6. Runder Tisch im Schloss Niederschönhausen, 1990,
Quelle:
BArch, Bild 183-1990-0108-015
Parteien und Organisationen der DDR im Prozess der Wiedervereinigung
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Die Lage in der DDR verschärfte sich im Herbst 1989 unter dem Druck einer massiven Ausreisewelle und anhaltender Massenproteste. Die Forderung, die alte politische Führungsriege abzulösen, wurde immer stärker. Den Sturz Erich Honeckers bereitete eine Gruppe um Egon Krenz vor und inszenierte die Ablösung als freiwilligen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen. So nahm am 18. Oktober 1989 das ZK auf seiner 9. Tagung den Rücktritt des schwer erkrankten Generalsekretärs entgegen.
Erklärung Erich Honeckers zu seinem Rücktritt auf der 9. Tagung des Zentralkomitees der SED am 18. Oktober 1989, Seite 1
Erklärung Erich Honeckers zu seinem Rücktritt auf der 9. Tagung des Zentralkomitees der SED am 18. Oktober 1989, Seite 2
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Unmittelbar vorausgegangen war die Sitzung des Politbüros am 17. Oktober, auf der Willi Stoph den Antrag stellte, Honecker abzulösen. Keiner der Anwesenden trat für Honecker ein, so dass dessen Rücktritt einstimmig beschlossen wurde. Auf der 9. Tagung des ZK wurden außerdem die Sekretäre und Politbüromitglieder Günter Mittag und Joachim Herrmann ohne Begründung von ihren Funktionen entbunden. Egon Krenz wurde für nur 49 Tage der Nachfolger Erich Honeckers an der Spitze der SED. Am 24. Oktober wählte ihn die Volkskammer auch zum Vorsitzenden des Staatsrates sowie zum Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates der DDR. Die SED war dem Tempo der Veränderungen nicht gewachsen, es gab kein neues strategisches Konzept. Sie konnte keine konstruktive Rolle übernehmen und die Führung erwies sich als unfähig, die gesellschaftliche Krise im Land zu überwinden. Am 3. Dezember trat Egon Krenz gemeinsam mit dem Politbüro und Zentralkomitee auf der 12. Tagung des ZK zurück.
Der Generalsekretär des ZK der SED, Erich Honecker, empfängt am 13. Oktober 1989 in Berlin die Vorsitzenden der Blockparteien und den Präsidenten des Nationalrates der Nationalen Front zu einem Gespräch.Quelle: BArch, Bild 183-1989-1013-031 / Fotograf: Reiche, Hartmut
Armeegeneral Heinz Keßler informierte am 6. November 1989 den Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrats der DDR Egon Krenz über die Grenzverletzungen im Oktober 1989 und die Aktivitäten der Grenztruppen. Als Anlage findet sich neben der ausführlichen schriftlichen Information auch ein graphisch gestalteter statistischer Bericht über die Grenzverletzungen. Bei dem Schriftstück handelt es sich um eine vertrauliche Verschluss-Sache. Egon Krenz verfügte am 10. November mit den Worten „Genossen des PB“, dass die Mitglieder und Kandidaten des Politbüros diese Information zur Kenntnis erhalten sollten.
Schreiben des Ministers für Nationale Verteidigung Heinz Keßler an Egon Krenz zum Bericht über die Lage an der Grenze der DDR für den Monat Oktober 1989 und Anlage, Seite 1
Schreiben des Ministers für Nationale Verteidigung Heinz Keßler an Egon Krenz zum Bericht über die Lage an der Grenze der DDR für den Monat Oktober 1989 und Anlage, Seite 2
Schreiben des Ministers für Nationale Verteidigung Heinz Keßler an Egon Krenz zum Bericht über die Lage an der Grenze der DDR für den Monat Oktober 1989 und Anlage, Seite 3
Schreiben des Ministers für Nationale Verteidigung Heinz Keßler an Egon Krenz zum Bericht über die Lage an der Grenze der DDR für den Monat Oktober 1989 und Anlage, Seite 4
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Auf der Pressekonferenz über den Verlauf der 10. Tagung des ZK der SED verkündete Günter Schabowski am 9. November den Wortlaut des Reisegesetzentwurfs. Auf die Frage nach dem Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens antwortete er:
„...sofort, unverzüglich!“
Günter Schabowski
Pressekonferenz zur 10. Tagung des ZK der SED
Damit waren die Grenzen praktisch offen. Statt eines kontrollierten Reiseverkehrs ab dem 10. November löste diese Mitteilung einen Ansturm der Ostberliner auf die Grenzübergänge aus. Ohne Information und ohne Befehl der Führung standen die Angehörigen der Grenzübergangsstellen großen Menschenansammlungen gegenüber, die nach Westberlin wollten. Die Mauer in Berlin als undurchlässige Systemgrenze und Symbol der deutschen Teilung hörte auf, zu existieren.
