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Intellektuelle Elite im Exil - Albert Einstein

  • Weimarer Republik (1918-1933)
  • Nationalsozialismus (1933-1945)

Hintergrundinformationen

Eines der prominentesten Beispiele für den intellektuellen Aderlass Deutschlands während der Herrschaft des nationalsozialistischen Regimes ist der am 14. März 1879 in Ulm geborene Albert Einstein. Der Träger des Nobelpreises für Physik des Jahres 1921 verließ das Land kurz nach der Machtübernahme durch das NS-Regime, weil er als Jude, Pazifist und Verfechter der freien Meinungsäußerung und Wissenschaft dort keine Perspektive mehr für sich sah.

Zunehmender Diskriminierung und schließlich existentieller Bedrohung kam er, der schon zu den frühen Warnern vor einer „Faschisierung“ Deutschlands gehört hatte, damit zuvor. Sein Weg führte ihn in die USA, wo er am 18. April 1955 – in Princeton, New Jersey – verstarb. Angesichts der Judenvernichtung, der zahlreiche Angehörige und Wegbegleiter zum Opfer gefallen waren, hatte Einstein es abgelehnt, jemals wieder nach Deutschland zurückzukehren.

Der Schwerpunkt dieser virtuellen Ausstellung liegt auf Einsteins Lebensjahren in Deutschland. Sein Wirken im Exil ab 1933 spiegelt sich zwar zumindest ausschnittsweise in der von deutschen Stellen gesammelten Presseberichterstattung und in filmischen Dokumenten wieder, doch ist die Überlieferung zu Einsteins beruflicher Tätigkeit im Kaiserreich, der Weimarer Republik und der Zeit des Systemwechsels 1933-1934 naturgemäß dichter.

Insbesondere Akten des Reichministeriums des Innern (Bestand R 1501) dokumentieren Einsteins Wirken in der Preußischen Akademie der Wissenschaften, der Physikalisch-technischen Reichsanstalt, im Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik sowie der Walther-Rathenau-Stiftung – sowie auch 1933 seine Verdrängung aus denselben Institutionen, die zuvor seine wissenschaftliche Größe und Genialität gerühmt hatten.

In begrenztem Umfang lassen sich aus dem Archivgut Einsteins Forschungsaktivitäten und Auslandsreisen ablesen. Wiedergespiegelt findet sich jedoch auch sein Einsatz im Bund neues Vaterland, der Liga für Menschenrechte und dem sozialen Hilfswerk der Roten Hilfe.

Sein politisches Engagement bildet sich in der zeitgenössischen Presseberichterstattung ab (Pressemeldungen vor allem in den Beständen R 8034-III Reichslandbund-Pressearchiv, R 72 Stahlhelm, R 57 Deutsches Ausland-Institut), häufig in Form der bissigen Gegenwehr seiner politischen Gegner.

Ausgerechnet das Hauptarchiv der NSDAP überlieferte den Aufruf von Einstein, Käthe Kollwitz und Heinrich Mann zur Gemeinschaft aller Arbeiter im Wahlkampf des Jahres 1932.

Einsteins Würdigung in den beiden deutschen Staaten der Nachkriegszeit ist Schriftgutbeständen der Verwaltungen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland abzulesen.

Neben dem Schriftgut verfügt das Bundesarchiv ferner über Fotos, Filmmaterial und Tondokumente.

Lesen Sie hierzu das Inventar wichtiger Archivalien des Bundesarchivs.

Sabine Dumschat