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DFG-Projekt "Retrokonversion von Findmitteln" erfolgreich abgeschlossen

Große Mengen an Erschließungsinformationen zu Quellen zur Justiz- und Wirtschaftsgeschichte des Deutschen Reiches sind nunmehr online zugänglich.

17.12.2019

Erschließung

Beispiel einer beim Reichsgericht geführten Prozessliste aus dem Bestand R 3002

Im November 2014 bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft dem Bundesarchiv zum wiederholten Male Drittmittel als Förderung für das Projekt "Retrokonversion von Findmitteln" im Rahmen des Förderprogramms "Wissenschaftliche Literaturversorgung und Informationssysteme". Es war geplant, die nur analog - in Form von Findbüchern, Listen und Karteien - vorhandenen Erschließungsinformationen zu den Beständen R 3002 Reichsgericht (Teil Prozesslisten der Zivilsenate), R 89 Reichsversicherungsamt, R 2501 Reichsbank und R 4702 Reichspostamt digital erfassen zu lassen.

Bei den ausgewählten Beständen handelt es sich um Quellen des Bundesarchivs, die für die Erforschung der Justiz- und Wirtschaftsgeschichte des Deutschen Reichs einen hohen Stellenwert haben. Ziel des Vorhabens war die Online-Stellung der Findmittel im Online-Recherche-System des Bundesarchivs invenio sowie in überregionalen Portalen wie dem Archivportal Europa und dem Archivportal-D, um die hier verzeichneten Informationen einem breiten nationalen und internationalen Benutzerkreis zugänglich zu machen.

Den größten Teil der zu retrokonvertierenden Verzeichnungseinheiten (VE) machten die Prozessakten des Reichsgerichts aus. Diese waren bislang nur schwer benutzbar, da als einziges Findmittel die Prozesslisten dienten, die im Reichsgericht selbst handschriftlich geführt und chronologisch nach Eingangsdatum der Klage geordnet worden waren. Die Recherche nach einer bestimmten Verfahrensakte war dementsprechend zeitaufwändig und erforderte ein sehr hohes Maß an Vorwissen. Die Erfassung der überlieferten Verfahrensakten erleichtert jetzt die Recherche um ein vielfaches und wird einen großen Vorteil für die Erforschung der Rechtsgeschichte des Kaiserreiches, der Weimarer Republik und des Dritten Reiches darstellen.

Auch die Bestände R 89 Reichsversicherungsamt, R 2501 Reichsbank und R 4702 Reichspostamt, deren Findmittel bisher nur in analoger Form zugänglich waren, wurden als zentrale Quellen für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte in dieses Projekt einbezogen, um sie der Forschung leichter zugänglich zu machen.

Durch Personalfluktuation kam es mehrfach zu Verzögerungen im Ablauf des Projektes. Letztlich konnten bis Ende 2019 aber insgesamt 72.004 VE in die Datenbank eingegeben und für jedermann zur Recherche online bereit gestellt werden.

Seit dem Jahr 2003 hat das Bundesarchiv fast 2 Mio. VE retrokonvertiert, davon 208.504 VE mit Förderung der DFG.

Der erfolgreiche Abschluss des Projektes ist dem Engagement vieler Kolleginnen und Kollegen des Bundesarchivs sowie der Firma ArchivInForm geschuldet. Hiermit soll allen Beteiligten ausdrücklich gedankt werden.