Telegramm von Egon Krenz an Michail S. Gorbatschow vom 10. November 1989 zu Fragen der Grenzöffnung am 9. November 1989, Seite 1
Telegramm von Egon Krenz an Michail S. Gorbatschow vom 10. November 1989 zu Fragen der Grenzöffnung am 9. November 1989, Seite 2
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Egon Krenz, als Generalsekretär des ZK der SED und Staatsratsvorsitzender, informierte Michail S. Gorbatschow in einem Telegramm am 10. November über die Lage und das geplante weitere Vorgehen in Berlin. Da diese plötzliche Grenzöffnung weder mit der sowjetischen Partei- und Staatsführung noch mit dem sowjetischen Generalstab abgestimmt war, sollten so Verstimmungen zwischen der Sowjetunion und der DDR vermieden werden.
Westberliner Schüler bilden am 10. November 1989 am Grenzübergang Bornholmer Straße (Böse-Brücke) ein Spalier zum Empfang von Besuchern aus der DDR.Quelle: BArch, Bild 183-1989-1110-409 / Lochmann, Hanns-Peter
Zur aktuellen Lage in der DDR
Die Mitarbeiter der Abteilung Parteiorgane im ZK der SED erarbeiteten für die Parteiführung vom 18. Oktober bis 1. Dezember 1989 Informationsberichte zu den wichtigsten politischen Ereignissen. Dabei wurde insbesondere über die aktuelle Lage in der DDR und über Probleme in der SED berichtet. Außerdem wurden bestimmte Tendenzen und mögliche Schlussfolgerungen benannt. Am 10. November stand selbstverständlich die unmittelbar zuvor erfolgte Grenzöffnung im Mittelpunkt der Berichterstattung. Die vorliegende Information spiegelt den Stand um 17 Uhr wider. Der handschriftliche Zusatz stammt von Walter Lorenz, einem Mitarbeiter der Abteilung.
Information der Abteilung Parteiorgane an die Parteiführung der SED vom 10. November 1989 zur Situation seit der Grenzöffnung, Seite 1
Information der Abteilung Parteiorgane an die Parteiführung der SED vom 10. November 1989 zur Situation seit der Grenzöffnung, Seite 2
Information der Abteilung Parteiorgane an die Parteiführung der SED vom 10. November 1989 zur Situation seit der Grenzöffnung, Seite 3
Information der Abteilung Parteiorgane an die Parteiführung der SED vom 10. November 1989 zur Situation seit der Grenzöffnung, Seite 4
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Kurzfristige Ausstellung von Pässen und Visa erfolgte nach der Grenzöffnung am 10. November 1989 in den Dienststellen der Volkspolizei, hier in der Marchlewskistraße Berlin-Friedrichshain.Quelle: BArch, Bild 183-1989-1110-022 / Settnik, Bernd
Armeegeneral Heinz Keßler informierte am 13. November 1989 den Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrats der DDR Egon Krenz über ein Fernschreiben von Generalleutnant Walerij Fursin an den Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung und Chef des Hauptstabes der NVA Generaloberst Fritz Streletz. Der Stab der Westgruppe der Streitkräfte der UdSSR hatte sich auf Bitte des Ministers für Nationale Verteidigung Heinz Keßler an die westlichen Alliierten mit der Aufforderung gewandt, sich in Berlin neutral zu verhalten. Generalleutnant Walerij Fursin informierte über das Gespräch zu diesen Fragen mit den Chefs der akkreditierten Militärverbindungsmissionen.
