Direkt zum Seiteninhalt springen
Seitenansicht eines LKWs mit einer Raketenstartvorrichtung. Auf der Startvorrichtung liegt eine MGR-1 Kurzstreckenrakete. Vor der Rakete stehen Soldaten der Bundeswehr.

MGR-1 „Honest John“ Kurzstreckenrakete, Quelle: Bundeswehr / Siwik

Kräftemessen und Abschreckung

Der Ost-West-Konflikt zwischen NATO und Warschauer Pakt war zugleich ein Kräftemessen zwischen Bundeswehr und Nationaler Volksarmee. Nukleare Abschreckung und Militärmanöver prägten diese Zeit – und auch den bundesdeutschen Alltag.

Wettrüsten und atomare Bewaffnung: Der über 40 Jahre andauernde Konflikt zwischen den Westmächten unter Führung der USA und den von der Sowjetunion geführten Warschauer-Pakt-Staaten beeinflusste den Aufbau der Bundeswehr seit ihrer Entstehung maßgeblich.

Das Archivgut aus dem Bundesarchiv zeigt u. a., wie Politiker und Militärs die Strategie der atomaren Abschreckung einsetzten. Gleichzeitig sollten gut ausgerüstete konventionelle Streitkräfte Bedrohungsszenarien minimieren. Der ständige Kräftevergleich mit der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR war dabei maßgeblich für politische Entscheidungen zur Nachrüstung der Bundeswehr.

Zu Beginn der 1980er Jahre galt diese als die zweitstärkste Armee der NATO – mit fast einer halben Million Zeit- und Berufssoldaten sowie Wehrpflichtigen, Dutzenden von Großverbänden und der modernen Ausrüstung von Heer, Luftwaffe und Marine. Großangelegte Militärmanöver mit Tausenden Soldaten und zahlreichen Fahrzeugen und Panzern waren damals – auch mit den damit einhergehenden Beeinträchtigungen für die Bevölkerung – Teil des bundesdeutschen Alltags.

Beiträge zum Thema

  • Seitenansicht eines LKWs mit einer Raketenstartvorrichtung. Auf der Startvorrichtung liegt eine MGR-1 Kurzstreckenrakete. Vor der Rakete stehen Soldaten der Bundeswehr.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Die Bundeswehr und Atomwaffen

    Im Frühjahr 1957 verständigten sich die Mitgliedstaaten der NATO darauf, die Verteidigung des Bündnisses gegen die Armeen des Warschauer Pakts entlang der sogenannten „Schwert-Schild-Doktrin“ aufzustellen.

  • Deckblatt des Erfahrungsberichts zur Gefechtsübung „Großer Rösselsprung“, 1969
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Die Gefechtsübung „Großer Rösselsprung

    Mit dem Manöver „Großer Rösselsprung“ demonstrierte die Bundeswehr während des Kalten Krieges ihre Verteidigungsbereitschaft. Die Gefechtsübung an der strategisch wichtigen „Fulda-Lücke“ war auch ein politisches Signal an die Mitgliedsstaaten des Warschauer Pakts.

  • Ein Ausschnitt einer Weltkarte. In der Mitte befindet sich der NATO-Stern als Kompass. Das Büdnisgebiet der NATO-Staaten ist in Blau eingefärbt, das Gebiet des Warschauer Pakts in Rot.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Die Bundeswehr in der NATO

    Die freiwillige Integration in die NATO legte der Bundesrepublik eine Vielzahl von Verpflichtungen auf. Im Gegenzug erhielt Westdeutschland dafür Beistandsversprechen der anderen NATO-Mitglieder. Abschreckung eines Gegners und kollektive Verteidigung waren die Leitgedanken westdeutscher Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Kalten Krieg.

  • Soldaten unterschiedlicher Nationen tragen ihre Länderflaggen und marschieren bei einer Parade auf dem Nürburgring anlässlich des 20-jährigen Bestehens der NATO.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    NATO-Strategie und nationale Interessen

    Die strategischen Vorstellungen der NATO und der Bundeswehrführung über das richtige Vorgehen im Falle eines Angriffs des Warschauer Paktes gingen zum Teil auseinander. Besonders über die vermutliche Vorwarnzeit und die Stärke der NATO-Präsenzkräfte gab es unterschiedliche Positionen.

  • Soldaten der Nationalen Volksarmee der DDR bei einer Parade, teilweise auf einem LKW. Im Hintergrund stehen Zuschauerinnen und Zuschauer auf Tribünen.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Die Bundeswehr aus Sicht des Gegners

    „Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen“, lautete ein Leitmotiv der Bundeswehr während des Kalten Krieges. Die DDR beobachtete die militärischen Fähigkeiten der westdeutschen Streitkräfte in dieser Zeit aufmerksam.

  • Ausschnitt Gegenüberstellung ballistischer Raketen NATO-Warschauer Pakt, 1983
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Bedrohungswahrnehmungen im Kalten Krieg

    In den 1980er Jahren veröffentlichten NATO und Bundeswehr eine Reihe von Informationsmaterialien unter dem Titel „Kräftevergleich NATO – Warschauer Pakt“. Diese in großer Auflage gedruckten Flyer und Broschüren waren ein wichtiges Mittel der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.

  • Der Ausschnitt aus der Informationbroschüre 'Manöver' zur Übung 'Flinker Igel 84' zeigt Soldaten der Bundeswehr im Gespräch mit einem älteren Zivilisten.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Die Heeres-Übung „Flinker Igel“ im Jahr 1984

    Große militärische Übungen und Manöver waren während des Kalten Krieges eine alltägliche Erscheinung. Bei der Übung „Flinker Igel“ etwa übte die Bundeswehr im Herbst 1984 die Verteidigung Süddeutschlands.

  • Das DDR-Kreuzfahrtschiff „Völkerfreundschaft“ beim Ablegen im Hafe von Warnemünde. Im Vordergrund stehen Zuschauerinnen und Zuschauer.
    Dokument zur Zeitgeschichte

    Die Bundeswehr als Fluchthelferin

    Während des Kalten Krieges kam es in der Ostsee immer wieder zu spannungsreichen Begegnungen zwischen Schiffen beider deutscher Staaten. Ein besonders aufsehenerregendes Beispiel war eine durch die Bundesmarine unterstützte Flucht vom DDR-Kreuzfahrtschiff „Völkerfreundschaft“.