Historischer Hintergrund
Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Der Machtwechsel an der Spitze des Deutschen Reichs bedeutete das Ende der Weimarer Republik – eines bei vielen verhassten politischen Systems, das aber auch Unterstützerinnen und Unterstützer hatte. So z. B. den prorepublikanischen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer.
Während der Weimarer Republik hatte Adenauer die NSDAP zwar als legale Partei angesehen und geglaubt, sie ließe sich durch eine Regierungsbeteiligung „zähmen“. Diese Annahme erwies sich nach Hitlers Machtantritt jedoch als Trugschluss. Adenauer positionierte sich gegen die neue Regierung und kritisierte wiederholt die antidemokratischen Maßnahmen der Nationalsozialisten.
Dazu gehörte u. a. Hermann Görings „Schießerlass“ vom 17. Februar 1933. Er erlaubte der preußischen Polizei den straffreien Einsatz der Schusswaffe gegen politische Gegnerinnen und Gegner. Aber auch die einschüchternde Präsenz von SA und SS während der Kommunalwahl in Köln am 12. März 1933 kritisierte Adenauer scharf.
Als Hitler im Vorfeld der Reichstagswahl Mitte Februar 1933 Köln besuchte, verzichtete Adenauer auf den Empfang des Reichskanzlers am Flughafen – mit der Begründung, Hitler sei als NSDAP-, nicht als Regierungschef in Köln. Außerdem ließ Adenauer die Hakenkreuzfahnen an der Deutzer Hängebrücke entfernen.
Es folgte eine intensive Hetzkampagne gegen Adenauer: Die NSDAP unterstellte dem Kölner Oberbürgermeister u. a. Misswirtschaft und separatistische Bestrebungen zur Gründung einer „Rheinischen Republik“ nach dem Ersten Weltkrieg.
Am 13. März 1933 marschierte ein wütender Mob auf das Kölner Rathaus zu. Die SA hatte zudem Stellung vor Adenauers Wohnhaus bezogen. Da dieser seine Festnahme oder sogar Ermordung fürchten musste, floh er aus Köln. Der Gauleiter von Köln-Aachen, Josef Grohé, erklärte Adenauer für abgesetzt und bestimmte Günter Riesen als kommissarischen Oberbürgermeister der Stadt.