Schreiben des Ministers für Nationale Verteidigung Heinz Keßler an Egon Krenz vom 13. November 1989 zum Fernschreiben (Abschrift) des Chefs des Stabes der Westgruppe der Streitkräfte der UdSSR Generalleutnant Walerij Fursin, Seite 1
Schreiben des Ministers für Nationale Verteidigung Heinz Keßler an Egon Krenz vom 13. November 1989 zum Fernschreiben (Abschrift) des Chefs des Stabes der Westgruppe der Streitkräfte der UdSSR Generalleutnant Walerij Fursin, Seite 2
Schreiben des Ministers für Nationale Verteidigung Heinz Keßler an Egon Krenz vom 13. November 1989 zum Fernschreiben (Abschrift) des Chefs des Stabes der Westgruppe der Streitkräfte der UdSSR Generalleutnant Walerij Fursin, Seite 3<br /> <br />
Schreiben des Ministers für Nationale Verteidigung Heinz Keßler an Egon Krenz vom 13. November 1989 zum Fernschreiben (Abschrift) des Chefs des Stabes der Westgruppe der Streitkräfte der UdSSR Generalleutnant Walerij Fursin, Seite 4
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Der Leiter des Volkspolizei-Kreisamtes Cottbus übermittelte am 17. November 1989 Wolfgang Herger in dessen Funktion als Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Verteidigung eine Zusammenstellung von Vorschlägen und Meinungen der SED-Mitglieder der Kriminalpolizei des Kreisamtes Cottbus zur Verbesserung der Polizeiarbeit. Dabei ging es auch um Fragen, wie neuen Erscheinungsformen der Kriminalität in Folge der neuen Reiseregelung begegnet werden kann.
Vorschläge und Meinungen der SED-Mitglieder der Kriminalpolizei des Volkspolizei-Kreisamtes Cottbus zur Lösung aktueller Probleme vom 17. November 1989, Seite 1
Vorschläge und Meinungen der SED-Mitglieder der Kriminalpolizei des Volkspolizei-Kreisamtes Cottbus zur Lösung aktueller Probleme vom 17. November 1989, Seite 2
Vorschläge und Meinungen der SED-Mitglieder der Kriminalpolizei des Volkspolizei-Kreisamtes Cottbus zur Lösung aktueller Probleme vom 17. November 1989, Seite 3
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Der Arbeitsausschuss des Gehörlosen- und Schwerhörigen-Verbandes der DDR wandte sich am 29. Januar 1990 an Günther Maleuda, um auf die besondere Situation seiner etwa 17000 hörgeschädigten Mitglieder aufmerksam zu machen. Er äußerte insbesondere die Sorge, dass die Belange der Behinderten im Einigungsprozess nicht genügend berücksichtigt werden könnten und forderte die Demokratische Bauernpartei Deutschlands auf, sich für deren Interessen einzusetzen.
Schreiben des Gehörlosen- und Schwerhörigen-Verbandes der DDR an den Vorsitzenden der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands Günther Maleuda vom 29. Januar 1990, Seite 1
Schreiben des Gehörlosen- und Schwerhörigen-Verbandes der DDR an den Vorsitzenden der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands Günther Maleuda vom 29. Januar 1990, Seite 2
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Demonstration von Behinderten am 25. Januar 1990 in Berlin. Rollstuhlfahrer fordern, sie nicht länger durch Barrieren vom kulturellen Leben auszuschließen.Quelle: BArch, Bild 183-1990-0125-035 / Zimmermann, Peter
Forderungen zur Unterstützung der Wiedervereinigung
National-Demokratische Partei Deutschlands
Der 14. Parteitag der National-Demokratischen Partei Deutschlands fand an drei Tagen statt, am 20. und 21. Januar sowie am 11. Februar 1990. Die Partei suchte eine politische Neuorientierung und grenzte sich sowohl von der SED-PDS als auch von den ehemaligen Blockparteien Christlich Demokratische Union Deutschlands, Liberal-Demokratische Partei Deutschlands und Demokratische Bauernpartei Deutschlands ab. Sie definierte sich als nationale und politische Kraft in der Mitte der DDR.
