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In Reihe marschierende Soldaten in NVA-Uniform blicken auf einen Kameraden, der bereits Bundeswehrausrüstung trägt.

NVA-Soldaten mit Kameraden in Bundeswehrausrüstung, Quelle: BArch, Bild 183-1990-0920-018 / Hirschberger, Ralf

Armee im Umbruch

Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 wurden auch die Angehörigen der Nationalen Volksarmee Teil der Bundeswehr. Gleichzeitig verpflichtete sich Deutschland nach dem Ende des Kalten Krieges dazu, seine Truppen zu reduzieren. Das stellte die Bundeswehr vor zahlreiche Herausforderungen.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands kam der Bundeswehr eine Aufgabe mit besonderer historischer Bedeutung zu: Über 100.000 Soldaten der mit Tagesbefehl vom 3. Oktober 1990 aufgelösten Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR wechselten über Nacht die Uniform und wurden Angehörige der Bundeswehr. Der riesige Bestand an Ausrüstung, Waffen und Munition der NVA musste gesichert und teilweise entsorgt werden. Hinzu kam die Verwaltung einer großen Anzahl militärischer Liegenschaften in Ostdeutschland.

Im September 1990 war der Zwei-plus-Vier-Vertrag zwischen den beiden deutschen Teilstaaten und den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs abgeschlossen worden. Er verpflichtete die Westgruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland zum Abzug bis 1994. Parallel dazu sicherte die Bundesrepublik zu, den Umfang der Bundeswehr kräftig zu verringern. Zugleich musste diese neue Führungs- und Verwaltungsstrukturen sowie militärische Standorte in den ostdeutschen Bundesländern aufbauen.

Das Archivgut des Bundesarchivs gibt Einblicke in diese Zeit des Umbruchs mit ihren personellen, logistischen und strukturellen Herausforderungen für die Bundeswehr.

Beiträge zum Thema

  • In Reihe marschierende NVA-Soldaten ziehen vorbei an einem Schuttcontainer im Vordergrund, in dem auch ein Portrait von Erich Honecker liegt. Die Soldaten sind Teil des Wachregiments „Friedrich Engels“ und auf dem Weg zur Neuen Wache in Berlin.
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    Die letzten Stunden der Nationalen Volksarmee

    Die Deutsche Einheit markierte das Ende der DDR und damit auch ihrer Streitkräfte. Wie organisierte die NVA die letzten Stunden ihres Bestehens und den Übergang in eine gesamtdeutsche Bundeswehr?

  • Mehrere Reihen angetretener Soldaten der Landstreitkräfte der NVA applaudieren anlässlich eines Truppenbesuchs von Erich Honecker im Juni 1984. Im Hintergrund stehen mehrere Reihen gepanzerter Fahrzeuge und Hubschrauber.
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    Im März 1990 legte das Amt für Nachrichtenwesen der Bundeswehr einen Auswertungsbericht zur Stimmungslage und zu den Meinungsbildern im Offiziers- und Unteroffizierskorps der NVA vor.

  • Soldaten der Offiziershochschule „Ernst Thälmann“ der NVA marschieren anlässlich der Parade zum 39. Jahrestag der Gründung der DDR im Oktober 1988. Die Soldaten tragen Stahlhelm und Paradeuniform.
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    Aus Gegnern werden Kameraden

    Das Zentrum Innere Führung der Bundeswehr gab wenige Wochen vor dem Tag der Deutschen Einheit eine Handlungshilfe heraus für den künftigen Umgang mit den neuen Kameraden aus der NVA.

  • Drei Bundeswehrsoldaten halten im April 1991 Wache an der Bundeswehrkaserne im Stadtteil Alberstadt in Dresden (Sachsen). Einer der Soldaten trägt ein Gewehr über der Schulter.
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    Ein Jahr Armee der Einheit

    Nach ihrer Auflösung 1990 wurden die Angehörigen der NVA und ihr Wehrmaterial teilweise in die Bundeswehr integriert. Ein Jahr später zog das BMVg eine Zwischenbilanz zum Stand der „Armee der Einheit“.

  • Junge Soldaten der NVA in Uniform protestieren 1990 in Cottbus für bessere Dienstbedingungen. Die Soldaten tragen Schilder mit den Aufschriften „Fünf Tage-Woche und mehr Urlaub sonst läuft nichts mehr“ und „Wir fodern die Verkürzung des Wehrdienstes auf 12 Monate! *rückwirkend“. Einige Soldaten haben Kerzen angezündet.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Eine Zukunft für die NVA?

    Bis kurz vor Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 gab es Versuche, die NVA als Organisation zu erhalten und in eine gesamtdeutsche Zukunft zu retten.

  • Junge Soldaten der NVA in Uniform protestieren vor der Neuen Wache in Berlin für bessere Dienstbedingungen. Die Soldaten tragen Transparente u. a. mit Aufschriften wie „Katzen sind mit ‚Catsan‘ besser dran. Wir fordern mehr Hygiene“ oder „Statt Präsentieren – Reparieren“. Im Hintergrund hält ein Soldat Ehrenwache vor der Neuen Wache.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Weg ins Ungewisse

    Im Zentrum der letzten Kommandeurtagung der NVA im September 1990 stand die Ungewissheit ihrer Soldaten über die persönlichen Konsequenzen, die die Deutsche Einheit für sie bringen würde.

  • Soldaten der 47. Panzerdivison der GUS-Streitkräfte drängen sich vor einem offenen Güterwagen. Auf dem Bahndamm sitzen Zivilistinnen und Zivilisten, im Hintergrund spielt eine Kapelle.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Die Bundeswehr und der Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus Deutschland

    Nach Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrags verließen mehrere hunderttausend Soldaten der „Westgruppe der Truppen“ (WGT) der sowjetischen Streitkräfte und ihre Familien die ehemalige DDR.