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Konrad Adenauer und Charles de Gaulle stehen nebeneinander in einer Kathedrale. Neben ihnen sind mehrere Geistliche, im Hintergrund große Kirchenpfeiler und -fenster zu sehen.

Versöhnungsmesse in der Kathedrale von Reims, Quelle: BArch, B 145 Bild-F013405-0028 / Steiner, Egon

Von Feinden zu Freunden

Der Besuch Konrad Adenauers in Frankreich vom 2. bis 8. Juli 1962 führte den Bundeskanzler von Paris bis nach Reims. Er war ein wichtiger Meilenstein der deutsch-französischen Aussöhnung. Fotos der Reise sind im Bildbestand B 145 des Bundesarchivs überliefert.

  • Adenauer und de Gaulle fahren in einer schwarzen Limousine ohne Verdeck vorbei an prachtvollen Gebäuden. Begleitet wird der Wagen von mehreren Reitern in historischen Uniformen. Am Straßenrand stehen Schaulustige.
    Konrad Adenauer und Charles de Gaulle bei einer Fahrt im offenen Wagen durch Paris, 2. Juli 1962
  • Adenauer und de Gaulle sitzen sich auf edlen Polsterstühlen in einem barock eingerichteten Raum gegenüber und blicken in die Kamera.
    Konrad Adenauer und Charles de Gaulle im Élysée-Palast, 3. Juli 1962
  • Adenauer und weitere Personen betrachten ein großes Gemälde.
    Konrad Adenauer im Louvre, 3. Juli 1962
  • Adenauer sowie weitere Personen stehen an einem Grabmal, das sich am Boden befindet. Zwei Männer tragen einen großen Trauerkranz. Im Hintergrund steht eine Formation französischer Soldaten.
    Konrad Adenauer bei einer Kranzniederlegung am Grabmal des unbekannten Soldaten in Paris, 4. Juli 1962
  • Adenauer und Schröder stehen an der Reling eines Ausflugsschiffs und schauen sich die Umgebung an. Im Hintergrund ist ein schlossähnliches Bauwerk zu sehen, auf dem Wasser ein kleines Boot.
    Konrad Adenauer und Bundesaußenminister Gerhard Schröder bei einer Schifffahrt auf der Seine, 4. Juli 1962
  • Adenauer steht vor einem großen Trauerkranz. Mehrere französische Soldaten neben und vor ihm salutieren.
    Konrad Adenauer bei einer Kranzniederlegung auf dem deutsch-französischen Soldatenfriedhof in Versailles, 4. Juli 1962
  • Konrad Adenauer, Charles de Gaulle, zwei weitere Herren und eine Dame stehen in einem prachtvollen Raum. Sie tragen festliche Kleidung, die Herren sternförmige Orden an ihren Fracks.
    Abendessen Konrad Adenauers und Charles de Gaulles im Palais des Affaires étrangères, 5. Juli 1962
  • Adenauer sowie viele weitere formell gekleidete Männer und Frauen stehen vor einem alten Gebäude mit Holzverzierungen. Sie hören einem sprechenden Herrn zu, einige schauen sich um.
    Konrad Adenauer bei der Besichtigung der Altstadt von Rouen, 6. Juli 1962
  • Mehrere Personen stehen am Straßenrand und halten bedruckte Plakate in die Höhe. Ein Mann hat den rechten Arm erhoben, die Hand zu einer Faust geballt. Ein Polizist beobachtet das Geschehen.
    Französische Demonstrantinnen und Demonstranten an der Fahrtstrecke Konrad Adenauers während seines Frankreichbesuchs (deutsche Übersetzung der Plakate: „Friede und Freundschaft mit dem deutschen Volk – Ja! Ein Bündnis mit unseren Henkern – Niemals!“), 6. Juli 1962
  • Konrad Adenauer und Jaques Chaban-Delmas stehen neben einer gedeckten Tafel und schütteln sich die Hände. Im Vordergrund sitzt eine elegant gekleidete Dame mit Hut am Tisch.
    Konrad Adenauer und Jaques Chaban-Delmas, Bürgermeister von Bordeaux und Präsident der Nationalversammlung, bei einem Bankett im Foyer des Grand Théâtre in Bordeaux, 7. Juli 1962
  • Konrad Adenauer, Charles de Gaulle und weitere Herren gehen entlang einer Gruppe salutierender Soldaten.
    Konrad Adenauer und Charles de Gaulle bei einer Militärparade in Mourmelon bei Reims, 8. Juli 1962
  • Konrad Adenauer und Charles de Gaulle steigen in Begleitung des Erzbischofs von Reims, François Marty, eine Treppe hinauf. Im Hintergrund sind viele weitere Personen sowie Gebäude und Bäume zu sehen.
    Konrad Adenauer, Charles de Gaulle und Erzbischof François Marty vor der Kathedrale Notre-Dame de Reims, 8. Juli 1962
  • Konrad Adenauer, Charles de Gaulle und Erzbischof François Marty werden von einer Eskorte durch die Kathedrale von Reims begleitet. Um sie herum stehen und gehen viele Personen in kirchlichen Gewändern.
    Konrad Adenauer, Charles de Gaulle und Erzbischof François Marty während der Versöhnungsmesse in der Kathedrale von Reims, 8. Juli 1962
  • Konrad Adenauer und Charles de Gaulle stehen nebeneinander in einer Kathedrale. Neben ihnen sind mehrere Geistliche, im Hintergrund große Kirchenpfeiler und -fenster zu sehen.
    Konrad Adenauer und Charles de Gaulle während der Versöhnungsmesse in der Kathedrale von Reims, 8. Juli 1962
  • Konrad Adenauer, Charles de Gaulle und weitere Herren gehen entlang einer Soldatentruppe. Im Hintergrund sind zwei Flugzeuge zu sehen.
    Verabschiedung Konrad Adenauers durch Charles de Gaulle mit militärischen Ehren auf dem Flughafen Courcy-Les Reims, 8. Juli 1962