Ein Wahlprogramm wurde verabschiedet, in dem die Wiedervereinigung befürwortet wurde, allerdings über eine Konföderation und in längeren Zeiträumen. Im Vorfeld des Parteitages äußerten sich einzelne Parteimitglieder, aber auch ganze Orts- und Kreisverbände zu verschiedenen politischen Fragen, so auch der Kreisverband Zittau. Dieser forderte im Schreiben vom 17. Januar den Parteitag auf, sich im Wahlprogramm eindeutig zur Einheit Deutschlands zu bekennen.
Schreiben des Kreisverbandes Zittau der National-Demokratischen Partei Deutschlands vom 17. Januar 1990 an den 14. Parteitag mit der Forderung für ein klares Bekenntnis zur Wiedervereinigung
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Als Vertreter der Fraktion der National-Demokratischen Partei Deutschlands im Präsidium der Volkskammer erhielt Günter Hartmann die Informationen des Sekretariats der Volkskammer zu verschiedenen wichtigen gesellschaftlichen Problemen. In der Information vom 23. Februar 1990 wurden etwa fünfzig Zuschriften für den Zeitraum vom 8. bis 23. Februar zu Fragen der Wiedervereinigung ausgewertet und schwerpunktmäßig erfasst.
„Mit Befremden und Empörung erlebe ich die gegenwärtige Entwicklung in der DDR. Wer hat Ihnen erlaubt, mein Land den Wölfen vorzuwerfen ... Ich fordere einen Volksentscheid! Leipzig ist nicht die DDR!“
Auswertung von Bürger-Zuschriften zu Fragen der Wiedervereinigung
Information des Sekretariats der Volkskammer der DDR an die Mitglieder des Präsidiums der Volkskammer vom 23. Februar 1990 über Zuschriften von Bürgern zu Fragen der Wiedervereinigung, Seite 1
Information des Sekretariats der Volkskammer der DDR an die Mitglieder des Präsidiums der Volkskammer vom 23. Februar 1990 über Zuschriften von Bürgern zu Fragen der Wiedervereinigung, Seite 2
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Auf Initiative der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“ wurde ein Zentraler Runder Tisch eingerichtet, der vom 7. Dezember 1989 bis zum 12. März 1990 sechzehnmal tagte. Er unterbreitete Vorschläge, wie die gesellschaftliche Umgestaltung in der DDR erfolgen sollte. Das Themenspektrum der Sitzungen war äußerst vielfältig, beispielsweise wurden Fragen der Militär-, Umwelt- und Sozialpolitik erörtert und der Entwurf einer neuen Verfassung erarbeitet. Das Gremium unterstütze damit aktiv die Regierung Modrow. An den Gesprächen nahmen Vertreter der Parteien und Bürgerbewegungen teil, so auch drei Vertreter der National-Demokratischen Partei Deutschlands und zwei Vertreter von „Demokratie Jetzt“. Gemeinsam reichten sie ein Papier ein, in dem sie ihre Positionen zu den Verhandlungen zwischen Ministerpräsident Hans Modrow und Bundeskanzler Helmut Kohl darlegten. Wolfgang Rauls, der seit dem 11. Februar 1990 Vorsitzender der NDPD war, erhielt es zur Kenntnis (siehe unten, Paraphe oben rechts).
