daneben stehen fünf Angehörige der Wehrmacht, von denen sich einige die Ohren zuhalten.
Schweres Infanteriegeschütz der Wehrmacht während der Schlacht im Hürtgenwald bei Düren, 22. November 1944Quelle: BArch, Bild 183-J28303 / Jäger

Ihren Höhepunkt fanden die Kämpfe im November 1944 mit zwei amerikanischen Offensiven: der Allerseelenschlacht (engl. Battle of Schmidt) am 2. November 1944 und der Operation Queen am 16. November 1944. Beide Offensiven endeten mit einer schweren Niederlage für die US Army.

Aufgrund der deutschen Ardennenoffensive herrschte von Mitte Dezember 1944 bis Mitte Januar 1945 eine einmonatige Kampfpause im Hürtgenwald. Da die Wehrmacht während dieser Kämpfe zahlreiche Soldaten und Panzer verloren hatte, konnte sie im Hürtgenwald keine Gewinne mehr erzielen. Die Alliierten gewannen die Oberhand, durchquerten Anfang Februar 1945 den Hürtgenwald und eroberten den Ort Schmidt. Damit gingen sie zwar als Sieger aus den Waldkämpfen hervor, hatten jedoch enorme Verluste zu beklagen.

Das Dokument

Zwei Einsatzkarten des im Hürtgenwald eingesetzten Füsilier-Bataillons 275 der Wehrmacht zeigen die Frontabschnitte, Stellungen und Bewegungen der amerikanischen und deutschen Truppen im Oktober und November 1944. (s. Bild 1 und 3 in der Galerie).

Die Markierungen wurden nach 1945 vorgenommen. Sie basieren auf den Berichten von Hubert Gees, einem ehemaligen Wehrmachtssoldaten, der als Meldegänger im Hürtgenwald eingesetzt war. Ergänzend zu den Karten ist auch eine Legende – inklusive eines kurzen Erlebnisberichts von Gees – überliefert (s. Bild 2 in der Galerie).

Neben den amerikanischen Offensiven im November 1944 erwähnt Gees darin auch den Tod seines Kompaniechefs Friedrich Lengfeld. Der Wehrmachtsleutnant starb während der Allerseelenschlacht, als er einen verwundeten US-Soldaten aus dem Minenfeld „Wilde Sau“ retten wollte. Der Standort des Minenfelds ist auf der Karte (s. Bild 3 in der Galerie) eingezeichnet.

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