Die Idee der Städtepartnerschaften entstand 1948, um nach den Weltkriegen Verständigung und Austausch zu fördern. Zwischen der Bundesrepublik und der DDR blieb dies lange tabu, da Bonn die DDR nicht als eigenständigen Staat anerkennen wollte und Ost-Berlin unüberwindbare Bedingungen stellte. Erst 1985 kam überraschend Bewegung ins Spiel: Während eines Besuchs in Ost-Berlin erhielt der saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine von Erich Honecker die Zusage für eine erste innerdeutsche Städtepartnerschaft. Saarlouis hatte sich ursprünglich Halberstadt als Partnerstadt gewünscht, doch Honecker bestimmte Eisenhüttenstadt – die „erste sozialistische Planstadt“. Am 25. April 1986 wurde die Partnerschaft besiegelt.
Erich Mielke (1907–2000), Minister für Staatssicherheit, war davon überzeugt, dass die zwischenmenschlichen Kontakte von westlichen Geheimdiensten zur Spionage ausgenutzt würden. Auch fürchtete er, dass westliche Sympathisierende die DDR-Opposition unterstützen oder Delegationsmitglieder im Rahmen ihrer Besuche aus der DDR sich kritisch über ihr eigenes Land äußern könnten.
Deshalb sicherte das Ministerium für Staatssicherheit die Städtepartnerschaften im Hintergrund ab und überwachte die persönlichen Begegnungen zwischen „Ostlern“ und „Westlern“ umfassend. Federführend bei dieser Überwachung war die Hauptabteilung XX und die ihr nachgeordneten Abteilungen in den Stasi-Bezirksverwaltungen. Die Hauptabteilung war für die Überwachung des Staatsapparates, der Kultur, der Kirchen und des sogenannten politischen Untergrunds zuständig. Die konkrete lokale Kontrolle in der DDR übernahmen die jeweils zuständigen Kreisdienststellen der Stasi.





