Direkt zum Seiteninhalt springen
Verkaufsstelle des Staatlichen Kunsthandels der DDR (1955)

Verkaufsstelle des Staatlichen Kunsthandels der DDR (1955), Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-35095-0005 / Klein

Quellen im Bundesarchiv und der SAPMO im Bundesarchiv

Zum Inhalt springen

Zugangsinformationen

Die relevanten DDR-Bestände des Bundesarchivs sind über das Recherchetool des Bundesarchivs invenio recherchierbar. Innerhalb des Bundesarchivs fallen sie in unterschiedliche Zuständigkeiten und werden an unterschiedlichen Standorten verwahrt. Der Großteil der Überlieferung wird in Berlin-Lichterfelde betreut und ist dort zugänglich. Die Unterlagen der Parteien und Massenorganisationen sowie die Nachlässe befinden sich ebenfalls in Berlin-Lichterfelde und werden von der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO) verwaltet. Unterlagen der Nationalen Volksarmee liegen im Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg. Bildbestände, Filme und Plakate werden in Berlin-Lichterfelde verwahrt. Digital verfügbares Bildmaterial kann im Digitalen Bildarchiv abgerufen werden. Digitalisiertes Filmmaterial ist im Digitalen Lesesaal recherchierbar. Bitte beachten Sie auch die Möglichkeiten einer Digitalisierung on demand.

Der Zugang und die Nutzung der DDR-Bestände unterliegen den Regelungen des Bundesarchivgesetzes (BArchG).

Die allgemeine Schutzfrist des Bundesarchivs von 30 Jahren ist für die DDR-Bestände abgelaufen und galt von Anfang an nicht für SAPMO-Unterlagen. Allerdings enthalten DDR-Akten oft personenbezogene Daten. Ein großer Teil der Akten ist deshalb weiterhin für die Benutzung gesperrt. Bei berechtigtem Interesse ist eine Verkürzung der Schutzfrist unter Auflagen möglich.

Recherchestrategien

Grundsätzlich obliegt dem Bundesarchiv die Verwahrung archivwürdiger Unterlagen der obersten staatlichen Ebene der Bundesrepublik Deutschland, seit 1990 auch der entsprechenden DDR-Überlieferung. Für SBZ und DDR umfasst diese oberste staatliche Ebene auf Grund der Struktur von Staat und Gesellschaft neben Ministerien und diesen direkt zugeordneten Behörden auch Parteien und gesellschaftliche Massenorganisationen. Schriftgut/Materialien der deutschen Dienststellen der Sozialistischen Besatzungszone (SBZ) sind als Teil der Unterlagen der aus ihnen entstandenen DDR-Institutionen überliefert. Zugänglich sind im Bundesarchiv in Kooperation mit Archiven der Russischen Föderation auch weite Teile der Akten der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD). Archivalien über die Ermittlung und Verlagerung von Kulturgut in den Akten der SMAD sind über ein in Berlin-Lichterfelde einsehbares Findbuch erschlossen (Sachthematisches Inventar zur Kulturpolitik der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) 1945-1949). Sie enthalten u.a. Befehle, Vermerke, Berichte zu den von der sowjetischen Besatzungsarmee in Verstecken aufgespürten Kulturgütern, u.a. von Schätzen in Schwerin und in der Nähe von Leipzig, sowie zu „Trophäen“, den während des Zweiten Weltkriegs von der deutschen Besatzungsmacht auf sowjetischem Territorium beschlagnahmten Kulturgütern. Aktensprache ist Russisch.

In der DDR waren auch Funktionen zentralstaatlich organisiert, die heute nicht in die staatliche Verwaltung fallen, so die Sicherung von Kunsttransporten durch das Büro für den Schutz des Kulturgutes der DDR beim Ministerium für Kultur oder die Tätigkeit des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR. Zur Orientierung empfiehlt sich hier die Durchsicht der DDR-Bestände des Bundesarchivs in der Rechercheanwendung invenio (Navigierende Suche).

