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100.000 Akten digital und online recherchierbar

Aktueller Stand der Digitalisierung von Schriftgut im Bundesarchiv

28.01.2021

Öffentlichkeitsarbeit

Schreiben des Oberbürgermeisters der Stadt Koblenz an das Ministerium der besetzten Gebiete, 24.10.1923.

Der Start in das neue Jahr ist positiv: In der ersten Januarhälfte 2021 konnte die 100000. digitalisierte Akte online in unserem Recherchesystem invenio zur Verfügung gestellt werden. Damit sind aktuell mehr als 20 Millionen einzelne Seiten online recherchierbar.

Die Akte ist Teil des Bestandes R 1601 Reichsministerium für die besetzten Gebiete und enthält Unterlagen zu den Separatistenbewegungen im Regierungsbezirk Koblenz. Das Reichsministerium wurde 1923 errichtet, um Verwaltungsaufgaben in den in Folge des Versailler Vertrages von alliierten Truppen besetzten Gebieten an Rhein und Ruhr wahrzunehmen. Mit dem Ende der Rheinlandbesetzung 1930 wurde das Ministerium aufgelöst.

Der Bestand R 1601 wird mit Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vollständig digitalisiert Die Förderung erfolgte im Rahmen des Programms „Digitalisierung und Erschließung“ im Bereich Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme (LIS).

Digitalisierungsschwerpunkte im Bereich Schriftgut liegen im Bundesarchiv aktuell bei Quellen zur Militär- und zur Kolonialgeschichte sowie bei Quellen zur Weimarer Republik, die über das Portal „Weimar – Die erste deutsche Demokratie“ zugänglich gemacht werden. 

In den kommenden Jahren wird ein Schwerpunkt auf zentralen zivilen und militärischen Unterlagen der deutschen Geschichte bis 1945 liegen. Daneben wird die benutzungsgesteuerte Digitalisierung als Digitalisierung-on-Demand-Dienst (DoD) weiter ausgebaut werden. Die Bedeutung eines DoD-Services für Nutzer und Nutzerinnen ist gerade in der Corona-Krise, die die zeitweise Schließung unserer Lesesäle erfordert, erheblich gewachsen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil wird in den nächsten Jahren die Digitalisierung von Akten zur Wiedergutmachung von nationalsozialistischem Unrecht und deren Bereitstellung in einem Onlineportal sein. Damit unterstützt das Bundesarchiv ein ambitioniertes Vorhaben des für Wiedergutmachung und Entschädigung zuständigen Bundesministeriums der Finanzen.

Zusätzlich zu dieser inhaltlichen Fokussierung bleibt die Digitalisierung als Mittel der Bestandserhaltung ein weiterer wichtiger Baustein.  Hier werden in den kommenden Jahren vor allem die Bestände der Abteilung Personenbezogene Auskünfte (PA), der ehemaligen Deutschen Dienststelle, mit den dort verwahrten umfangreichen Karteien digital zu sichern sein, um Verluste aus konservatorischen Gründen zu verhindern. Gleichzeitig sollen damit perspektivisch die Recherchezeiten deutlich reduziert werden.