Positionspapier der National-Demokratischen Partei Deutschlands und der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“ für den Runden Tisch zu den Regierungsverhandlungen im Einigungsprozess vom Februar 1990, Seite 1
Positionspapier der National-Demokratischen Partei Deutschlands und der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“ für den Runden Tisch zu den Regierungsverhandlungen im Einigungsprozess vom Februar 1990, Seite 2
Positionspapier der National-Demokratischen Partei Deutschlands und der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“ für den Runden Tisch zu den Regierungsverhandlungen im Einigungsprozess vom Februar 1990, Seite 3
Positionspapier der National-Demokratischen Partei Deutschlands und der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“ für den Runden Tisch zu den Regierungsverhandlungen im Einigungsprozess vom Februar 1990, Seite 4
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6. Sitzung des Zentralen Runden Tisches im Schloss Niederschönhausen am 9. Januar 1990. Die Debatten wurden, wie von den Teilnehmern gefordert, erstmals im Rundfunk und Fernsehen der DDR direkt übertragen.Quelle: BArch, Bild 183-1990-0108-015
14. Sitzung des Zentralen Runden Tisches im Schloss Niederschönhausen am 26. Februar 1990. Im Mittelpunkt der Gespräche standen u. a. Probleme der Kulturpolitik. Der Runde Tisch sieht die Gefahr, dass an die Stelle der früheren politischen Zensur eine ökonomische treten könnte. Minister Matthias Platzeck (hinten links) im Gespräch mit Minister Sebastian Pflugbeil (hinten rechts)Quelle: BArch, Bild 183-1990-0226-016 / Mittelstädt, Rainer
Demokratischer Aufbruch
Der Demokratische Aufbruch war ursprünglich eine oppositionelle Sammlungsbewegung zur Schaffung einer demokratischen Öffentlichkeit und trug im Frühherbst 1989 noch den richtungsweisenden Zusatz „sozial – ökologisch“. Die offizielle Gründung als Partei erfolgte auf dem Parteitag am 16./17. Dezember 1989 in Leipzig. Dieser Parteitag distanzierte sich vom Sozialismus, bekannte sich zur sozialen Marktwirtschaft mit hohem ökologischem Anspruch und zur deutschen Einheit. Da die Kommunalwahlen am 6. Mai 1990 für den Demokratischen Aufbruch enttäuschend ausfielen, fusionierte er im August 1990 mit der CDU in der DDR und ging im Oktober 1990 in die gesamtdeutsche CDU ein.
„Glaubt nicht den Wendehälsen!“ – Werbung für die Unterstützung des Demokratischen Aufbruchs in Erfurt, Januar 1990, Seite 1
„Glaubt nicht den Wendehälsen!“ – Werbung für die Unterstützung des Demokratischen Aufbruchs in Erfurt, Januar 1990, Seite 2
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Gründungsparteitag des „Demokratischen Aufbruch“ am 16. Dezember 1989 in Leipzig. Rund 300 Delegierte aus allen Bezirken der DDR nehmen im Kongresssaal des Brühlzentrums an der Gründung der sozial und ökologisch orientierten Partei teil.Quelle: BArch, Bild 183-1989-1216-026 / Gahlbeck, Friedrich
Grüne Partei und der Unabhängige Frauenverband
Die Grüne Partei in der DDR und der Unabhängige Frauenverband gingen bei der Volkskammerwahl im März 1990 ein Wahlbündnis ein. Dieses errang 2 Prozent und somit acht Sitze. Die verschiedenen Ziele des gemeinsamen Wahlprogramms wurden im Vorfeld auf Flugzetteln, die sich jeweils einem bestimmten Thema widmeten, verbreitet. Nach der Wahl kündigte der Unabhängige Frauenverband das Bündnis, weil die Grüne Partei nach dem Wahlverfahren alle acht Mandate erhielt und sich weigerte, dem Frauenverband einige davon abzutreten.
Flugblatt „Gewaltfrei in die Zukunft“ herausgegeben vom Unabhängigen Frauenverband und der Grünen Partei vom März 1990
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F.D.P.
Der erste Aufruf zur Schaffung einer neuen liberalen Partei, der F.D.P. der DDR, erfolgte am 25. November 1989 in Berlin. Diese Partei sollte liberal und nicht sozialistisch sein. Einige wenige Bürger trafen sich in den folgenden Monaten, um die Partei aufzubauen. Die offizielle Konstituierung erfolgte am 4. Februar 1990. Bereits einige Tage später am 12. Februar ging sie mit der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands und der Deutschen Forumpartei ein liberales Wahlbündnis ein. Dieses sollte die Vorstufe des späteren Zusammenschlusses bilden. Das Bündnis errang 5,3 Prozent der Stimmen und damit 21 Sitze in der Volkskammer. Es beteiligte sich an der letzten DDR-Regierung unter Lothar de Maizière. Am 11. August 1990 fusionierte die F.D.P. mit dem Bund Freier Demokraten, der Deutschen Forumpartei und den westdeutschen Liberalen zur gesamtdeutschen FDP.
Flugblatt mit dem Gründungsaufruf der FDP der DDR vom Januar 1990
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Allianz für Deutschland
Das Wahlbündnis „Allianz für Deutschland“, bestehend aus Demokratischem Aufbruch, Deutscher Sozialer Union und CDU (Ost), warb insbesondere mit der Forderung nach einer schnellen Wiedervereinigung um Stimmen für die Wahl zur Volkskammer am 18. März 1990. Die Allianz ging mit 48,15 Prozent der Stimmen, von denen der Großteil auf die CDU entfiel, als Wahlsieger hervor und erreichte 192 der 400 Mandate. Sie bildete mit dem Bund Freier Demokraten und der SPD-Ost eine Große Koalition. Ministerpräsident wurde Lothar de Maizière.
