Mit der Wiedervereinigung Deutschlands kam der Bundeswehr eine Aufgabe mit besonderer historischer Bedeutung zu: Über 100.000 Soldaten der mit Tagesbefehl vom 3. Oktober 1990 aufgelösten Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR wechselten über Nacht die Uniform und wurden Angehörige der Bundeswehr. Der riesige Bestand an Ausrüstung, Waffen und Munition der NVA musste gesichert und teilweise entsorgt werden. Hinzu kam die Verwaltung einer großen Anzahl militärischer Liegenschaften in Ostdeutschland.
Im September 1990 war der Zwei-plus-Vier-Vertrag zwischen den beiden deutschen Teilstaaten und den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs abgeschlossen worden. Er verpflichtete die Westgruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland zum Abzug bis 1994. Parallel dazu sicherte die Bundesrepublik zu, den Umfang der Bundeswehr kräftig zu verringern. Zugleich musste diese neue Führungs- und Verwaltungsstrukturen sowie militärische Standorte in den ostdeutschen Bundesländern aufbauen.
Das Archivgut des Bundesarchivs gibt Einblicke in diese Zeit des Umbruchs mit ihren personellen, logistischen und strukturellen Herausforderungen für die Bundeswehr.