Das Bundesarchiv verwahrt auch Überlieferung der „zentralgeleiteten“ volkseigenen Wirtschaftsbetriebe, also der Betriebe, die der obersten staatlichen Ebene zugeordnet waren. Dies betrifft etwa den staatlichen Kunsthandel der DDR oder die Außenhandelsbetriebe. Hier ist für die Provenienzforschung besonders die „Kunst und Antiquitäten GmbH“ von Interesse. Die erhaltene Überlieferung anderer Wirtschaftsbetriebe befindet sich in den Landes- und Kommunalarchiven, in Wirtschaftsarchiven oder den Unternehmen selbst oder ihren Nachfolgern.

In den jüngeren Erschließungen werden zunehmend Kulturgutgruppen benannt, auf die sich Hinweise in den Akten finden lassen, z.B. Spielzeug, Möbel, Musikinstrumente, Gemälde, Hausrat etc. Das bedeutet nicht, dass sich nicht auch Hinweise auf weiteres Kulturgut in den jeweiligen Akten findet. Es ist in allen Fällen mit einem hohen Rechercheaufwand zu rechnen.

Gemälde

Für Gemälde sind auf Grund der Möglichkeit von Angaben zu Signatur, Titel, Sujet, Größe, Maltechnik die Chancen für Rechercheerfolge günstig. Allerdings werden Bilder in den Akten nur selten exakt beschrieben. Auch bei bekannteren Werken wird in den Akten oft nicht der aus der Literatur bekannte Titel genannt, so bei Klimts Porträt der Marie Henneberg in einer Akte der Kulturgutschutzschutzkommission. Hier wird das Bild als „Dame mit Veilchenstrauß“ bezeichnet (und bisher – als Teil eines nur personenbezogen erschlossenen Nachlasses - nicht in Invenio im „Enthältvermerk“ erwähnt).

Graphik

Graphik wurde von der KuA schon seit den 1970er Jahren exportiert. Wegen des oft geringen Einzelwerts sind Einzelwerke in invenio in die „Enthältvermerke“ meist nicht aufgenommen worden, bei Konvoluten oft nur die Namen der Künstler. Der Staatliche Kunsthandel verkaufte Druckgraphik im großen Stil über seine Galerien. Hier wurden alle gehandelten Künstler namentlich in invenio in den „Enthältvermerken“ aufgenommen.

Bücher

Hinweise auf antiquarische Bücher finden sich in den Archivalien des Bundesarchivs vor allem in den KuA-Unterlagen seit 1987 (Wechsel des Antiquars Johannes Wend vom Zentralantiquariat der DDR zur KuA, Aufbau eines aggressiv agierenden Einkaufsbereichs mit Sitz in Leipzig). Bezogen auf die Menge der exportierten Bücher ist der Niederschlag in den erhaltenen Akten allerdings gering. Es fehlen zudem direkte Hinweise auf den aus der Literatur bekannten forcierten Export alter Sammlungsbibliotheken durch die KuA in den späten 1980er Jahren.

Möbel und Porzellan

Möbel und Porzellan gehörten zu den bevorzugten Warengruppen des KuA-Exports. Einzelne, besonders wertvolle Stücke werden in Invenio in den „Enthältvermerken“ benannt. Allerdings sind Beschreibungen wie „Barocksekretär, dreiteilig, Nussholz furniert“ nur in Kombination mit „Aufklebernummern“ zur Identifikation geeignet.

Auswahl relevanter Archivbestände

Die nachfolgend aufgezeigten Quellen und Hinweise geben eine Orientierung über relevantes SBZ-/DDR-Archivgut aus der Zeit zwischen 1945 und 1990. Die Übersicht ist nicht abschließend.

Weiterführende Informationen

Inventar- und Wertgutachten VI/82/II/852

Provenienzforschung in DDR-Akten

Der Bestand DL 210 Kunst und Antiquitäten GmbH

An zwei Beispielen wird hier vorgestellt, wie die erhaltenen Unterlagen der KuA aussehen und welche Ergebnisse Provenienzrecherchen im Bestand erreichen können.

Mehr