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Aus einer großen Gruppe von Demonstranten heraus wird während einer Demonstration gegen ein öffentliches Gelöbnis der Bundeswehr in Bonn ein Transparent mit der Aufschrift „Noske Leber Apel Schmidt wir machen nicht mehr mit! Keine Kriegspropaganda!“ hochgehalten.

Demonstration gegen ein öffentliches Gelöbnis von Bundeswehr-Rekruten auf dem Bonner Münsterplatz, November 1980, Quelle: Bundesregierung, B 145 Bild-00168319  / o. Ang.

Zwischen Protest und Gehorsam

Militär und Zivilgesellschaft sind in Deutschland untrennbar miteinander verbunden. Verschiedene Debatten und Kontroversen zeigen, dass gesellschaftliche Veränderungsprozesse auch die Bundeswehr erfassten.

Nach dem Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ sind Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sowohl Angehörige der Streitkräfte als auch Teil der Gesellschaft. Ob die im Zuge der „68er-Bewegung“ aufkommende Ablehnung der soldatischen Disziplin durch einige Wehrpflichtige oder die Diskussionen um die Rolle von Frauen bei der Bundeswehr – der Wandel gesellschaftlicher Werte machte am Kasernentor nicht halt. 

Bereits die Aufstellung der Bundeswehr war begleitet von öffentlichen Debatten um eine Wiederbewaffnung Deutschlands. Durch die Friedensbewegung der 1980er Jahre, die sich gegen den NATO-Doppelbeschluss und den Einsatz von Atomwaffen richtete, distanzierten sich Teile der deutschen Bevölkerung weiter von der Bundeswehr.

Anhand von Archivalien im Bundesarchiv lassen sich die gesellschaftlichen Entwicklungen und öffentlichen Kontroversen in Zusammenhang mit den deutschen Streitkräften nachvollziehen.

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