Vom 2. bis 8. Juli 1962 reiste Konrad Adenauer nach Frankreich. Der erste offizielle Staatsbesuch des Bundeskanzlers im westlichen Nachbarland sollte die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg bekräftigen und die Öffentlichkeit mit der neuen Partnerschaft vertraut machen.

Die Inszenierung des Besuchs folgte wesentlich den Vorstellungen des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle. Nach dem freundlichen Empfang in Paris, wo u. a. politische Gespräche geführt wurden, machte Adenauer zunächst Station in Rouen, Versailles und Bordeaux. Auf dem Truppenübungsplatz Mourmelon nahm er gemeinsam mit de Gaulle eine deutsch-französische Militärparade ab, bevor seine Reise ihn nach Reims führte.

Eine Fotoserie aus dem Bestand B 145 (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung) des Bundesarchivs dokumentiert Adenauers Frankreichbesuch. Die Aufnahmen zeigen den Bundeskanzler an den verschiedenen Stationen seiner einwöchigen Reise: bei einer Schifffahrt auf der Seine in Paris, einer Kranzniederlegung auf dem deutsch-französischen Soldatenfriedhof in Versailles, in der Altstadt von Rouen oder mit dem Bürgermeister von Bordeaux.

Die Fotos halten auch den Höhepunkt von Adenauers Frankreichbesuch fest: die Teilnahme des Bundeskanzlers und des französischen Staatspräsidenten an einer Friedensmesse in der Kathedrale von Reims am 8. Juli 1962. Diese symbolisierte die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich nach jahrhundertelanger Erzfeindschaft.

Reims wurde nicht zufällig als Ort für die Zeremonie gewählt: Die Stadt war während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 besetzt und im Ersten Weltkrieg durch deutsche Luft- und Artillerieangriffe schwer zerstört worden. Dies prägte das negative Bild von den Deutschen in Frankreich für die folgenden Jahrzehnte entscheidend mit. Außerdem hatte in Reims am 7. Mai 1945 der Chef des Wehrmachtsführungsstabs, Alfred Jodl, die Kapitulationserklärung unterzeichnet.

Adenauers Frankreichreise war ein wichtiger Meilenstein der deutsch-französischen Freundschaft. Der Gegenbesuch de Gaulles in Deutschland folgte nur zwei Monate später, vom 4. bis 9. September 1962.

Am 22. Januar 1963 schließlich unterzeichneten Adenauer und de Gaulle in Paris den Élysée-Vertrag. Dieser regelte die Zusammenarbeit Deutschlands und Frankreichs in politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen. Die bilaterale Verständigung zwischen den beiden Ländern war Ausgangspunkt einer engen und belastbaren Partnerschaft, die bis heute anhält.

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