Zwei Aufkleber als Wahlwerbung des Wahlbündnisses „Allianz für Deutschland“, Frühjahr 1990
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Deutsche Soziale Union
Die Deutsche Soziale Union wurde von mehr als zehn christlichen, liberalen und bürgerlich-konservativen Oppositionsgruppen am 20. Januar in Leipzig gegründet. Dazu zählten u.a. die Forumpartei, die Fortschrittliche Volkspartei, die Deutsche Friedensunion und Vereinigte Union Sachsen. Insbesondere in Thüringen und Sachsen erzielte die DSU bei der Volkskammerwahl am 18. März 1990 hohe Ergebnisse. Obwohl sie mit dem Demokratischen Aufbruch und CDU (Ost) das Wahlbündnis „Allianz für Deutschland“ einging, bildete sie nach der Wahl eine eigene Fraktion mit 25 Sitzen und beteiligte sich an der letzten DDR-Regierung. Sie verfolgte christlich-konservative Ziele und sprach sich stets für einen sofortigen Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland aus.
Flugzettel mit der Position der Deutschen Sozialen Union zur Wiedervereinigung vom August 1990
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Erarbeitung des Beitrags: Ute Räuber, Bundesarchiv
Zu keiner anderen Zeit der deutschen Geschichte mussten innerhalb eines Jahres so viele politische Entscheidungen von historischer Tragweite getroffen werden wie 1989/1990. Fotografien und Dokumente dieser Galerie erinnern an herausragende Ereignisse auf dem Weg zur deutschen Einheit.
Mutige Bürgerinnen und Bürger in der DDR brachten im Herbst 1989 eine Entwicklung in Gang, die eine ungeahnte Dynamik entfaltete. Am 9. November erzwangen sie den Fall der Berliner Mauer. Die neue Situation warf komplexe Fragen auf. Denn in den nächsten Monaten – viel schneller als anfangs ...
Feindobjekt Flüchtlingslager – die Stasi in Uelzen und Gießen
Die DDR-Staatssicherheit hielt die Notaufnahmelager Uelzen und Gießen in der Bundesrepublik unter genauer Beobachtung. Hier mussten Flüchtlinge und Übersiedler eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Die Hauptabteilung VII/3 der Stasi fasste die vielen Berichte über die Lager seit 1959 in ...
Die Überwachung der deutsch-deutschen Amateurfunker
Die Stasi betrieb jahrzehntelang einen immensen Aufwand, um Funkamateure in Ost- und Westdeutschland zu überwachen. Sie versuchte den Funkverkehr in der DDR zu kontrollieren und bespitzelte auch in der Bundesrepublik Funker, die sie der „westlichen Beeinflussung“ bezichtigte.
Die Stasi und der Essener Prozess zum KZ Mittelbau-Dora
Zwischen Vergangenheitsbewältigung, Propaganda und Ost-West-Konflikt
Mitte der 1960er Jahre begann die Stasi, sich eingehend mit den nationalsozialistischen Verbrechen um den KZ-Lager-Komplex Mittelbau-Dora auseinanderzusetzen und umfassende Archivauswertungen und Ermittlungen vorzunehmen. Hintergrund war das sich hierzu anbahnende zweite große Strafverfahren auf ...
Die Besetzung der Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg
Chronologie des 15. Januar 1990
„Stasi raus, es ist aus!“: Am 15. Januar 1990 fiel die letzte Bastion des DDR-Regimes. Tausende Menschen erstürmten die Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg. Das Ereignis wurde zum Symbol für das Ende der fast 40-jährigen Überwachung und Verfolgung der ostdeutschen Bevölkerung durch die ...
Im Jahr 1970 misslang eine geplante Flucht von Ost- nach West-Berlin mithilfe eines Fluchttunnels. Die Stasi war durch einen Spitzel bereits im Vorfeld über den Plan des Tunnelbaus informiert und verhinderte das Vorhaben.