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Ein Auto des Krankentransports fährt durch das Tor des Deutschen Roten Kreuz in Forst, während ein Mann mit Kinderwagen seitlich vorbeigeht. Im Hintergrund ist die gemauerte Villa zu sehen, in der sich die DRK-Stelle befindet.

DRK-Stelle im ehemaligen Stasi-Gebäude in Forst, 1990, Quelle: BArch, Bild 183-1990-0620-002 / Weisflog, Rainer

„Sehr ernst und an vielen Stellen kritisch“ - Die Situation im Gesundheitswesen in den neuen Bundesländern 1989-1994

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Kaum ein Bereich des öffentlichen Lebens hat für jeden Einzelnen so große Auswirkungen wie die Qualität des Gesundheitswesens. Ärztliches Wissen, technische Ausstattung der Krankenhäuser und die Wirksamkeit von Medikamenten bestimmen unsere Lebensqualität und manchmal auch über Leben und Tod.

In welch desolatem Zustand sich das Gesundheitswesen der DDR um 1989/1990 befand, wird in seiner Gesamtheit erst aus dem Studium der Akten des Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit (bis 1991) bzw. des Bundesgesundheitsministeriums (ab 1991) deutlich. Verfall der baulichen Substanz, rückständige technische Ausstattung, Versorgungsmängel bei Medikamenten und hohe Belastung des ärztlichen und pflegerischen Personals kennzeichneten das Gesundheitswesen in der DDR. In der Umbruchzeit zwischen 1989 und 1994 haben humanitäre Soforthilfeprogramme und finanzielle Sonderfonds der Bundesregierung und auch private Hilfsinitiativen von Firmen und Vereinen das Funktionieren der Gesundheitsversorgung in der DDR bzw. in den neuen Bundesländern sichergestellt.

Dieser Beitrag möchte Sie anhand ausgewählter Beispiele einladen, sich selbst ein Bild von den enormen Schwierigkeiten und den Lösungsansätzen für ein modernes Gesundheitswesen in den neuen Bundesländern zu machen. 

Die Situation im DDR-Gesundheitswesen 1989

  • Erste Seite der Auslegung des Gesundheitsabkommens zwischen BRD und DDR angesichts des Besucherstroms aus der DDR, 1989
    Auslegung des Gesundheitsabkommens zwischen BRD und DDR angesichts des Besucherstroms aus der DDR, 1989, Seite 1
  • Zweite Seite der Auslegung des Gesundheitsabkommens zwischen BRD und DDR angesichts des Besucherstroms aus der DDR, 1989
    Auslegung des Gesundheitsabkommens zwischen BRD und DDR angesichts des Besucherstroms aus der DDR, 1989, Seite 2
  • Dritte Seite der Auslegung des Gesundheitsabkommens zwischen BRD und DDR angesichts des Besucherstroms aus der DDR, 1989
    Auslegung des Gesundheitsabkommens zwischen BRD und DDR angesichts des Besucherstroms aus der DDR, 1989, Seite 3
  • Erste Seite der Ergebnisse des Arbeitsgesprächs der Beauftragten nach dem Gesundheitsabkommen zur humanitären Hilfe in der DDR, 1989
    Ergebnisse des Arbeitsgesprächs der Beauftragten nach dem Gesundheitsabkommen zur humanitären Hilfe in der DDR, 1989, Seite 1
  • Zweite Seite der Ergebnisse des Arbeitsgesprächs der Beauftragten nach dem Gesundheitsabkommen zur humanitären Hilfe in der DDR, 1989
    Ergebnisse des Arbeitsgesprächs der Beauftragten nach dem Gesundheitsabkommen zur humanitären Hilfe in der DDR, 1989, Seite 2
  • Ergebnisse des Arbeitsgesprächs der Beauftragten nach dem Gesundheitsabkommen zur humanitären Hilfe in der DDR, 1989, Seite 3
    Ergebnisse des Arbeitsgesprächs der Beauftragten nach dem Gesundheitsabkommen zur humanitären Hilfe in der DDR, 1989, Seite 3
  • Vierte Seite der Ergebnisse des Arbeitsgesprächs der Beauftragten nach dem Gesundheitsabkommen zur humanitären Hilfe in der DDR, 1989
    Ergebnisse des Arbeitsgesprächs der Beauftragten nach dem Gesundheitsabkommen zur humanitären Hilfe in der DDR, 1989, Seite 4

Mangel, Sorgen und Sofortmaßnahmen: Der Umbruch in den neuen Bundesländern 1990–1992

Hilferuf aus Berlin (West) an Helmut Kohl wegen Befürchtung einer Überlastung des Westberliner Gesundheitswesens durch DDR-Patienten

  • Erste Seite des Schreibens der Bürgermeisterin und Senatorin von Berlin Ingrid Stahmer an Helmut Kohl über Probleme in der Krankenhausversorgung von West-Berlin nach der Grenzöffnung, 1990
    Schreiben der Bürgermeisterin und Senatorin von Berlin Ingrid Stahmer an Helmut Kohl über Probleme in der Krankenhausversorgung von West-Berlin nach der Grenzöffnung, 1990, Seite 1
  • Zweite Seite des Schreibens der Bürgermeisterin und Senatorin von Berlin Ingrid Stahmer an Helmut Kohl über Probleme in der Krankenhausversorgung von West-Berlin nach der Grenzöffnung, 1990
    Schreiben der Bürgermeisterin und Senatorin von Berlin Ingrid Stahmer an Helmut Kohl über Probleme in der Krankenhausversorgung von West-Berlin nach der Grenzöffnung, 1990, Seite 2
  • Dritte Seite des Schreibens der Bürgermeisterin und Senatorin von Berlin Ingrid Stahmer an Helmut Kohl über Probleme in der Krankenhausversorgung von West-Berlin nach der Grenzöffnung, 1990
    Schreiben der Bürgermeisterin und Senatorin von Berlin Ingrid Stahmer an Helmut Kohl über Probleme in der Krankenhausversorgung von West-Berlin nach der Grenzöffnung, 1990, Seite 3

Humanitäre Hilfsmaßnahmen

Betonierte Auffahrt vor dem Plattenbaukomlpex des Krankenhauses in Berlin-Buch, 1990
Das ehemalige Regierungskrankenhaus in Berlin-Buch öffnete im Februar 1990 für alle DDR-Bürger.Quelle: BArch, Bild 183-1990-0215-423 / Link, Hubert

„Ein solches Investitionsprogramm hat für die Verbesserung der Situation in der DDR mindestens die gleiche Bedeutung wie der Aufbau von Telekommunikation und Verkehrsnetz.“

aus einem Brief der Gesundheitssenatorin Berlins, 1990

  • Erste Seite des Arbeitspapiers mit einer Zusammenstellung von potentiellen Hilfsmaßnahmen des BMJFFG, 1990
    Arbeitspapier mit einer Zusammenstellung von potentiellen Hilfsmaßnahmen des BMJFFG, Seite 1, 1990
  • Zweite Seite des Arbeitspapiers mit einer Zusammenstellung von potentiellen Hilfsmaßnahmen des BMJFFG, 1990
    02 Arbeitspapier mit einer Zusammenstellung von potentiellen Hilfsmaßnahmen des BMJFFG, Seite 2, 1990
Schwester mit Mundschutz richtet das elektrochirurgische Gerät T 400C in der Charité Berlin ein, 1990
Ein von der Bundesgesundheitsministerin im Rahmen des Soforthilfeprogramms für die DDR übergebenes elektrochirurgisches Gerät wird in der Charité in Betrieb genommen am 30.11.1990.Quelle: BArch, Bild 183-1990-1130-015 / Lehmann, Thomas

Der DDR-Gesundheitsminister Professor Klaus Thielmann (SED-PDS) bezeichnete die Situation im Gesundheits- und Sozialwesen der DDR als

„[...] sehr ernst und an vielen Stellen kritisch“

Kopie eines gefaxten Zeitungsberichts mit der Überschrift "Wenn nicht ein kleines Wunder geschiet, können wir uns jetzt schon ausrechnen, wie lange wir noch leben", 1990
Zeitungsbericht mit Zitat des DDR-Gesundheitsministers Professor Klaus Thielmann (SED-PDS) zur Situation im Gesundheits- und Sozialwesen der DDR, 1990Quelle: BArch, B 189/23271
Ursula Lehr, Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit, schüttelt die Hand von DDR-Sozialminister Klaus Thielmann.
Ursula Lehr, Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit, empfängt DDR-Sozialminister Klaus Thielmann am 20. Februar 1990 in BonnQuelle: Bundesregierung, B 145 Bild-00118222 / Jüttner, Burkhard
  • Erste Seite des Ablaufplans der Firma DWA zur Einrichtung einer neuen Dialysestation in Dresden, 1990
    Ablaufplan der Firma DWA zur Einrichtung einer neuen Dialysestation in Dresden, 1990, Seite 1
  • Zweite Seite des Ablaufplans der Firma DWA zur Einrichtung einer neuen Dialysestation in Dresden, 1990
    Ablaufplan der Firma DWA zur Einrichtung einer neuen Dialysestation in Dresden, 1990, Seite 2
  • Britte Seite des Ablaufplans der Firma DWA zur Einrichtung einer neuen Dialysestation in Dresden, 1990
    Ablaufplan der Firma DWA zur Einrichtung einer neuen Dialysestation in Dresden, 1990, Seite 3

„Die Versorgungssituation für Dialysepatienten in der DDR ist kritisch. Es fehlen von den neuentwickelten DDR-Dialysemaschinen für gesteuerte Ultrafiltration und Bicarbonat 300 Maschinen. Der DDR-Lieferant will die Produktion einstellen.“

aus einem Sitzungsbericht vom 15.01.1990

  • Erste Seite des Sitzungsberichts über die Organisation, die Finanzierung und die Probleme der Dialyseversorgung besonders in der DDR, 1990
    Sitzungsbericht über die Organisation, die Finanzierung und die Probleme der Dialyseversorgung besonders in der DDR, 1990, Seite 1
  • Zweite Seite des Sitzungsberichts über die Organisation, die Finanzierung und die Probleme der Dialyseversorgung besonders in der DDR, 1990
    Sitzungsbericht über die Organisation, die Finanzierung und die Probleme der Dialyseversorgung besonders in der DDR, 1990, Seite 2
  • Dritte Seite des Sitzungsberichts über die Organisation, die Finanzierung und die Probleme der Dialyseversorgung besonders in der DDR, 1990
    Sitzungsbericht über die Organisation, die Finanzierung und die Probleme der Dialyseversorgung besonders in der DDR, 1990, Seite 3
  • Vierte Seite des Sitzungsberichts über die Organisation, die Finanzierung und die Probleme der Dialyseversorgung besonders in der DDR, 1990
    Sitzungsbericht über die Organisation, die Finanzierung und die Probleme der Dialyseversorgung besonders in der DDR, 1990, Seite 4

„Der Grund für die zurückgehende Bereitschaft, Blut zu spenden, liegt auch daran, daß die Leipziger einen Aufenthalt in Westberlin oder in der Bundesrepublik teilweise nutzen, um Blut zu spenden. Die gezahlte Aufwandsentschädigung von 20,00 oder 30,00 DM ist der Grund.“

Dr. med. Kesting (Kreisarzt in Leipzig)
Schreiben an das Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit vom 5.4.1990

Hilferuf der Stadt Leipzig wegen fehlender Blutkonserven

  • Schreiben des Kreisarztes Dr. med. Kesting an das Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit über die unzureichende Versorgung mit Blutkonserven in Leipzig, 1990
    Schreiben des Kreisarztes Dr. med. Kesting an das Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit über die unzureichende Versorgung mit Blutkonserven in Leipzig, 1990
  • Erste Seite des Vermerks des Bundesministeriums für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit zur Situation des Blutspendewesens in der DDR, 1990
    Vermerk des Bundesministeriums für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit zur Situation des Blutspendewesens in der DDR, 1990, Seite 1
  • Zweite Seite des Vermerks des Bundesministeriums für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit zur Situation des Blutspendewesens in der DDR, 1990
    Vermerk des Bundesministeriums für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit zur Situation des Blutspendewesens in der DDR, 1990, Seite 2
  • Dritte Seite des Vermerks des Bundesministeriums für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit zur Situation des Blutspendewesens in der DDR, 1990
    Vermerk des Bundesministeriums für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit zur Situation des Blutspendewesens in der DDR, 1990, Seite 3
Hubschrauber mit der Aufschrift "Flugambulanz" landet in Leipzig, 1990
Hubschrauber im Rettungsdienst in Leipzig, 1990Quelle: BArch, Bild 183-1990-0402-009 / Grubitzsch (geb. Raphael), Waltraud

Sorge um Finanzierung des Rettungsdienstes in den neuen Bundesländern

  • Erste Seite eines Schreibens zur Finanziellen Sicherstellung des Rettungsdienstes in den neuen Bundesländern, 1990
    Finanzielle Sicherstellung des Rettungsdienstes in den neuen Bundesländern, 1990, Seite 1
  • Zweite Seite eines Schreibens zur Finanziellen Sicherstellung des Rettungsdienstes in den neuen Bundesländern, 1990
    Finanzielle Sicherstellung des Rettungsdienstes in den neuen Bundesländern, 1990, Seite 2
  • Dritte Seite eines Schreibens zur Finanziellen Sicherstellung des Rettungsdienstes in den neuen Bundesländern, 1990
    Finanzielle Sicherstellung des Rettungsdienstes in den neuen Bundesländern, 1990, Seite 3
  • Vierte Seite eines Schreibens zur Finanziellen Sicherstellung des Rettungsdienstes in den neuen Bundesländern, 1990
    Finanzielle Sicherstellung des Rettungsdienstes in den neuen Bundesländern, 1990, Seite 4
Ein Auto des Krankentransports fährt durch das Tor des Deutschen Roten Kreuz in Forst, während ein Mann mit Kinderwagen seitlich vorbeigeht. Im Hintergrund ist die gemauerte Villa zu sehen, in der sich die DRK-Stelle befindet.
Stelle des Deutschen Roten Kreuz in einem ehemaligen Gebäude der Staatssicherheit in Forst, 1990Quelle: BArch, Bild 183-1990-0620-002 / Weisflog, Rainer
  • Erste Seite einer Bitte des Direktors der Poliklinik für Kindermedizin Erfurt zur Kostenübernahme einer Therapie für zwei Töchter eines russischen Armeeangehörigen, 1990
    <span class="xqT1Qe">Bitte des Direktors der Poliklinik für Kindermedizin Erfurt zur Kostenübernahme einer Therapie für zwei Töchter eines russischen Armeeangehörigen, 1990, Seite 1</span>
  • Zweite Seite einer Bitte des Direktors der Poliklinik für Kindermedizin Erfurt zur Kostenübernahme einer Therapie für zwei Töchter eines russischen Armeeangehörigen, 1990
    Bitte des Direktors der Poliklinik für Kindermedizin Erfurt zur Kostenübernahme einer Therapie für zwei Töchter eines russischen Armeeangehörigen, 1990, Seite 2
  • Erste Seite der Ablehnung der Kostenübernahme einer medizinischen Therapie für Kinder eines russischen Armeeangehörigen durch das Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit, 1990, Seite 1
    Ablehnung der Kostenübernahme einer medizinischen Therapie für Kinder eines russischen Armeeangehörigen durch das Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit, 1990, Seite 1
  • Zweite Seite einer Ablehnung der Kostenübernahme einer medizinischen Therapie für Kinder eines russischen Armeeangehörigen durch das Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit, 1990
    Ablehnung der Kostenübernahme einer medizinischen Therapie für Kinder eines russischen Armeeangehörigen durch das Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit, 1990, Seite 2
Kleines Haus auf einem ehemaligen militärischen Übungsgelände der UdSSR
Ehemaliges militärisches Übungsgelände der UdSSR, 1993Quelle: Bundesregierung, B 145 Bild-00108805 / Fassbender, Julia

Abwerbung von Pflegepersonal aus ostdeutschen Krankenhäusern über Prämienanreize

  • Erste Seite der Antwort von Bundesministerin für Gesundheit Gerda Hasselfeldt an Manfred Kolbe zur Abwerbung von Pflegekräften, 1991
    Antwort von Bundesministerin für Gesundheit Gerda Hasselfeldt an Manfred Kolbe zur Abwerbung von Pflegekräften, 1991, Seite 1
  • Zweite Seite der Antwort von Bundesministerin für Gesundheit Gerda Hasselfeldt an Manfred Kolbe zur Abwerbung von Pflegekräften, 1991
    Antwort von Bundesministerin für Gesundheit Gerda Hasselfeldt an Manfred Kolbe zur Abwerbung von Pflegekräften, 1991, Seite 2

Übernahme von verschiedenen Instituten der DDR ins Bundesgesundheitsamt

  • Erste Seite zur Beteiligung des Bundesgesundheitsamtes an der Übernahme von Einrichtungen des Gesundheitswesens der DDR, 1992
    Beteiligung des Bundesgesundheitsamtes an der Übernahme von Einrichtungen des Gesundheitswesens der DDR, 1992, Seite 1
  • Zweite Seite zur Beteiligung des Bundesgesundheitsamtes an der Übernahme von Einrichtungen des Gesundheitswesens der DDR, 1992
    Beteiligung des Bundesgesundheitsamtes an der Übernahme von Einrichtungen des Gesundheitswesens der DDR, 1992, Seite 2
  • Bericht zur Übernahme der Mitarbeitenden des „Nationalen Krebsregisters“ der DDR als ABM-Kräfte durch das Bundesgesundheitsamt, 1992
    Bericht zur Übernahme der Mitarbeitenden des „Nationalen Krebsregisters“ der DDR durch das Bundesgesundheitsamt, 1992

Mangelhaftes Trinkwasser

Babies aus Leipzig-Großzschacher mit nitratfreiem Wasser aus der BRD, 1990
Babies aus Leipzig-Großzschacher mit nitratfreiem Wasser aus der BRD, 1990Quelle: BArch, Bild 183-1990-1107-016 / Grubitzsch (geb. Raphael), Waltraud

Babys aus Leipzig-Großzschach bekommen im November 1990 nitratfreies Wasser aus den westlichen Bundesländern, weil das Leitungswasser zu nitrathaltig ist.

  • Erste Seite der Pressemitteilung zum Notprogramm Trinkwasser in den neuen Bundesländern, 1991
    Pressemitteilung zum Notprogramm Trinkwasser in den neuen Bundesländern, Seite 1, 1991
  • Zweite Seite der Pressemitteilung zum Notprogramm Trinkwasser in den neuen Bundesländern, 1991
    Pressemitteilung zum Notprogramm Trinkwasser in den neuen Bundesländern, Seite 2, 1991
  • Erste Seite der Pressemitteilung zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität in den neuen Bundesländern, 1992
    Pressemitteilung zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität in den neuen Bundesländern, Seite 1, 1992
  • Zweite Seite der Pressemitteilung zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität in den neuen Bundesländern, 1992
    Pressemitteilung zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität in den neuen Bundesländern, Seite 2, 1992

Lohn der Mühen: Stabilisierung des Gesundheitswesens in den neuen Bundesländern 1993–1994

Nach vier Jahren großer Umstrukturierungsmaßnahmen und umfangreicher finanzieller Investitionen in das Gesundheitswesen der neuen Bundesländer waren wesentliche Erfolge erreicht. Die Umstellung des staatlichen Versorgungssystems auf eine pluralistische Versorgung mit freiberuflichen Leistungsträgern wie Ärzten und Pflegediensten und mit privaten und kommunalen Trägern trug zur Anpassung des Gesundheitswesens an den westlichen Standard bei. Mit der Einführung des Systems der gegliederten Krankenversicherung zum 1. Januar 1991 traten an die Stelle der beiden Einheitsversicherungsträger rechtlich selbständige Krankenkassen mit regionaler oder berufsständischer Ausrichtung.

Die vollständige Angleichung der Trinkwasserqualität in den neuen Bundesländern an den westlichen Standard war bis 1994 noch nicht erreicht. Nach einer Zusammenstellung der Fachkommission Soforthilfe Trinkwasser waren in den neuen Bundesländern mindestens 2766 Sanierungspläne auszuführen.

Einige Zahlen mögen die enormen Anstrengungen verdeutlichen, die zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in den neuen Bundesländern unternommen wurden: Das Soforthilfeprogramm der Bundesregierung umfasste im Jahr 1990 520 Mio DM. Bis 1992 wurden zur Verbesserung der unzureichenden Dialyseversorgung 23 Mio DM in den neuen Bundesländern investiert, davon 15 Mio DM für die Errichtung von fünf Dialysezentren in Fertigbauweise mit je 20 Dialyseplätzen. Für 8 Mio DM stellte das Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation (KfH) den bestehenden Dialyseeinrichtungen in den neuen Ländern 100 Dialysegeräte sowie Verbrauchsmaterial zur Verfügung. Damit wurde innerhalb kurzer Zeit eine Dialysevollversorgung in den neuen Bundesländern aufgebaut.

Bis 1992 wurden 85 Rettungswagen für 10,5 Mio DM, medizinisch-technisches Gerät für Krankenhäuser für 140 Mio DM und 837,9 Mio DM für Wirtschaftstechnik in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen aufgewendet. Die Kosten für die Sanierung der bis Ende 1992 erfassten großen Wasserversorgungsanlagen wurden auf 7,7 Milliarden DM geschätzt, die Kosten für die Sanierung und Erweiterung der Rohrnetze auf weitere 12,6 Milliarden DM.

Quellen

Erarbeitung der Galerie: Birgit Metzing, Bundesarchiv
 


Literatur:

  • Bundesministerium für Gesundheit „Bilanz des Gesundheitswesens in den neuen Bundesländern“, Stand Juli 1992
  • Bundesministerium für Gesundheit „Bilanz des Gesundheitswesens in den neuen Bundesländern“, Stand Mai 1994 (B 353/6313)

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